Oase Huacachina, die Linien von Palpa und Nazca, Arequipa ein Geburtstag und 20 rollende Särge

29.9. – 3.10.26

Gegen Nachmittag erreichen wir eine Oase in der Peruanischen Wüste. Huacachina hat so ziemlich alles, was das Klischee einer Oase ausmacht, eine Lagune, Palmen und umgeben von riesigen Sanddünen. Nur der Tourismus hat hier voll zugeschlagen. Es gibt Hotels, jede Menge Restaurants, Buggy Touren, Sandboarding und sogar für den Spaziergang auf die Dünen erheben die Peruaner Eintritt. Dieser absolute Kommerz schreckt uns ein wenig ab, macht aber die Landschaft nicht unattraktiver.

Wir verzichten auf die „Besteigung“ der Dünen und spazieren um die Lagune.

Und Abends taucht die Sonne den Sand in warmes Licht.

Unser Übernachtungsplatz liegt in der „Eco Lodge Huacachina“ mit allem Komfort.

Da wir auch heute Morgen keine Lust auf Buggy fahren, Sandboarding oder andere Touribespaßungen haben, verabschieden wir uns recht zeitig von diesem Ort.

Die Nazca Kultur hat hier in Süd Peru riesige Figuren, sogenannte Geoglyphen, im Wüstenboden hinterlassen. Während die bekannten Nazca Linien so um 100 v. Chr. entstanden, wurden bei Palpa bereits vor der Nazca Zeit Bilder in die Wüste gekratzt. Diese gucken wir uns zuerst an.

Die Strecke nach Palpa führt durch trockene Landschaft die manchmal überraschend durch bewässerte Flächen unterbrochen wird. Diese grünen Felder wirken irgendwie „fehl am Platz“.

Einige Figuren von Palpa lassen sich von einem Aussichtsturm gut erkennen.

Nicht weit entfernt sind wir nun bei den berühmten Nazca Linien.

Die Figuren und geometrischen Linien entstanden durch das beiseite Räumen der oberen dunklen Steine, sodass der darunter liegende helle Wüstenboden zum Vorschein kommt.

Neben den Bildern gibt es auch ganz viele Geraden und geometrische Figuren.

Weiter an der Küste entlang machen wir eine Übernachtung in Tanaka. Auf der Strecke ist durch den echt starken Wind die Straße teilweise halb zu.

Angekommen staunen wir nicht schlecht (haben wir uns verfahren?)

Tanaka selbst wirkt irgendwie ausgestorben. In der Saison ist hier wohl mehr los. Naja, so haben wir wenigstens eine ruhige Nacht, vom Rauschen der Wellen mal abgesehen.

Weiter geht’s durch tolle abwechslungsreiche Landschaft. Mal einfach Wüste, dann wieder total grüne Hügel, schroffe Felsen und entlang steiler Küste. Hinter fast jeder Kurve sieht die Gegend anders aus. Der Abschnitt von Peru macht richtig Spaß!

In Arequipa angekommen, „nisten“ wir uns erstmal am Hostel „Las Mercedes“ ein, klönen mit Hannah, die gerade auf ihren Freund wartet, der mit dem Auto in der Werkstatt ist. Duschen ausgiebig WARM! und planen unseren Stadtbummel für morgen.

Heute ist erstmal ein ausgiebiges ❤️GEBURTSTAGSFRÜHSTÜCK ❤️angesagt, Glückwünsche entgegen nehmen und viel telefonieren. Dann gehen wir den kurzen Weg vom Stellplatz in die Altstadt. Arequipa hat ein ausgesprochen hübsches altes Zentrum mit dem grünen und belebten „Plaza de Armas“.

Natürlich darf ein Geburtstagseis nicht fehlen, heute mal griechischer Joghurt mit Blaubeeren.

Dann lassen wir uns, wie fast immer in den Städten, einfach so treiben und landen am (im) alten Kloster Santa Catalina.

Das Kloster ist riesig, der Reiseführer sagt „eine Stadt in der Stadt“, und die meisten Wege sind mit Rolli machbar.

Die Geranien blühen ganzjährig

Wir wandern durch ein Labyrinth von Gassen, die die Wohngebäude der Nonnen mit den Wirtschafts- und Gebetsbauten verbinden.

Durch die doppelten Gitter hatten die Nonnen die einzige „Verbindung“ zur Außenwelt. Durch das Drehkreuz daneben wurden Waren ausgetauscht. So konnte jeglicher Kontakt mit der richtigen Welt unterbunden werden.

Wir schlendern zurück, nochmal über den zentralen Platz, zu unserem Schlafplatz.

Beim Hostel angekommen, haben wir neue Nachbarn bekommen. Ein ganzer Bus mit „Rotel“ Gästen (20 Personen) die im vorderen Teil fahren und hinten in kleinen Kabinen (Clemens würde dazu „geräumige Särge“ sagen) schlafen. Nun ja, jeder so wie er/sie mag…

Wir schlafen auf jeden Fall gut in Rocky und wollen morgen nach Chivay am Eingang des Cañon del Colca aufbrechen. Dort soll man verdammt große Vögel beobachten können. Wir sind gespannt!

