Australien 2014

Der Start in unsere Traumzeit

Samstag 30.8.
Nun geht es richtig los!!
Zuerst die Bahnfahrt von Hannover nach Hanau, etwas beschwerlich, weil die Deutsche Bahn keine Direktverbindung anbietet. So müssen wir in Kassel, mit viel Gepäck, vom IC in einen ICE umsteigen. Glücklicherweise fährt der Zug am gleichen Bahnsteig ab, auf dem wir aussteigen.
Am Bahnhof wartet bereits Christian, um uns abzuholen. Wir verbringen einen schönen Abend mit Tina, Christian und Nina, klönen über vergangene und zukünftige Zeiten…

Sonntag 31.8.
Ausgeruht starten wir dann am nächsten Morgen, mit Christians tatkräftiger Hilfe, zum Flughafen.
IMG_3158.JPG
Der Emirates-Flug hat nach pünktlichem einchecken dann doch 30 min Verspätung, verläuft aber sehr ruhig. Lina genießt, nach der Landung in Dubai, den Service, direkt am Flugzeug abgeholt zu werden. Ihr Begleiter fährt sie und führt uns durch endlose Gänge, über Aufzüge und mit einer vollautomatischen Bahn zwischen den Terminals des riesigen Flughafens, durch alle Kontrollen bis zum bereitstehenden Hoteltransfer.

Montag 1.9. Dubai
Nach einer angenehmen Nacht bei laufender AC mit 21 C und nach einem ausgiebigem Frühstück gehen wir dann auf Stadtentdeckung. Zuerst bei schweißtreibenden 40 C zu Fuß zur Dubai-Metro. Dann in einen dieser hochmodernen Züge der uns Fahrerlos und vollautomatisch zur Dubai Mall am Fuß des Burj-Khalifa bringt. Durch die Mall gehen wir, gut klimatisiert, zum Eingang der Besucherplattform. Hinauf in die 124 Etage fährt der Aufzug in gefühlten 15 Sekunden.

Der Blick haut den Schreiber fast um.

IMG_3189-0.JPG
Von unten wirkt der Turm, trotz der Höhe von 828m, elegant und fast leicht.

IMG_3211.JPG
Draußen an der „frischen“ Luft bestaunt Lina dann noch die Wasserspiele mit den bis zu 150 m hohen Fontainen zu arabisch klingender Musik. War echt klasse, und im Sommer kann man auch problemlos gucken. (Bei dem Wetter trauen sich nicht viele nach draußen). Zum Abschluss besuchen wir noch das riesige Aquarium in der Dubai Mall. Auge in Auge mit den Haien in 30 cm Entfernung!

Dienstag 2.9. Dubai
Am zweiten Tag in der Wüstenstadt (42 C) machen wir am Vormittag noch eine „private“ Stadtrundfahrt. Vorbei an Dubai Downtown, dem Regierungspalästen, Botschaftsviertel und Burj Al Arab zur unglaublich großen künstlichen Insel in Palmenform (Palm Jumeirah). Dabei fällt uns nur noch ein: Wozu Größenwahn in Verbindung mit Geld alles fähig ist…
Zurück im Hotel checken wir dann aus und warten auf den Transfer zum Flughafen. Heute wollen wir nun das letzte Stück nach Australien fliegen. Abflug 21:45 Uhr

Mittwoch 3.9. Perth Australien 🙂
Müde sitzt Clemens auf dem Sofa und versucht die vergangene Flugnacht und den Tag zusammenzufassen.
Nach dem Start und spätem Essen ist Lina sofort eingeschlafen. Die „großen“ haben ein wenig länger gebraucht um zur Ruhe zu kommen. Der Flieger hat über dem Indischen Ozean einige Male ordentlich gewackelt. Bein Frühstück ist das Meiste von Sabines Kaffee auf den Tablett gelandet. Sie hat ihn schmerzlich vermisst ;-).

Aber dann kommt doch noch Perth in Sicht…

IMG_0140.JPG
Die Kontrollen am Flughafen sind schnell und unproblematisch erledigt, der bestellte Mietwagen steht bereit, die Umstellung auf Linksverkehr geht ganz gut, aber warum bei diesem merkwürdigem Auto statt des Blinkers immer der Scheibenwischer an geht, kann sich Clemens gar nicht erkläre. Das Ferienhaus, unser Heim für die erste Woche, wird von der Vermieterin Heather freundlich und schnell übergeben. Den ersten Einkauf in Australien erledigen wir bei Coles, Kommentar von Sabine zu den Mengen in unserem Einkaufswagen: „sieht so aus, als wenn es morgen nichts mehr zu kaufen gibt“.
So jetzt erst mal in Ruhe Abendessen und dann eine schaukelfreie Nacht…

Donnerstag 4.9. Perth
Heute ist mal Lina’s Spiel- und Arbeitstag. Wir verbringen den Tag im und um unser Ferienhaus. Mittags gibt es das erste BBQ und Abends beim Spaziergang den ersten Sonnenuntergang für’s Fotoalbum.

IMG_3253.JPG

Freitag 5.9. Perth
Heute müssen wir schnell zum Spediteur, unser WoMo kommt am Montag an, und sie möchten gern mit den Formalitäten vorab beginnen. Also die Unterlagen und den Schlüssel abgeben und dann können wir in die große Stadt aufbrechen.
Perth bietet nicht soooo viele und hohe Häuser wie die Wüstenstadt vor drei Tagen, aber das Wetter ist angenehmer (21 C und leicht bewölkt) und wir genießen den Tag voller Erlebnisse. Einen Parkplatz finden wir ganz in der Nähe der Anleger „Barrack St. Jetty“ und des „Bell Tower“.

Blick auf Downtown:

IMG_5695.JPG

Und aus dem „Surpreme Court Garden“ auf den „Bell Tower“:

IMG_5697.JPG
Die Einkaufsstraßen sehen auch nicht anders aus, als in Deutschland. Eine Ausnahme ist vielleicht die Passage „London Court“

IMG_3259.JPG
Auf dem Rückweg durch den Stirling Garden noch an imposanten Bäumen vorbei wieder zum Auto.

IMG_3260.JPG

Samstag 6.9. Fremantle regnerisch 20 C
Sabine möchte sich gern den Markt in Fremantle anschauen. Im Auto sind die 10 km schnell geschafft. Die Hallen überraschen sehr. Wir hatten eher an einen typischen „Tourimarkt“ mit entsprechendem Zeugs gedacht. Aber das ist ein richtiger Markt auf dem scheinbar auch die Einheimischen einkaufen, echt toll.

IMG_3264.JPG

Über „The Mettwurst Shop“ müssen wir echt schmunzeln.

IMG_3269.JPG

Anschließend ein kleiner Stadtrundgang durch sehenswerte Altstadt und eine klasse Führung durch das alte Kittchen.

IMG_3291.JPG

Auch Lina hat Spaß beim mitmachen.
IMG_3297.JPG
Vor dem nächsten Regenschauer sind wir dann zu Cicerello’s geflüchtet. Da gibt es nach eigener Werbung die besten Fish and Chips in OZ. Das mag ja sein, aber die besten in Schottland waren um Längen besser.

IMG_0019.JPG

Sonntag 7.9. Weinberge, immer noch regnerisch 😦
Eigentlich hatten wir Rottnest Island auf dem Programm, aber bei 18 C und viel Wind haben wir umgeplant. Das älteste Weinbaugebiet in WA liegt gerade mal 30 Autominuten von Perth entfernt. Auf der Fahrt durch das Swan Valley könnten wir 40 Wineries besichtigen und Wein verkosten. Leider gilt in OZ eine strenge Promillegrenze. Wir hatten aber alle unseren Spaß im Whiteman Park. Der Wildlifepark bietet unter anderem eine Fahrt mit einer alten Tram, die ab 1925 in Melbourne eingesetzt wurde und erst 1986 als Museumsbahn hierher kam.

IMG_5715.JPG

IMG_0020.JPG
Heute hat Lina auch ihren ersten Aussiburger gegessen, war lecker…
Im Park gibt es noch ein Auto- und ein Treckermuseum, Wanderwege und eine Menge Picknickshelter. Leider nichts bei dem Wetter.

Montag 8.9. Botanik, stürmisch mit viel Regen
(und ich dachte OZ ist heiß und trocken, so kann man sich irren…)
Heute Morgen ist die Verwirrung erstmal vollkommen. Unser WoMo sollte heute um 8:00 Uhr Ortszeit im Hafen ankommen. Wir können das Schiff zwar im AIS verfolgen, aber es kreuzt vor der Küste. Warum nur??? Wir vermuten, der Wind, in Böen 8 Bft, ist zu stark und sie warten günstigeres Wetter ab. Hoffentlich wird das bald besser!!!
Die „Seele von Perth“, der Kings Park, hat deshalb heute unsere volle Aufmerksamkeit. Der Park mit über 400 ha reicht bis in die Innenstadt, ist größtenteils ursprünglicher Bush und im Südteil Botanischer Garten. Wir sehen uns beim ausgedehnten Spaziergang, mit einigen kräftigen Duschen zwischendurch, die Pflanzenwelt von WA in allen Variationen an. Die Anlage ist sehr gepflegt und sauber. Nur hier fehlen die in Deutschland üblichen Verbotsschilder wie z.B. „Rasenfläche nicht betreten“ oder so.

IMG_5774.JPG

Dienstag 9.9. Die Westernstadt
Nach ausgiebigem Frühstück fahren wir ins 90km (um die Ecke) entfernte York. Die Stadt wirkt wie aus einem Western übriggeblieben.

IMG_3361-0.JPG
Wir bummeln ein wenig durch die Stadt und schauen und am Ende auch noch die Kirche an. Clemens muss dringend den WoMo Stellplatz unter die Lupe nehmen. Er ist halt neugierig auf die Ausstattung und die Lage.

Mittwoch 10.9. Henri abholen!
Heute hat der Wecker früh geklingelt, da es so einiges auf der Agenda steht. Erstmal den Mietwagenvertrag um einen Tag verlängern, da wir es heute unmöglich schaffen, ihn rechtzeitig abzugeben. Nachdem dies unproblematisch erledigt ist, geht’s zum Hafen. Auf der Fahrt dahin probiert sich Sabine das erste Mal mit Fahren bei Linksverkehr. Klappt besser als gedacht, aber sie hatte ja auch genug Gelegenheit, sich als Beifahrerin daran zu gewöhnen.
Im Hafen haben wir uns mit Ryan von der Spedition getroffen, der Henri für uns vom Hafengelände geholt hat. Wir selbst durften ohne Sicherheitsschuhe und -weste nicht selbst auf das Gelände. Henri hat den Transport recht gut überstanden, aber ein paar Kratzer abbekommen. Dummerweise ist bei der Quarantäneuntersuchung ein Missgeschick passiert, der Quarantäneofficer hat die Schiebetür geöffnet, bevor Ryan den Schlüssel aus dem Zusatzschloss ziehen konnte – der ist nun verbogen und die Tür hat innen eine Macke….

IMG_3334.JPG

IMG_5792.JPG
Nach der Abholung ist Sabine mit Lina im Mietwagen zurück ins Ferienhaus gefahren, um die ersten Auszugsvorbereitungen zu treffen (in erster Linie Wäsche waschen…) und Clemens ist mit Henri zur Zulassungsstelle gefahren und hat dort erstmal eine vorübergehende Erlaubnis bekommen, um mit unserem „Fremdling“ überhaupt australische Straßen benutzen zu dürfen. Mit der ist er dann nach einem kurzen Boxenstopp zu Hause zum „TÜV“, bei dem er wegen der langen Wartezeit nach der Sicherheitsprüfung (ja, Scheibenwischer, Licht, Blinker und Bremsen funktionieren) zwei Stunden verbracht hat, wieder zur Zulassungsstelle gefahren. Dort wurde ihm dann von einer etwas ungnädig gestimmten Mitarbeiterin endlich das Permit ausgehändigt, mit dem wir nun losfahren dürfen!
Sabine beim Bloggen

Donnerstag 11.9. Der Abschied
Das Ferienhaus will komplett ausgeräumt werden, nein nicht die Einrichtung, nur unsere Sachen. Doch auch das alles in Henri unterzubringen ist spannend. Doch am Ende zeigt sich mal wieder, da ist mehr Platz drin, als man glaubt. Auch der Einkauf, von der Kassiererin sorgfältig in gefühlten Trillionen Plastiktüten verpackt (das darf man hier nicht selbst machen), passt noch in die Schränke. Um 3 pm (für die deutschen Leser 15:00 Uhr) ist die Tür vom Haus zugeschlagen und wir sind
AUF DEM WEG!!!
Da sich das Wetter bessern soll, und Sabine sich gern noch den Südwesten ansehen möchte ( nur weil sie in einem Buch viel Gutes über die Gegend gelesen hat 😉 ) fahren wir Richtung Süden. Der erste Übernachtungsplatz ist im Yalgorup National Park südlich von Mandurah. Auf den letzten Kilometern entdecken wir einige Kängurus neben der Straße und bleiben kurz stehen. Zum Glück, denn sonst hätten wir das, das kurz danach über die Straße hüpfte, vielleicht erwischt…
Die sehr netten Campground Host’s (Rentner mit sehr viel Zeit zum Erzählen) empfangen uns an der Einfahrt, kassieren die Gebühr und bestaunen unser kleines WoMo ausgiebig. Zum Frühstück versprechen sie uns mehr von den Beuteltieren auf dem Platz zu sehen. Wir sind gespannt. Vorm Schlafengehen bestaunen wir noch gemeinsam den Sternenhimmel ohne einen blassen Schimmer von den Sternenbildern zu haben.

