Montag 8.12. Aotearoa (Land der langen weißen Wolke)
Nach drei Stunden Flug (Uhren um 2h vorstellen) und harter Landung folgt die überraschend problemlose Einreiseprozedur in New Zealand. Die Visa sind schnell in die Pässe gestempelt, der Rum zollfrei eingekauft und die Quarantänekontrolle unkomplizierter als erwartet. Nun noch mit dem Taxi zum Womovermieter in Auckland und mit Lars2 zum nächsten Supermarkt. Beim Umladen des Buggys stellt Sabine fest, dass beide hinteren Reifen abgefahren sind und bei einem der Schlauch nach Außen beult. Das muss bald repariert werden. Erschöpft auf dem Campground des Ambury-Regional-Park angekommen fallen wir alle dann gleich ins Bett.
Dienstag 9.12. Ankommen…
Wir frühstücken erstmal ausgiebig und besuchen dann den AA (sowas wie der ADAC in D). Die machen hier aber auch „TÜV“ Untersuchungen, Kfz-Anmeldungen und verkaufen natürlich auch Versicherungen. Als ADAC Mitglied bekommt man für ein halbes Jahr die Mitgliedschaft kostenlos. Eine Versicherung für Henri wollen sie uns nur verkaufen, wenn wir eine Postadresse in NZ angeben. Das wird schwierig…
Der erste Stadtrundgang beschränkt sich auf den Bereich um das Ferry Building. Hier liegen gleich zwei riesige Kreuzfahrer und am Fähranleger geht es um diese Zeit (6pm) zu wie in Hannover im Bahnhof. Die Fähren fahren im 5-Minuten-Takt.
Gleich nebenan im Viaduct Basin liegen riesige Yachten und die alten Cuper der Kiwis vom Americas Cup (die haben die „Bodenlose Kanne“ auch mal gehabt und sich durch die Schweizer wieder abnehmen lassen). Von der Fußgängerbrücke hat man einen klasse Blick auf die Skyline des CBD von Auckland.
In der Bildmitte das höchste Gebäude auf der Südhalbkugel und das Wahrzeichen des modernen Auckland, der Sky Tower. Von unserem heutigen Übernachtungsplatz sehen wir mehr oder weniger zufällig noch das Schiff mit unserem WoMo an Bord Richtung Auckland dampfen. Hoffentlich kommen Schiff und Ladung heil an.
Mittwoch 10.12. Boxenstopp mit Linas Buggy
Gestern haben wir in der Nähe mehrere Fahrradgeschäfte gesehen, und im zweiten Laden hat man die Bereifung des Buggy in rekordverdächtiger Zeit erneuert. So können wir auch weiterhin längere Touren mit Lina laufen. In der Innenstadt gucken wir erstmal, ob unser WoMo auch angekommen ist. Und tatsächlich, da isser!
Jetzt brauchen wir noch eine neuseeländische Datenkarte für die Internetverbindung und das Carnet muss noch zum Spediteur. Danach fahren wir zum Campground im Ambury-Regional-Park. Zum Abendessen gibts heute mal wieder selbstgemachte Aussiburger.
Praktisch ist der ausziehbare Gasgrill im Mietmobil schon, meint der GvD (Griller vom Dienst)
Donnerstag 11.12.
Heute wollen wir zum Stadtrundgang in der City von Auckland starten. Kurz bevor wir losfahren ruft der Spediteur an, er braucht noch den Schlüssel für den hinteren Bereich des WoMos. Also erst zum Hafen fahren, den Mitarbeiter anrufen und Schlüssel für die Zollabfertigung und die Quarantänebesichtigung abgeben. Nun erst mal was essen und dann zur Stadtbesichtigung. Unser Parkplatz am Viaduct Basin ist noch frei, doch gerade angekommen ruft der Spediteur wieder an, um uns mitzuteilen, dass wir unser Auto sofort abholen können. Also wieder zurück zum Hafen, telefonieren und warten. Dann kommt die Übergabe, und es ist alles OK. Keine Dellen, Schrammen oder andere Schäden erkennbar.
So, nun vorbei am Ferry Building zurück zum Campground und erst mal umladen.
Auckland muss noch auf uns warten.
