2.1. – 13.1.2026
Wir sind in Belize, dem 5. Land auf unserer Panamericana. Der Grenzübertritt war alles in allem entspannt. Zuerst den Ausreisestempel bei der Immigration abholen, dann zum Aduana (Zoll) und die temporäre Einfuhr von Rocky wieder zurück geben. Die Beamtin hat sogar Fotos von Rocky gemacht! Und weiter zur belizischen Seite. Erst zur Fumigation (Rocky wird von außen besprüht). Ein freundlicher „Helfer“ kommt gleich danach ans Auto und möchte uns beim Bezahlen „unterstützen“. „Hola Amigos, 300 Peso por favor“ sagt er. Wir wissen, dass das Besprühen 12 Belize$ oder 6 US$ kostet, er möchte umgerechnet 15 US$ haben. Clemens diskutiert kurz mit ihm und geht dann selbst zum Bezahlen in das kleine Häuschen. Der gute Mann ist beleidigt und meint nur „Germany is a rich country“. Clemens erwidert, „Es gibt dort aber auch ehrliche Leute, die nicht betrügen wollen“, bezahlt die 6 US$ und verschwindet. Die weitere Einreise mit Immigration und Customs verläuft ohne Probleme. Nach gut einer Stunde haben wir 30 Tage Aufenthaltsrecht in Belize. Nun stehen wir an der Versicherung und brauchen noch eine Haftpflichtversicherung für Rocky. Der Schalter sieht nach vielen Overlandern aus. 😉


Da am Tresen kein Platz mehr frei war, haben sie daneben eine neue Tafel aufgehängt. Da konnten wir uns dann auch verewigen. (Rechts fast ganz oben 😉)
Die Versicherung ist schnell abgeschlossen und kostet 46 BZD, umgerechnet etwa 20 € für zwei Wochen. Nur noch die Versicherungsplakette innen an die Windschutzscheibe kleben und wir sind startklar für Belize.
In Belize ist so einiges anders, die Amtssprache ist hier Englisch. Nach so vielen Monaten im Spanisch sprechenden México ist das erstmal gewöhnungsbedürftig. Wir sind auch überrascht über die guten Straßen und relativ wenig Müll am Straßenrand. So fahren wir heute noch bis Orange Work Town, besorgen uns noch Geld (hier ist er Belize Dollar BZD 2:1 an den US Dollar gekoppelt) und suchen uns dann einen Stellplatz bei einem Bootsunternehmen mit dem wir morgen ein Bootsausflug auf dem New River machen wollen.

Heute geht es früh aufs Boot und das Frühstück fällt klein aus.


Unser Guide ist sehr aufmerksam und erklärt vieles was am Ufer und in den Bäumen zu sehen ist.





Nach wirklich kurzweiliger Fahrt bei bestem Wetter sind wir wieder zurück an unserem rollenden Zuhause.

Orange Walk Town hat nichts so richtig hübsches zu bieten, so fahren wir weiter nach Belize City, die Hauptstadt von Belize -so dachten wir…-. Aber nein, die Hauptstadt, des mit ca. 430.000 Einwohnern eines der am dünnsten besiedelten Länder der Region, ist Belmopan (nicht Belize City!) Wir parken am Leuchtturm ganz nahe am Schriftzug

und schlendern durch die Altstadt am Hafen und über die Swing Bridge, eine Drehbrücke die den Haulover Creek, einen Seitenarm des Belize River, überspannt. Sie gilt als älteste Drehbrücke Mittelamerikas und ist eine der wenigen noch funktionierenden, manuell betriebenen Drehbrücken weltweit.




In der Hafenzufahrt können wir unzählige Pelikane beobachten, die anscheinend einen Fischschwarm gefunden haben und sich richtig den Bauch voll schlagen.

Zurück am Auto bestellen wir uns was am Imbissstand gegenüber vom Parkplatz, lassen uns das Abendessen in Rocky schmecken und fallen alsbald ins Bett.
Heute treibt es uns wieder raus aus der Stadt, wir wollen den karibischen Strand genießen und steuern einen Stellplatz ein Stück weiter südlich an. Erstmal führt die Straße mitten durch den Friedhof von Belize City.

Ein wenig skurril ist das schon…
Auf guter Straße, und fast ohne die im México so beliebten „Topes“ (Wir vermissen sie kein bisschen) fahren wir durch eher flache Landschaft, haben zum Glück aber Abwechslung bei den Warnschildern.



Die Zufahrt zum Stellplatz, „The Happee Manatee“ ist dann auf den letzten 7 km doch etwas anspruchsvoll.

Die „Straße“ wird etwas schlechter und dazu fällt nun auch noch die Klimaanlage aus. 🥵 Dafür erwartet uns ein kleines Paradies am Strand.




