Nicaragua, Land der Gegensätze

10.2. – 15.2.2026

Die Grenze nach Nicaragua macht uns ehrlich ein wenig Sorgen. Haben wir an alles gedacht? Wird das Auto gescannt und durchsucht? Was passiert mit den Funkgeräten wenn sie gefunden werden? Und so weiter… „Aber hilft nichts, wenn wir weiter durch Mittelamerika reisen wollen, müssen wir da durch“. Die Drohne haben wir ja bereits nach Costa Rica geschickt und so machen wir uns auf den Weg.

Die Formalitäten in Honduras, TIP canclen, Ausreise Stempel holen, gehen recht flott.

Schickes Grenzgebäude von Honduras

Dann zur Migration in Nicaragua, die Einreise war recht fix erledigt. Nach ein paar Fragen zum Zweck der Reise und der Bezahlung der Gebühr (natürlich in US $) haben wir die Einreisestempel im Pass. Danach können wir das Auto anmelden.

Clemens muss durch den Scanner fahren und nach einer halben Stunde sind dann auch die Ausdrucke da. Erkennen können wir darauf einfach nichts, aber die Polizistin und der Zöllner interessieren sich für unseren Grill. Also auspacken und zeigen. Danach ist alles gut. Keine Inspektion des Innenraums, keine Durchsuchung von den Staufächern. Wir bekommen das TIP für Rocky und dürfen einfach so einreisen!

Kurz nach der Grenze hat Sabine auf iOverlander einen Platz zum entspannen gefunden.

Den steuern wir an und spazieren noch zum Fluß runter. Die Furt wird von den Einheimischen viel genutzt und führt durch die Somoto Schlucht. Eine Wanderung durch eine Engstelle der Schlucht würde einen ganzen Tag dauern und ist leider mit Lina nicht zu machen.

Unser nächstes Ziel ist León mit der Weißen Kathedrale. Sie gilt als größte Kathedrale Zentralamerikas und ist ein UNESCO-Weltkulturerbe. Das wollen wir uns ansehen, aber wie so oft kommen wir heute Morgen nicht so richtig in gang. Der Tag vergeht mit Frühstück, Aufräumen, Abwaschen, Abschied von den Gastgebern nehmen und Fahren. Immerhin liegen einige Vulkane rechts und links der Straße.

Trotz guter Straßen kommen wir nicht so schnell voran wie gedacht. Heute erreichen wir León nicht mehr. „Ein Stück weiter können wir, laut iOverlander, bei den Bomberos übernachten“ sagt die Navigatorin vom Beifahrersitz. Und 10 km weiter fragen wir tatsächlich an der Feuerwache nach, ob wir die Nacht auf ihrem Hof stehen dürfen. Ja wir dürfen! Also parken wir so, dass die Ausfahrt frei bleibt und genießen die Gesellschaft der „Pumpenmänner“, wie die Übersetzung von Bomberos lautet.

Da der Weg heute nicht mehr weit ist, erreichen wir León schon am Vormittag und stehen vor der mächtigen Kathedrale.

Vom Dach, das wir getrennt besuchen, hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt und die umliegenden Vulkane.

Hier rauf darf man nur Barfuß oder in Socken…wenn man vorher den Schalter für die Tickets gefunden hat, der ist nämlich in einem unscheinbaren Büro auf der anderen Seite der Kirche. Echt Planwirtschaft🙄.

Wir schlendern noch ein wenig durch die Straßen von León,

an der Schule fällt uns die Traube Eltern auf, die auf ihre Kinder warten. Es dürfen scheinbar nur die Kinder die Schule verlassen, die auch abgeholt werden.

Nun wollen wir aber weiter, wir haben für heute Abend noch etwas ganz besonderes vor. Wir verlassen León Richtung Managua, der Hauptstadt von Nicaragua. Auf dem Weg sehen wir immer wieder die zum Taxi umgebauten Moped‘s,

und Pferdekutschen zum Transport von Lasten.

Die Landschaft ist geprägt von den vielen Vulkanen, die teilweise noch richtig aktiv sind.

Durch Managua fahren wir nur durch, die vielen „Árboles de la Vida“ („Bäume des Lebens“) fallen uns aber immer wieder auf.

Aufgestellt von der Ortega-Regierung sehen viele sie als politisches Symbol an. Deshalb wurden während der Proteste 2018 einige davon zerstört. 

Apropos aktive Vulkane, wir wollen heute mal ganz nah dran an einen aktiven Krater. Am Masaya kann man mit dem Auto bis an den Kraterrand fahren und muss keine lange Wanderung machen. Das geht auch mit Lina gut. Nachts leuchtet die Lava richtig dunkelrot. Ein mystischer Moment und so besonders, die Glut der Erde so “hautnah“ zu spüren. Wir sind fast alleine hier oben, aber wegen der giftigen Gase ist die Zeit begrenzt.

Wir dürfen direkt am Eingang zum Nationalpark übernachten und fahren heute nochmal mit Tageslicht hoch. Gestern haben wir zwar das rote Leuchten gut sehen können, aber nichts von der Landschaft gesehen.

Teilweise erinnert uns das an Island, nur dass die Natur hier schneller wieder wächst.

„Wenn ihr durch Nicaragua fahrt, besucht unbedingt Granada! Das ist die schönste Stadt in Nicaragua.“ haben wir von anderen Reisenden gehört. Also auf nach Granada!

Die Stadt empfängt uns tatsächlich mit schönen Ecken und Gassen.

Besonders sind die Mosaike im Straßenpflaster, abgesperrt und gesichert.

Der zentrale Platz ist bunt und die Leute entspannt. Wir beobachten Männer beim Mühle spielen, kleine Grüppchen einfach beim Quatschen oder gemütlich einen Kaffee trinken.

Apropos trinken, hier soll s ein Kakao-, und Schokoladenmuseum geben. Das muss sich Clemens natürlich ansehen. 😋 Die Maya haben schon Kakao zu Schokolade verarbeitet und getrunken.

Wir probieren Brownie und kalte Trinkschokolade.

Lecker, aber danach ist unser Zuckerbedarf für die nächsten Tage gedeckt. Anschließend schlendern wir noch ein wenig durch die Stadt, bestaunen den doch recht modernen Nebenaltar in der Kathedrale,

und laufen zurück zu unserem Parkplatz auf dem Hof vom „Blauen Kreuz“. Warum es hier nicht „Rotes Kreuz“ heißen darf ist uns nicht so ganz klar, irgendwas politisches steckt wohl dahinter. Aber egal, wir dürfen hier sicher parken und sogar noch Wasser nehmen.

Wir machen noch einen kleinen Abstecher zur Strandpromenade, Granada liegt schließlich am riesigen Nicaraguasee.

Versorgt mit Wasser und vielen Eindrücken aus der hübschen Stadt starten wir zur Laguna de Apoyo, am Paradiso Hostel finden wir nicht nur einen sicheren Übernachtungsplatz, sondern auch noch einen hübschen Nachbarn.

Das Hostel selbst liegt echt hübsch am Apoyo Kratersee und ist tatsächlich von einigen deutschen Gästen besucht.

Heute ist der 14. Februar und wir haben beschlossen Nicaragua wieder zu verlassen. Auf dem Weg zur Grenze fällt uns noch dieses Gefährt auf.

Windenergie und Vulkane, so verabschiedet uns Nicaragua.

Nicaragua wird uns als ein Land der Gegensätze in Erinnerung bleiben. Da sind die sehr traditionell wirkenden ländlichen Gegenden mit Esel und Ochsenkarren, die Städte mit hübschen Plätzen und entspannten Menschen, die uns aber im Gegensatz zu Honduras eher distanziert betrachten, und die überhaupt nicht dazu passenden luxuriösen Einkaufstempel für die – ja für wen eigentlich?

Unser nächstes Land verspricht sicherlich ganz anders zu sein. Wir sind gespannt auf Costa Rica!

Honduras

1.2.26 – 10.2.2026

„Die Grenze geht heute sehr einfach“ ist das Fazit nach der Ausreise aus aus El Salvador. Nun nur noch die Einreise nach Honduras und das TIP. Das letzte dauert eine geschlagene Stunde. Wohlgemerkt, wir sind die einzigen, die ein TIP für ihr Auto benötigen. Clemens ist kurz davor den Kerl hinter der Scheibe über den Tresen zu ziehen 😡, nachdem er gefühlt das zehnte mal scheinbar eingeschlafen ist. Er hört einfach auf sich zu bewegen, sitzt regungslos auf seinem Ar… und glotzt minutenlang auf den Bildschirm. 😡😡😡 Clemens steht, natürlich „angemessen“ bekleidet draußen in der Wärme.

Irgendwann ist er dann doch wieder aufgewacht und händigt uns die Papiere aus. Hurra! Wir dürfen unser Auto nach Honduras mitnehmen! 🙏🙏🙏

Wir wollen etwas höher in die Berge und haben uns für heute Santa Rosa de Copán als Ziel ausgesucht. Zuerst ist die Landschaft wirklich schön und zum genießen.

Schlechte Straßen, mysteriöse Transporte und Nebel mit 6°C!!! erschweren den Weg dann doch. Trotz der Umstände erreichen wir die echt steilen Straßen von Santa Rosa noch im Hellen.

Hier bleiben wir erstmal zwei Nächte an einem Park in der Stadt. Wasser tanken, Geld tauschen und im Supermarkt La Colonia ordentlich Lebensmittel einkaufen. Da wir ja gestern über die Grenze gekommen sind, ist unsere Vorratskiste ziemlich leer, der Einkaufswagen entsprechend voll. An der Kasse wird Clemens Kreditkarte, aus welchem Grund auch immer, nicht akzeptiert. Bevor Sabine ihre raus gekramt hat, reicht der Herr hinter uns seine Karte an die Kassierterin und meint „Ziehen sie das bitte hiervon ab“! Der hat tatsächlich unseren gesamten Einkauf bezahlt!!!😳😳😳 Einfach so, ohne zu fragen!! Wir sind einfach nur sprachlos und können uns auch nur kurz bedanken, bevor er mit seinen drei Kleinigkeiten verschwunden ist. Sowas ist uns noch nie passiert!