Freitag 12.12. Behördengänge
Erstmal geben wir unser gemietetes Mobil wieder ab und holen, zufällig in der Nachbarschaft, das abgestempelte Carnet von Spediteur ab. Dann zur Kfz-Registrierung. Die nächstgelegene Stelle ist der VTNZ (so’ne art TÜV mit Aufgaben der Straßenverkehrsbehörde). Da ist die Sachbearbeiterin leicht überfordert und stellt erstmal eine neue Registrierung mit neuen Kennzeichen aus. Clemens besteht allerdings auf die Deutschen Kennzeichen, sie muss den gesamten Vorgang stornieren und neu beginnen. Danach noch die technische Untersuchung, so gründlich wie bei uns der TÜV mit check von Radaufhängung, Bremstest auf einem Prüfstand, Lichttest (auch mit den abgeklebten Scheinwerfern für Rechtsverkehr bestanden) und sogar die Sicherheitsgurte werden überprüft. Dann klebt, nach der Zulassung, der zweite Aufkleber innen an der Frontscheibe. Eine Straßenbenutzungsgebühr brauchen wir nicht zahlen, die fällt erst über 3,5 t an – Glück gehabt. Nun zum Versicherungsbroker. Die „Camper Care“ verlangt keine inländische Adresse und nun haben wir auch eine Versicherung (in NZ nicht Pflicht). Da wir seit einiger Zeit Schwierigkeiten mit der Kupplungsbetätigung haben, fahren wir noch zu einer Fiat Werkstatt. Unser Boxer ist in AUS und auch in NZ unbekannt. Der baugleiche Fiat läuft hier aber als WoMo-Basisfahrzeug und auch als Kasten. Der Chef meint nach längerer Prüfung, das Problem liegt beim Masterzylinder (am Pedal) und nicht am aufwändig zu tauschenden Slavezylinder im Getriebegehäuse. Die Reparatur können sie sofort ausführen, wenn unser „Großer“ in die Wekstatt passt. Gemeinsam ausprobiert, und es passt. Der Chef mein das dauert nur „a couple of houres“ und wir gehen zwischenzeitlich in die nahe Mainstreet shoppen. Nach zwei Stunden sind wir wieder da
und das Problem gelöst. Ein Dichtring im Geberzylinder hat sich geweitet, Zylinder am Pedal getauscht, alles gut! Nun haben wir erstmal genug von Auckland und fahren für die Nacht an die Ostküste, nördlich von Auckland, in den „Long Bay Regional Park“.
Samstag 13.12. kühl und regnerisch
Der Morgenspaziergang am Strand muss wegen einsetzendem Regen leider ausfallen. Stattdessen fahren wir nach Albany in das dortige große Shoppingcenter (Innenraum und trocken von oben). Dann wieder zurück an die Küste in den Tawharanui Regional Rark. Nun bekommen wir das erste mal auf unserer Reise eine Absage. Der Campground ist „fully booked“. Schade, denn hier ist die Halbinsel durch einen rattendichten Zaun abgeteilt, so dass keine eingeschleppten Tiere wie Nager, Marder oder auch Hunde die heimische Tierwelt bedrohen können. Hier kann auch der Neuseeländische Nationalvogel, der Kiwi, frei lebend beobachtet werden. Wir müssen die ca. 20 km, davon 8 km Schotterstrecke mit Serpentinen und bei Regen zurück zur Hauptstraße und dann zum nächsten Tourist Park, nicht so schön aber um 8pm sind wir nicht mehr wählerisch. Na, dann gute Nacht…
Sonntag 14.12. Regen, Regen, Regen
Sonntag, und wo ist die Sonne? In der Nacht hat es unaufhörlich geregnet und heute morgen schüttet es mit Windgeschwindigkeiten um 7 bft – Schietwetter bei 14 Grad C, brrrrr. Clemens ist nur kurz raus zum Kabel einpacken und Wasser tanken, und kommt klatschnass wieder rein. Was macht man an einem Regentag? Wir fahren erstmal die Küstenstraße weiter durch die Berge. Nach so 15 km ist Schluss auf dieser Straße.
