27.12. – 2.1.2026
Die „Reparatur“ des Quietschen am Vorderrad macht der Monteur auf der Straße. Einzige Schwierigkeit, er hat nur einen Drehmoment Schlüssel mit „pound-feet“ Skala, also für die Einstellung des Radlagers mal eben 200 Nm umrechnen in 147,5 lb-ft. Der Rest ist reinigen, neu fetten und wieder zusammen bauen.
So können wir nach zwei Stunden weiter fahren. Unser nächstes Ziel ist Playa del Carmen. Wie sich herausstellt ist der Ort fest in Touri-Hand. Eine Nippesbude reiht sich an das nächste Restaurant. Wir suchen uns erstmal einen Stellplatz etwas abseits und treffen zufällig auf eine Reiseleiterin aus München, die schon einige Jahre hier lebt. Wir klönen eine ganze Weile und sie empfiehlt uns eine kleine Bar, die auch lecker Tacos anbietet. Die stellen gleich einen Tisch raus, an dem auch Lina gut essen kann.



Hier in der Stadt ist uns das eindeutig zu laut und hektisch. Wir suchen uns noch ein Eis zum Nachtisch, schlendern noch ein wenig durchs „Gewusel“ und sind früh zurück bei Rocky in der stillen Seitenstraße.
Apropos stille Seitenstaße, das haben sich wohl andere auch gedacht. So mussten wir heute Morgen feststellen, dass wohl jemand die Stille genutzt hat und gefallen an unseren neuen Schwimmwesten gefunden hat. Clemens hat sie, um Platz im Schrank zu sparen, hinten unter die Abdeckung von Fahrrad gebunden. Nun ist die Plane sorgsam aufgeknotet und die Schwimmwesten davongeflogen. Alles andere ist unversehrt. ÄRGERLICH 😡, aber so ist es halt in Touriorten, da treiben sich wohl immer vermehrt auch „dunkle Gestalten“ herum.
So tingeln wir weiter nach Bacalar, finden einen freien Stellplatz an der gleichnamigen Lagune in der Stadt, und richten uns erstmal ein. Neben uns steht ein münchner T5 und es dauert nicht lange, bis der Besitzer zurück kommt und wir angesprochen werden. „Das ist ein ruhiger Stellplatz, ich bin schon eine Woche hier“ sagt er. Nur zwei Stunden später, wir sitzen gerade beim Abendessen, kommen unzählige Busse und es zieht eine nicht enden wollende Karawane junger Leute an uns vorbei. Die geschätzt zweihundert Pfadfinder versammeln sich auf dem Areal direkt neben uns, essen Abendbrot und bauen ihre Zelte auf. So schnell ist es aus mit dem ruhigen Platz…


Nach kurzer Nacht zieht es Clemens in die Einsamkeit. „Ein Stück weiter gibt es einen Platz am Wasser, den wir letztens in einem Video gesehen haben“, „findest du den in iOverlander?“ fragt er, und so rumpeln wir, nach nur 10 km asphaltierter Straße, einen schmalen Weg durch dichten Dschungel zur Lagune runter.

„Hier können wir es länger aushalten“ ist die einhellige Meinung, als wir unten ankommen.





Genießen, Baden, Rad fahren, Relaxen und die Hängematte zwischen zwei Palmen aufhängen. So lässt es sich aushalten!


UPS, heute ist ja schon der 31.12. – Silvester 😳. Da wollten wir doch mit den Anderen gemeinsam feiern. So machen wir uns auf den Weg nach Chetumal. Auf dem Weg nehmen wir noch Bestellungen von Matthias und Michael entgegen, gehen Einkaufen und kommen gerade noch rechtzeitig zum Essengehen auf dem Campingplatz an.

Den Jahreswechsel bei über 20° unterm Sternenhimmel zu erleben ist mal wieder wunderschön. Das Jahr 2025 hat viel Unerwartetes, Schönes aber auch Trauriges gebracht. Der Kopf ist voller Bilder eines ereignisreichen Jahres, da fällt es schwer, es einfach abzuhaken. Wir sind einfach glücklich diese Momente erleben zu dürfen und freuen uns auf ein weiteres ereignisreiches Jahr voller Überraschungen. ❤️
Neujahr verbringen wir entspannt, probieren den Pool (brrr sehr kalt) und sitzen am Nachmittag zum letzten Gin-Tonic bei Moni und Michael unter der Markise.



Am nächsten Morgen löst sich die Runde auf, Birgit und Matthias fahren wieder nach Norden zurück in die USA, Heidi, Gerd, Moni und Michael wollen zu den Ruinen von Lamanai in Belize und wir lassen es ruhig angehen und sind die Letzten, die den Platz heute verlassen. Unser Ziel ist erstmal die Grenze nach Belize.
Wir verlassen nach einem Jahr México nun tatsächlich. Am 3.1.25 sind wir in Tecate nach México eingereist und haben in dieser Zeit sehr viele Eindrücke sammeln dürfen. México ist größer als erwartet, México ist vielfältiger als erwartet, México ist lebendig, bunt, herzlich, sonnig, regnerisch, andächtig, religiös, chaotisch…
México ist einfach liebenswert und wir haben uns hier sehr, sehr wohl gefühlt. Wir haben viele freundliche Leute kennen gelernt, haben sehr viel Hilfsbereitschaft erlebt und sind in keine gefährliche Situation geraten oder sind korrupten Beamten begegnet.

Nun aber auf nach Belize!