„Wenn ihr in der Nähe von Santa Rosa de Copán seid, müsst ihr unbedingt das Café „Seis Valles“ besuchen. Die machen aus eigener Ernte einen sehr guten Kaffee“ haben wir einen Tipp bekommen. So schlängeln wir uns durch enge Gassen raus und kurven den Berg hoch.

Und tatsächlich ist der Kaffee sehr gut und auch die Quesadillas sind absolut lecker.

Das Café macht von außen nicht so viel her, aber ist liebevoll eingerichtet, sogar das „Stille Örtchen“ ist nett gestaltet.

Weiter auf der CA-11A nach Gracias…

Durch schöne Landschaft und immer wieder Kaffeefarmen,

kommen wir in Gracias an. Direkt in der Stadt finden wir im Garten des Hotel Finca Bavaria einen Stellplatz und gucken uns erstmal die Stadt an.

Auf den Parque Central steht ein schicker Pavillon in dem es auch lecker Kaffee gibt. Hier in Gracias ist es nett und wir fühlen uns wohl. So bleiben wir noch eine weitere Nacht hier und probieren heute Abend mal das Restaurant am Stellplatz aus.

Außerdem gibt der Antrieb von Linas Rolli merkwürdige Geräusche von sich. Ja dieses mal ist es ausnahmsweise nicht das Auto was Probleme macht. So hat Clemens mal nen anderen Motor vor sich. Man glaubt es kaum, es ist der Keilrippenriemen! der falsch läuft und schleift. Nach einer Stunde ist alles wieder neu justiert und der Motor summt wieder als wenn nichts gewesen wäre. 💪

Der Stellplatz ist recht nett, aber „Los gallos cantan por la mañana.“ und das wirklich früh am Morgen. So machen wir uns nach zwei Nächten auf und fahren nach Comayagua.

Die Straße ist manchmal gut und dann kommt ohne Vorwarnung eine absolute Gurkenstrecke.

In manchen Städten gibt es tolle Wandmalereien, und dann wieder der nun schon gewohnte Anblick der Blechhütten.

Die Landschaft ist aber immer toll

Trotz einiger Verzögerungen durch sehr langsame LKW, die in den Bergen kaum schneller als 20 km/h fahren und anderer Verkehrsteilmehmer😉

kommen wir am Nachmittag noch in der ehemaligen Kolonialhauptstadt Comayagua an und dürfen auf dem gesicherten Gelände des Golfclubs übernachten. Die Toiletten und Duschen stehen uns auch zur Verfügung und bezahlen dürfen wir nichts dafür. Einfach nur nett!!! Die Wachleute am Tor bekommen natürlich ein gutes Trinkgeld dafür, dass wir beruhigt schlafen können.

Comayagua hat neben den Häusern aus der Kolonialzeit eine Kathedrale mit einer besonderen Uhr. Die stammt vermutlich aus der Zeit um das Jahr 1100 und wurde in Al-Andalus (Spanien) gebaut. Sie gild als älteste Uhr Amerikas und wird oft sogar als älteste noch funktionierende Zahnrad-Uhr der Welt bezeichnet. 🤷‍♂️

Wir fragen nach und dürfen tatsächlich die steile Treppe zum Uhrwerk hinauf steigen. Für Lina ist das nichts, sie wartet abwechselnd mit Clemens oder Sabine unten auf dem Platz und freut sich über die vielen Tauben, die sie umkreisen.

Wir schlendern noch ein wenig durch die Gassen, suchen für die Pause immer schattige Plätze und entdecken viele moderne Mural‘s an den Häusern.

Wasserfalldusche

Natürlich darf der Markt nicht fehlen, wir müssen ja auch noch einkaufen.

So versorgt fahren wir heute noch zum Parque Aurora. Da wir jetzt schon abschätzen können, dass wir mal wieder spät ankommen werden, fragt Sabine per WhatsApp an bis wann der Park offen hat. Die Antwort überrascht uns dann doch wieder: „Wann seid ihr bei uns? Ein Wachmann wird am Tor auf euch warten.“. UNGLAUBLICH, das sollte man sich mal in Deutschland vorstellen…

So wie zugesagt ist es dann auch, wir kommen an und werden bereits erwartet. Im Park fahren wir dann eine große Schleife und finden einen absolut tollen Platz mit Palapa und Feuerstelle. Clemens macht sich auf die Suche nach Holz, sägt und spaltet und Lina ist glücklich am Feuer. Die Nacht ist absolut ruhig, wir haben das Gefühl, dass wir allein in diesem riesigen Gelände übernachten.

Zum Frühstück, Sabine mahlt gerade den Frühstückskaffee, kommt tatsächlich noch ein Ranger auf einem Moped vorbei und kassiert.

Heute wollen wir was ganz besonderes machen. Bei Nacaome, fast am Pazifik, gibt es Thermalquellen. Die sollen überhaupt nicht touristisch sein und sind sicher was für Lina. Auf der Fahrt nach Süden wandelt sich die Landschaft von sattem Grün zu vertrocknetem Braun.

Die Thermen halten was uns die Infos versprochen haben. Wir sind die einzigen Ausländer hier und für kleines Geld können wir ausgiebig im wirklich warmen Wasser 🥵 baden.

Abends werden wir noch eingeladen, direkt vor der Therme über Nacht zu stehen. Das Angebot nehmen wir gern an.

Heute wollen wir nach Choluteca, unsere Drohne darf ja nicht nach Nicaragua einreisen. So wollen wir sie dort bei DHL für den Versand abgeben. Wir werden dann ohne Drohne durch Nicaragua reisen und sie in Costa Rica wieder abholen.

Natürlich kommen wir heute zu spät an, DHL hat schon Feierabend gemacht. So parken wir am zentralen Platz vor der Kirche, schlendern noch ein wenig durch den kleinen Park, hören den Trommlern der gegenüber liegenden Musikschule zu und freuen uns über die etwas kühler werdenden Temperaturen. „Herzlich willkommen in Honduras“ hören wir auf einmal auf deutsch. Don Erick, ein Honduraner der in Deutschland lebt, hat unser Auto gesehen und erstmal angehalten. Er ist zeitweise hier, hat hier ein Haus und eine kleine Kaffeeplantage. Wir klönen eine Weile und später kommt er noch mal mit Süßigkeiten für Lina und einer Tüte seines Kaffees vorbei.

DHL hat wieder auf, und Clemens geht mit der Drohne und den ausgebauten Funkgeräten rüber ins Geschäft. Gut verpackt landet alles im Karton und wird an die DHL Station in Liberia / Costa Rica adressiert. Cesar, der nette Mitarbeiter bei DHL kennt das Ganze schon und bietet auch gleich an, „Wenn ich es später losschicken soll, kannst du mir einfach eine WhatsApp schicken. Dann behalte ich das Paket noch hier im Laden“. So liegt die Drohne nicht unnötig lange in Costa Rica rum.

Irgendwie sind wir eine kleine Attraktion und die Schulkinder probieren ihr gerade gelerntes Englisch gleich mal bei uns aus.

So nun wollen wir mal zur Grenze aufbrechen. Ja, wir wollen, Rocky will nicht! Aus dem Motorraum steigt, kurz nach dem Starten, schwarzer Rauch auf „SCHEI…“ und stopp. Ein kurzer Blick genügt um festzustellen, dass unser bester Freund, der Keilrippenriemen, wiedermal Auflösungserscheinungen zeigt. Das blöde Ding rutscht am Generator durch und schmeißt schwarze Brösel von sich. „Wie geht denn das, ist die Spannrolle wieder kaputt?“ Wir kontaktieren „Don Erick“ und er besorgt uns einen Mechaniker.

Nach Beratung und mehreren Versuchen später scheint der Generator auch wieder mit zu drehen. Erick fährt mit dem Motorrad voraus und bringt uns in die Werkstatt.

Der Mechaniker hat in der Zwischenzeit einen neuen Riemen besorgt und der Schaden ist schnell erledigt. Da es mittlerweile schon nach 5 Uhr ist, bleiben wir noch eine Nacht an „unserer“ Kirche stehen und werden morgen Honduras verlassen.

HONDURAS, ein Land voller Gegensätze. Hier die Menschen, die in Blechhütten am Straßenrand leben und dort die hochmodernen Einkaufszentren. Wir haben die tolle Natur, die abwechslungsreiche Landschaft und die herzliche Gastfreundschaft genossen. Wir haben keine schlechten Erfahrungen mit Polizei, Militär oder sonstwem machen müssen. Wir verlassen das Land etwas wehmütig, auch weil nun mit Nicaragua ein politisch isoliertes Land folgt, auf das wir mit gemischten Gefühlen blicken. Wir werden sehen…

El Salvador, das sechste Land auf unserer Reise

21.1. – 31.1.26

El Salvador, vor ein paar Jahren noch eines der gefährlichsten Länder der Welt. Seit 2022 wurde unter dem Präsidenten Bukele der Ausnahmezustand eingeführt, was zu massiven (teils wohl auch willkürlichen) Verhaftungen unter den Banden geführt hat. Nun ist es wohl das Land mit der niedrigsten Mordrate in Lateinamerika. Wir sind auf jeden Fall gespannt auf das kleine Land. „Hessen mit Tropenklima, Vulkanen und Pazifikstrand“ sagt der Reiseführer. 😉

An der Grenze läuft alles glatt. Clemens, mittlerweile „Profi“, darf dieses Mal sogar alles allein erledigen. Lina kann im Auto bleiben und Sabine zur Betreuung ebenfalls. Absolutes Novum für uns! Also wie immer erstmal TIP stornieren, dann Ausreisestempel holen, dann über die Grenze fahren und im nächsten Land Einreisestempel holen dann zur Aduana und neuen TIP für Rocky besorgen.

Als erstes steuern wir die Termales de Santa Teresa an. Lina genießt das warme Wasser!