Also umdrehen und zurück zum Highway 1. Der Regen treibt uns dann noch in das Visitorcenter der einzigen Ölraffinerie in NZ. Eine Multimedia-Show erklärt anschaulich den Prozess in einzelnen Schritten. Da das Wetter nun etwas besser ist fahren wir nach Whangarei, schlendern durch den Stadthafen (Town Basin) mit Weihnachtsbaum,
begucken die Segelyachten der Weltenbummler aus vielen Ländern, essen lecker Pizza und beschließen den Tag, es hat wieder angefangen zu regnen und kräftig zu blasen, auf dem WoMo-Stellplatz direkt am Hafen. Im Hafenbecken liegen viele Langfahrtyachten, deren Skipper die klassische Barfußroute verlassen und sich weiter südlich in die Starkwindzonen der Gewässer um NZ und der Tasmansee getraut haben. Bei dem Wetter draußen ist so ein geschützter Hafen für die Segler und auch für uns genau richtig. So, nun noch ein Geburtstagsanruf nach Deutschland und dann ins warme Bett.
Montag 15.12. Regen, Wind und Kiwis
Wir starten um 10:00 zum Kiwihaus etwas außerhalb der Stadt. Da die Vögel nachtaktiv sind, ist es im Kiwihaus nun gerade dunkel. Nachdem sich die Augen an die Lichtverhältnisse gewöhnt haben, können wir die beiden hier lebenden Kiwis (Vögel, nicht die Früchte oder die Menschen) gut beobachten. Auch Lina ist fasziniert. Aufgrund der Lichtverhältnisse ist uns leider kein brauchbares Foto gelungen. 😦 Vielleicht ergibt es sich noch… Dann fahren wir durch dichten Regenwald Richtung Russell an der Bay of Islands.
Russell selbst mag bei Sonne betrachtet ganz schön sein, bei Regen und Wind ist ein Spaziergang auch an der schönsten Uferpromenade eher trist. Dann kommen wir noch an einem Schild vorbei, das plötzlich viele schreckliche Bilder im Kopf produziert und uns verdeutlicht wo wir, geologisch betrachtet, eigentlich sind.
Weiter fahren wir von Okiato nach Okua ein kleines Stück Fähre und dann noch 30 km bis zum heutigen Übernachtungsplatz im Aroha Island Ecological Centre. Die Ranger haben schon Feierabend gemacht aber ein Schild erklärt: „Falls das Büro geschlossen ist, sucht euch eine freie Campsite aus, bezahlen könnt ihr morgen, wir sind ab 9:30am wieder da“, also wie hier üblich „take it easy“.
Dienstag 16.12. Die Nordspitze
Heute Morgen regnet es immer noch, allerdings mit Unterbrechungen – das lässt hoffen….. Wir fahren weiter Richtung Nordküste und machen einen Lunchstopp am Manconui Fish Shop, hier soll es Neuseelands beste Fish and Ships geben, und das müssen wir natürlich probieren! Es schmeckt uns in der Tat sehr gut.
Gestärkt geht es dann weiter Richtung Ninety Mile Beach, wir haben gerade eine Regenpause und gehen an den Strand, um uns den Wind um die Nase wehen zu lassen, und der bläst in Böen ganz ordentlich!
Den nördlichsten Punkt unserer Neuseelandreise haben wir damit erreicht, denn aufgrund des Wetters verzichten wir auf Cape Reinga, und fahren nun in südwestlicher Richtung Shipwreck Bay, hier gibt es einen kleinen Campingplatz, auf dem wir heute übernachten und die vor der Küste liegenden Wracks ansehen wollen, die bei Ebbe vom Strand aus zu sehen sind – und wir haben gerade ablaufendes Wasser. Doch der Platz sagt uns nicht zu, außerdem würde uns wegen des Windes eine unruhige Nacht bevorstehen, also fahren wir weiter und schlagen unser Nachtlager in der Forest Pools Camping Area im Omahuta Forest auf.