Freitag 12.9. Von Schildkröten und schlechter Unterwassensicht
Die Beutler halten nichts davon, sich zu zeigen. 😦 Also gibt es Frühstück ohne Kängurus.

IMG_5802.JPGNach einem kurzen Besuch im Delfincenter von Bunbury und einem Standspaziergang (zum Baden ist es echt zu kalt) muss Clemens einer auf der Straße spazierenden Schildkröte ausweichen. Leider ist wegen des schlechten Wetters, und der dadurch verursachten trüben Sicht, das Unterwasserobservatorium in Busselton geschlossen. Der Kiosk am Jetty hat aber glücklicherweise lecker Eis. Unser heutiger Campground ist ein Big4 Platz. Die Kette ist angeblich in Australien sehr verbreitet, sodass Clemens gleich Mitglied wird (soll uns auf allen weiteren Big4 Plätzen einen Discount einbringen). Die Ausstattung ist vollkommen, für uns als eher seltene Gäste von Campingplätzen ist das purer Luxus. Lina hat gleich das „jumping pillow“, für sie der ideale Ersatz ihres Trampolins, entdeckt und ausgiebig genutzt.

IMG_3372.JPGDie 2!!! Pools sind im Winter leider geschlossen. Das Essen, Clemens wird hier tatsächlich noch zum Gasgriller, müssen wir wegen einsetzenden Regens leider von unserer Terrasse ins „Esszimmer“ verlegen.

Samstag 13.9. Viel fahren und dicke Bäume
Unser Ziel ist heute das „Valley of the Giants“, dort stehen bis zu 60 m hohe Karri- und Red Tingle-Bäume. Nach 270 km Fahrt – heute hat das erste Känguru Clemens zu einer Vollbremsung gezwungen – sehen wir uns erstmal den „Giant Tingle Tree“ an. Lina hat Spaß durch den Stamm zu laufen.

IMG_3380.JPG „Wanderung“ zurück am Parkplatz werden wir (erstmals auf deutsch) gefragt, „Wie lange dauert es mit dem Auto von Deutschland hierher“? Bisher waren es nur Australier, die uns nach Marke, Ausstattung und Aircondition gefragt haben. Nun sind es zwei Deutsche, die per Work and Travel bereits knapp ein Jahr ins OZ unterwegs sind. Nach kurzem Austausch über das woher, wohin, wie lange, und das solltet ihr euch unbedingt ansehen, verabschieden wir uns wieder. Lina winkt den beiden fast traurig hinterher. Heute Nacht verbringen wir auf einem einfachen Campground den wir in unserem „Camps7“ Campingführer gefunden haben. Er liegt auf einer Farm. Beim Vorfahren an der Rezeption begrüßt uns ein Lamm, lässt sich zwar von Clemens nicht streicheln, läuft aber als er zur Tür geht schnell hinterher – es wurde mit der Flasche aufgezogen und will zu seiner „Mama“. Clemens ist bei dem Versuch, es an der Tür aufzuhalten gescheitert, ein „vierradgetriebenes“ Lamm hat verdammt viel Kraft ;-). Nach einem leckeren Zucchinitopf beschließen wir den Abend mit einem oder zwei Gläsern westaustralischem Rotwein.

Sonntag 14.9.
Heute Vormittag führt uns der Weg durch das Valley of the Giants zum Tree Top Walk, einem ordentlich schwankenden Steg, der uns in die mächtigen Kronen der ca. 400 Jahre alten Red Tingle Bäume führt. Nachdem wir mit nicht allzu starker Steigung die Höhe von 40 m erreicht haben, sind wir noch immer nicht ganz oben – die Bäume erreichen bis zu 70 m Höhe!

IMG_5893.JPGEcht beeindruckend, der Weg hierher hat sich auf jeden Fall gelohnt! Nachdem wir uns langsam wieder nach unten gearbeitet haben, machen wir uns auf den Rundweg durch den Wald. Die dicken Stämme sind echt der Hammer! Einige sind unten hohl, manchmal führt auch der Weg direkt durch den Baum. Leider fängt es an zu regnen, wir brechen den Rundgang ab und machen uns auf den Weg nach Peaceful Bay, laut der „Schafsmama“ gibt es dort leckere Fish and Chips und es ist ja gerade Mittag. Auf der unsealed Road dorthin ferkelt sich Henri ordentlich ein und sieht nun – endlich – so aus wie die meisten Autos hier – nämlich rot gepudert. Die Fish and Chips sind übrigens wirklich hervorragend und viel besser als die hochgelobten in Fremantle. Unsere Testreihe werden wir fortsetzen :-). Im Anschluss fahren wir noch ein ganzes Stück gen Norden, Lina ist geschafft und nimmt sich unterwegs eine kleine Auszeit.

IMG_0021-0.JPG
Wir übernachten im RV-friendly Town Kojonup auf einem Parkplatz. Nicht eben schön, aber für eine Nacht o.K.

Montag 15.9.
Heute geht es weiter gen Norden, Richtung Perth zurück, da wir eine Werkstatt für unsere seltsam zischende und nicht mehr richtig funktionierende Klimaanlage brauchen. Nicht gut für das, was wir noch vorhaben! Unsere Versuche, an die Adresse einer Peugeot oder Fiatwerkstatt zu kommen schlagen leider fehl, also machen wir uns auf den Weg zum AAA in Perth, halten aber unterwegs die Augen offen und finden eine Citroënwerkstatt, die uns an eine Spezialfirma für Klimaanlagen verweist. Dort müssen wir dann mit der über diese Tatsache wenig erfreuten Lina kurzerhand unser rollendes Heim für eine Stunde verlassen. Die Jungs von der Werkstatt checken alles gründlich durch, fehlendes Kühlmittel ist schuld, eine Ursache für den Verlust lässt sich aber leider nicht feststellen. Aber auf jeden Fall funktioniert sie wieder und wir hoffen, das dies so bleibt! Wir fahren dann weiter Richtung Norden, an der Küste hoch und übernachten im Club Capricorn am Yanchep Nationalpark. Der Platz ist schön gelegen, aber von den Anlagen her ehe enttäuschend. Da hatten wir uns mehr von versprochen.

Dienstag 16.9. Endlich Sonne und Tiere im NPD
Nach dem Frühstück sind wir gleich in den Yanchep NP gefahren. Dort einen Holiday-Pass für die NP’s in WA gekauft und dann den Park erkundet. Unser erster Eindruck war, das sieht eher nach einem Naherholungsgebiet als nach einem Nationalpark aus. Doch beim Rundgang haben wir dann doch die echten „Australier“ gesehen.

IMG_0022.JPG

IMG_0023.JPG
Im zweiten Park heute sind die Tiere zwar kleiner (Spinnen, Skorpione, Schlangen usw.) aber dafür die Steine beeindruckend. Die Kalksteine sollen sich an den Wurzeln von Pflanzen gebildet haben, der Wind hat dann den Sand dazwischen weggeblasen, zurück bleibt eine imposante Landschaft. Die riesige Fläche wird leider von unzähligen Buschfliegen bewohnt…echt nerfig die Viecher. Da helfen wohl nur Fliegennetze, die Sabine gleich im Shop besorgt.

IMG_0024.JPG

IMG_0025.JPG

Mittwoch 17.9., sonnig gefühlte 25 C
Heute sind wir auf einem Traumplatz aufgewacht. Der Name sagt alles: Sandy Cape Recreational Park, 30 11 23 S; 115 00 07 E. Einsam und ruhig gelegen, nur über 7 km Schotter zu erreichen und direkt an einem „überlaufenen“ Strand… So kann Australien weitergehen…

IMG_0026.JPGUnd so geht es auch weiter… Nach einem Stopp in Geraldton ,Tourist-Info, Post und WiFi Nutzung, sind wir bis zu einem ähnlich schönen Campground „Coronation Beach“ weitergefahren. Per Self Registration eingecheckt und den Grill angeschmissen. Aber ab 18:30 Uhr schaltet hier jemand das Licht aus. Clemens musste für unseren kleinen Kugelgrill eine Beleuchtung basteln. So haben wir dann unter einem grandiosen Sternenhimmel gegrillt und gegessen und den Abend zur Abwechslung mal mit einem VB ausklingen lassen. O-Ton Sabine: Das Victoria Bitter (VB) ist gar nicht bitter, das heißt nur so.

Donnerstag 18.9. sonnig 25 C, leichter Seewind
Das Wetter beim aufwachen lässt sich aushalten. Wir Frühstücken erst mal ausgiebig mit getoasteten English Muffins (echt lecker) und so allerlei Aufstrichvarianten. Dann noch eine Stunde am Strand verbracht.

IMG_0027-0.JPGAnschließend wollen wir in den Kalbarri NP. Deshalb fahren wir heute bis in den direkt an der Küste gelegen Ort Kalbarri. Einen Stellplatz für zwei Nächte finden wir im Anchorage Caravan Park. An jedem Thursday findet ab 6pm ein Social-Abend statt. Leckere Hamburger mit Ei und Zwiebel werden für 3$ Angeboten. Also bleibt heute die WoMo-Küche kalt.

Freitag 19.9. Sonne 32 C
Den heutigen Tag verbringen wir, endlich mit dem erwarteten Wetter, im Kalbarri NP. Die kurze Wanderung zum „Nature’s Window“ hat Lina sehr viel Spaß gemacht. Clemens hat seine Liebe Mühe, sie bei dem ungesicherten Weg zu sichern. Der Ausblick in das Tal des Murchison River ist echt beeindruckend.

IMG_0028.JPG

IMG_0029.JPG

Samstag 20.9. Hallo Merlin, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.
Heute ist Fahrtag. Wir wollen am Abend in Monkey Mia sein und haben so ca. 390 km vor uns. Die Straßen in Westaustralien sind überraschend gut ausgebaut und in einem hervorragendem Zustand. Wir kommen nach eineiigen kurzen Stopps und einer längeren Pause im Overlander Roadhouse (die machen gute Hamburger)

IMG_0030-0.JPGnoch vor dem Dunkelwerden an und checken im „Monkey Mia Dolphin Resort“ ein. Der Name verspricht mal wieder mehr, als der Platz hält. Im wesentlichen ist das ein Schotterparkplatz für die Campervans und Caravans und eine angrenzende Zeltwiese. Dafür verlangen sie aber unverschämte 40 $ für einen unpowerd Side. Da die Delfine, die wir ja eigentlich sehen wollen, aber meistens früh Morgens erscheinen möchten wir auch nicht weiter weg übernachten.

Sonntag 21.9. bedeckt und sehr Windig.
Früh Aufstehen, und das im Urlaub. 😦
Clemens hat Schwierigkeiten sich das Frühstück um diese Zeit schmecken zu lassen. Aber wir wollen die Delfine nicht verpassen. So sind wir bereit so gegen 7:40 Uhr beim Infocenter am Strand. Wie erwartet, sind wir nicht die einzigen die sich um diese Zeit aufgemacht haben. Nach einer kurzen Einführung durch die Ranger, was alles verboten ist, kann die ganze Gruppe ans Wasser. Trotz des, durch die aufgewühlte See, trüben Wassers kommen an diesem Morgen 6 wilde Tiere in das flache Wasser am Strand. Sie schwimmen im Abstand von zwei – drei Metern mehrfach an uns vorbei. Lina winkt ihnen freudig zu und Sabine macht viele Fotos.

IMG_0031.JPGDas Erlebnis bleibt sicherlich, trotz dem sehr touristischen Umfeld, sehr lange in guter Erinnerung. Anschließend fahren wir weiter Richtung Carnarvon. Nach zwei Stopps am Shell Beach (ein Strand nur aus vielen kleinen Muscheln)

IMG_0032.JPGund den ältesten Lebewesen der Erde (Stromatolieten eher unscheinbar und so klein, dass sie nur unter dem Mikroskop sehen kann) übernachten wir heute zum ersten mal am Highway auf einem schönen Parkplatz.