Die 10 Mio. Stadt Lima, Pferde und die Südküste

26.9. – 29.9.26

Gestern sind wir noch nach Lima rein gefahren. Locker fahren is nich, drängeln und hupen gehören genauso dazu wie gasgeben und lenken. Irgendwie haben wir es dann doch zum „German Country Club“ geschafft. „Da könnt ihr kostenlos stehen und alle Annehmlichkeiten nutzen“ hat uns Tanja von „passion4patina“ den Tipp gegeben. So sind wir heute auf dem Clubgelände aufgewacht und fühlen uns hier richtig willkommen.

Dann buchen wir uns mal wieder ein Uber und lassen uns durch den chaotischen Verkehr zur Altstadt bringen. Sind ja nur 15 km, wofür der Uberfahrer über eine Stunde braucht. Wir können ausnahmsweise alle drei entspannt aus dem Fenster schauen und Lima schon mal so bewundern. Automarken gibt es hier, von denen haben wir in Deutschland noch nie gehört. Wird sich vielleicht ändern, wenn die deutschen Autobauer so weiter machen. 😟

Nach einer endlos wirkenden Zeit und einer Autohupe die Verschleißerscheinungen zeigt, erreichen wir dann das „Historische Zentrum“.

Auf der „Plaza de Armas“ empfangen uns gleich zwei Polizisten zu Pferd. Mit einer berittenen Eskorte haben wir nun nicht gerechnet. 😉

Was uns sofort auffällt, ist der Müll, der hier nicht rumliegt. Alles wirkt sehr sauber und aufgeräumt. Irgendwie ist das nicht wirklich Peru. 🤔

In Hintergrund die Basílica Catedral de Lima

So schlendern wir ohne wirklichen Plan und Ziel durch die Altstadt, bewundern die Häuser und auch die Menschen und sind echt erstaunt über die sauberen Straßen und gepflegten Grünanlagen, essen eine Kleinigkeit und genießen einfach nur die Stimmung der Stadt.

Im Vordergrund ein „kleiner“ Inkakönig, dahinter der Palacio de Gobierno de la República del Perú (Regierungspalast)

Da sind kleine bunte Gassen mit urigen Café‘s, die irgendwie aus der Zeit gefallen scheinen.

Die Kirche im Convento Santo Domingo hat eine interessante Kuppel mir bildhauerischen Figuren statt nur Gemälden.

Zum späteren Nachmittag sehen wir dann noch eine Hochzeit in der Kathedrale und dann reitet noch Till Eulenspiegel durch‘s Bild. 😳

Nun ist genug, der Uber wartet schon auf uns und bringt uns zurück nach Hause in „unseren Club“. (Drängel, drängel, hup, hup…)

Heut lassen wir es ruhig angehen, frühstücken gemütlich und nutzen die Anlagen. Dann bestellen wir uns wieder ein Uber und lassen und in das Stadtviertel „Miraflores“ chauffieren. Da wollen wir an die Uferpromenade an der Steilküste zum Pazifik. Am „Parque del Amor“ lässt uns unser Fahrer aussteigen. Die große Skulptur im Zentrum des Parks spricht für den Parknamen.

Wir verbringen den Nachmittag entlang des Pazifiks in der Sonne und lassen uns mal wieder einfach so treiben.

Beobachten Gleitschirm Flieger an der Steilküste

und staunen über die, für uns völlig untypischen, Parkanlagen in Lima.

Zum Abend gehen wir in das Einkaufszentrum „Larcomar“, direkt an der Steilküste, schauen der Sonne bei Untergehen zu und essen in einem viel zu lauten „Restaurant“.

Nun noch eine letzte Nacht in unserem Club und dann geht es morgen ein kleines Stück weiter nach Süden.

Wir hatten vor längerer Zeit in der ZDF Mediathek einen Beitrag über Auswanderer gesehen, darin wurde auch von Heidi berichtet, die bei Lima einen Reitstall mit therapeutischem Reiten betreibt. Das wäre doch mal was für Lina! Leider haben die Pferde am Montag ihren Ruhetag, und heute ist Montag. 😔 Wir telefonieren an der Einfahrt zum Reitstall kurz mit Heidi und tatsächlich sind morgen noch Termine für therapeutisches Reiten frei. Der um 0900 Uhr ist ein wenig früh aber um 1030 Uhr passt gut. Den Nachmittag heute nutzen wir noch um unsere Vorräte aufzustocken und suchen uns dann ganz in der Nähe einen Stellplatz für die Nacht direkt am Strand mit Sonnenuntergang.

Nachdem wir Rocky wieder ausgebuddelt haben 🤣, ist Lina absolut glücklich.