Mittwoch 17.12. Regen => viel Wasser
In der Nacht hat es unaufhörlich geregnet – geregnet? nein geschüttet. Der Fluss an dem wir stehen, ist in der Nacht mächtig angestiegen, sicherheitshalber fahren wir zum Frühstücken etwas weiter vom Steilufer weg. Unser Nachbar kommt kurz nachdem er weggefahren ist wieder und berichtet, dass die Brücke überflutet und unpassierbar ist. Also erst mal in Ruhe frühstücken und dann sehen wir weiter. Zwei Stunden später, der Regen hat nachgelassen, ist der Weg wieder frei und wir fahren, mit Zwischenstopp in Oponoui am Hokianga Harbour, zum Tane Mahuta / Lord of the Forest und den „Vier Schwestern“. Diese Kauri Bäume sind über tausend Jahre alt, der „Gott des Waldes“ steht hier wohl schon 2000 Jahre- was für ein Alter…und was für mächtige Stämme.
Der Tane Mahuta misst 52 m Höhe, hat 13 m Stammumfang und das Holzvolumen wird auf 244 qm geschätzt.
Freitag 19.12. Endlich Sonne!
Gestern sind wir vom „winterlosen Norden“ durch Auckland (wieder mal Stau) bis nach Ngaruawahia, mit Zwischenstopp zum Einkaufen, gefahren. Heute nutzen wir das Wetter zum Strandbesuch an DEM Surfstrand Neuseelands. Der schwarze Sand in der Manu Bay ist schon gewöhnungsbedürftig, in der Sonne heizt er sich auch mächtig auf, aber im Wasser angekommen ist es genial. Den Surfern könnten die Wellen heute höher sein, zuschauen macht aber trotzdem Spaß.
Dann die Küstenstraße – Straße? – Schotterpiste einspurig – Richtung Bridal Vail Falls
Der Wasserfall selbst, 55 m hoch (oder tief) und nach den Regenfällen der letzten Tage mit viel Wasser, sieht so aus.
Dann wieder an einem See (Lake Ngaroto) Lamm grillen und genießen.
Samstag 20.12.
Da der Regen uns heute wieder erreicht, fahren wir nur ein kurzes Stück zu den Waitomo Caves und mieten uns frühzeitig auf dem angrenzenden Top 10 Caravanpark ein. Dann ist „Maintenance-Day“. Wäsche waschen, die defekte Dichtung der Spüle mit Silikon reparieren, Schiebetür einstellen und schmieren…. Nach intensiver Nutzung in den letzten Monaten verlangt das Eine oder Andere ein wenig Aufmerksamkeit, und Lina möchte auch noch aufs Trampolin.
Sonntag 21.12. 4.Advend, Glühwürmchen, Sonne, schwarzer Sand, 25 Grad C und eine andere Repubilc
Das erste Ziel erreichen wir fast zu Fuß. Das Infocenter der umliegenden Caves liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Wir kaufen Karten für die Waitomo Glowworm Cave Tour. Die 11 Uhr Tour beginnt mit dem Rundgang durch den vorderen Teil der Höhle. Hier erfährt man, wann die Höhle von den Europäern „entdeckt“ wurde (die Maori kannten die Höhlen viel länger), wie die Höhlen und die Tropfsteine entstehen, und dass die Glühwürmchenhöhle rund 600 m lang ist. Im zweiten Teil werden die Besucher mit einem Boot auf dem unterirdischen Teil des Waitomo River weiter durch das Höhlensystem gefahren. Der Blick nach oben erinnert stark an den Sternenhimmel. Tausende Glühwürmchen hängen unter der Decke und leuchten um Beute anzulocken (Fotografieren leider nicht erlaubt). Zum Schluss landen wir am Ausgang wieder mitten im Regenwald und steigen aus dem Boot aus.
Nach einigen Kilometern Richtung Küste machen wir einen kurzen Stopp am schwarzen Strand von Mokau.
Weiter durch grüne Hügellandschaft dann wieder Regenwald und steile Berghänge, über schmale Asphalt- oder Schotterstraßen erreichen wir überraschend die Republic of Whangamomona. Diese wurde 1989 von den Bewohnern der Region, aus Protest gegen eine Verwaltungsreform, ausgerufen.
Dann ein kurzes Stück auf dem „Forgotten World Highway“ (der heißt wirklich so)
zum heutigen Übernachtungsplatz am Tangarakau Scenic Reserve. Die 4 km Straße hierher ist wirklich sehr schmal und teilweise abgerutscht, hoffentlich regnet es über Nacht nicht so stark, dass noch mehr den Hang runterrutscht. Dann wird’s morgen echt eng…
Montag 22.12. kein Regen!