Montag 22.9. versorgen und die Reservegasflasche
Wir fahren am Vormittag nach Carnarvon zum Einkaufen. Da die Autogasversorgung immer dünner wird, entschließt sich Clemens dann doch noch eine Gasflasche als zweite Flasche zu kaufen. Nach der Probe „Passen diese dicken Dinger auch in unseren Gaskasten?“ und „passt unser Adapter?“ sind wir nun stolze Besitzer eine Australischen Gasflasche. Wir besuchen noch kurz die Parabolantenne, von der aus Funkkontakt bei der ersten Mondlandung bestand. Da das angegliederte Museum schon geschlossen hatte, setzen wir unseren Weg in den Norden fort. Wir fahren an Bananenplantagen vorbei, in denen 80 % der in Australien verkauften Bananen geerntet werden, und kommen am Ortsausgang an einem Hinweisschild vorbei:

IMG_0034.JPG

Gut, dass wir bei unserem Einkauf auch jede Menge Wasser gekauft und unseren Tank aufgefüllt haben! Wir sind also gut ausgerüstet und
fahren weiter ins „Outback“. Wir Unser heutiges Ziel ist ein Stellplatz 60 km vor Coral Beach, an dem wir zum wunderschönen Sonnenuntergang ankommen.

IMG_0035-0.JPG
Dienstag 23.9. Rekord- und Strandtag
Ähnlich toll, wie die Sonne gestern untergegangen ist, ist sie heute Morgen auch wieder aufgetaucht. Davon gibt es kein Foto, die Kamera ist vom Bett aus nicht zu erreichen. Dazwischen konnten wir, mal wieder, einen unbeschreiblichen Sternenhimmel, mitten in einer unbeleuchteten Wildnis genießen. Erster Rekord heute: Abfahrt vom Übernachtungsplatz vor 9:00 Uhr. Auf unserer Strecke überqueren wir den Tropic of Capricorn, den
Wendekreis des Steinbock, und sind damit jetzt in den Tropen. Zweiter Rekord: Wir checken von 11:00 Uhr auf dem Campground Bay View in Coral Bay ein. Erst mal den Stand genießen, baden und am Ningaloo Reef schnorcheln. Hier ist das Riff nur wenige Meter vom Ufer entfernt und wir können abwechselnd schnorcheln- oder mit Lina baden gehen. Den Tag beschließen wir mit Gegrilltem, Westaustralischem Roten und Livemusik in lauer Tropenluft.

Mittwoch, 24.9. Glasbodenboot
Heute sind wir nicht ganz so früh aufgestanden und haben nach einer Salzwasserdusche (das Süßwasser wird hier ausschließlich als Trinkwasser genutzt) ausgiebig gefrühstückt, um für unseren heutigen Ausflug gewappnet zu sein – einer Fahrt mit einem Glasbodenboot! Da man gleich am Strand das Riff und damit auch die vielen verschiedenen Fische hat, hat Lina ihre anfängliche Unsicherheit, plötzlich im Bauch eines Schiffes zu sitzen, schnell überwunden und war schlichtweg begeistert. Wir beiden Großen aber auch!

IMG_0036.JPG

IMG_0037.JPGDiese Tour ist ein unvergessliches Erlebnis. Bei einem kurzen Zwischenstopp durften die Kinder Fische füttern. Die Fische kennen das natürlich schon und haben uns bereits erwartet. Das war ein Spaß! Durch die Bewegungen der Fische blubberte das Wasser wie in einem Whirrpool. Zurück auf dem Campingplatz gab es belegte Brote, die wir nicht nur gegen die üblichen Fliegen sondern auch noch gegen „Oskar“ (…frech wie…) einen niedlichen grau-gelben Singvogel, verteidigen mussten, der sehr dreist auf unseren Tisch geflogen kam.

Donnerstag 25.9. Termiten
Nach dem Frühstück verstauen wir unsere Campingausrüstung wieder in Henri und fahren weiter verstaut und fahren weiter die Küste hoch, vorbei an vielen Termitenbauten, die seit dem Beginn der Tropen zunehmend wie rot- oder sandbraune Miniberge in der Landschaft verstreut stehen.

IMG_0038-2.JPG Nach einem kurzen Einkaufstopp in Exmouth geht es weiter in den Cape Range National Park, um dort die Nacht auf dem Yardie Creek Campground zu verbringen. Den Sonnenuntergang genießen wir vom Strand aus. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell hier die Sonne untergeht!

IMG_0039-0.JPG

Freitag, 26.9. Yardie Creek Gorge
Nach dem Frühstück führt uns ein Spaziergang an den Rand der Yardie Creek Gorge, der eigentliche Wanderweg der weiter in die Schlucht führt, ist für Lina zu anspruchsvoll,

IMG_0040.JPG daher entscheiden wir uns für eine Bootstour in den Creek – eine gute Idee, wie sich herausstellt, denn vom Wasser aus sind die Felswände und die Mangroven wirklich beeindruckend. Außerdem können wir Vögel (z.B. Ospreys) und Rock Wallabies („Minikängurus“) beobachten, die in den Felswänden leben.

IMG_0041.JPG

IMG_0042.JPG Anschließend fahren wir zu unserem nächsten Campground Osprey Bay, wo wir noch Schwimmen und Schnorcheln gehen und eine Wasserschildkröte beobachten.

IMG_0043.JPG Hier können wir den Sonnenuntergang sogar von unserer „Terrasse“ aus sehen, als die Sonne untergegangen ist, sieht es aus, als ob der Himmel brennt. Auch heute haben wir wieder einen phantastischen Sternenhimmel und Clemens beschließt, dass er sich an diesen Anblick nicht gewöhnen zu WILL.

Samstag, 27.9. Emus
Beim Abräumen des Frühstückstischs entdeckt Sabine eine Echse, gut dass der Fotoapparat parat liegt – und die Echse ist so nett, für ein paar Bilder zu „posieren“.

IMG_0044.JPG Bald darauf brechen wir auf und verlassen den Cape Range Nationalpark. Auf dem Weg machen wir noch einen kurzen Einkaufstopp in Exmouth, bei dem wir uns u.a. ein Sonnensegel gekauft haben, um unsere „Terrasse“ noch besser Nutzen zu können und eine Prepaidkarte von Telstra, da die Netzabdeckung unserer Handys nur in größeren Städten funktioniert. Auf der weiteren Fahrt haben wir unsere ersten Emus gesehen.

IMG_0045.JPG
Die Nacht haben wir auf einem Rastplatz am Great Nothern Highway verbracht. Es war dort etwas laut, wenn die langen Roadtrains vorbeifahren, klingt es, als ob ein großes Flugzeug startet. Aber glücklicherweise vermeiden es die Fahrer, nachts unterwegs zu sein, um Unfälle mit Kängurus oder auch Rindern und Schafen zu vermeiden.

Sonntag, 28.9. Farbrausch
Heute ist Fahrtag, wir sind auf dem Weg nach Tom Price und legen bis dort 350 km zurück. Die Fahrt ist, obwohl keine Sehenswürdigkeiten am Weg liegen, alles andere als langweilig. Das Landschaftsbild ändert sich ständig, Ebenen, Hügel und Berge wechseln sich ab, aber am beeindruckendsten ist das Farbenspiel. Das Grün der Büsche und Bäume, das Gelbgrün bis Gelb des Grases, die Erde schimmert von Hellrot über Dunkelrot bis Violett und über allem strahlt der blaue Himmel in einem fast unwirklichem Licht.

IMG_0046-0.JPGSpäter wechselt die Ansicht dann leider noch in verbranntes Schwarz, aber Buschbrände gehören hier ja seit tausenden Jahren zum Alltag dazu. Für heute Nacht haben wir uns einen ruhigen Platz mit vielen Gedenksteinen (von der verstorbenen Tante bis zum Hund hat hier jeder einen bemalten Stein bekommen) ausgesucht. So heißt der Platz auch R.I.P Lookout. Die Aussicht ist trotzdem klasse.

IMG_0047.JPGKaum sind wir angekommen, bekommen wir auch schon „Besuch“ von einem riesigen Truck. Nach dem üblichen Austausch von „woher und wohin“ kann Clemens sich die Zugmaschine aus der Nähe ansehen und mal hinterm Steuer probesitzen.

IMG_0048-0.JPG

IMG_0049-0.JPG

Montag 29.9. Riesige Löcher in der Landschaft
Ab 10:00 Uhr machen wir heute eine Tour durch den größten Tagebau für Eisenerz in Australien. Der Fahrer berichtet gern über Rekorde und Unmengen von Zahlen. Für uns eher beeindruckend ist die Größe der Löcher, wo vorher noch Berge waren.

IMG_0050.JPGDas Erz wird vor Ort aufbereitet und auf 2 Kilometer lange Züge verladen. Den Zielort der Züge in Port Hedland wollen wir uns übermorgen ansehen.

Dienstag 30.9. Schluchten im Karijini NP
Nach ruhiger Nacht auf dem NP Campground genießen wir heute mal wieder Schluchten (Löcher die die Natur gegraben hat). Auf der Hochebene gibt es nur kleine Büsche und trockenes Gras, in den Gorges (Schluchten) Bäume, den Flusslauf und Pools mit klarem kaltem Wasser. Der Kontrast beeindruckt!

IMG_0051.JPG

Mittwoch 1.10 . Mal wieder ein Fahrtag
Da wir gestern nach der Rückkehr feststellen müssten, dass unser Tisch geklaut worden war, findet das Frühstück heute in unserem Campervan statt. Heute ist unser Ziel Port Hedland. Dazu müssen wir erst mal 360 km fahren. Hier angekommen füllen wir erst mal unsere Vorräte bei Coles auf, kaufen einen neuen Tisch, tanken und dann ist Waschtag auf einem Big4 Caravanpark. Zum Glück gibt es hier mehrere Waschmaschinen und Trockner, so kann Sabine die Wäsche parallel bearbeiten. 😉

Donnerstag 2.10.
Heute haben wir uns noch die Erzverladung im Hafen angesehen und sind dann Richtung Broome aufgebrochen.

IMG_0052.JPGIn verschiedenen Reiseführern haben wir gelesen, dass die Strecke sehr eintönig sein soll. Das können wir nicht verstehen, uns erwarten viel grüne Büsche und Bäume in Abwechslung mit flachem oder hügligem Grasland. Wir übernachten auf einer 24 h Rest Area in der Nähe des Highways.

Freitag 3.10. Geburtstag mit Frosch
Wir sind heute, aus bekannten Gründen, später gestartet. Auf den ersten km zeigte das Außenthermometer 44 C. Nun sitzen wir in Broome auf dem Cable Beach Caravanpark, auf dem wir für zwei Nächte gebucht haben, und als Clemens das Geburtstagsgrillen starten will, sitzt auf dem Grill ein neongrüner Frosch.

IMG_0053.JPGNachdem wir das Tier verjagt haben, können nun die Würstchen und die Rindersteaks auf den Grill. Zum Abschluss hat Lina dann noch mit Oma, Sandra und Gunnar geskypt, Merlin hat dabei auch mal kurz reingeschaut. Danach gingen schnell die Lichter aus.

Samstag 4.10. Abschied von Broome und dem Indischen Ozean
Scheinbar gehen australische Camper früh ins Bett, und stehen auch früh wieder auf. Wir sind heute bereits um 6:30 Uhr auf den Beinen, aber wohl nicht die Ersten. Das „Leben“ tobt bereits auf dem Platz, als Clemens den Kopf aus der Tür steckt. Naja erst mal duschen und frühstücken… Am Samstag ist im Broome Markttag, also mal sehen, was wir da so ergattern können. Die Stände sin herrlich schattig und in lockerer Anordnung unter Bäumen aufgebaut. Durchschlendern, Gucken und Essen macht richtig Spaß.

IMG_0054-0.JPGDer anschließende Gang durch die „Altstadt“, genannt Chinatown , ist da eher eine Enttäuschung für uns. Echt nur Tourinepp. Da erholen und erfrischen wir uns doch lieber am Cable Beach (benannt nach dem Startpunkt des ersten FERNMELDE-Seekabels von Broome). Aber die Erfrischung hält sich auch in Grenzen bei 33 C Wassertemperatur. Nach dem Baden dann kurz im WoMo abduschen und, als Abschied vom Indischen Ozean, den berühmten Sonnenuntergang am Strand genießen.

Sonntag 5.10. wieder wolkenlos und 35 C 🙂
Wir starten um 9:30 Uhr am Campground und fahren nun ostwärts Richtung Fitzroy Crossing. Die Landschaft ist, im Gegensatz zu Clemens Erwartungen, sehr eintönig und karg. Keine tropischen Wälder, sondern nur lichte niederstämmige Bäumchen, Gebüsch und gelbes Spinifex-Gras. Die Wärme und die hohe Luftfeuchte machen uns allen ein wenig zu schaffen, so dass wir bereits um 16:00 Uhr unser Lager in Fitzroy Crossing aufschlagen und den Rest des Tages im Schatten auf der Decke verbringen.

Montag 6.10. Geikie Gorge bei 37 C
Heute wollen wir eine Bootsfahrt auf dem Fitzroy River machen. Die Abfahrt ist um 9:30 Uhr, also pünktlich um 9:00 Uhr den Campground verlassen und die 10 km zur Anlegestelle gefahren. Dort war leider kein Mensch zu sehen. Unsere Platznachbarn von letzter Nacht kommen etwas später angehetzt (sie hatten sich heute Morgen etwas in der Zeit vertan) und sind auch total verwirrt, dass kein Boot fährt. In deren und unserem Reiseführern stand die Abfahrt für 9:30 Uhr, die schreiben anscheinend voneinander ab. Also machen wir eine kleine Wanderung durch die Gorge.