Was man auf den Fotos nicht sieht, sind die Myriaden von Sandfly’s 🦟🦟🦟 🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟😡😡😡 Wir fliehen nach einer Nacht wieder!
„Wenn du eine gute Werkstatt für Autoklima suchst, musst du nach „Spanish Lookout“ zu ACROSS fahren. Da fahre ich selber auch hin“ hat uns unser Gastgeber Ralph noch den Tipp gegeben und gleich mal telefonisch angefragt, ob wir kurzfristig vorbei kommen können. „Klar, zum checken und Fehler finden haben wir sofort Zeit“ ist die Antwort. Also im warmen Auto auf in den Westen von Belize. Da Belize nur ein kleines Bisschen größer ist als Hessen und in Ost-West Richtung gerade mal gut 100 km breit ist, kommen wir auch schnell an.

Verwunderlich ist ja schon das „Willkommen“ auf dem großen Schild am Ortseingang. Als wir dann bei ACROSS ankommen empfängt uns der Werkstattmeister gleich mit „Herzlich Willkommen und ein frohes neues Jahr“ in perfektem Hochdeutsch. „Ihr sprecht hier ja ein verständlicheres Deutsch als so mancher Süddeutsche“ entfleucht es Clemens. „Ja ich war bis vorgestern ja auch für ein Jahr in Bielefeld“ kommt die Antwort.

So kümmert sich gleich jemand um unsere Klima und entdeckt dem Fehler im kaputten Kompressor. „Der Druck im System ist noch da, aber euer Kompressor kuppelt nicht mehr ein“. Also gucken wir gleich im Büro gemeinsam nach einem Ersatzteil und John, der Chef und Eigentümer, verspricht uns bis morgen die Lieferung abzuklären, da es heute bereits zu spät ist. Aber warum sprechen hier plötzlich alle deutsch? Der Ort wurde einst von den Menoiten aufgebaut und bis heute zieht es wohl viele deutsche Auswanderer und Mitglieder von Freikirchen hierher. Es hat sich sowas wie eine deutsche Kolonie gebildet, die immer mehr Leute anzieht. Viele kamen wohl auch während der Corona Pandemie hierher, da es zu der Zeit hier mehr Freiheiten als in Deutschland gab. Wir werden, mit unserem deutschen Auto, hier überall sehr freudig begrüßt und im Supermarkt spontan zum Abendessen eingeladen.
So, nun wird es spät, wir suchen in iOverlander noch schnell einen Übernachtungsplatz und finden mit „Parrots Peak” bei Bill und Laurie einen wunderschönen Platz. Hier bleiben wir erstmal für zwei Nächte, genießen den Pool und werden von unseren Gastgebern gleich zum Dinner eingeladen.



Als Uwe, der zufällig gerade in der Nähe ist, hört wo wir sind, kommt er auch hier vorbei und wir feiern ein Wiedersehen, seit wir uns im Mai letzten Jahres das letzte Mal in Guatemala gesehen haben.

Morgens kommt Raúl mit seiner Kuhherde vorbei und lässt die Tiere bei Bill und Laurie weiden. „So brauche ich mich nicht um die Weide zu kümmern“ beschreibt Bill die win-win Situation.

Inzwischen hat sich auch John von ACROSS wieder gemeldet und verspricht uns die Lieferung unseres neuen Kompressors innerhalb einer Woche. So bleibt uns noch Zeit, Belize weiter zu erkunden. Zuerst mal möchte Clemens noch Astabweiser auf das Dach haben. Bei ‚Jacob Janzen’ werden wir fündig, fahren hin und die machen gleich ein „Aufmaß“.

Da wir nun eine Woche Zeit haben, gucken wir wieder rüber an die Karibik und besuchen Hopkins, ein ehemaliges Fischerdorf, an der Küste. Dafür fahren wir heute den etwas südlicher gelegenen “Humming Bird Highway“, der landschaftlich schöner ist als der nördlichere.


Eine Pause mit Eis (die kaputte Klima macht sich ganz schön unangenehm bemerkbar) bei dem uns empfohlenen „Country Barn“ ist nicht so der Hammer. Nicht nur dass das Eis so la-la schmeckt, auch die Tischdeko aus Bibelseiten und die vielen Bibelsprüche an den Wänden sind nicht so unsers.

Aber wir können wenigstens im Schatten sitzen und uns etwas abkühlen. Am Nachmittag sind wir dann in Hopkins und übernachten auf dem wenig ansprechenden Parkplatz der Marina.
Heute wollen wir das Dorf erkunden, parken bei „Mel‘s Diner“ direkt am Strand, haben lockere Reggae Musik, coole Drinks und lecker Essen.