Hier im Norden von El Salvador gibt es die „Ruta de las Flores“, eine Straße durch schöne Landschaft. Das gucken wir uns mal näher an.

So landen wir in Concepcion de Ataco. An der Stadtverwaltung bekommen wir Trinkwasser, das erste Mal seit wir nach México eingereist sind tanken wir wieder aus einem Wasserhahn und nicht von einer Purificada. Dann eine Runde durch die Stadt, einkaufen und noch den Hunger stillen.

In der Markthalle gibt es vor allem frische Sachen und hier kaufen auch die Einheimischen ein. Immer ein gutes Zeichen!

Wie die Frauen das mit dem Gleichgewicht hinkriegen ist uns ein völliges Rätsel.

Schöne bunte Häuserfassaden

und lecker Essen im Schatten. Satt und zufrieden fahren wir noch bis Apaneca und übernachten auf dem Parkplatz eines Restaurants mit angeschlossenem kleinem Freizeitpark.

Weiter auf der Ruta de las Flores an Vulkanen vorbei,

fahren wir zum Parque Natural Cerro Verde.

Zwischendurch überholen wir die Fahrzeuge des ÖVNP. Hier etwas anders als gewohnt.

Dann wieder schöne erstaunlich grüne Landschaft und die ersten Blicke auf den 1950m hohen Izalco.

Vorbei am riesigen Kratersee Coatepeque.

Im Park angekommen fragen wir den Ranger gleich nach einer Tour und ob wir hier übernachten dürfen. Und klar, um 1500 Uhr startet eine kurze geführte Tour am Eingang und natürlich dürfen wir hier auch über Nacht stehen. Nun besorgt Clemens noch schnell Pupusas.

„Die müsst ihr unbedingt probieren, ist das Nationalgericht in El Salvador und am besten vom Staßenstand“ haben wir per WhatsApp den Tipp von Diana, einer Reisebekannten aus der Schweiz, bekommen.

Pupusas sind übrigens dicke, handgemachte Maisfladen (ähnlich wie Tortillas), die gefüllt und dann auf einer heißen Platte gebraten werden. Gefüllt werden sie mit Käse, Frijoles refritos (Bohnenmus) und Chicharrón (Schweinefleisch fein zerkleinert) 😋

Sabine isst auf dem Weg zum Treffpunkt, Lina uns Clemens setzen sich gemütlich (in der Höhe von knapp 2000m ist es auch wieder angenehm kühl) in Rocky und genießen den Snack.

Zum Sonnenuntergang gehen wir nun gemeinsam auf die Westseite und gucken der schönen Vorstellung, wie die Sonne in den Wolken untergeht, zu.

Izalco, Wolken, Sonne v.r.n.l.

Die Ranger hier sind phantasievoll, wenn es um den Schnitt der Büsche geht. Einige „Kunstwerke“ lassen sich sogar besteigen.

Zum Abschied heute noch ein Blick zurück auf den Izalco, Cerro Verde und Santa Ana.

Nach so vielen Vulkanen zieht es uns an den Pazifik. Wir finden bei Mizata einen sehr rustikalen Campingplatz direkt am Strand. Hier werden mal wieder alle Klischees bedient. Einsamer Strand, Stellplatz unter Palmen, warmer Ozean und Clemens knotet die Hängematte zwischen zwei Palmen, bleibt aber nicht lange allein. Ach ja, die Dusche hier auf dem Platz besteht aus einem Bottich mit Wasser und einem kleinen Eimer zum Schöpfen. 💪

Natürlich darf der Sonnenuntergang (wir sind an der Westküste) nicht fehlen. 😀

Hier ist es schön, hier bleiben wir noch länger. Baden gehen und entspannen ist heute angesagt. Für Lina sind die Wellen und die Strömung doch zu heftig, sie fühlt sich im Wasser nicht so richtig wohl.

Gestern Abend noch ein Standspaziergang mit Sundowner,

und heute Morgen ein Ausritt am Pazifik.

Dann verlassen wir etwas traurig den Platz. Wir waren übrigens nicht die einzigen hier. Gleich neben uns Campingzelt ein Paar aus Canada ganz ohne Auto und Zelt, nur Hängematte und Surfboard muss reichen. Mir wäre das etwas zu wenig Privatsphäre, aber jeder so wie es beliebt.

Wie ziehen mit unserem rollenden Haus, was irgendwie zum „Zuhause“ geworden ist, weiter. In La Libertad kaufen wir noch ein. Äh, hatte ich schon erwähnt, dass El Salvador den US$ als Währung hat? Nun ja, offizielles Zahlungsmittel ist auch der „bitcoin“, aber dieses Schild über der Supermarktkasse hat mich doch überrascht. Kannst du dir das in Deutschland vorstellen?

Abends kommen wir gerade noch so im Hellen in Comasagua an und haben die Terrasse am Stellplatz beim Sonnenuntergang ganz für uns. Den „El Peñón“ , im Hintergrund links, werden wir morgen besteigen.

Wir teilen uns wieder auf und heute darf Clemens mal zuerst losgehen. Der Weg ist teilweise steil aber der Ausblick lohnt die Anstrengung.

In der Ferne ist der knapp 1900 m hohe Vulkan San Salvador zu sehen.

Auf dem Stellplatz hat der Eigentümer viel Liebe und auch Phantasie in die Ausstattung gesteckt.

Nachdem wir beide den Peñón erklommen haben, geht‘s am nächsten Morgen ein Stück weiter nördlich nach Joya de Cerén. Das Dorf wurde 600 n. Chr. von Vulkanasche bedeckt. Anders als viele Maya-Stätten zeigt Joya de Cerén nicht Paläste oder Könige, sondern das Leben einfacher Bauern. Eine sehr gepflegte Anlage, in der viele Ausgrabungsstätten, unter riesigen Dächern vor dem Wetter geschützt, zu besichtigen sind.

Ein Modell im Museum der Anlage

Der Rundgang beginnt im Museum. Hier sind viele Haushaltsgegenstände gut erhalten und als ganze Stücke ausgestellt. Die Vulkanasche hat alles gut konserviert hinterlassen.

Die Wege sind ausnahmslos rolligerecht, so macht es Spaß unter den Dächern, geschützt von zu viel Sonne, durch das Dorf zu schlendern.

Nach so viel Maya-Geschichte fahren wir noch bis Suchitoto, parken an einem schönen kleinen Park.

Zum Abendessen suchen wir uns noch ein Restaurant, um gemütlich Pupusas zu genießen. Die Damen in der Küche haben nichts dagegen, dass Clemens sie bei der Arbeit filmt.

Der Abendspaziergang zur Verdauung fällt entsprechend länger aus…

Suchitoto gefällt uns gut, so wollen wir heute Vormittag nochmal ein wenig rumgucken. „Da ist gerade ein LKW voller Wasserkaraffen vorbeigefahren“ sagt Sabine und läuft hinterher. Tatsächlich kommen sie wegen uns nochmal zurück und wir können unseren Wassertank mit sauberem gefilterten Wasser füllen, und das direkt an der Straße. 👍

Dann schlendern wir doch noch durch den Ort,

gucken in der Markthalle den Imbissständen beim Braten zu,

und genießen den Ausblick aus dem wohltuenden Schatten heraus.

Nun aber los, wir wollen morgen über die Grenze nach Honduras und dafür wollen wir heute noch ein ganzes Stück bis kurz vor die Grenze fahren.

Schei… ein merkwürdiges Klappern in Motorraum und gefühlt gehen gleichzeitig alle Warnlampen, die Rocky so zu bieten hat, an. Motor aus, an einer wirklich bescheidenen Stelle in einer Kurve, und erstmal gucken. Wie schon in Canada ist uns der Keilrippenriemen weggeflogen. Hat sich einfach in viele kleine Einzelteile zerlegt. Wir bekommen die Nummer eines Abschleppdienstes heraus und rufen sie an. Weitere Kommunikation läuft über WhatsApp. Leider können sie uns nicht helfen, da sie nur im Bereich San Salvador tätig sind und nicht hier raus kommen. Die Empfehlung ist 911, den Notruf zu wählen. Das tun wir dann auch, erhalten zwischenzeitlich Unterstützung von zwei Einheimischen und warten auf die Polizei. Auch die Kommunikation wird nach dem ersten Anruf per WhatsApp weitergeführt. Als der Streifenwagen dann eintrifft, übernehmen die Polizisten alles Weitere und organisieren einen Abschleppwagen. Der erste, der kommt, ist leider zu klein um Rocky aufzuladen, beim zweiten passt Rocky drauf (leider ohne Fahrradträger, der wird kurzerhand auf den Polizei Pickup gehoben). Sabine erhält die Anweisung bei der Polizei mitzufahren, Lina und Clemens bleiben in Rocky.

Wir fahren zur Polizeiwache und Rocky wird auf dem Hof abgeladen.

Clemens fragt nach, wie es nun weiter geht und der Chef der Wache erklärt ganz selbstverständlich, „Morgen früh kommt ein Mechaniker hierher und kümmert sich um das Problem“. Wir bekommen noch das Angebot die Toiletten und die Duschen zu nutzen, und wenn wir brauchen auch Strom zu bekommen. Wir bedanken uns vielmals, bezahlen den Abschlepper und fallen totmüde ins Bett.

Heute Morgen steht tatsächlich ein Mechaniker vor dem Auto und beginnt sofort mit der Arbeit. Der Fehler ist schnell gefunden. Das Lager der Spannrolle ist ausgeschlagen und die Rolle hat den Riemen zerlegt. „Kommt mir irgendwie bekannt vor“ Clemens hat gleich ein Déjà-vu, „den gleichen Schei… hatten wir doch in Canada auch“😡. Die Rolle hat knapp 50.000 km gehalten, so wie die erste auch.