IMG_0055.JPG Nach der Anstrengung kühlen wir uns im WoMo mit funktionierender A/C erst mal wieder ab. Nach der ausgefallenen Fahrt von heute morgen beschließen wir morgen einen Helikopterflug zu den Bungle Bungles zu machen. Die Flüge werden unter anderem vom Turkey Creek Roadhouse angeboten. Dort angekommen erfahren wir, dass der Shop den Fluganbieters bereits geschlossen und morgen Ruhetag hat. Nun ja, manchmal läuft nicht alles nach Plan oder wie ein Kollege von Clemens jetzt sagen würde „man kann nicht immer die Sonne putzen“, aber umplanen kann auch Spaß machen. Der Spaß ist am nächsten Roadhouse schnell zu Ende, der anvisierte Caravanpark ist geschlossen, und die Angestellte im Doon Doon Roadhouse gab uns zu verstehen, dass wir auf dem Parkplatz nur ungern willkommen sind. Da das Umfeld auch nicht so nach unserem Geschmack ist, fahren wir im im Dunklen noch 30 km weiter zu einer gut ausgestatteten 24h Rest Area.

Dienstag 7.10. Wanderung durch die kleinen Bungle Bungles und Besuch von George
Die letzten 80 km bis Kununurra verlaufen recht ereignislos. In der Touriinfo buchen wir für morgen 6:00 Uhr!!!! einen Flug über den Lake Argyle und die ersehnte Bungle Bungle Range. Andere Zeiten sind nicht mehr buchbar, da die Dry-Season zu Ende geht und das Angebot bereits reduziert ist. Für heute machen wir noch eine Wanderung in den örtlichen Bungles (auch nett),

IMG_0056.JPGkaufen noch ein und nutzen ausgiebig den Pool auf dem Campground. Im angrenzenden Fluss stimmt die Wassertemperatur zwar auch, aber die Schilder weisen ausdrücklich darauf hin, dass die hier lebenden Krokodile nicht gefüttert werden sollen. 🙂
Auf dem Rückweg vom Pool am Fluss entlang sehen wir dann auch tatsächlich unser erstes freilebendes Krokodil direkt am Ufer liegend. Erfahrene Aussis erzählen das sei George, der kommt jeden Abend hier vorbei… George ist übrigens ein Süßwasserkrokodil (Freshie) und völlig ungefährlich für Menschen. Gebadet hat trotzdem niemand. 😉 Leider waren die Akkus von unseren beiden Kameras gerade leer, daher gibt es von George leider kein Foto. 😦

Mittwoch 8.10. Rundflug
Aufstehen um 4:30 Uhr – uff ist das früh. Um 5:30 Uhr werden wir vom Busfahrer (als Pilot verkleidet) vom Campground abgeholt. Nach kurzer Einführung in unsere Flugroute, die Highlights und eine Sicherheitseinweisung (man kennt das ja…Notausgang…Gurte…u.s.w.) fliegt der verkleidete Busfahrer das Flugzeug selbst. Start und dann längs über den größten Stausee Australiens, den Lake Argyle.

IMG_0057.JPGAnschließend über die Bungle Bungle Range.

IMG_0058.JPGAuf dem Rückweg folgt noch eine Runde über der Diamantmine, in der champagnerfarbene Steine gefördert werden. Die haben angeblich den 10-fachen Wert weißer Steine. Wie auch immer, hier graben sie dafür ganze Berge weg. Natürlich sehr umweltverträglich…

IMG_0059.JPGKurz vor der Landung können wir noch bestaunen, was die Bewässerung von Lake Argyle bewirkt. Hier werden Früchte wie Mango oder auch Sandelholz angebaut.

IMG_0060.JPGZurück auf der Erde fahren wir heute, da uns Timber Creek nicht zusagt, noch bis zu einer 24h Rest Area 60 km vor Katherine. Dort bekommen wir noch viele Tipps zum Kakadu NP von zwei Soldaten der RAAF die neben uns ihr Lager aufschlagen. Ach ja, wir haben inzwischen WA verlassen und sind nun, ohne Zitrusfrüchte und Steinobst geschmuggelt zu haben, im dem Northern Territory. Aber das strenge Verbot, Früchte und Rohkost (also auch Honig) mitzunehmen gilt auch nur für die Gegenrichtung.

Donnerstag 9.10. Kakadu NP und Badetag
Den ersten Stopp legen wir heute im Nitmiluk NP, der an den Kakadu NP angrenzt, an einem traumhaften kleinen Wasserfall der Edith Falls mit einladendem Naturpool ein. Bei der Hitze kühlen wir uns ausgiebig ab.

IMG_0061.JPGAnschließend fahren wir in den Kakadu NP hinein und übernachten, da man im Park nicht frei Campen darf, auf dem Campground der Gagudju Lodge in Cooinda.

Freitag 10.10. Krokodile satt
Dem Tipp eines österreichischen Pärchens folgend machen wir nicht die touristisch sehr durchorganisierte Tour auf dem Yellow Water, sondern fahren bis zum Ubirr Border Store. Hier werden die Touren auf dem East Alligator River von Aborigines angeboten. Wir buchen die Fahrt für 15:00 Uhr und essen vorher noch im Border Store. Dann beginnt die spannende Fahrt auf dem River. Erst kommt, wie üblich, die Sicherheitseinweisung damit jeder der 5 Passagiere genau weiß, wo die Rettungswesen und die Feuerlöscher gestaut sind. Dann viel Informatives über Krokodile, die Unterschiede zu Alligatoren, die Kultur der Aborigines und die traditionelle Herstellung von Werkzeugen und Waffen. So ganz nebenbei entdecken wir herrliche Strände zum Baden

IMG_0062.JPGaber leider schon besetzt, und diskutieren wollte der Autor auch nicht.

IMG_0064.JPGna, dann eben gleich ins Wasser…

IMG_0063.JPGaber das will dann doch keiner. Da hören wir uns lieber die Ausführungen zu den Möglichkeiten Feuer zu machen an.

IMG_0065.JPGWieder an Land findet Sabine noch diesen Hinweis, der sehr ernst genommen werden sollte.

IMG_0066.JPGIm Anschluss sehen wir uns noch einige Felsmalereien an

IMG_0067.JPGund entspannen von einem ereignisreichem Tag am und im Pool des Campgrounds.

Samstag 11.10. Der nördlichste Punkt
Noch ein Nachtrag zur letzten Nacht: Lina war im Bett und wir genossen noch die Nacht und den Himmel (Sternegucken) als plötzlich ein Dingo ca. 5 m entfernt an uns vorbeispaziert. So plötzlich wie er aufgetaucht ist, verschwand er auch wieder in der Dunkelheit.
Heute verlassen wir den Kakadu NP in Richtung Darwin. Die Stadt bietet vor allem gute Einkaufsmöglichkeiten, die wir ausgiebig zur Versorgung nutzen. Sabine hat das auf dem Flug zu den Bungle Bungles verlorene Etui ihrer Sonnenbrille auch ersetzen können. Ansonsten ist Darwin sehr touristisch, und wir verlassen die Stadt gleich wieder. Auf dem Stuart Highway Richtung Süden fällt uns dann auf, dass Darwin wohl der nördlichste Punkt unserer Reise sein wird. Die tropischen Temperaturen und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit machen uns jetzt schon sehr zu schaffen. Nachts kühlt es kaum unter 30 C ab und tagsüber haben wir sehr feuchte 38 bis 40 C. (24 h Dauersauna d. Red.) unser Ziel ist heute der Litchfield NP ca. 100 km südlich von Darwin. Wir übernachten, noch vor dem Park, in Batchelor. Der Inhaber des Caravanparks ist von unserem WoMo sehr überrascht, „Ich betreibe den Platz nun schon sehr lange, aber ein deutsches WoMo habe ich hier noch nie gehabt“ spricht er und fährt mit dem Fahrrad im dunklen voraus, um uns unseren Platz zu zeigen.

Sonntag 12.10. Termiten mit Kompass und mal wieder baden im Naturpool
Im Litchfield empfängt uns erst mal eine Termitenkathedrale ca. 5 m hoch und geschätzte 50 Jahre alt.

IMG_0068.JPGWas diese kleinen Tiere noch so alles anstellen können, sehen wir uns gleich nebenan an. Hier stehen die Bauten auf einem riesigen Feld, alle säuberlich in N / S-Richtung ausgerichtet. Die Schautafel verrät, dass die Tiere so bauen, um die Sonneneinstrahlung in der Mittagshitze möglichst gering zu halten. Dann trifft die Sonne nur die Schmalseiten der Bauten.

IMG_0069.JPGNach soooooo viel Biologie erst mal ne Abkühlung unter den Wangi Falls.

IMG_0071.JPGSo erfrischt und mit einem Original „Wangiburger“ im Bauch fahren wir wieder aus den Litchfield NP raus auf den Stuart Highway. Die Sonne lacht vom Himmel, im Autoradio läuft gerade „blinded by the light“ von Manfred Mann’s (Danke Stefan!!!) also Sonnenbrille auf und ab Richtung Süden… Abends stoppen wir dann auf dem NP Campground an der Katherine Gorge. Na dann gute Nacht bei gefühlten 35 C unterm WoMo-Dach…

Montag 13.10. Frühstück mit Wallabys
Nachdem wir gestern vor dem Schlafengehen noch ausgiebig den Pool genutzt haben, bekommen wir heute früh Besuch von mehreren Wallabys. Lina ist ganz begeistert von den lustigen Hüpftieren.

IMG_0072.JPGDen Kaffee kochen wir mittlerweile auch auf dem Gasgrill draußen, um keine zusätzliche Wärme im Kasten zu haben. Die Mittagshitze wettern wir im Pool, unter dem „Wasserfall“ ab

IMG_0073.JPGum uns am Nachmittag die Katherine-Gorge bei einer Bootsfahrt anzusehen.

IMG_0074.JPG

Mittwoch 15.10. Teufelsmurmeln und eine angenehme Nachttemperatur
Gestern war ein reiner Fahrtag (die 1400 km von Katherine bis Alice Springs müssen irgendwie überbrückt werden). Heute haben wir an dem Renner Roadhouse übernachtet und sind früh weiter gefahren. Stopp machen wir an den Devils Marbles

IMG_0075.JPGUnd nun sitze ich hier, um 20:00 Uhr, bei echt angenehmen 24 C schreibe diese Zeilen und bin, wie schon so oft, immer noch von diesem Sonnenuntergang vorhin begeistert.

IMG_0076.JPGWir stehen übrigens an einer 24 h Restarea mitten im Nirgendwo. So habe ich mir Australiens Outback vorgestellt. Ach ja apropos Outback, unsere Beiträge können wir immer nur dann einstellen, wenn wir auch Netz haben, und zum Outback gehört nunmal auch, in weiten Teilen kein Telstra-Netz zu haben. So erscheinen die Zeilen dann und wann mal verspätet auf deutschen Displays.

Donnerstag 16.10. Im roten Zentrum
Am Vormittag fahren wir die letzten 200 km bis Alice Springs

IMG_0077.JPGMan kann ja sagen: „Das Outback ist eintönig“, aber auch diese Weite und scheinbar leere Landschaft kann man „erfahren“. Die Farben der Natur in diesem Licht leuchten zu sehen, ist etwas ganz besonderes! Besonders ist dann auch der Kulturschock, so ohne Vorankündigung in der „Großstadt“ Alice Springs zu stehen. So suchen wir uns einen etwas abgelegenen Stellplatz und beschließen Morgen erst mal die MacDonnell Ranges zu besuchen. Da hier bereits alle zu schlafen scheinen, wird der Autor sich nun auch ins Bett trollen (23:15 Uhr…gähn).

Freitag 17.10 Wenn Pläne auch mal umgesetzt werden und Schluchten satt
Wie gestern besprochen fahren wir das kurze Stück, dass das Stück auch länger werden kann werden wir noch sehen, in die „Berge“ der MacDonnell Ranges. Zuerst besuchen wir Simpsons Gap, stellen das WoMo auf dem Parkplatz ab und wandern im Flussbett (trocken) in die Schlucht.

IMG_0078-1.JPGAm Ende stehen wir vor einem Wasserloch. Lina möchte sofort ins Wasser, da die Handtücher im Auto liegen und das Wasser sehr kalt ist, müssen wir sie davon überzeugen draußen zu bleiben.

IMG_0079.JPGDie angekündigten Rockwallabys sind leider nicht zu sehen. Zurück am WoMo fahren wir zur Standley Chasm, eine sehr enge Schlucht (an der engsten Stelle 9 m breit) durch die nur bei Hochwasser ein Bach fließt. Lina können wir nicht auf dem ganzen Trail mitnehmen, so gehen wir die Hälfte gemeinsam und bleiben dann abwechselnd bei ihr. Die Felsen und das Farbspiel sind toll!