Sie darf im Anschluss sogar noch das Pferd mit ein paar Möhren füttern.

Wir klönen noch eine Weile sehr nett mit Heidi und verabschieden uns dann von ihr und dem Reitstall. Uns zieht es in die Wüste. Östlich von Ica gibt es die Oase Huacachina mit Lagune und Palmen zwischen großen Sanddünen.

97 Tage in Deutschland und der Neustart in Peru

17.6. – 25.9.26

Der „Heimaturlaub“ in Deutschland stürzt uns von einem Extrem ins andere. Der Start erfolgt eher durchwachsen und mit Schrecken, dann wendet sich aber alles zum Guten und wir können auch ein wenig den “zu heißen“ Sommer in Deutschland genießen. Wir haben uns alle drei das Grippevirus aus Südamerika mitgebracht, und brauchen erst mal ein paar Tage, um uns auszukurieren. So hatten wir das eigentlich nicht geplant. Aber nun ja, erstens kommt es anders und zweitens, als man plant. Dann können wir doch noch alles erledigen was nötig ist und viele Freunde und Verwandte besuchen.

Ob Zuhause oder auf unserer Nordseetour

Nudelessen im Kornfeld bei Scheeßel

Und Tarzan ist nach Hamburg gekommen

Maritime Tage in Bremerhaven.

Jungswochenende in Peckfitz.

Ein Spaziergang durch Hannover.

Neue Elektroautos ausprobieren

Oder ganz einfach eine kleine Radtour durch Berenbostel.

Die Zeit in Deutschland ist viel zu schnell vergangen. Wir haben nicht alle Treffen, die wir eigentlich vor gehabt haben geschafft. Aber versprochen, wenn wir wieder in Deutschland sind, holen wir das bestimmt nach!

Nun steigen wir schon wieder in das Flugzeug, das uns nach Amsterdam bringt. Es ist fürchterlich früh und wir sind fürchterlich müde.

Die Flüge sind wirklich entspannt. Auf dem Teil von Amsterdam nach Lima können wir alle noch ein wenig Schlaf nachholen. Am Kofferband in Lima will eine Tasche nicht auftauchen. Wir suchen ein wenig rum und finden sie dann tatsächlich bei der Sperrgepäck Ausgabe. Also, alles da. 😅 Einreise und Zoll sind schnell erledigt und das Uber Auto bringt uns durch den chaotischen Verkehr zurück nach Hause. Rocky ist bestens gepflegt und wartet schon mit offener Schiebetür auf uns.

Nach der ersten Nacht räumen wir erstmal alles wieder ein, putzen durch und ordnen unsere Gedanken. Ist schon irgendwie komisch, nun „so plötzlich“ wieder hier zu sein… 🤔 Es fühlt sich einerseits neu an, andererseits ist es wie ein „Nach Hause kommen“. Unser rollendes Ferienhaus ist ein Stück Heimat geworden. So kommen wir schnell in gewohnte Abläufe. Lina hat draußen die Hundebande zu Füßen, wir eher die Aufgaben.

So vergeht der erste Tag mit viel Arbeit. Zwischendurch kommt Heraldo mit der Nachricht, dass morgen schon der Zoll kommt und das TIP für Rocky wieder aufleben lässt. Theoretisch können wir danach gleich los fahren. Aber ich glaube den Tag brauchen wir noch um den Wassertank zu reinigen, Klamotten zu verstauen, den Rolli fertig zu machen,…

So, das mit dem Zoll ging gerade echt schnell. Wir haben das fertige Dokument in den Händen und somit alle bürokratischen Voraussetzungen erfüllt. Nur mal so zum nachlesen, was braucht man alles?

  1. Haftpflicht für Rocky
  2. SOAT Peru (gesetzliche Versicherung für Personenschäden)
  3. Vollkasko für Rocky
  4. TIP (Vorübergehende Einfuhrgenehmigung)
  5. Krankenversicherung für uns drei
  6. Aufenthaltsgenehmigung für uns
  7. Impfungen (Gelbfieber ist Pflicht)
  8. da habe ich sicher noch was vergessen

Nachdem wir heute echt viel geschafft haben, bitte ich Heraldo Rocky für morgen Vormittag bei seiner Werkstatt den Vertrauens anzumelden. Dann werden noch die Filter und das Öl gewechselt und so müsste alles wieder fit sein.

Heute verabschieden wir uns von Sara und Heraldo. Sie haben uns echt toll unterstützt und alles organisiert. Von anderen Reisenden haben wir gehört, dass sie 2 Wochen auf den Zoll gewartet haben, Heraldo hat das im Vorfeld schon abgesprochen, so mussten wir nur 1 Tag „warten“.

In der Werkstatt, oder besser gesagt davor (die Einfahrt ist 20 cm zu niedrig), läuft alles gut. Sogar eine Motorwäsche bekommt Rocky von den Jungs noch spendiert.

So können wir gut gewartet in unser nächstes Abenteuer starten.