Der Mechaniker telefoniert ein wenig uns meint dann, „Die Rolle und den Riemen haben wir in 3 Stunden hier, dann komme ich wieder und baue es ein“. Damit verschwand er und ließ uns ungläubig zurück. „Woher will er, hier in dieser verlassenen Gegend kurz vor der Honduranischen Grenze, in 3 Stunden die Ersatzteile bekommen? Einfache Staubkappen für die Gelenkwellen haben in Hannover schon 3 Tage gebraucht“. Der Crafter wird in El Salvador nicht verkauft, aber der Motor ist der gleiche wie im Amarok, das hat der Mechaniker noch erwähnt bevor er verschwand.

Nach dreieinhalb Stunden steht er wieder auf dem Hof und hat tatsächlich einen Riemen und die Spannrolle in der Hand! Clemens fehlen einfach die Worte, wie hat er das gemacht??? Auf der Verpackung ist auf deutsch zu lesen:

Einfach unglaublich, woher und wie schnell er die Teile bekommen hat. Leider ist der Riemen zu kurz und er muss einen neuen besorgen. Das klappt heute nicht mehr und er will morgen früh mit dem passenden zurück sein. So machen wir es uns auf dem Polizeihof gemütlich, zeigen den interessierten Polizisten Rocky von innen und dürfen auch mal auf den Motorrädern probesitzen.

Heute kommt der Mechaniker etwas später und hat einen neuen Riemen dabei. Der ist zwar länger, als der von gestern, aber laut Teileliste immer noch ein wenig zu kurz. Nach weiteren Telefonaten hat er den richtigen Riemen gefunden, leider in San Salvador. Heute ist Samstag und mittlerweile Mittag. Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder er bestellt den Riemen und wir warten bis Montag, oder er fährt gleich los und holt das Teil persönlich aus der 80 km entfernten Hauptstadt ab. Das würde er dann mit 50 US$ extra berechnen. Wir wählen Variante 2 und nach gut 3 Stunden ist er am Samstag Nachmittag wieder zurück, baut den Riemen ein und Rocky läuft wieder! Wir bezahlen für alles gut 200 US$, schlagen das Angebot der Polizisten, noch eine Nacht länger zu bleiben, aus und machen uns auf den Weg zur Grenze. Heute erreichen wir das Hotel mit Campingmöglichkeit kurz vor der Grenze tatsächlich und verbringen hier unsere letzte Nacht in El Salvador. Morgen wartet dann mit Honduras ein neues Land auf unserer Reise.

El Salvador, einst gefährlich und unsicher, hat uns positiv überrascht. Es lag weniger Müll als in Guatemala am Straßenrand, die Menschen waren überaus freundlich, ja sogar herzlich. Zu guter letzt hat die Polizei unglaublich hilfsbereit alles getan um Rocky wieder fit zu kriegen. Fußball ist hier besonders populär und die deutsche Bundesliga allseits bekannt. In einem Gespräch meinte ein junger Polizist: „Bayern München wäre ja richtig gut, aber sein Lieblingsverein ist Borussia Dortmund“. Auf die Frage woher wir kommen meinte Clemens „Aus Hannover, aber da gibt es aktuell keinen Verein in der Bundesliga“. Darauf der Polizist: „Ach ja, aber Hannover 96 steht doch nicht schlecht in der 2. Bundesliga“. Wieder mal fehlten Clemens die Worte…

Guatemala, da waren wir schon, also nur kurz durchfahren (oder auch nicht…)

14.1. – 21.1.26

Guatemala, das kennen wir schon, da waren wir ja letztes Jahr und haben uns viel angesehen. Nun können wir nach El Salvador durchfahren. Aber zuerst kommt die Grenze. Das ist wieder das gleiche wie gehabt, erst in Belize Ausreisestempel und TIP vom Auto abgeben, dann zur anderen Seite weiterfahren und an der Migración die Einreisestempel holen dann zur Aduana für Rocky die temporäre Einfuhr (TIP) abschließen. In Guatemala gibt es für das TIP einen Aufkleber in die Scheibe. Fertig! Ach so ja, den inneren Übersetzer wieder von Deutsch/Englisch auf Deutsch/Spanisch umstellen. 😉

Nach dem eher „aufgeräumten“ Belize wirkt Guatemala wieder „vertraut chaotisch“.

Nach einer Nacht in Flores am Lago Petén ltzá nehmen wir uns heute vor bis Rio Dulce zu kommen. Die Straßen sind allgemein gut, nur der Müll rechts und links ist echt erschreckend. Wir sehen öfters, dass aus Bussen oder Autos einfach leere Flaschen aus dem Fenster fliegen. Völlig unverständlich, wie man so mit dieser schönen Natur umgehen kann. Kurz vor dem Ziel geraten wir doch tatsächlich in einen Stau. Die Brücke über den Rio Dulce wird saniert und ist einspurig. Dadurch (oder weil wir heute Morgen mal wieder nicht in die Strümpfe gekommen sind) kommen wir im Dunklen in Yachthafen von Rio Dulce an, parken neben einem holländischen WoMo und sind relativ schnell im Bett verschwunden.

„Was ist denn jetzt los?“ kommt von Sabine. So gegen 2 Uhr in der Nacht rüttelt jemand fürchterlich am Auto! Auch am Nachbarauto scheint er zu rütteln, da gehen alle Lampen an. Wir purzeln regelrecht hin und her. 😳 Schnell wird uns klar, da rüttelt niemand. Das ist ein Erdbeben! Nach kurzem Check und Austausch mit den Nachbarn legen wir uns auch wieder hin.

„Stärke 5,2 vor der Küste von Honduras“ berichtet der Nachbar mit schönem holländischen Akzent heute Morgen. Wir nutzen dann erstmal die guten Duschen, gucken noch mal durch den Hafen mit einigen Langfahrtyachten und machen Rocky dann fertig zur Abfahrt.

Es ist mittlerweile 1220 Uhr und wir zuckeln los.

Unser Ziel ist der Parque Arqueológico Quiriguá der vor allem für seine großen kunstvoll geschmückten Stelen bekannt ist. Die massiven freistehenden Sandstein-Säulen mit eingravierten Hieroglyphen, Bildnissen und Kalenderdaten. 

Die ganze Anlage liegt heute in einem riesigen Bananen-Anbaugebiet. Erschreckend ist, dass die Stelen überdacht werden müssen. Nicht um sie vor dem Regen zu schützen (das haben sie über tausend Jahre ausgehalten) sondern vor den Hinterlassenschaften der Sprühflugzeuge, die ununterbrochen über die Bananenplantagen fliegen. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, was für Zeug sie da auf die Bananen sprühen, das selbst Steine kaputt macht. Aber lassen wir uns die (billigen) Bananen schmecken…

Die Anlage ist eine der am besten gepflegten, die wir in letzter Zeit gesehen haben.

Die Blattschneider-Ameisen sind hier auch sehr aktiv.

Wir fragen mal nach, ob wir heute Nacht hier auf dem Parkplatz übernachten dürfen?

Ist doch ganz nett hier, und natürlich haben sie nichts dagegen. Wir werden vom Nachtwächter eingeschlossen und können erstmal was essen.

Lecker Burger und ein Dösken Belikin, dem lokalem Bier. 😋

Beim Frühstück beobachten wir heute mal einen anderen Kollegen.

Irgendwie erinnern uns diese Tiere immer an Wesen eines anderen Erdzeitalters….

Erstmal müssen wir wieder die schier unendlichen Bananenplantagen durchqueren. Zum Schutz der Früchte wachsen alle in Plastikfolie verpackt. So wird die gleichmäßige Reife gefördert und zusätzlich werden die Säcke von innen mit Pestiziden benetzt.

„Wenn ihr südlich von Guatemala Stadt durch fahrt besucht unbedingt die Finca la Escondida“, haben wir den Tipp von Tanja (Passion4Patina) bekommen. Da wollen wir heute hin. Die Landschaft ist erstmal grün,

je weiter wir nach Westen kommen wird es immer trockener.

Die Strecke führt durch viele Dörfer und kleine Städte,

manchmal direkt über den Markt.

Immer wieder sind alte Busse (Chicken Busses) unterwegs. Hier in Guatemala werden sie liebevoll geschmückt und gepflegt.

So kommen wir erst im Dunkeln auf der Finca an. Was haben wir uns noch mal vorgenommen? „Niemals im Dunkeln fahren“! Nun ja, so schnell werden die Vorsätze gekippt. Die Leute hier sind sehr nett, ein Angestellter fährt den letzten Kilometer mit dem Moped voraus und zeigt uns einen Stellplatz für die Nacht.

Ich (Clemens) habe mich heute Morgen leise aus dem Auto geschlichen, um den Sonnenaufgang draußen zu erleben. Von hier aus kann man gleich vier! mächtige Vulkane gleichzeitig beobachten.

Die drei oben sind der Fuego (knapp 3800 m und zur Zeit sehr aktiv), der Acatenango (knapp 4000 m) und rechts der Agua (3766 m) Etwas näher bei uns liegt der Pacaya (ca. 2500 m)

Wir treffen hier auf Eva und Yannick mit ihrer Hündin Akira aus Deutschland, sowie Elisabeth und Peter aus Österreich. Die Wagenburg ist schnell gebaut und heute Abend wollen wir gemeinsam Grillen.

So bleiben wir noch eine Nacht und quatschen den ganzen Tag über Reisen, Erlebnisse und so manch Anderes. Abends kommt dann richtig Sturm auf, Yannick stellt den Van so hin, dass wir die Tafel in den Windschatten stellen können. Das geplante Lagerfeuer muss ausfallen, da es dermaßen pustet, dass es uns beim Essen den Salat von der Gabel weht. 💨💨💨

Heute Morgen bekommen wir Besuch von den Rindern und Pferden der Finca,

und machen uns auf zu einer kleinen Wanderung. Die Wege sind markiert und führen zu verschiedenen Aussichtspunkten.

Von dem höchsten wandert der Blick weit ins Land und zu den Vulkanen.

Immer wieder trifft man auf kleine Kunst Objekte, die die Eigentümer hier aufgestellt haben, Bänke und Hängematten oder einfach auf eine Kaffee Pflanzung.