IMG_0080.JPGDie Nacht verbringen wir in einem Bushcamp bei Ellery Creek. Die Schlucht ist weniger beeindruckend, aber der Abend mitten im Nichts mit gegrilltem Kängurusteak, selbstgemachtem Kartoffelpüree, Rote Beete Salat und Westaustralischem Roten (wird Zeit, dass wir ins Barossa Valley kommen ich habe den letzten Schlauch angestochen) wird uns in Erinnerung bleiben. Das Ganze vor einer im Sonnenuntergang leuchtenden Felswand, so kann man das Outback genießen!

IMG_0081-0.JPG

IMG_0085.JPG

Samstag 18.10. Farbenladen bei angenehmen 30 C
Die Nachttemperaturen sind, seit wir die Tropen verlassen haben, wieder sehr angenehm. Heute beim Aufstehen hatten wir 20 C, und das, obwohl es gestern tagsüber um die 30 C waren. Das Schlafen unterm Dach geht wieder recht gut. So, und nun auf in den Farbenladen der Aborigines. Aus den Ochre Pits gewinnen sie seit tausenden Jahren im Wesentlichen Farben für rituelle Zwecke.

IMG_0082.JPG

IMG_0083.JPGWir dürfen alles ansehen, fotografieren, aber im Gegensatz zu einem echten Laden nur gucken und kaufen, nicht einfach so mitnehmen.

IMG_0084-2.JPG
Auf dem Rückweg nach Alice Springs, und kurzer Kopfrechnung, werden wir für den kurzen Abstecher in die MacDonnell Ranges glatt 240 km fahren. Soviel zu „kurzen Abstechern“. Dieser hat sich aber wirklich gelohnt, die MacDonnell Ranges sind echt sehenswert! Die Möglichkeit von hieraus direkt Richtung Urulu zu fahren, verwerfen wir wieder, da 150 km davon unsealed Track sind und Clemens heute früh schonmal die Badablage in einem Schlagloch auf einer Schotterpiste, das er zu spät gesehen hat, abgeräumt hat (die Zahnbürsten flogen quer durch’s WoMo). Nun stehen wir, nach einem tollen Tag und wieder unter einem umwerfenden Sternenhimmel, auf einem Rastplatz am Lasseter Highway.

Sonntag 19.10. 30 C, DER Felsen
Heute machen wir uns zu dem meistfotografierten Stein Australiens auf.
Und da is er:

IMG_0086.JPGDa das Wetter lange Wanderungen nicht zulässt, fahren wir gemütlich einmal rum und begucken uns das Ding von allen Seiten. Anschließend besuchen wir noch die Kata Tjuta (Mt. Olga) so ca. 30 km entfernt.

IMG_0087.JPGWarum die Weißen, die den Berg entdeckt haben, den von den Aborigines übersetzt „viele Köpfe“ genannt wird, einen weiblichen Namen gegeben haben ist dem Autor völlig rätselhaft. 😉
Im Gegensatz zu dem touristisch weniger erschlossenen Westaustralien ist hier alles organisiert und geregelt, wie z.B. die Zufahrt zum Felsen und die Schlusszeit im Park. An den Straßen stehen so viele Werbeschilder, wie wir das so nur aus den USA kennen. Da müssen wir uns erst noch dran gewöhnen. Nun ja, der Tag war wieder spannend und schön. Nach dem Sonnenuntergang, den wir vom offiziellen „Sonnenuntergangsaussichtspunkt“ 😉 bestaunt haben sind wir nun zurück auf dem Campground im „Ayers Rock Resort“ und beschließen den Tag…

Montag 20.10. 37 C Sonne satt
Heute besuchen wir das Aborigine Culture Center am Uluru (Ayers Rock) und erfahren viel über die alte Kultur und Lebensweise der Ureinwohner. Das gesamte Gebiet des Uluru und der Kata Tjuta wurde 1984 an die alten Besitzer zurückgegeben. Die Berge und das umliegende NP-Gebiet wurde dann von den Aborigines für 99 Jahre an den Australischen Staat verpachtet. Die Verwaltung und Bewirtschaftung einschließlich der Landschaftspflege erfolge seitdem gemeinsam unter dem Motto „voneinander lernen“. Anschließend rücken wir dem imposanten Felsen noch zu Fuß auf den Pelz.
Während der letzten Tage haben wir immer mehr Bilder vom Uluru in den Läden, Tankstellen, usw. gesehen. Jetzt, da wir direkt davor stehen, wirkt er viel imposanter, mächtiger und größer. Mir wird schnell klar, dass diesem Fels in dieser platten Einöde magische und heilige Kräfte zugesprochen wurden und werden. Die für die Eigentümer heiligen Stellen dürfen nicht besucht werden, aber einige Felszeichnungen in anderen Höhlen sind frei zugänglich und echt beeindruckend. Die Struktur der, von fernen sehr glatt wirkenden, Oberfläche ist ganz rau und der ganze Berg voll von Furchen und Wasserlöchern.

IMG_0088.JPGDer Aufstieg ist heute wegen der hohen Temperaturen, gesperrt, die Aborigines bitte aber immer darum, ihr Heiligtum nicht zu besteigen. So belassen wir es auch beim Spaziergang am Felsfuß.
Auf dem Weg zurück zum Stuart Highway sehen wir in der Ferne noch den Mt. Conner

IMG_0089.JPG

Dienstag 21.10. Fahrtag
Heute sind wir auf einer 24h Restarea direkt an der Grenze zu South Australia aufgewacht.

IMG_0090.JPGDer Stuart Highway zieht sich seit Alice Springs durch trockene und flache Einöde. Ziemlich ereignislos erreichen wir am Nachmittag (Uhren wieder eine Stunde vorstellen) Coober Pedy, nach eigener Werbung „Die Opalhauptstadt der Welt“. Auf uns macht das Nest eher einen heruntergekommenen Eindruck.

IMG_0091.JPGHier sollen mehr als 80% der Opale der Welt gefördert werden. Mehr werden wir uns Morgen ansehen.

Mittwoch 22.10. Unter der Erde
Bei angesagten 38 C machen wir es wie die meisten Einwohner von Coober Pedy, wir gehen unter die Erde. Hier lebt man in künstlichen Höhlen, in denen immer angenehme 22 C herrschen.

IMG_0093-0.JPGBeim Besuch der alten Mine und einer „Wohnhöhle“ kann man sich die schweren Bedingungen vorstellen, unter denen die Opale gesucht und gefördert wurden und teilweise noch werden.

IMG_0092.JPGDas ganze Gebiet um die Stadt ist irgendwie durchlöchert, daher haben sie hier die Warnschilder aufgestellt.

IMG_0094-0.JPG
Anschließend fahren wir noch bis Port Augusta, wo wir erst nach 8 pm ankommen. Die Rezeption des Big4 Platzes hat schon geschlossen, wir hatten aber zum ersten mal überhaupt, den Platz für zwei Nächte heute Nachmittag telefonisch reserviert. Morgen wollen wir hier bleiben und ein wenig von der Fahrerei entspannen. Mit unserem heutigen Ziel sind wir ja wieder an der Südküste angekommen. Die Durchquerung durchs Rote Zentrum ist damit geschafft.
Fazit vom Outback: Tolle Landschaften, viel grün wenig rot, riesige Strecken, nicht so einsam wie erwartet, abwechslungsreicher als erwartet, zwischendurch 600 km ohne Siedlungen, einfach toll!!!!!

IMG_0095.JPG

Freitag 24.10. Auf in die Berge
Nachtrag vom 23.10.: Gestern war Reparatur-, Spiel- und Waschtag. Die bisherige Fahrt hat einige Reparaturen nötig gemacht. Da muss die Arretierung der Fensterstütze geflickt werden, da uns die zwischengeklemmten Klopapierrollen immer wegfliegen, der Dachlüfter ( seit 5 Wochen im Dauerbetrieb) macht quietschende Laufgeräusche, die Dachluke braucht Öl ( WD40 gibts hier auch zu kaufen), die Kunststoffleiste an der Decke löst sich und verlangt nach Kleber, usw…

IMG_0096.JPGDie Wäsche braucht auch mal eine Waschmaschine, Lina möchte nicht alleine spielen und bekommt ihre täglichen Übungen und einkaufen müssten wir auch mal wieder. So geht der Tag schnell zu Ende.
Heute sind wir in die Flinders Ranges, genauer gesagt in die nördlichen Flinders Ranges aufgebrochen. Es tut gut mal wieder richtige Bäume und Berge zu sehen. In Quorn machen wir kurz am alten Bahnhof halt.

IMG_0097.JPGWer wohl schon alles unter diesem Dach auf den Zug gewartet hat…
Im Flinders Range NP folgen wir dem Tipp des Rangers im Infocenter. Nach seinen Lieblingsbuschcamp gefragt antwortet er „Trezona Campground“ und das ist die Traumlage:

IMG_0098.JPG

Samstag 25.10. Morgens 35 C, Abends 13 C, „Mal andere Gesichter sehen“
Morgens ein Blick aus dem WoMo und da sind die anderen Gesichter

IMG_0099.JPG

IMG_0100.JPGEinfach ein tolles Erlebnis morgens so empfangen zu werden. Gestern Abend hat Sabine noch Stabheuschrecken gefunden und in dunkler Nacht haben wir auch noch einen Dingo bellen hören. Dafür bietet der Campground nur eine kilometerlange Schotterzufahrt, eine Trockentoilette und Wasser aus einem Tank mit der Aufschrift „vor dem trinken abkochen oder filtern“. Nun fahren wir die Schotterpiste weiter in die Brachina Gorge hinein. Die Landschaft ist ein Traum,

IMG_0101.JPGdie Piste eher ein Albtraum. Die Risse, die sich seit ein paar Tagen in der Nasszelle zeigen, werden bei solchen Pisten sicher nicht kleiner.

IMG_0102.JPGSabine behauptet die Risse kommen durch Clemens’s Fahrstil, der hingegen meint, die seit Tagen trockene Luft und die extreme Wärme lassen selbst Spanplatten geringfügig schwinden, sodass die Beschichtung reißt. Wie auch immer, die Eindrücke hier sind wichtiger.

IMG_0103.JPGNach weiteren 20 km Schotter, die aber besser ausgebaut und wegen der Waschbrettoberfläche am besten mit 80 bis 85 km/h gefahren werden, sind wir nun, wieder auf Asphalt, Richtung Barossa Valley unterwegs. Wir nächtigen heute etwas nördlich dieser berühmten Weinbauregion in Saddleworth und der Autor hat sich zum Schreiben seit langem mal wieder ins WoMo gesetzt. Draußen herrschen heute Abend geradezu frostige 13 Grad C! Das ist erstmal ne Umstellung. 😦

Sonntag 26.10. (Heu)Schrecken am Morgen
Gestern müssen wir auf der Fahrt – ohne dass Clemens etwas davon bemerkt hat – in einen Schwarm Heuschrecken geraten sein:

IMG_0107.JPG
Also steht heute nach dem Frühstück für Clemens eine Wasch-Pul-Bürstaktion auf dem Programm, die beiden Frauen kümmern sich derweil um den „Haushalt“. Danach machen wir uns auf den Weg ins Barossa Valley. Auch wenn es so heißt – ein Tal ist es nicht wirklich, wir hatten uns die Gegend interessanter vorgestellt.

IMG_0105.JPGAufgrund der Sonneneinstrahlung ist hier halt keine Hanglage erforderlich um leckeren Wein herzustellen. Auf eine Weinprobe verzichten wir aufgrund der Promillegrenze lieber und fahren weiter nach Adelaide. Hier fahren wir kilometerweit an unzähligen Auto- und Reifenhändlern, Supermärkten und anderen Geschäften vorbei, bis wir auf dem Big4 Adelaide Shores Caravan Park ankommen. Hier ist Lina mal wieder vom Jumping Pillow begeistert!

IMG_0104-0.JPGBeim abendlichen Grillen müssen wir nach drinnen flüchten, da ein Gewitter direkt über uns hinwegzieht. Ein Blitzschlag ist dann auch ein Volltreffer in die Stromversorgung, der Campingplatz versinkt für drei Stunden in tiefster Dunkelheit und wir freuen uns wieder einmal über den schönen Sternenhimmel.

Montag 27.10. Großstadt im Süden
Heute steht Adelaide auf dem Programm. Die Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt sind so dicht zusammen, dass wir das alles zu Fuß erreichen können. Interessant sind auch die alten Fassaden zwischen den neuen Häusern.

IMG_0108.JPGLustig findet Lina besonders die „Schweinebande“ in der Fußgängerzone.

IMG_0109-3.JPGManche Kirchen sind einfach aus Scotland importiert.

IMG_0110.JPG

Dienstag 28.10. Die „große“ Überfahrt
Unser Henri muss die Vorder- und Hinterräder getauscht bekommen. Auf der Fahrt Richtung Fährhafen nach Kangaroo Island suchen wir einen Reifenhändler auf. Das Rotate dauert nur eine halbe Stunde. Die verbringen wir mit einem Kaffee und lecker Kuchen beim Bäcker um die Ecke. Um 3 pm sind wir dann an Bord der Fähre und lassen uns bei der Überfahrt 45 min durchschaukeln.