Der Tag beginnt ganz spannend. Lina darf auf dem ATV der Besitzerin des Campgrounds mitfahren. (Papa muss natürlich aufpassen). 😉
Dann verlassen wir die „Republic“ wieder und fahren durch die „Forgotten World“
zum Mount Taranaki, einem Vulkankegel an der Westküste. Zuerst zeigt sich der gute reichlich bedeckt.
Aber mit dem Sonnenuntergang verschwinden auch die Wolken.
Mit der Aussicht, auf ein wenig Schnee am 22.12., geht der Tag zu Ende.
Dienstag, 23.12. Vulkan im Sonnenaufgang
Heute stehen wir früh auf, um diesen seltenen Anblick zu genießen:
Nach dem Frühstück machen wir noch eine kurze Wanderung und fahren danach Richtung South Taranaki Bight, füllen in Wanganui unsere Vorräte auf und fahren dann am Wanganui River entlang zum Kauika Campsite, auf dem wir eine ruhige Nacht verbringen.
Mittwoch, 24.12. Heilig Abend
Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir weiter am Wanganui River entlang und machen unseren ersten Zwischenstopp in Jerusalem. Dort steht diese hübsche Holzkirche
und wir bewundern die vor dem, für unsere Augen ungewöhnlichen Altar, aufgebaute Krippe – noch ohne Jesuskind.
Danach fahren wir auf der schmalen, aber inzwischen durchgehend asphaltierten Straße weiter bis Pipiriki.
Von dort geht es über Raetihi und Ohakune weiter bis zum Turoa Skifield im Tongariro National Park. Leider ist es heute stark bewölkt, so dass wir von den Vulkanen hier nicht viel zu sehe bekommen. Also fahren wir die kurvige Strecke bis kurz vor Ohakune zurück und suchen uns einen schönen Stellplatz auf dem Mangawhero Campsite. Zur Feier des Tages gibt es heute Abend gegrillte Lammsteaks und Lammwürstchen mit Süßkartoffelpüree. Die Bescherung findet erst morgen statt, denn hier kommt Santa in der heutigen Nacht!
Donnerstag, 25.12. Auf nach „Mordor“
Gleich nach dem Aufstehen packt Lina erstmal begeistert ihre Geschenke aus, danach frühstücken wir gemütlich und fahren dann, westlich um den Nationalpark herum, zum Iwikau Village. Hier wurden für „Herr der Ringe“ die Dreharbeiten für „Mordor“ gemacht – und die Gegend sieht tatsächlich unwirklich und etwas unheimlich aus.
Da wegen der dichten Wolkendecke von den Vulkanen nicht viel zu sehen ist, machen wir uns auf den Weg in Richtung Lake Taupo und übernachten auf den freien Campground „Rieds Farm Reserve“ am Fluss in der Nähe der Huka Falls, die wir uns Morgen ansehen wollen.
Freitag 26.12. Viel Wasser in einer Schlucht
Der untere Teil des Campgrounds gleicht eher einem „alternativen Jugendlager“ mit ausgelassener Stimmung und die ganze Nacht Party. Wir sind glücklicherweise auf dem oberen, eher von Familien mit Kindern genutzten, Teil gelandet. Nach dem Frühstück (unten gucken die ersten Partygäste auch aus den Zelten) sehen wir uns die Huka Falls an. Im Reiseführer steht „Neuseelands meistbesuchte Naturattraktion“ und das bedeutet, wie wir erleben dürfen, viele viele Menschen. Der Waikato River tost hier spektakulär mit bis zu 250.000 l/s Wasser durch eine 15 m breite Schlucht. Trotz der vielen Besucher ein klasse Schauspiel.
Da das benachbarte Geothermiekraftwerk, immerhin 150MWel Leistung, heute am Boxing Day (2. Weihnachtsfeiertag) für Besucher geschlossen ist, fahren wir weiter am Lake Taupo entlang Richtung Süden. Die Vulkane, an denen wir gestern waren zeigen sich heute fast wolkenlos.