Hier wollen wir noch eine Nacht bleiben, holen am Abend das Lagerfeuer nach (heute ist nicht so viel Wind), beobachten den Fuego in der Ferne und sehen in der Nacht die Lava an der Flanke runterlaufen.

So kommt es nun, dass wir statt einer kurzen Zwischenübernachtung (wir wollten ja nur mal eben durch Guatemala durch) gleich drei Nächte hier geblieben sind. Da bekommt man einen Tipp für einen schönen Platz, trifft dann zufällig richtig nette Leute und schon sind wir den vierten Tag hier.

Heute wollen wir aber nun wirklich weiter. Wir verabschieden uns, nicht ohne ein Gruppenfoto von Elisabeth und Peter, die Richtung Norden fahren, und verabreden ein Wiedersehen mit Eva und Yannick. War wirklich schön mit euch und mal gucken wo wir uns wieder sehen…

Uns zieht es nun weiter nach El Salvador. Wir machen noch einen Stopp zum Übernachten an einem Hostel kurz vor der Grenze in Jalpatagua und wollen ab morgen das nächste Land auf unserer Reise erkunden.

Belize, Krokodile, Karibik und ein wenig Deutschland

2.1. – 13.1.2026

Wir sind in Belize, dem 5. Land auf unserer Panamericana. Der Grenzübertritt war alles in allem entspannt. Zuerst den Ausreisestempel bei der Immigration abholen, dann zum Aduana (Zoll) und die temporäre Einfuhr von Rocky wieder zurück geben. Die Beamtin hat sogar Fotos von Rocky gemacht! Und weiter zur belizischen Seite. Erst zur Fumigation (Rocky wird von außen besprüht). Ein freundlicher „Helfer“ kommt gleich danach ans Auto und möchte uns beim Bezahlen „unterstützen“. „Hola Amigos, 300 Peso por favor“ sagt er. Wir wissen, dass das Besprühen 12 Belize$ oder 6 US$ kostet, er möchte umgerechnet 15 US$ haben. Clemens diskutiert kurz mit ihm und geht dann selbst zum Bezahlen in das kleine Häuschen. Der gute Mann ist beleidigt und meint nur „Germany is a rich country“. Clemens erwidert, „Es gibt dort aber auch ehrliche Leute, die nicht betrügen wollen“, bezahlt die 6 US$ und verschwindet. Die weitere Einreise mit Immigration und Customs verläuft ohne Probleme. Nach gut einer Stunde haben wir 30 Tage Aufenthaltsrecht in Belize. Nun stehen wir an der Versicherung und brauchen noch eine Haftpflichtversicherung für Rocky. Der Schalter sieht nach vielen Overlandern aus. 😉

Da am Tresen kein Platz mehr frei war, haben sie daneben eine neue Tafel aufgehängt. Da konnten wir uns dann auch verewigen. (Rechts fast ganz oben 😉)

Die Versicherung ist schnell abgeschlossen und kostet 46 BZD, umgerechnet etwa 20 € für zwei Wochen. Nur noch die Versicherungsplakette innen an die Windschutzscheibe kleben und wir sind startklar für Belize.

In Belize ist so einiges anders, die Amtssprache ist hier Englisch. Nach so vielen Monaten im Spanisch sprechenden México ist das erstmal gewöhnungsbedürftig. Wir sind auch überrascht über die guten Straßen und relativ wenig Müll am Straßenrand. So fahren wir heute noch bis Orange Work Town, besorgen uns noch Geld (hier ist er Belize Dollar BZD 2:1 an den US Dollar gekoppelt) und suchen uns dann einen Stellplatz bei einem Bootsunternehmen mit dem wir morgen ein Bootsausflug auf dem New River machen wollen.

Heute geht es früh aufs Boot und das Frühstück fällt klein aus.

Unser Guide ist sehr aufmerksam und erklärt vieles was am Ufer und in den Bäumen zu sehen ist.

Nach wirklich kurzweiliger Fahrt bei bestem Wetter sind wir wieder zurück an unserem rollenden Zuhause.

Orange Walk Town hat nichts so richtig hübsches zu bieten, so fahren wir weiter nach Belize City, die Hauptstadt von Belize -so dachten wir…-. Aber nein, die Hauptstadt, des mit ca. 430.000 Einwohnern eines der am dünnsten besiedelten Länder der Region, ist Belmopan (nicht Belize City!) Wir parken am Leuchtturm ganz nahe am Schriftzug

und schlendern durch die Altstadt am Hafen und über die Swing Bridge, eine Drehbrücke die den Haulover Creek, einen Seitenarm des Belize River, überspannt. Sie gilt als älteste Drehbrücke Mittelamerikas und ist eine der wenigen noch funktionierenden, manuell betriebenen Drehbrücken weltweit.

In der Hafenzufahrt können wir unzählige Pelikane beobachten, die anscheinend einen Fischschwarm gefunden haben und sich richtig den Bauch voll schlagen.

Zurück am Auto bestellen wir uns was am Imbissstand gegenüber vom Parkplatz, lassen uns das Abendessen in Rocky schmecken und fallen alsbald ins Bett.

Heute treibt es uns wieder raus aus der Stadt, wir wollen den karibischen Strand genießen und steuern einen Stellplatz ein Stück weiter südlich an. Erstmal führt die Straße mitten durch den Friedhof von Belize City.

Ein wenig skurril ist das schon…

Auf guter Straße, und fast ohne die im México so beliebten „Topes“ (Wir vermissen sie kein bisschen) fahren wir durch eher flache Landschaft, haben zum Glück aber Abwechslung bei den Warnschildern.

Die Zufahrt zum Stellplatz, „The Happee Manatee“ ist dann auf den letzten 7 km doch etwas anspruchsvoll.

Die „Straße“ wird etwas schlechter und dazu fällt nun auch noch die Klimaanlage aus. 🥵 Dafür erwartet uns ein kleines Paradies am Strand.

Was man auf den Fotos nicht sieht, sind die Myriaden von Sandfly’s 🦟🦟🦟 🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟😡😡😡 Wir fliehen nach einer Nacht wieder!

„Wenn du eine gute Werkstatt für Autoklima suchst, musst du nach „Spanish Lookout“ zu ACROSS fahren. Da fahre ich selber auch hin“ hat uns unser Gastgeber Ralph noch den Tipp gegeben und gleich mal telefonisch angefragt, ob wir kurzfristig vorbei kommen können. „Klar, zum checken und Fehler finden haben wir sofort Zeit“ ist die Antwort. Also im warmen Auto auf in den Westen von Belize. Da Belize nur ein kleines Bisschen größer ist als Hessen und in Ost-West Richtung gerade mal gut 100 km breit ist, kommen wir auch schnell an.

Verwunderlich ist ja schon das „Willkommen“ auf dem großen Schild am Ortseingang. Als wir dann bei ACROSS ankommen empfängt uns der Werkstattmeister gleich mit „Herzlich Willkommen und ein frohes neues Jahr“ in perfektem Hochdeutsch. „Ihr sprecht hier ja ein verständlicheres Deutsch als so mancher Süddeutsche“ entfleucht es Clemens. „Ja ich war bis vorgestern ja auch für ein Jahr in Bielefeld“ kommt die Antwort.

So kümmert sich gleich jemand um unsere Klima und entdeckt dem Fehler im kaputten Kompressor. „Der Druck im System ist noch da, aber euer Kompressor kuppelt nicht mehr ein“. Also gucken wir gleich im Büro gemeinsam nach einem Ersatzteil und John, der Chef und Eigentümer, verspricht uns bis morgen die Lieferung abzuklären, da es heute bereits zu spät ist. Aber warum sprechen hier plötzlich alle deutsch? Der Ort wurde einst von den Menoiten aufgebaut und bis heute zieht es wohl viele deutsche Auswanderer und Mitglieder von Freikirchen hierher. Es hat sich sowas wie eine deutsche Kolonie gebildet, die immer mehr Leute anzieht. Viele kamen wohl auch während der Corona Pandemie hierher, da es zu der Zeit hier mehr Freiheiten als in Deutschland gab. Wir werden, mit unserem deutschen Auto, hier überall sehr freudig begrüßt und im Supermarkt spontan zum Abendessen eingeladen.

So, nun wird es spät, wir suchen in iOverlander noch schnell einen Übernachtungsplatz und finden mit „Parrots Peak” bei Bill und Laurie einen wunderschönen Platz. Hier bleiben wir erstmal für zwei Nächte, genießen den Pool und werden von unseren Gastgebern gleich zum Dinner eingeladen.

Als Uwe, der zufällig gerade in der Nähe ist, hört wo wir sind, kommt er auch hier vorbei und wir feiern ein Wiedersehen, seit wir uns im Mai letzten Jahres das letzte Mal in Guatemala gesehen haben.

Morgens kommt Raúl mit seiner Kuhherde vorbei und lässt die Tiere bei Bill und Laurie weiden. „So brauche ich mich nicht um die Weide zu kümmern“ beschreibt Bill die win-win Situation.

Inzwischen hat sich auch John von ACROSS wieder gemeldet und verspricht uns die Lieferung unseres neuen Kompressors innerhalb einer Woche. So bleibt uns noch Zeit, Belize weiter zu erkunden. Zuerst mal möchte Clemens noch Astabweiser auf das Dach haben. Bei ‚Jacob Janzen’ werden wir fündig, fahren hin und die machen gleich ein „Aufmaß“.

Da wir nun eine Woche Zeit haben, gucken wir wieder rüber an die Karibik und besuchen Hopkins, ein ehemaliges Fischerdorf, an der Küste. Dafür fahren wir heute den etwas südlicher gelegenen “Humming Bird Highway“, der landschaftlich schöner ist als der nördlichere.

Eine Pause mit Eis (die kaputte Klima macht sich ganz schön unangenehm bemerkbar) bei dem uns empfohlenen „Country Barn“ ist nicht so der Hammer. Nicht nur dass das Eis so la-la schmeckt, auch die Tischdeko aus Bibelseiten und die vielen Bibelsprüche an den Wänden sind nicht so unsers.

