14.1. – 21.1.26
Guatemala, das kennen wir schon, da waren wir ja letztes Jahr und haben uns viel angesehen. Nun können wir nach El Salvador durchfahren. Aber zuerst kommt die Grenze. Das ist wieder das gleiche wie gehabt, erst in Belize Ausreisestempel und TIP vom Auto abgeben, dann zur anderen Seite weiterfahren und an der Migración die Einreisestempel holen dann zur Aduana für Rocky die temporäre Einfuhr (TIP) abschließen. In Guatemala gibt es für das TIP einen Aufkleber in die Scheibe. Fertig! Ach so ja, den inneren Übersetzer wieder von Deutsch/Englisch auf Deutsch/Spanisch umstellen. 😉

Nach dem eher „aufgeräumten“ Belize wirkt Guatemala wieder „vertraut chaotisch“.


Nach einer Nacht in Flores am Lago Petén ltzá nehmen wir uns heute vor bis Rio Dulce zu kommen. Die Straßen sind allgemein gut, nur der Müll rechts und links ist echt erschreckend. Wir sehen öfters, dass aus Bussen oder Autos einfach leere Flaschen aus dem Fenster fliegen. Völlig unverständlich, wie man so mit dieser schönen Natur umgehen kann. Kurz vor dem Ziel geraten wir doch tatsächlich in einen Stau. Die Brücke über den Rio Dulce wird saniert und ist einspurig. Dadurch (oder weil wir heute Morgen mal wieder nicht in die Strümpfe gekommen sind) kommen wir im Dunklen in Yachthafen von Rio Dulce an, parken neben einem holländischen WoMo und sind relativ schnell im Bett verschwunden.
„Was ist denn jetzt los?“ kommt von Sabine. So gegen 2 Uhr in der Nacht rüttelt jemand fürchterlich am Auto! Auch am Nachbarauto scheint er zu rütteln, da gehen alle Lampen an. Wir purzeln regelrecht hin und her. 😳 Schnell wird uns klar, da rüttelt niemand. Das ist ein Erdbeben! Nach kurzem Check und Austausch mit den Nachbarn legen wir uns auch wieder hin.
„Stärke 5,2 vor der Küste von Honduras“ berichtet der Nachbar mit schönem holländischen Akzent heute Morgen. Wir nutzen dann erstmal die guten Duschen, gucken noch mal durch den Hafen mit einigen Langfahrtyachten und machen Rocky dann fertig zur Abfahrt.

Es ist mittlerweile 1220 Uhr und wir zuckeln los.


Unser Ziel ist der Parque Arqueológico Quiriguá der vor allem für seine großen kunstvoll geschmückten Stelen bekannt ist. Die massiven freistehenden Sandstein-Säulen mit eingravierten Hieroglyphen, Bildnissen und Kalenderdaten.



Die ganze Anlage liegt heute in einem riesigen Bananen-Anbaugebiet. Erschreckend ist, dass die Stelen überdacht werden müssen. Nicht um sie vor dem Regen zu schützen (das haben sie über tausend Jahre ausgehalten) sondern vor den Hinterlassenschaften der Sprühflugzeuge, die ununterbrochen über die Bananenplantagen fliegen. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, was für Zeug sie da auf die Bananen sprühen, das selbst Steine kaputt macht. Aber lassen wir uns die (billigen) Bananen schmecken…
Die Anlage ist eine der am besten gepflegten, die wir in letzter Zeit gesehen haben.



Die Blattschneider-Ameisen sind hier auch sehr aktiv.


Wir fragen mal nach, ob wir heute Nacht hier auf dem Parkplatz übernachten dürfen?

Ist doch ganz nett hier, und natürlich haben sie nichts dagegen. Wir werden vom Nachtwächter eingeschlossen und können erstmal was essen.

Beim Frühstück beobachten wir heute mal einen anderen Kollegen.