Was für Urgewalten müssen hier wirken, um solche knapp 3000m hohen Berge entstehen zu lassen…
So alle zwei Jahre gibt es in der Gegend einen Ausbruch (Vulkan, nicht Strafgefangener). Der letzte war 2013 – beruhigend ?!? Drum übernachten wir heute in sicherer Entfernung (wie viel km sind sicher?) auf einem DOC (Naturschutzbehörde) Campground am Mokai Canyon. Hier direkt nebenan werden die tiefsten Bungy Jumps (80m) New Zealands angeboten. Jetzt ist da niemand mehr, das werden wir uns morgen ansehen.
Samstag 27.12.Tiefe Schluchten
Der Spaziergang heute morgen geht erstmal nur über die Straße zum Stützpunkt vor Gavity Canyon. Hier läuft gerade die Sicherheitsüberprüfung der Anlage. Bungysprünge oder Fahrten mit den Flying Fox (’ne Art Seilbahn) durch den Canyon, und unter der Brücke durch, sind daher zur Zeit nicht möglich. Also haben wir uns damit begnügt, von der Brücke aus einen Blick in die Schlucht zu werfen:
Zitat Clemens: „So viel Geld können die mir nicht zahlen, damit ich da runter springe“. Wir schauen noch ein wenig bei den Testfahrten, mit Sandsäcken als Passagiere, zu und fahren dann noch ein Stück die Schotterpiste weiter in die Schlucht hinein. Wieder auf der SH1 Richtung Wellington machen wir noch einen kurzen Versorgungsstopp in Levin und suchen uns dann einen schönen Picknickplatz in Otaki Beach. Weiter auf dem Highway 1 ist dann tatsächlich Stau! Wir flüchten ins Landesinnere und suchen den DOC Campground Otaki Forks auf, der am Ende einer 12 km langen, zum Schluss geschotterten, engen und kurvenreichen Bergstraße liegt. Die insgesamt 12 NZ$ für eine Nacht bezahlen wir gern für diesen schönen Platz.
Sonntag 28.12. Wellington
Unser Morgenspaziergang geht heute an den Waiotauru River (der Fluss, den wir die ganze Nacht rauschen hörten).
Da wir für morgen früh die Fähre zur Südinsel gebucht haben, fahren wir nach Wellington. Wir parken im Zentrum direkt am Civic Square und machen dort einen Rundgang, zum Schluss gehen wir noch in das interessante und ansprechende Museum of New Zealand. Wellington, die Stadt zwischen Historie und Moderne, macht auf uns einen eher provinziellen Eindruck.
Da wir die Nacht ungern auf dem Stellplatz in der Nähe des Fähranlegers verbringen möchten, fahren wir noch zur Evans Bay Marina, wo das Übernachten auf dem Parkplatz am Hafen gestattet ist. Dort treffen wir ein nettes Paar aus der Schweiz, die mit einem CS Rondo seit 2011 unterwegs sind und die es nach einem Jahr Australien vor ein paar Wochen auch nach Neuseeland verschlagen hat. Zufälle gibt’s…..
Montag, 29.12. Cook Strait
Nach einem schnellen Frühstück fahren wir zum Fähranleger. Wir müssen spätestens um 7.30 Uhr dort sein und machen uns frühzeitig auf den Weg, da wir mit Staus wegen des Berufsverkehrs rechnen. Wider Erwarten wirkt die Stadt beinahe wie ausgestorben, was unseren Eindruck von gestern bestätigt. In Auckland, der „Möchte-gern-Hauptstadt“ sah das ganz anders aus, dort waren immer mehrere Staus, egal wann wir unterwegs waren. Also sind wir sehr früh an der Fähre, was aber den Vorteil hat, dass wir weit vorne stehen und so nach der sehr ruhigen Überfahrt über die wegen der normalerweise sehr rauen See berüchtigte Cook Strait als eines der ersten Fahrzeuge die Fähre verlassen können. Der erste Weg führt uns zur i-Site, da wir für Henri einen neuen Abwasserschlauch brauchen und dafür einen Händler suchen. Wir bekommen den Tipp, im Homehardwareladen zu fragen. Wir machen einen Stadtbummel und gehen dorthin. Leider bekommen wir keinen Schlauch, aber die Adresse eines Yacht- und Campingausrüsters. Dort bekommen wir dann nicht nur den gewünschten Schlauch, sondern dieser wird vom Verkäufer auch gleich kostenlos angebaut, sogar das angebotene Trinkgeld lehnt er ab… die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen hier ist schlicht unglaublich! Nach einem Imbiss am nahen Queen Charlotte Sound machen wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz, natürlich nicht ohne zwischendurch anzuhalten und die wunderschöne Landschaft der Marlborough Sounds zu genießen.