Aber wir können wenigstens im Schatten sitzen und uns etwas abkühlen. Am Nachmittag sind wir dann in Hopkins und übernachten auf dem wenig ansprechenden Parkplatz der Marina.

Heute wollen wir das Dorf erkunden, parken bei „Mel‘s Diner“ direkt am Strand, haben lockere Reggae Musik, coole Drinks und lecker Essen.

Das ganze zaubern Mel und Delroy in ihrer Hütte. Mel kümmert sich um das Essen,

und Delroy macht die Getränke und räumt auf. Wir fühlen uns hier sehr wohl und fragen, ob wir die Nacht hier verbringen dürfen. Klar, dürfen wir, und sie wollen noch nicht einmal etwas dafür haben. Wir geben ihnen trotzdem den üblichen Preis für einen Stellplatz.

Nachmittags entspannen wir im Schatten, bekommen Besuch von Mel‘s Enkel und genießen einfach die Atmosphäre und die Karibik.

Dann kommt die Nachricht von John, dass das Ersatzteil schon da ist und sie es am Dienstag einbauen können. So rufen wir auch Jacob noch an, und fragen ob sie die Astabweiser am Montag montieren können. Auch das geht klar, also haben wir nach dem Wochenende (heute ist Freitag) einige Termine am anderen Ende des Landes…

Nach einer ruhigen Nacht (irgendwann war dann auch die Reggae Musik aus) gucken wir noch ein wenig in Hopkins rum,

und fahren dann wieder zurück ins Inland.

Am Weg liegt noch der St. Herman‘s National Park mit der gleichnamigen Höhle, die man auf eigene Faust besichtigen kann. Da wir heute Morgen mal wieder nicht in die Socken gekommen sind, kommen wir natürlich zu spät bei der Höhle an. Zum Glück dürfen wir auf dem Parkplatz am Visitor Center übernachten und werden dann morgen die Wanderung zur Höhle machen.

Gleich nach dem Frühstück gehen wir los, kommen aber mit dem Rolli nur einen Teil der Strecke rein, dann sind die Steine auf dem Weg unüberwindlich und Clemens kehrt mit Lina um. Sabine darf heute als erste alleine die Höhle besichtigen und nach ihrer Rückkehr geht Clemens los.

In der Höhle ist es stockdunkel und mit Taschenlampe oder Blitz gibt es keine guten Bilder. Wir gehen bis zu einem Punkt, von dem man nur mit Führer und im Wasser weiter kommt. Das ersparen wir uns heute.😉

Höhlenausgang

Auf den Rückweg muss Clemens noch eine Weile im Höhlenausgang warten um das Regenschauer abzuwettern. Dann geht es zurück durch nassen Regenwald.

In Spanish Lookout sind die Abweiserbügel fast fertig und können montiert werden.

Übernachtet haben wir im Countryside Park, einem richtig schön angelegten Park etwas außerhalb vom Dorf. Gestern (Sonntag) war es richtig voll und viele Leute haben hier und da zusammen gesessen und gefeiert oder sind gemeinsam spazieren gegangen. Die Frauen meistens in langen Kleidern und mit Haube oder Kopftuch, die Männer in traditionell aussehender Hose, kariertem Hemd und natürlich mit Hut.

Wir nutzen die Abende auch für Spaziergänge (Lina mit Fahrrad) und erkunden die alte Fähre (Nachbau zum selbst ausprobieren)

Dann muss Lina noch auf was zu Essen warten…

Beim Essen bekommen wir noch Besuch von Samuel mit Familie. Wir haben dann gemeinsam gegessen und uns nett unterhalten. Dabei haben wir viel über die Entstehung des Dorf‘s und auch die jüngere Geschichte erfahren. So kommen noch immer Leute aus Deutschland hierher um sich in Belize niederzulassen.

Heute ist Dienstag und wir haben um 9 Uhr einen Termin zur Reparatur unserer Klima. Das läuft alles sehr schnell und nach gut zwei Stunden kühlt Rocky auch wieder den Innenraum .💪

Nicht mehr 🥵, sondern 🥶 einfach nur schön!

Apropos schön, gleich nebenan wird gerade die Klimaanlage eines LKW repariert. Wir können mal einen Blick in das Fahrerhaus werfen. Hier liebt jemand sein Fahrzeug richtig doll.

Nachdem alles bezahlt ist machen wir noch eine Runde durchs Dorf, das uns eher wie Canada als Mittelamerika vorkommt,

gehen noch eine Kleinigkeit essen und beobachten dabei die Kolibris.

Schließlich verlassen wir es dann Richtung guatemaltekische Grenze.

Da es mal wieder später geworden ist, möchten wir heute nicht mehr über die Grenze fahren und stoppen auf einem Campingplatz am Mopan River, kurz davor.

Weil die Bäume so dicht sind, legen wir unsere Starlink Antenne in eine Lichtung neben unserem Stellplatz. Prompt fährt ein Ami mit seinem Pickup halb drauf. „Ich habe nur nach oben geguckt, da ich meine Starlink für die Arbeit brauche“ ist seine Ausrede. Clemens probiert unsere Antenne wieder in Gang zu bringen, da hauen die beiden in ihrem Pickup auch schon wieder ab. Clemens meint nur „ Erst alles kaputt trampeln und dann schnell weg, typisch US Ami“. Ist wohl ein bisschen übertrieben, aber in dem Moment war er richtig sauer.

Nun gut, jetzt erstmal ins Bett und morgen dann zur Grenze. Das wird die zweite Einreise nach Guatemala. Mal sehen was uns dieses mal dort erwartet.

Die volle Touriecke, eine tolle Lagune nur für uns, der Jahreswechsel und der Abschied von México

27.12. – 2.1.2026

Die „Reparatur“ des Quietschen am Vorderrad macht der Monteur auf der Straße. Einzige Schwierigkeit, er hat nur einen Drehmoment Schlüssel mit „pound-feet“ Skala, also für die Einstellung des Radlagers mal eben 200 Nm umrechnen in 147,5 lb-ft. Der Rest ist reinigen, neu fetten und wieder zusammen bauen.

So können wir nach zwei Stunden weiter fahren. Unser nächstes Ziel ist Playa del Carmen. Wie sich herausstellt ist der Ort fest in Touri-Hand. Eine Nippesbude reiht sich an das nächste Restaurant. Wir suchen uns erstmal einen Stellplatz etwas abseits und treffen zufällig auf eine Reiseleiterin aus München, die schon einige Jahre hier lebt. Wir klönen eine ganze Weile und sie empfiehlt uns eine kleine Bar, die auch lecker Tacos anbietet. Die stellen gleich einen Tisch raus, an dem auch Lina gut essen kann.

Hier in der Stadt ist uns das eindeutig zu laut und hektisch. Wir suchen uns noch ein Eis zum Nachtisch, schlendern noch ein wenig durchs „Gewusel“ und sind früh zurück bei Rocky in der stillen Seitenstraße.

Apropos stille Seitenstaße, das haben sich wohl andere auch gedacht. So mussten wir heute Morgen feststellen, dass wohl jemand die Stille genutzt hat und gefallen an unseren neuen Schwimmwesten gefunden hat. Clemens hat sie, um Platz im Schrank zu sparen, hinten unter die Abdeckung von Fahrrad gebunden. Nun ist die Plane sorgsam aufgeknotet und die Schwimmwesten davongeflogen. Alles andere ist unversehrt. ÄRGERLICH 😡, aber so ist es halt in Touriorten, da treiben sich wohl immer vermehrt auch „dunkle Gestalten“ herum.

So tingeln wir weiter nach Bacalar, finden einen freien Stellplatz an der gleichnamigen Lagune in der Stadt, und richten uns erstmal ein. Neben uns steht ein münchner T5 und es dauert nicht lange, bis der Besitzer zurück kommt und wir angesprochen werden. „Das ist ein ruhiger Stellplatz, ich bin schon eine Woche hier“ sagt er. Nur zwei Stunden später, wir sitzen gerade beim Abendessen, kommen unzählige Busse und es zieht eine nicht enden wollende Karawane junger Leute an uns vorbei. Die geschätzt zweihundert Pfadfinder versammeln sich auf dem Areal direkt neben uns, essen Abendbrot und bauen ihre Zelte auf. So schnell ist es aus mit dem ruhigen Platz…

Nach kurzer Nacht zieht es Clemens in die Einsamkeit. „Ein Stück weiter gibt es einen Platz am Wasser, den wir letztens in einem Video gesehen haben“, „findest du den in iOverlander?“ fragt er, und so rumpeln wir, nach nur 10 km asphaltierter Straße, einen schmalen Weg durch dichten Dschungel zur Lagune runter.

„Hier können wir es länger aushalten“ ist die einhellige Meinung, als wir unten ankommen.

Genießen, Baden, Rad fahren, Relaxen und die Hängematte zwischen zwei Palmen aufhängen. So lässt es sich aushalten!

UPS, heute ist ja schon der 31.12. – Silvester 😳. Da wollten wir doch mit den Anderen gemeinsam feiern. So machen wir uns auf den Weg nach Chetumal. Auf dem Weg nehmen wir noch Bestellungen von Matthias und Michael entgegen, gehen Einkaufen und kommen gerade noch rechtzeitig zum Essengehen auf dem Campingplatz an.

Den Jahreswechsel bei über 20° unterm Sternenhimmel zu erleben ist mal wieder wunderschön. Das Jahr 2025 hat viel Unerwartetes, Schönes aber auch Trauriges gebracht. Der Kopf ist voller Bilder eines ereignisreichen Jahres, da fällt es schwer, es einfach abzuhaken. Wir sind einfach glücklich diese Momente erleben zu dürfen und freuen uns auf ein weiteres ereignisreiches Jahr voller Überraschungen. ❤️

Neujahr verbringen wir entspannt, probieren den Pool (brrr sehr kalt) und sitzen am Nachmittag zum letzten Gin-Tonic bei Moni und Michael unter der Markise.