Irgendwie erinnern uns diese Tiere immer an Wesen eines anderen Erdzeitalters….
Erstmal müssen wir wieder die schier unendlichen Bananenplantagen durchqueren. Zum Schutz der Früchte wachsen alle in Plastikfolie verpackt. So wird die gleichmäßige Reife gefördert und zusätzlich werden die Säcke von innen mit Pestiziden benetzt.

„Wenn ihr südlich von Guatemala Stadt durch fahrt besucht unbedingt die Finca la Escondida“, haben wir den Tipp von Tanja (Passion4Patina) bekommen. Da wollen wir heute hin. Die Landschaft ist erstmal grün,

je weiter wir nach Westen kommen wird es immer trockener.

Die Strecke führt durch viele Dörfer und kleine Städte,

manchmal direkt über den Markt.

Immer wieder sind alte Busse (Chicken Busses) unterwegs. Hier in Guatemala werden sie liebevoll geschmückt und gepflegt.


So kommen wir erst im Dunkeln auf der Finca an. Was haben wir uns noch mal vorgenommen? „Niemals im Dunkeln fahren“! Nun ja, so schnell werden die Vorsätze gekippt. Die Leute hier sind sehr nett, ein Angestellter fährt den letzten Kilometer mit dem Moped voraus und zeigt uns einen Stellplatz für die Nacht.
Ich (Clemens) habe mich heute Morgen leise aus dem Auto geschlichen, um den Sonnenaufgang draußen zu erleben. Von hier aus kann man gleich vier! mächtige Vulkane gleichzeitig beobachten.


Die drei oben sind der Fuego (knapp 3800 m und zur Zeit sehr aktiv), der Acatenango (knapp 4000 m) und rechts der Agua (3766 m) Etwas näher bei uns liegt der Pacaya (ca. 2500 m)
Wir treffen hier auf Eva und Yannick mit ihrer Hündin Akira aus Deutschland, sowie Elisabeth und Peter aus Österreich. Die Wagenburg ist schnell gebaut und heute Abend wollen wir gemeinsam Grillen.

So bleiben wir noch eine Nacht und quatschen den ganzen Tag über Reisen, Erlebnisse und so manch Anderes. Abends kommt dann richtig Sturm auf, Yannick stellt den Van so hin, dass wir die Tafel in den Windschatten stellen können. Das geplante Lagerfeuer muss ausfallen, da es dermaßen pustet, dass es uns beim Essen den Salat von der Gabel weht. 💨💨💨
Heute Morgen bekommen wir Besuch von den Rindern und Pferden der Finca,


und machen uns auf zu einer kleinen Wanderung. Die Wege sind markiert und führen zu verschiedenen Aussichtspunkten.



Von dem höchsten wandert der Blick weit ins Land und zu den Vulkanen.

Immer wieder trifft man auf kleine Kunst Objekte, die die Eigentümer hier aufgestellt haben, Bänke und Hängematten oder einfach auf eine Kaffee Pflanzung.

Hier wollen wir noch eine Nacht bleiben, holen am Abend das Lagerfeuer nach (heute ist nicht so viel Wind), beobachten den Fuego in der Ferne und sehen in der Nacht die Lava an der Flanke runterlaufen.



So kommt es nun, dass wir statt einer kurzen Zwischenübernachtung (wir wollten ja nur mal eben durch Guatemala durch) gleich drei Nächte hier geblieben sind. Da bekommt man einen Tipp für einen schönen Platz, trifft dann zufällig richtig nette Leute und schon sind wir den vierten Tag hier.
Heute wollen wir aber nun wirklich weiter. Wir verabschieden uns, nicht ohne ein Gruppenfoto von Elisabeth und Peter, die Richtung Norden fahren, und verabreden ein Wiedersehen mit Eva und Yannick. War wirklich schön mit euch und mal gucken wo wir uns wieder sehen…

Uns zieht es nun weiter nach El Salvador. Wir machen noch einen Stopp zum Übernachten an einem Hostel kurz vor der Grenze in Jalpatagua und wollen ab morgen das nächste Land auf unserer Reise erkunden.