IMG_0111.JPGLina genießt das auf und ab lautstark und erntet verzweifelte und auch neidische Blicke von den anderen Passagieren. Die bisherigen Segeltörns hat sie wohl noch in guter Erinnerung. Nun stehen wir, für die Nacht, auf einem „Self Registration“ Platz am Strand von Emu Bay an der Nordküste von Kangaroo Island.

Mittwoch, 29.10. „Zoo ohne Zäune“
Heute hat der Wecker uns früh rausgeschmissen, damit wir den Tag intensiv nutzen können. Zuerst fahren wir zur Seal Bay, da dort eine große Kolonie Seelöwen lebt. Der Tipp aus einem unserer Reiseführer, dass man mit etwas Glück die Tiere ohne Eintritt zahlen zu müssen auch in der Nachbarbucht Bales Bay beobachten kann, bewahrheitet sich zwar nicht, dafür haben wir aber eine große Traumbucht ganz für uns allein. Das Wetter eignet sich zwar nicht zum Baden, aber die Füße dürfen ruhig mal nass werden…

IMG_0113.JPG
Danach fahren wir dann in die Seal Bay rüber und stellen fest, dass sich der Eintritt gelohnt hat:

IMG_0114-4.JPGDann fahren wir in den Flinders Chase National Park und sichern uns in der Visitor Information erstmal einen Stellplatz im Rocky River Bushcamp. Danach fahren wir zum Admirals Arch, wo wir einen Goanna und viele Neuseelandrobben beim Jagen, Dösen und Muttermilchtrinken beobachten können.

IMG_0115.JPGAnschließend geht es weiter zu den Remarkable Rocks, diese Felsen sind wirklich beeindruckend, außerdem ist der Blick auf die Küste fantastisch.

IMG_0116.JPG
Sabine entdeckt an einem der Felsen sogar ein „Schweineporträt“:

IMG_0117-0.JPG
Um diese vielen Eindrücke zu verarbeiten, fahren wir auf unseren Campingplatz, auf dem Weg dorthin und auch auf dem Platz selbst sehen wir noch einige Kängurus.

Donnerstag, 30.10. Bushwalk
Beim Frühstück haben wir Kängurus zu Besuch, der Versuch, sie zu fotografieren schlägt leider Fehl, als sie Sabines Bewegungen sehen, suchen sie das Weite. Nach dem Frühstück machen wir einen Bushwalk, den kurzen Woodland Trail, den Lina komplett und mit viel Spaß mitläuft.

IMG_0118.JPG
Bei der Runde sehen wir wieder einen Goanna und einen Koala.

IMG_0120.JPG

IMG_0119.JPG
Anschließend essen wir noch einen leckeren Burger im Restaurant der Visitor Information und machen uns dann auf den Weg zur Fähre. Diese Fahrt verläuft sehr ruhig, einen Aufenthalt auf Deck sparen wir uns lieber – mit an Bord ist ein Truck mit einer Ladung Schafe, die Luft draußen riecht daher ziemlich nach Stall. Da wir erst spät auf dem Festland ankommen, verbringen wir die Nacht auf einem Campingplatz an der Nordküste der Fleurieu Peninsula, unweit des Fährhafens. Der Platz ist wenig einladend, aber weiter wollen wir heute nicht fahren.

Freitag, 31.10. Hahndorf
Der ruhigen Nacht folgt ein unruhiger Morgen, ein junger Endurofahrer probiert auf dem Campingplatz seine Maschine aus, und da uns der Platz trotz Sonnenschein nicht gefällt, suchen wir nach dem Duschen das Weite und fahren die Straße ein Stückchen hoch bis zu einem Parkplatz an der Küste. Dort frühstücken wir, beobachten die Angler und Spaziergänger und amüsieren uns über einen noch recht jungen Hund der immer wieder ins Wasser läuft und dann spielerisch vor den ankommenden Wellen „flüchtet“.
Anschließend fahren wir durch eine sehr europäisch wirkende Landschaft (Niedersächsisches Allgäu) nach Hahndorf. Ein nettes, wenn auch sehr touristisches Örtchen, das, entgegen unserer vorherigen Vermutung, nicht „typisch bayrisch“ wirkt, auch wenn dort bayrisches Bier ausgeschenkt wird.

IMG_0121.JPG
Nach unserem Spaziergang dort fahren wir, da wir in die Murray River Region wollen, in nordöstlicher Richtung weiter. Dabei kommen wir wider in das Barossa Valley, allerdings in den Nordosten, den wir noch nicht besucht haben. Hier machen wir für zwei Nächte Station auf dem Barossa Valley Tourist Park in Nuriootpa, da morgen mal wieder ein Wasch- und Reparaturtag ansteht. Der hohe Wasserdruck hier hat beim Tanken die Gardenakupplung in zwei Teile zerlegt und unsere Platznachbarn geduscht. Den Abend beschließen wir trotzdem mit einem leckeren „Barbie“.

Sonntag 2.11. Noch ein Weinanbaugebiet
Nachdem wir gestern alles erledigt hatten, haben wir mit Kaffee und Keksen versorgt versucht ein Cricketspiel auf dem benachbarten Sportplatz zu verfolgen. Ohne die geringste Kenntnis der Regeln und des Spielzieles ist das aber sehr schnell langweilig geworden. Heute sind wir dann Richtung Murray River aufgebrochen. Der Versuch in Waikerie ein Hausboot zu mieten scheitert, nach einer sehr kurzen Besichtigung eines Bootes, am Zustand der „nicht optimal“ gepflegten Mietobjekte. Die Landschaft ist sehr vom Wein- und Obstanbau dominiert. Clemens hat auch gleich einen Shiraz von Banrock aus Kingsten on Murray besorgt. Der Übernachtungsplatz heute wird von der Region Renmark betrieben, hat zwar ein Toilettenhäuschen und Wasser (nicht trinkbar) ist ansonsten aber nur ein Waldstück am Flussufer in dem man sich, nach der Anmeldung beim Caretaker, einfach irgendwo zwischen den Bäumen einen Platz sucht. Das muss man mal auf Deutschland übertragen…undenkbar! Nun sitzen wir wieder am Grill (das einfache Gasgrillen ist doch ein wenig grillen für Dummies) und beobachten die Possums bei ihren Klettereien in den Bäumen. Zwei von ihnen klettern direkt neben dem WoMo runter und untersuchen den Grill und das Grillbesteck darauf ganz genau.

IMG_0112.JPGJetzt hat unser Pfannenwender einen Possumbiss an der Vorderkante.

Montag 3.11. sonnig 28 Grad C, Renmark und das Hauboot
Nun haben wir einen Vermieter gefunden, der gepflegte Hausboote vermietet. So haben wir ab Mittwoch für drei Tage eine neue schwimmende Wohnung. Mehr zur Flussschifffahrt ab dann. Danach schauen wir uns noch in Renmark um und landen schließlich, wieder am Wasser, im Murray River National Park.

Dienstag 4.11.
Nachtrag von gestern: Wir wollten gerade unsere Sitzplätze vorm WoMo räumen, da klappert was aufs Autodach…kurz danach wieder und tatsächlich, da sitzt ein Possum direkt auf dem Ast überm WoMo und frühstückt. Die Überreste fallen dann so runter…klapper….echt niedlich!
So, nun frühstücken wir auch erstmal genüsslich draußen direkt am Murray. Dann besuchen wir in Loxton das Freilichtmuseum mit Häusern, Autos und landwirtschaftlichen Maschinen aus der Zeit von 1900 bis 1930. Die Ausstellung ist eher eine Ansammlung von alten Maschinen und Geräten im Urzustand als ein Museum. Zumindest das hauseigene Känguru posiert für die Kamera.

IMG_0122-0.JPGSpäter nutzt Lina noch ausgiebig den Spielplatz am Murrayufer in Loxton und Clemens kann noch einige Fotos von Kookaburras, Kakadus und einem Känguru beim Saufen am Fluss machen.

IMG_0123.JPG

IMG_0124.JPG

IMG_0125.JPG

Mittwoch 5.11. Das Boot
Um 10:00 Uhr bekommen wir den Anruf, dass das Boot fertig ist und übernommen werden kann. Also noch schnell Wasser kaufen, dann haben wir alles für die nächsten 4 Tage zusammen, und los zum Vercharterer. Nach Kontrolle des Führerscheins (Kfz) und kurzer Einweisung fahren wir nun Hausboot. Das Ding sieht mehr aus wie ein Wohncontainer mit Schaufelradantrieb als ein Boot

IMG_0126.JPG aber so können wir mal die Perspektive wechseln. Der Blick vom Wasser hat auch echt was.

IMG_0127.JPGAuf die Frage an den Vermieter: „Wo können wir abends festmachen?“ Kommt nur „wo ihr wollt, sucht euch einen schönen Platz aus und bindet das Boot an die Bäume“ also machen wir das auch so. Nach dem BBQ auf dem bordeigenen Gasgrill gibts auch noch ein Campfire (unser Klappspaten kann im WoMo bleiben, selbst ein Spaten und ein Eimer zum Glut löschen sind an Bord).

IMG_0128.JPG

Donnerstag 6.11. Die Erfindung der Langsamkeit (Den Murray stromaufwärts)
Nach dem Frühstück „Leinen los“ und gemütlich die Landschaft genießen.

IMG_0129.JPGLina hat mächtig Spaß Bein Steuern.

IMG_0131-0.JPGUnd am Liegeplatz.

IMG_0132.JPGAbendstimmung genießen!

IMG_0133.JPG

Freitag 7.11. 37 C, Samstag 8.11. 32 C,
Der Murray und seine Tiere

IMG_0135.JPG

IMG_0134.JPG
Nessi’s?

IMG_0136.JPG
Nein! Nur Emu’s bei der Flussdurchquerung

IMG_0137.JPG

IMG_0139.JPG

IMG_0138.JPG
Nun sitzen wir, nach einem Temperatursturz von 32 auf 18 Grad C, im Boot und lassen den Tag ausklingen.

Sonntag 9.11. Wieder „zu Hause“
Gestern Abend haben wir mal wieder mit der Heimat telefoniert und nicht ganz so tolle Nachrichten erhalten. Paula, wir wünschen dir alles Gute und drücken dir hier unten die Daumen, dass du es gut überstehst!
Heute ist früh aufstehen angesagt, da wir das Boot bereits um 9:00 Uhr abgeben und wir noch ein paar Kilometer fahren müssen. Die Rückgabe klappt dann auch problemlos und wir sind wieder in unser rollendes Heim eingezogen. Nach dem Auffüllen der Vorräte fahren wir über den Sturt-Highway nach Mildura. Von der Stadt sind wir ein wenig enttäuscht, da unser Reiseführer uns eine schicke Altstadt versprochen hat, diese sich aber auf vereinzelte alte Häuser beschränkt. Nach einem Spaziergang und einem sehr leckerem Eis fahren wir weiter Richtung Grampians NP. Das Nachtlager schlagen wir am Lake Lascelles nahe Hopetoun auf. Mal wieder ein echter Tipp aus dem Campguide „Camps 7“, hier direkt am Seeufer stehen wir allein können in Ruhe grillen und nun ganz gemütlich (Lina schläft bereits) am Campfire sitzen, entspannen und natürlich den Tag niederschreiben.

IMG_0140.JPG

Montag 10.11.
Heute fahren wir über Horsham und Stawell Richtung Grampians NP. Im zentralen Ort Halls Gap besorgen wir uns Infos zum NP und buchen gleich für zwei Nächte einen Stellplatz auf dem Borough Huts Campground. Dort angekommen findet sich eine Ausstattung, wie üblich auf solchen Plätzen, mit Trockentoilette, Regenwasserbehälter und an den Sites Firepits für das Campfire. Also geht Clemens gleich mal wieder Holz sammeln. Auf dem Rückweg sind ganz in der Nähe grasende Kängurus. Darunter ein Muttertier mit Joey im Beutel. Das kleine nutzt die Gelegenheit und frisst bequem mit.

IMG_0141.JPG Am Abend prasselt dann ein schönes Feuer, und die doch kühle Nachtluft lässt sich so genießen.

Dienstag 11.11. Linas große Wanderung
Heute Morgen, nach der bislang kältesten Nacht mit 5,5 Grad Außentemperatur, sind die Gedanken gleich in Hagenburg, aber durch den Zeitunterschied von 10 h ist bei euch ja noch der 10.11. – also muss der Geburtstagsanruf noch ein wenig warten… Wir machen uns auf eine Rundreise durch den NP. Zuerst zum Boroka Lookout. Klasse Blick über die grüne Landschaft.

IMG_0142.JPGDann zu den Mackenzie Falls. Der Blick vom Lookout oben an den Fällen ist zwar schön, aber so richtig beeindruckend ist doch erst der Blick von unten. Also die 110 m Höhenunterschied auf teilweise rutschigen Stufen runter zu diesem Anblick:

IMG_0143.JPGDann erst mal Pause, was trinken und einen Müsliriegel, bevor es wieder nach oben geht. Der Wald im oberen Teil der Schlucht ist im Februar letzten Jahres einem Buschfeuer zum Opfer gefallen. Die dickeren Äste und die Stämme der Eukalypten schlagen wieder aus. Die dünnen Zweige der Kronen sind allerdings tot.