Das ganze zaubern Mel und Delroy in ihrer Hütte. Mel kümmert sich um das Essen,


und Delroy macht die Getränke und räumt auf. Wir fühlen uns hier sehr wohl und fragen, ob wir die Nacht hier verbringen dürfen. Klar, dürfen wir, und sie wollen noch nicht einmal etwas dafür haben. Wir geben ihnen trotzdem den üblichen Preis für einen Stellplatz.
Nachmittags entspannen wir im Schatten, bekommen Besuch von Mel‘s Enkel und genießen einfach die Atmosphäre und die Karibik.



Dann kommt die Nachricht von John, dass das Ersatzteil schon da ist und sie es am Dienstag einbauen können. So rufen wir auch Jacob noch an, und fragen ob sie die Astabweiser am Montag montieren können. Auch das geht klar, also haben wir nach dem Wochenende (heute ist Freitag) einige Termine am anderen Ende des Landes…
Nach einer ruhigen Nacht (irgendwann war dann auch die Reggae Musik aus) gucken wir noch ein wenig in Hopkins rum,



und fahren dann wieder zurück ins Inland.

Am Weg liegt noch der St. Herman‘s National Park mit der gleichnamigen Höhle, die man auf eigene Faust besichtigen kann. Da wir heute Morgen mal wieder nicht in die Socken gekommen sind, kommen wir natürlich zu spät bei der Höhle an. Zum Glück dürfen wir auf dem Parkplatz am Visitor Center übernachten und werden dann morgen die Wanderung zur Höhle machen.
Gleich nach dem Frühstück gehen wir los, kommen aber mit dem Rolli nur einen Teil der Strecke rein, dann sind die Steine auf dem Weg unüberwindlich und Clemens kehrt mit Lina um. Sabine darf heute als erste alleine die Höhle besichtigen und nach ihrer Rückkehr geht Clemens los.



In der Höhle ist es stockdunkel und mit Taschenlampe oder Blitz gibt es keine guten Bilder. Wir gehen bis zu einem Punkt, von dem man nur mit Führer und im Wasser weiter kommt. Das ersparen wir uns heute.😉

Auf den Rückweg muss Clemens noch eine Weile im Höhlenausgang warten um das Regenschauer abzuwettern. Dann geht es zurück durch nassen Regenwald.


In Spanish Lookout sind die Abweiserbügel fast fertig und können montiert werden.

Übernachtet haben wir im Countryside Park, einem richtig schön angelegten Park etwas außerhalb vom Dorf. Gestern (Sonntag) war es richtig voll und viele Leute haben hier und da zusammen gesessen und gefeiert oder sind gemeinsam spazieren gegangen. Die Frauen meistens in langen Kleidern und mit Haube oder Kopftuch, die Männer in traditionell aussehender Hose, kariertem Hemd und natürlich mit Hut.



Wir nutzen die Abende auch für Spaziergänge (Lina mit Fahrrad) und erkunden die alte Fähre (Nachbau zum selbst ausprobieren)



Dann muss Lina noch auf was zu Essen warten…

Beim Essen bekommen wir noch Besuch von Samuel mit Familie. Wir haben dann gemeinsam gegessen und uns nett unterhalten. Dabei haben wir viel über die Entstehung des Dorf‘s und auch die jüngere Geschichte erfahren. So kommen noch immer Leute aus Deutschland hierher um sich in Belize niederzulassen.
Heute ist Dienstag und wir haben um 9 Uhr einen Termin zur Reparatur unserer Klima. Das läuft alles sehr schnell und nach gut zwei Stunden kühlt Rocky auch wieder den Innenraum .💪


Apropos schön, gleich nebenan wird gerade die Klimaanlage eines LKW repariert. Wir können mal einen Blick in das Fahrerhaus werfen. Hier liebt jemand sein Fahrzeug richtig doll.
Nachdem alles bezahlt ist machen wir noch eine Runde durchs Dorf, das uns eher wie Canada als Mittelamerika vorkommt,


gehen noch eine Kleinigkeit essen und beobachten dabei die Kolibris.

Schließlich verlassen wir es dann Richtung guatemaltekische Grenze.

Da es mal wieder später geworden ist, möchten wir heute nicht mehr über die Grenze fahren und stoppen auf einem Campingplatz am Mopan River, kurz davor.

Weil die Bäume so dicht sind, legen wir unsere Starlink Antenne in eine Lichtung neben unserem Stellplatz. Prompt fährt ein Ami mit seinem Pickup halb drauf. „Ich habe nur nach oben geguckt, da ich meine Starlink für die Arbeit brauche“ ist seine Ausrede. Clemens probiert unsere Antenne wieder in Gang zu bringen, da hauen die beiden in ihrem Pickup auch schon wieder ab. Clemens meint nur „ Erst alles kaputt trampeln und dann schnell weg, typisch US Ami“. Ist wohl ein bisschen übertrieben, aber in dem Moment war er richtig sauer.
Nun gut, jetzt erstmal ins Bett und morgen dann zur Grenze. Das wird die zweite Einreise nach Guatemala. Mal sehen was uns dieses mal dort erwartet.