Am nächsten Morgen löst sich die Runde auf, Birgit und Matthias fahren wieder nach Norden zurück in die USA, Heidi, Gerd, Moni und Michael wollen zu den Ruinen von Lamanai in Belize und wir lassen es ruhig angehen und sind die Letzten, die den Platz heute verlassen. Unser Ziel ist erstmal die Grenze nach Belize.

Wir verlassen nach einem Jahr México nun tatsächlich. Am 3.1.25 sind wir in Tecate nach México eingereist und haben in dieser Zeit sehr viele Eindrücke sammeln dürfen. México ist größer als erwartet, México ist vielfältiger als erwartet, México ist lebendig, bunt, herzlich, sonnig, regnerisch, andächtig, religiös, chaotisch…

México ist einfach liebenswert und wir haben uns hier sehr, sehr wohl gefühlt. Wir haben viele freundliche Leute kennen gelernt, haben sehr viel Hilfsbereitschaft erlebt und sind in keine gefährliche Situation geraten oder sind korrupten Beamten begegnet.

Sonnenaufgang über der Karibik.

Nun aber auf nach Belize!

Uxmal, Cenoten und Weihnachten

21.12. – 26.12.2025

Wir kommen in Uxmal am späten Nachmittag an und dürfen direkt vor dem Eingang auf dem Parkplatz übernachten. So sind wir, ganz ungewöhnlich für uns, bereits vor dem größten Besucheransturm, um kurz nach acht in der Anlage. Uns fallen besonders die aufwendig verzierten Fassaden und die mächtige Größe der Bauten auf.

Der Ballspielplatz (das Stadion😉) darf auch nicht fehlen.

Hier musste der Ball durchgespielt werden. Angeblich wurden die Sieger anschließend den Göttern geopfert. 😳

Nun ja, wenn man unbedingt gewinnen will…

Die Verzierungen und das dadurch entstehende Schattenspiel sind teilweise gut zu erkennen.

So, nun aber erstmal genug der alten Steine. Unser nächstes Ziel ist viel älter und natürlichen Ursprungs. Die Yucatán Halbinsel besteht aus Kalkstein, der im Laufe der Jahrtausende ausgewaschen wurde. Die entstandenen Höhlen sind teilweise eingestürzt und geben so Zugänge zu unterirdischen Seen frei. Die Cenoten waren den Maya heilig und sind heute spannende Bedemöglichkeiten. Wir steuern die Cenote „Mani-Chan“ an. Die Zufahrt ist mal wieder spannend und wir nehmen einige kleine Zweige mit. Wird Zeit, dass Rocky Astabweiser bekommt, bevor wir uns die PV-Module vom Dach reißen.

Dafür finden wir einen schönen Übernachtungsplatz und steigen hinab in die Unterwelt. Lina ist zuerst etwas unsicher und dann vom frischen glasklaren Wasser überrascht.

Das Wasser ist erfrischend aber nicht so kalt wie erwartet
Glasklar, man kann meterweit runter gucken.

Nun geht es stark auf Weihnachten zu und wir können unsere bestellten Sodastream Kartuschen in Mérida abholen. Also auf zum Einkaufen… Etwas überrascht hat uns dann doch die Auswahl an Hefeweizen.

Nachdem wir für Weihnachten eingekauft haben (nein wir haben kein Erdinger oder Paulaner gekauft) flüchten wir aus der hektischen Stadt nach Norden an die Küste. Es ist bereits dunkel, als wir am Strand ankommen. So entdecken wir erst morgens, wie schön es hier ist.

Bei der Weiterfahrt, heute ist der 23.12. und wir haben uns bei Andrea und Sebastian an der Cenote Xnuuk über Weihnachten angemeldet, entdecken wir noch Flamingos.

Die meisten sind leider weit entfernt

Auf dem Weg liegt aber noch die “Gelbe Stadt“ Izamal. Die Altstadt soll, angeblich zu Ehren des Papstes, der mal das Konvent besucht hat, in den Farben des Vatikans gelb und weiß gestrichen sein. (Oder ist es doch nur ein Werbegag um Touristen anzulocken?)

Nun ja, gelb gibt es hier echt viel und im Zentrum ein aktives Konvent.

Wir parken heute übrigens in der Stadt im Garten eines Hotels und können die Einrichtungen mit nutzen. Das ist zur Abkühlung echt praktisch.

Ach ja, auf der Herfahrt an der Tankstelle hat vor uns jemand Benzin gekauft. Der Tankwart hat es selbstverständlich in eine Colaflasche gefüllt. Man muss halt nur praktisch denken… 😳

Heute ist Heiligabend und wir fahren zur Cenote Xnuuk (gesprochen schnuuk), was übersetzt Kautz heißt. Andrea und Sebastian haben sie vor ein paar Jahren gekauft, einen Zugang geschaffen und bauen nun drumrum Campingmöglichkeiten und Unterkünfte (AirBnB) auf. Wir fühlen uns sofort sehr willkommen.

Heiligabend mal ganz anders und unter einem fantastischen Sternenhimmel. Wir kommen erst spät ins Bett und Clemens macht sich mal wieder Gedanken, „wozu liegen eigentlich die Decken im Bett?“ Abends schieben wir sie zur Seite um sie am nächsten Tag wieder auszubreiten um das Bett hochklappen zu können. Zum Zudecken haben wir sie schon länger nicht mehr genutzt.

Zu Weihnachten gibt es von Andrea kleine Bananen aus dem eigenen Garten geschenkt. So süß (die Bananen) und ein wenig Zitrus Aroma, einfach lecker!

Die Cenote selbst ist etwas kribbelig zu erreichen. Wendeltreppe, Tunnel und Hängebrücke inklusive. Dann aber das glasklare Wasser.

Die Dusche genießen wir unter blauem Himmel im schön angelegten Garten (Andrea sagt „Dschungeldusche“) und zum Abschied nehmen wir noch ein selbstgebackenes Sauerteigbrot mit.

Danke für die schönen Weihnachtstage! Wir fahren heute nach Cancún und treffen uns mit Sandie und Karsten von „Ewald on Tour“. Die beiden waren so nett und haben uns eine neue Achsmanschette aus Deutschland mitgebracht. Wir treffen sie an ihrem Hotel und klönen eine ganze Weile bei uns im Auto. Es war so interessant, da haben wir total vergessen Bilder zu machen. Na, vielleicht treffen wir uns ja in Guatemala wieder, sie fliegen morgen nach Oaxaca und holen „Ewald“ aus dem Storage, dann holen wir es bestimmt nach.

Wir fahren noch bis Puerto Morelos und übernachten bei Marty, der hier ein, wie er es nennt „Traveler’s Assistance Center”, betreibt. Wir haben ein Quietschen an rechten Vorderrad und Marty besorgt uns innerhalb von 10 Minuten einen Termin für morgen bei einem Monteur. Einfach toll, wie uns immer wieder geholfen wird!

Nun aber erstmal gute Nacht💤 (Die Decke schiebe ich gleich wieder zur Seite.)

Eine Bootsfahrt, der Golf von México und die Maya

15.12. – 20.12.25

Heute ist erstmal Bootfahren angesagt. Moni und Michael haben gemeinsam mit Birgit und Matthias und Heidi und Gerd etwas organisiert. Wir wollen Delfine sehen und machen auf einer vorgelagerten kleinen unbewohnten Insel eine Pause. Los geht’s um 10 Uhr.

Pause…

Aber auch auf dem Campingplatz gibt es „Wilde Tiere“ 😉

Uns zieht es nun weiter die Küste entlang. Noch vor Champotón finden wir einen Stellplatz direkt am Golf von México.

Der Pool hier ist mal wieder Linas Favorit.

Während die Pelikane den Formationsflug üben, verabschiedet sich die Sonne heute mal so richtig spektakulär.

Nach so viel Erholung und Meer gibt es heute wieder Kultur in Form alter Steine. Die Maya Stadt Edzná war ab 600 v. Chr. bewohnt und ist berühmt für die Stufenpyramiden.

Abfahrt

Beeindruckend ist mal wieder die Größe der Anlage aber wenn man genau hinsieht auch die Details.

Das kleine Museum bietet nicht nur viele Informationen zur alten Stadt, auch Nachbildungen der Steinmetz Arbeiten sind hier zu befühlen. Lina ist mit Freude dabei.

Total überrascht sind wir von Campeche. Der alte Stadtkern ist fast vollständig von der noch erhaltenen Stadtmauer umgeben, die gegen häufige Piratenangriffe in 16. und 17. Jahrhundert gebaut wurde.

Im Innern finden sich bunte Häuser aus der Kolonialzeit und natürlich wieder eine mächtige Kirche. Irgendwie fühlen wir uns in den Gassen spontan nach Italien versetzt.

Gleich neben der Kirche ist der Friedhof, den finden wir besonders sehenswert. Bestattet wird hier in 8 Stockwerken.

Außerhalb der Altstadt ist Campeche auffallend modern und wirkt geradezu gepflegt.

Wir finden einen Stellplatz am Schwimmbad (leider wegen Renovierung geschlossen). Die Uferpromenade besteht neben den Fahrbahnen für Autos auch noch getrennte Wege für Fußgänger, Jogger und Läufer, und für Radfahrer. So kann Lina sich auch noch bis zum Dunkelwerden „austoben“.

Da unser Gasvorrat sich dem Ende nähert, fahren wir bei einer Füllstation vorbei. Clemens staunt nicht schlecht, als er sieht was für abenteuerliche Gefäße hier arglos mit Propan gefüllt werden. Nun ja, da ich diese Zeilen noch schreiben kann, ist ja nochmal alles gut gegangen. 🫣

Ach ja, „Not macht erfinderisch“ heißt es doch immer. Hier hat sich ein Rollifahrer sein Moped so umgebaut, dass er damit fahren kann. Die Frau sitzt während der Fahrt daneben.

Mit frisch aufgefüllten Tanks (Gas, Diesel und Wasser) und gut gefüllter Speisekammer (ist in Rocky nur eine Schublade und eine Klappbox) machen wir uns auf zu den nächsten alten Steinen. Wir wollen Uxmal (gesprochen Usch-mal) eine große Maya-Ruinenstadt besuchen.