IMG_0144-0.JPGSo überleben diese unglaublichen Bäume also auch einen Waldbrand. Dann noch zum Reed Lookout mit schon tief stehender Sonne und Selbstporträt der Autoren.

IMG_0145.JPG

Mittwoch 12.11.Wieder an die Küste
Wir starten früh zu den Silverband Falls, die letzten Fälle, die wir uns im Gramians NP ansehen. Auf der Fahrt an die Südküste wackelt, direkt vor dem Auto, noch ein Echidna über den Weg. Für alle die nicht wissen was das ist, siehe unten:

IMG_0147.JPGGenau, ein Australischer Ameisenigel.
Das heutige Ziel ist Portland. Kurz davor hat Sabine mal wieder einen echt tollen Platz zum übernachten gefunden. Also wieder mitten in den Wald und die Sawpit Picnic Area angesteuert. Zu Clemens‘ großer Überraschung sind wir nicht allein dort. Aber ein schönes Plätzchen finden wir doch noch. Beim Essen müssen wir dann das Grillgut vor den anfliegenden Kookaburras verteidigen. Einmal hat das nicht geklappt und Lina hat ein großes Stück von ihrem Burger eingebüßt. Als dann das Campfire brannte, haben sich die Diebe schnell verzogen. Unglaublich, wie schnell die Vögel sich ihre „Beute“ vom Teller holen.

Donnerstag 13.11. Die Südküste, windstill und 33 Grad C
Wir starten unsere Tour an der Südküste mit dem Besuch von Cape Bridgewater. Hier soll die Brandung Wasser durch Löcher in den Felsen (Blow Holes) nach oben blasen. Da wir Niedrigwasser und wenig Welle haben hält sich der Effekt in Grenzen.

IMG_0148-0.JPGDie versteinerten Bäume, die wir uns ein Stück weiter ansehen, stehen da schon seit einigen tausend Jahren und sind nicht so wetterabhängig.

IMG_0149.JPG
In Bridgewater sehen wir beim Lunch einer Schulklasse beim Surfunterricht zu. Clemens hatte im Sportunterricht in dem Alter immer Bodenturnen und hat es gehasst. Diese Schüler sind aus seiner Sicht in einer weitaus besseren Situation, aber Surfen war zu dieser Zeit in Berenbostel nicht so populär. So, die Kinder sind fertig und gehen duschen und wir sind satt und fahren weiter…ach übrigens, die Forstleute hier wissen auch was gut ist…

IMG_0150.JPG

Freitag 14.11. Great Ocean Road, kalt, windig, regnerisch, 17 Grad max.
So sieht die berühmte Straße aus:

IMG_0151.JPG
Ach ne, sondern so:

IMG_0152.JPGUnd die sogenannte London Bridge im Regen:

IMG_0153.JPGDer linke Bogen zum Festland ist vor 24 Jahren eingestürzt, die zwei Touristen auf dem rechten Bogen wurden per Helikopter unverletzt abgeholt. Da freies Stehen in dieser touristisch ausgebauten Gegend kaum möglich ist, nächtigen wir heute auf einem Campground in der Nähe von Princetown. Das einzig positive hier sind die über 70 (von Sabine mühsam gezählt) Kängurus, die sich abends in der Mitte des Platzes versammelt haben. Wir können aus dem WoMo heraus sogar einige Revierkämpfe sehen. Die beiden Herren hier sind aufgerichtet bestimmt 1,70 – 1,80 m groß.

IMG_0154.JPG

Samstag 15.11. Die „großen“ Sehenswürdigkeiten
Das Wetter meint es heute erstmal wieder besser mit uns. Angenehme 24 Grad C und ab und an Sonne. Das genießen wir am „überfüllten“ Strand in der Loch Ard Gorge.

IMG_0155.JPGDann der Höhepunkt dieses Straßenabschnitts , die 12 Apostles. Dass da nur noch acht Felsen im Wasser stehen, stört hier scheinbar niemanden. Der Ausblick ist echt toll.

IMG_0156.JPGApropos echt toll, wir haben kürzlich in einem Forum die Diskussion über Kurtaxe und Parkplatzgebühr an der deutschen Ostseeküste verfolgt. Hier ist ein großer Parkplatz angelegt, eine Fußgängerunterführung unterm Highway gebuddelt und Fußwege mit Aussichtsplattformen gebaut worden. Ob man das schön und gut findet, sei mal offen gelassen, aber es ist alles kostenlos nutzbar (auch die Toiletten der Touriinfo). Nun mag jeder sich etwas ähnliches an der deutschen Küste denken… Bei Lavers Hill verlassen wir die Great Ocean Road um im Great Otway NP den „Fly“, einen bis zu 33 m über dem Waldboden gebauten walkway zu besteigen. Nach dem walk im Valley of the Giants in WA unser zweiter Tree Top Walk. Der 600 m lange Weg führt durch subtropischen Regenwald mit alten moosbewachsenen Eukalyptus- und Farnbäumen. Die hier wachsenden Mountain Ash werden teilweise über 100 Meter hoch.

IMG_0157.JPGHeute übernachten wir auf einem unserer Traumplatze. Mitten im Wald, sehr ruhig, mit Firepits und viel Platz drumrum. Nur das Wetter verscheucht uns zum Essen nach drinnen. Clemens muss den Grill dann im Regen abbauen. Aber was will man erwarten, mitten im Regenwald und in der nassesten Region Victorias (über 2000 mm Regen/a, im Schnitt).

Sonntag 16.11. Traumstraßen durch den Wald und an der Küste
Der Tag startet erst mal mit einer tollen Strecke durch richtig dichten Regenwald.

IMG_0158.JPG
Auf der Küstenstraße dann wieder tolle Ausblicke

IMG_0159.JPG
Oder Regenwald pur an den Erskine Falls

IMG_0160.JPGHier ganz in der Nähe übernachten wir dann auch wieder auf einem typischen NP Campground.

Dienstag 18.11. Große Stadt(rundfahrt)
Heute sitzen wir im WoMo am Rande des Yarra Rangers NP hoch über Millgrove auf einem Aussichtsparkplatz und ruhen uns nach anstrengendem Tag in Melbourne aus, genießen die Aussicht und schreiben. Aber alles der Reihe nach. Gestern haben wir an der Great Ocean Road bei Aireys noch einen Leuchturm besucht und die Küste dann Richtung Melbourne verlassen.

IMG_0161.JPGRauf konnten wir leider nicht, da das Feuer noch in Betrieb ist und daher nur geführte Touren möglich sind.
Die Nacht verbrachten wir dann auf einem „richtigen“ Campground mit allem Komfort in Melbourne.
Heute Morgen sind wir dann früh in die Innenstadt gefahren, haben einen Parkplatz in der Nähe der Flinders Street Station gefunden. Laut Touriinfo einem der schönsten Bahnhöfe der Welt.

IMG_0162.JPGNa, hässlich ist der Bau wirklich nicht.
Die Rundfahrt mit der alten Straßenbahn hat Lina besonders gefallen. Zwischendurch sind wir an der Queen St. ausgestiegen und zum Queen Viktoria Market gelaufen. Die alten Markthallen sind toll, der Markt selbst aber eher Tourinepp. O-Ton Clemens: „hier kaufen Japaner billige Chinaware mit australischem Aufdruck“. Auf dem Rückweg zum Auto zeigt die Stadt eine Mischung aus Alt und Neu.

IMG_0163.JPG
Neu war für uns auch diese Werbung

IMG_0164.JPGAuffällig war, wie auch in Perth schon, die Bautätigkeit. Überall in der Innenstadt entstehen neue Hochhäuser. Krise scheint ein europäisches Problem zu sein, hier rechnet man auch in diesem Jahr mit kräftigem Wirtschaftswachstum.
Zum Schluss noch ein Blick nach Chinatown

IMG_0165.JPG
Und dann verlassen wir diese trotz der vielen Menschen recht angenehme, entspannte und vielleicht wegen der vielen Bäume auch überraschend ruhige Stadt wieder. Wie überall in Australien ist uns auch hier wieder das freundliche, zurückhaltende und hilfsbereite Miteinander aufgefallen. Immer wieder werden wir gefragt „do you need a hand?“ wenn wir mit Lina vor Treppenstufen anhalten oder nur sie langsam hochsteigen. Auch wurde keiner von uns, trotz vollen Gehwegen, angerempelt oder auch nur berührt.

Mittwoch 19.11. oho, hohe Berge…
Heute fahren wir weiter in die Berglandschaften der Great Dividing Range. Zuerst noch über befestigte Straßen, dann Schotterserpentinen.

IMG_0166.JPG
Auf dem kostenlosen Campground an der Strecke sind wir ganz allein unter riesigen Eukalypten.

IMG_0167.JPG
Der hochmoderne Sanitärbereich

IMG_0168.JPG
Aber am Grill mit Fußbodenheizung 😉

IMG_0169.JPG

Donnerstag 20.11. Organisation
Wir haben heute die vorläufige Bestätigung für die RORO-Verschiffung von unserem rollenden Heim nach NZ bekommen. Der Tag ist dann irgendwie mit fahren, Dokumente zusammenstellen, mailen und Lina beschulen verflogen. Hier ein Teil vom Stausee Lake Eildon

IMG_0170.JPG
Nun stehen wir mal wieder auf einem NP-Campground, diesmal im Mount Buffalo NP. Nach einem Tag mit schönem Wetter und so um die 30 Grad C hat es so gegen 21:00 Uhr angefangen zu regnen. Na, zum Glück ist unser Dach dicht. 🙂

Freitag 21.11. In die „Alpen“
Wir verlassen Mt. Buffalo NP früher als gewöhnlich und fahren in Richtung Kosciuszko NP. Südlich des Mt. Kosciuszko, dem höchsten Berg Australiens, verläuft eine über 110 km lange Serpentinenstrecke in bis zu 1300 m Höhe. Die Berge hier heißen Snowy Mountains, und das sieht man auch auf den Verkehrsschildern.

IMG_0171.JPGNach der Anfahrt und den ersten 50 km Kurven halten wir für die Nacht auf dem Geehi Flats Campground, direkt am Fluss gelegen. Da es noch recht früh ist, bekommt Lina heute eine Extrastunde „Unterricht“ und wir haben auch noch Gelegenheit zur Naturbeobachtung.

IMG_0172.JPGGrasende Kängurus, ein echt friedliches Bild.

Samstag 22.11. Das Dach Australiens
Morgens beim Frühstück, ein Blick aus dem Fenster:

IMG_0173.JPGDanach fahren wir weiter durch den Bergwald. Die einzige Siedlung an dieser über 100 km langen Straße ist, man lese und staune, ein Skiort! Die Sessellifte bringen im Sommer (also jetzt) Mountainbiker und Wanderer in die Nähe des Mt. Kosciuszko (für die korrekte Aussprache müssen wir noch üben, Clemens wurde schon vom Tankwart über die correct pronounce belehrt). Wir fahren nach oben, laufen teilweise durch Schnee!!!

IMG_0174.JPGDie letzten 2 km bis zum Outlook und genießen…

IMG_0175.JPGDer Mt. Kosciuszko (Aussprache üben!) ist übrigens die unspektakuläre rundliche Kuppe (zweite von rechts). Der Sessellift bring uns, nach einem leckeren Aussiburger und einem original „Maisels Weisse“ (das erste deutsche Bier nach knapp 3 Monaten), wieder sicher die 650 Höhenmeter zurück ins Tal. Danach kurven wir, mit einem kurzen Einkaufstopp in Cooma zu unserem Übernachtungsplatz Numeralla River Rest Area am Monaro Highway.

Sonntag 23.11. Der Regierungsbezirk
Auf der Fahrt nach Canberra genießen wir die schöne, liebliche Hügellandschaft, durch die der Highway B23 führt. In der Hauptstadt angekommen, besuchen wir erst mal den Capital Hill mit dem Parliament House in dem die zwei Kammern der Australischen Regierung tagen. Das von Aussies gern als „amazing architecture“ beschriebene Bauwerk ist wirklich beeindruckend.

IMG_0176.JPGNach den in solchen Gebäuden üblichen Sicherheitskontrollen (wir mussten die gewohnheitsmäßig mitgeführten Taschenmesser und SwissTool abgeben) kann man sich ungehindert im Haus umsehen, den Großen Saal, beide Sitzungssäle und auch das Dach (größtenteils Rasendach), das seitlich bis auf Straßenniveau herunter geht, besuchen. Über allem weht übergroß die Flagge mit dem Kreuz des Südens. Auch hier wird kein Eintritt oder eine „Sicherheitsgebühr“ verlangt. Im Inneren sind die Bereiche der Abgeordneten oder der Senatoren teilweise nur durch Absperrkordeln in einem Meter Höhe gesichert. Sicherheitspersonal ist nicht zu sehen. Diese Offenheit und der ungezwungene Umgang mit Gästen ist einfach genial! Nach einem Mittagsimbiss im „Queen’s Terrace Café“ (einmal wie ein australischer Abgeordneter essen) fahren wir weiter zum National Museum of Australia. Lina gefällt besonders die Multimedia-Show zur Geschichte Australiens. Da der dann angesteuerte NP-Campground in den Bergen leider durch eine Schranke verschlossen ist, sind wir nun auf einem Platz gelandet, der zu den teuersten bisher gehört, und dessen „Empfangsdame“ zur Gattung der Gewitterhexen zählen könnte.

Montag 24.11. Richtung Küste
Schnell weg, der Empfang gestern grummelt Clemens immer noch im Bauch… Die Fahrt nach Sydney verläuft recht ereignislos. Nur das letzte Stück Motorway ist eine Tollroad. Bezahlt wird elektronisch und wir versuchen uns gleich via Internet anzumelden. Leider akzeptiert dieses System nur australische Kennzeichen. Alle Versuche unser Kennzeichen und das Herkunftsland einzugeben scheitern an den Auswahlmenüs. Selbst der Versuch eine Meldung auf den Seiten abzusetzen verlangt eine Mailadresse und unsere mit .de wird als nicht gültig abgelehnt. So bleibt uns nicht anderes übrig als schwatz zu fahren. Als erstes suchen wir uns einen Übernachtungsplatz nördlich des Zentrums und dann ist für heute Schluss.

Dienstag 25.11.
Heute fahren erstmal Einkaufen und grüßen dann, wie uns aufgetragen, die alte Heimat von Wendy und Evelyn.

IMG_0177.JPG…ist gemacht! Dann ist Waschtag, und das kann dauern…

Mittwoch 26.11. Kleiner Henri in großer Stadt
Zuerst mal direkt durch die Innenstadt und den CBD Richtung Oper und Botanischer Garten. Einen Parkplatz finden wir am Hintereingang zu den Gärten. Da wir heute weit laufen wollen, wird Lina mal geschoben. Die Botanischen Gärten liegen direkt am Wasser und werden von gefühlt tausend Joggern genutzt. Schon der Weg zur Oper macht so Spaß und Lina kann noch den Kakadus zuwinken.

IMG_0178.JPGDie winken aber nicht zurück, sind allerdings so zahm, dass sie bei anderen Besuchern auf der Schulter sitzen. Dann sind wir an dem Bauwerk angekommen, das für Clemens seit der Kindheit ein Symbol für Australien ist.

IMG_0179.JPGDann noch zum Circular Quay drei Portionen Fish and Chips kaufen und genüsslich am Wasser verspeisen. Auf dem Rückweg fällt uns noch dieses Schild am Eingang zum Botanischen Gärten auf:

IMG_0180.JPGIn der Heimat würde an dieser Stelle wohl stehen „Betreten der Rasenfläche VERBOTEN!“…In WoMo angekommen lassen wir es uns nicht nehmen zurück mitten in der Rushhour über die Harbor Bridge zu fahren.

IMG_0181.JPGIn einer 4Mio-Stadt ein besonderes Erlebnis. Haben wir die Aussis bisher als zurückhaltende Fahrer kennengelernt, so sind die Sydneysider hier die unrühmliche Ausnahme. 😦

Donnerstag 27.11. Kleine Lina und große Fische
Heute ist ein trüber aber warmer Tag, also entscheiden wir uns für einen Besuch des Sealife in Sydney, das weltgrößte Aquarium. Also wieder durch das scheinbar andauernde Verkehrsgewimmel in den CBD. Hier kurven wir eine ganze Weile auf der Suche nach einem Parkplatz herum, bis wir schließlich westlich der Darling Harbour Bucht fündig werden. Mittlerweile ist Lunchtime und wir legen auf dem Weg zum Aquarium einen Stopp im Foodcourt des Harbourside Shoppingcenter ein. Gestärkt geht es dann weiter über die Fußgängerbrücke auf die andere Seite des Hafens.

IMG_0185.JPGDie in unserem Reiseführer erwähnte Monorail gibt leider nicht mehr. Lediglich die Bahnhöfe stehen noch und erinnern an ihre Existenz. Von der Brücke aus fällt unser Blick auf diese Weihnachtsdeko:

IMG_0183.JPG
Im Sealife ist zum Glück nicht allzu viel los und wir müssen an der Kasse nur ein paar Minuten warten. Gleich hinter dem Eingang können wir dann zwei Schnabeltiere beim schwimmen, tauchen und „Unterwasserpurzelbäumeschlagen“ beobachten.

IMG_0184.JPGLina hat Spaß mit den Dugongs

IMG_0186.JPGDie beiden „Alten“ lassen sich von den Haien beeindrucken die im Unterwassertunnel direkt über deren Köpfen schwimmen.

IMG_0187.JPG

Freitag 28.11. In die Blauen Berge fahren wir…
Raus aus der Großstadt und mal wieder in die Berge, diesmal die Blue Mountains. Und tatsächlich, in den Tälern an den Wentworth Falls steht ein blauer Dunst über dem Eukalyptuswald.

IMG_0188.JPGDann fahren wir weiter zu den Three Sisters.

IMG_0189.JPGDanke, Wendy, für den Ausflugtipp!
Unser Übernachtungsplatz heute liegt im Megalog Valley, der Glen Park Reserve Campground liegt zwar straßennah aber wir stehen hier im hinteren Teil sehr ruhig, die selbstgemachten Aussiburger waren lecker und nun prasselt das Lagerfeuer…

Samstag 29.11. Höhlenfahrt
Heute mal wieder eine Premiere, die Einfahrt zum Parkplatz an den Jenolan Caves (Tropfsteinhöhlen) führt direkt durch eine der Höhlen.

IMG_0192.JPGGenug von dunklen Höhlen machen wir uns auf den Weg zum Lake Lyell Campground direkt am See. Abends können wir den Aussis beim Wochenendvergnügen zusehen, – Camping – go fishing – BBQ – Bier am Campfire – und gut…

Sonntag 30.11. Wieder Richtung Sydney
Da die Verschiffung unseres WoMo’s nach NZ näher rückt, wollen wir für die Zeit ohne eigenes Heim in ein Mietmobil umziehen. Natürlich besteht Clemens auf einen Kastenwagen. Der steht ab morgen bei KEA, Nähe Airport Sydney, für uns bereit. So brechen wir heute mit dem Ziel Küste südlich von Sydney auf. Auf dem Weg durch die Blue Mountains stoppen wir noch an den Botanischen Gärten zwischen Bell und Richmond und bewundern Hornveilchen, Tagetes und Rosen am ersten Advent.

IMG_0193.JPG

Montag 1.12. Paperwork at Customs in Sydney
Nach einer Gewitternacht (hier knallt es heftig) im Royal NP südlich von Sydney müssen wir erstmal das Carnet de Passage bearbeiten und abstempeln lassen. Also mit der Buchungsbestätigung und dem Carnet zum Australian Customs and Border Protection Service am Flughafen. Die Prozedur dauert mal gerade 10 Minuten, und das obwohl der Officer sowas noch nie zuvor gemacht hat. Seine Kollegin kannte den Vorgang und so ist alles schnell erledigt. Nun haben wir unseren Henri wieder ausgeführt, sitzen aber immer noch drin?!?
Na, die werden wissen, was sie tun.
Das nächste Ziel ist die KEA Station, das Mietmobil wartet schon. Die Übergabe erfolgt in zwei Schritten. Erstens möchte der Mitarbeiter vom Vermieter unser WoMo ansehen und erklärt bekommen, dann gehen wir zum KEA und er weist uns in die Technik ein.

IMG_0194.JPGNach einer dreiviertel Stunde rollen wir mit zwei Kästen vom Hof. Heute haben wir uns für zwei Nächte auf einem Big4 Caravanpark in Kiama eingemietet. Auf die Frage, ob wir ein zweites WoMo zeitweise mit auf den Platz nehmen dürfen, bekommen wir gleich kostenlos eine zweite Zugangskarte für die gesamte Zeit ausgestellt. So können wir auf dem großen Stellplatz beide Vans nebeneinander stellen, in aller Ruhe umladen und Henri gründlich reinigen. Aber das erst morgen… Zwischenzeitlich hat Lina ihre Mutter mal wieder auf das Jumping Pillow entführt, das macht sooooooo viel Spaß und der Gleichgewichtssinn wird auch noch trainiert.

Mittwoch 3.12. Tschüß Henri 😦
Nachdem wir gestern unser Zuhause der letzten drei Monate auf(aus)geräumt und sauber gemacht haben, fahren wir es nun zum Hafen nach Port Kembla. Die Formalitäten (Paperwork) dauern etwas länger. Clemens muss eine 30-minütige Sicherheitsunterweisung mit anschließendem Test am PC erdulden, bevor er für 2 (!) Minuten auf das Hafengelände darf. Nachdem das alles abgeschlossen ist, fahren wir nach Südosten in den Budderoo NP. Der Campground für heute hat mal gerade sechs Stellplätze. Fünf davon bleiben leer. Schöööööön!

Donnerstag 4.12. Kangaroo Valley
Die Fahrt heute führt durch hübsche liebliche Hügellandschaften mit viel Weideland, kleinen Höfen und netten gepflegten kleinen Ortschaften zum Fitzroy Fall. Die kleine Wanderung zum Jersey Lokkout macht auch Lina Spaß.

IMG_0195.JPGWeiter unten im Tal führt die älteste Hängebrücke Australiens einspurig über den Kangaroo River.

IMG_0196.JPG

Freitag 5.12. Weißer Sand
Nach der Nacht im Booderee NP an der Jervis Bay nutzen wir das Wetter, um nochmal Baden zu gehen. Der Strand dazu mit dem angeblich „weißesten Sand der Welt“ ist in Hyams Beach schnell gefunden.

IMG_0197.JPGDas klare Wasser der Tasman-See und der Strand sind echt klasse und die Wasserratte hat ihre Freude. Abends auf dem Caravanpark in Culburra Beach beobachten wir noch aufziehende Gewitterwolken, in denen es unaufhörlich Blitzt und die ganze Wolke von innen heraus aufleuchtet -unvergesslich….

Sanstag 6.12. Nikolausi
Auch in Australien bringt der Nikolaus kleine Geschenke….
Nach dem Frühstück fahren wir nach Kiama und besuchen das Blowhole. Clemens steht lange vergeblich vor dem Loch und versucht ein Foto zu machen. Als er aufgibt und mit Lina die angrenzende Steilküste erkundet, gelingt Sabine doch noch ein respektableres Bild.

IMG_0198.JPGBei stärkeren Winden und mehr Welle sollen noch viel größere Wassermengen in die Luft geschleudert werden – leider nicht heute… -. Inzwischen erklärt Papa seiner Tochter wo wir übermorgen hinfliegen.

IMG_0200.JPG

Sonntag 7.12.
Erstmal ausschlafen, frühstücken und dann Klamotten packen. Heute müssen wir unser Mietmobil, wir haben es übrigens Lars getauft, weil es weiß ist und an Steigungen laut brummt, wieder abgeben. Die Fahrt nach Sydney gestalten wir ein wenig interessanter und fahren nicht den Highway, sondern nehmen die Küstenstraße. Lina, Sabine und das Gepäck steigen am Hotel aus und Clemens bringt Lars noch zu seinen Kumpels zurück. Die Übergabe ist unproblematisch und australisch locker. Auf dem Rückweg ins Hotel muß er sich noch beeilen, um nicht vom allabendlichen Gewitterregen nass zu werden.

Montag 8.12. goodbye Australia, see you
Heute ist ganz früh Aufstehen angesagt. Unser Transfer zum Airport geht um 6:35am. Vorher noch ein englisches Frühstück und schon sitzen wir im Bus. Das International Terminal ist riesig und draußen stehen gleich zwei Airbus A380. Die Ausreise ist unproblematisch, wir müssen jeder wieder eine Karte ausfüllen, wo Angaben über ausgeführte Waren u. ä. gemacht werden müssen. Lina genießt auch hier Vorzugsbehandlung und wir steigen als Erste mit viel Zeit und Ruhe in den A340 der LAN ein. Mit Wehmut heben wir dann vom australischen Boden ab und vielleicht gibt es irgendwann ein „see you later“…du Land der traumhaften Farben, der krassen Gegensätze von Einsamkeit und Weite einerseits und Lebendigkeit und Enge der Millionenstädte andererseits. Uns bleiben sicherlich lange die weißen Strände, das traumhafte blaue Wasser, die rote Erde, der grüne Regenwald, die blauen Berge, die vielen silbernen Sterne, der schwarze verbrannte Busch, die Geräuschkulisse der Vögel (jeden Morgen „klingelt“ der Wecker anders) und sicher nicht zuletzt die unvergleichliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen in Erinnerung. Nach langer Überlegung ist Sabine doch noch eingefallen, was sie in den letzten drei Monaten vermisst hat: das gute chlorfreie Leitungswasser der Heimat. 😉
Weiter gehts in Teil 2…