Von Veracruz über Tabasco bis Campeche

9.12. – 14.12.25

„Wenn ihr nach Süden fahrt, solltet ihr einen Stopp an der Laguna de Catemaco einlegen“ gab uns Eduardo, der Besitzer der Werkstatt, noch einen Tipp mit auf den Weg. So landen wir am Restaurante El Mirador über der Laguna.

In der Nähe gibt es das Reservat Nanciyaga und die Trail’s können mit Führer gegangen werden. Leider stellt sich heraus, dass sie nicht rolligerecht sind. „Der Weg ist teilweise felsig und steil“ sagt der nette Parkführer. So beschränken wir uns auf den kurzen ausgebauten Weg runter zum Wasser.

Das Restaurant hier lädt uns richtig ein, es riecht aus der offenen Küche echt lecker🤤. Wir setzen uns rein und werden nicht enttäuscht.

Der Rückweg gestaltet sich wieder anspruchsvoll und Clemens überlegt laut, wo wir uns Astabweiser für Rocky bauen lassen sollen.

Auf der Straße kommt uns dann wieder eine der Prozessionen entgegen, die laufen in der Vorweihnachtszeit, oft mit Fackeln, so eine Art Pilgerweg. Der 12. Dezember ist Tag der Nationalheiligen von México, „Nuestra Señora de Guadalupe“. In der Woche davor trifft man überall auf solche Läufe.

Heute 11.12. ist Fahrtag und wir erreichen Villahermosa am späten Nachmittag. Mit Moni und Michael erkunden wir noch die Umgebung am Park „La Venta“, einer Freiluftausstellung der Funde von den Olmeken in La Venta. Hier haben wir einen ruhigen Platz für die Nacht gefunden. Zum Schluss gibt‘s dann noch lecker Abendessen, wieder an einem, für México so typischen, Straßenstand.

Gleich nach dem Hellwerden (oder etwas später😉) gucken wir uns die Kunstwerke der Olmeken an. Auf dem Weg begegnen uns noch weitere „Bewohner“ der Gegend und des See‘s.

Erstaunlich, wer hier fast mitten in der Stadt alles so lebt…

Nun aber zu den, schon längere Zeit toten, Olmeken. Sie lebten hier in der Zeit von 1500 bis 500 v. Christus und gelten als eine der ältesten Hochkulturen und Vorläufer der Maya.

Sie sind bekannt für ihre Kolossalköpfe aus Basalt, die bis zu 3 m hoch waren.

Die Grabungsfunde sind hier in toller Umgebung ausgestellt, und es macht Spaß durch den Park zu schlendern.

Zwischendurch begleiten und kreuzen Blattschneiderameisen mehrfach unseren Weg. Wir staunen darüber, dass sie so weite Wege zurücklegen.

Die Hängebrücke macht Lina wieder glücklich und Sabine bandelt mit einem Nasenbären an.

Dann wird es Zeit zurück zu Rocky zu laufen.

Moni und Michael verabschieden sich erstmal, sie wollen heute noch weiter. Wir gucken uns noch die Innenstadt an uns werden dann wohl noch eine Nacht hier am Park verbringen.

Auf der Plaza da Armas ist eine interessante Weihnachts-Krippe aufgebaut (die beiden Figuren links vorne gehören nicht dazu😉)

Wir schlendern über den Platz und durch die sogenannte Zona Luz.

Der Anblick der Polizei ist für uns, auch nach fast einem Jahr nach der Einreise México, noch „gewöhnungsbedürftig“.

Auf der Fahrt weiter zur Küste nach Frontera erleben wir die erste Straßenblockade in México.

Auf einmal geht nichts mehr, die eigentlich einspurige Straße wird von drei oder vier nebeneinander stehenden Autos komplett zugestellt. Auch der Gegenverkehr kommt so nicht mehr durch. Nach einer guten Stunde kommen wir ganz langsam voran und können vor der Blockade links Richtung Ignacio Allende abbiegen. In La Sábana, an der Küste, gibt es laut Google Maps einen Campingplatz. Es wird allmählich dunkel und die Suche nach dem Platz wird schwierig. Sabine fragt ganz einfach mal bei einem Haus, in dem Licht brennt, nach. Die Eigentümer kennen keinen Campingplatz, sind aber so nett und laufen mit ihr noch bis zum nächsten Restaurant am Strand. Trotz freundlicher Nachfrage dürfen wir aber dort nicht übernachten. Mittlerweile ist es stockdunkel und so bieten sie uns einen Stellplatz beim Bruder auf dem Hof gegenüber an, heben noch die Telefonleitungen über der Einfahrt an, und wir können für heute den Motor abstellen. (Bilder gibt es leider keine.)

Heute ist nach Google Maps die Straße wieder frei, und wir können weiter. Zuerst aber möchten wir noch der lieben Tante Christa zum 99.ten gratulieren und rufen in Deutschland an.

Was das Ziel der Blockade gestern war, bleibt uns verborgen. Wir kommen heute glatt durch und über die Puente El Zacatal erreichen wir am Mittag Ciudad del Carmen.

Der Namennszug, den in México gefühlt jedes Dorf besitzt

Wir verbringen den Nachmittag in der Stadt und an der Uferpromenade.

Mitten in der Stadt treffen wir auf Leguane. (Der Futterkasten ist für die Grauhörnchen.)

Markt am Nachmittag

Später treffen wir in Isla Aguada wieder auf Moni und Michael. Die beiden haben sich mittlerweile mit Birgit und Matthias, und Heidi und Gerd zusammengetan. Die vier haben wir ja schon in Teotihuacán kurz kennengelernt. So sitzen wir am Abend zu neunt um den Tisch.

Die sechs haben für morgen eine Bootsfahrt geplant und laden uns ein mitzukommen. Da Lina ja auch gerne Boot fährt sagen wir spontan zu und freuen uns auf morgen Früh.

Der Weg nach Yucatan…wird länger als geplant.

29.11 – 8.12.25

Aufbruch! Irgendwie fühlt sich DAS noch komisch an. Wir sind wirklich wieder unterwegs. Unser erstes Ziel auf dem Weg an den Golf von México ist Córdoba, die Stadt in den Bergen soll ganz schön sein. Sie zeigt sich, heute zum 1. Advent, weihnachtlich geschmückt, aufgeräumt und mit gepflegten Grünanlagen.

Wir probieren mexikanische Crêpes (auch lecker) und staunen über die Adventskränze mit 5! Kerzen.

Der Gottesdienst ist gerade zu Ende, so können wir zum Abschied noch in der Kirche vorbei gucken.

Entgegen unseren Plänen wollen wir uns doch noch Veracruz ansehen. Die älteste Hafenstadt in México.

Auch hier zeigt sich die Altstadt sehr sauber und hübsch.

Wir schlendern durch die Straßen bis an‘s Wasser. Auf dem Weg kommen uns viele Soldaten in weißen Uniformen entgegen. Die Stadt ist scheinbar ein größerer Marine Stützpunkt.

Beim Bäcker lächeln uns die süßen Teilchen an. ☺️ Da können wir nicht „no“ sagen. 😉

Abends fahren wir raus aus der Stadt nach Alvarado und fragen bei einem sehr rustikalem Restaurant direkt am Strand, ob wir hier übernachten dürfen? Sie haben absolut nichts dagegen und die Betreiber besuchen und später noch. Wir fühlen uns richtig wohl, sitzen im leicht kühlen Seewind und schauen einem Fischer bei der Arbeit zu.

Wie wir so entspannt sitzen fällt Clemens plötzlich auf, dass nun auf der rechten Seite Fett im vorderen Radkasten klebt. 😳 Bei näherer Betrachtung stellt er fest, dass die neue Staubmanschette ein Loch hat und Schmierfett von sich schmeißt 😟. Wir hatten gehofft, dass sich das Problem erledigt hat. Nun ist erstmal Familienrat angesagt und alle Pläne für die nächsten Tage werden über den Haufen geworfen.

Da Veracruz nicht weit ist und dort einige Werkstätten zu finden sind, fahren wir zurück, versuchen bei VW ein neues Teil zu bestellen und müssen erstmal warten und suchen uns ein schattiges Plätzchen in der Stadt.

Wegen des unguten Gefühls, dass wir das Teil hier nicht bekommen werden, bestellen wir es parallel auch in Hannover und Holger holt es ab. Da KFZ-Ersatzteile von Privatpersonen nicht nach México verschickt werden dürfen ist ein Versand per Paketpost nicht möglich. Über WhatsApp finden wir Sandie und Karsten von „Ewald On Tour“, sie fliegen Ende des Jahres von Deutschland nach Cancun und würden uns das Teil mitbringen. Also schickt Holger das Paket schnell per DHL-Express zu den beiden. Wir vertreiben uns die Wartezeit in der Stadt und schlendern durch (klimatisierte) Einkaufszentren. Die Weihnachtsdekoration steht schon.

Wir wechseln den Standort und mieten uns auf einem Campinplatz am Meer ein. Wir sind die einzigen Camper, aber der Pool wird auch von Tagesgästen genutzt.

Inzwischen stellt sich heraus, dass VW in Mexiko das Ersatzteil tatsächlich nicht liefern kann, und wir überlegen ein Provisorium einzubauen, um weiterfahren zu können. Eduardo und seine Werkstatt finden wir über iOverlander und sie bauen eine ähnliche Staubmanschette ein. Das sollte erstmal für ein paar Wochen halten. Zum Abschied müssen wir uns noch auf der Wand in der Werkstatt „verewigen“. 😉

Auf unserem Campingplatz ist es nun richtig voll geworden. Monika und Michael, die wir bereits kurz in Teotihuacán getroffen haben, sind vorgestern zu uns gestoßen und seit gestern stehen hier 3 deutsche Overlander.

Wir wollen aber morgen weiter auf der Küstenstraße Richtung Yucatan.