Die Stellplatzsuche gestaltet sich dann schwierig, alle Plätze die wir anfahren sind schon voll, so fahren wir weiter als eigentlich gewollt und kommen schließlich auf dem Carpark des Cowshed Bay Campsite unter – der super nette Caretaker hat ein großes Herz und macht, trotz ausgebuchtem Platz, möglich was irgend geht.
Dienstag 30.12.
Da seit ein paar Tagen die gelbe Motorkontrollleuchte im Cockpit strahlt, steht heute erst mal wieder ein Werkstattbesuch an. Die Peugeotvertretung in Nelson kennt sogar den Boxer. Clemens schildert das Problem kurz und schon ist ein Monteur mit Diagnosecomputer da und liest den Fehlerspeicher aus. Der Grund sind Probleme in der Ansteuerung der elektrischen Drosselklappe. Nach dem Rücksetzen ist die Lampe dunkel, und der Mechaniker meint, dass das beim ersten mal nicht so problematisch sei. Falls es wieder auftritt, sollten wir den Kabelbaum tauschen lassen. Sabine und Lina sind inzwischen zum Countdown Supermarkt einkaufen gegangen. Wir verstauen dann noch gemeinsam die Einkäufe und fahren weiter Richtung Abel Tasman Nationalpark. Die Nacht verbringen wir an der Ruby Bay im Mckee Memorial Reserve. Hier ist ein großer Spielplatz und Lina muss natürlich sofort die Geräte ausprobieren.
Mittwoch 31.12. Silvester
In der Nacht hat es fürchterlich gestürmt und geregnet, heute morgen lässt der Regen etwas nach, dafür legt der Sturm noch um einen Zahn zu. Henri wackelt dermaßen, dass wir während des Frühstücks umparken und die „Nase“ in den Wind drehen. Nach ausgiebigem englischem Frühstück (was soll man bei solchem Wetter auch anderes machen) ist unser erster Anlaufpunkt die i-Site (Touristinfo) in Motueka. Hier buchen wir für morgen einen Bootstransfer (Wassertaxi) von Marahau in die Bark Bay und zurück und entgegen unserer Gewohnheit auch gleich eine Campsite für zwei Nächte auf der Old MacDonald’s Farm im gleichen Ort. Draußen stürmt und schauert es immer noch heftig aber die nette Infotante versichert uns, dass es heute ab 8:00pm aufklart und die Nacht und der morgige Tag schön werden. Auf dem Campground angekommen hört der Regen tatsächlich auf und die Sonne scheint durch die Wolken. Pünktlich zum Grillen heute Abend ist der Himmel wolkenlos und wir sitzen bis zum Jahreswechsel draußen vor dem WoMo. Mit einem Glas australischem Rotwein (neuseeländischen haben wir in den bisherigen Supermärkten noch nicht gefunden) stoßen wir dann unter dem Kreuz des Südens auf das neue Jahr an.
Donnerstag 1.1. Abel Tasman NP
Blauer Himmel und 15 Grad C zum Frühstück. Der bestellte Transferbus ist pünktlich um 10:00 Uhr da. Wir werden zum Stützpunkt der water taxis gebracht und steigen auf dem Hof in das Boot, das auf einem Trailer liegt, um. Ein Trecker zieht uns dann ein Stück die Straße runter, über den Strand ins Wasser. Der Skipper sitzt derweil arbeitslos am Steuer.
Dann gleitet das Boot vom Trailer, der 250 PS Außenborder tritt heftig in Aktion und die 16 Passagiere werden in die Sitze gedrückt. Lina machen die Beschleunigungsphasen besonders viel Spaß. Nach Zwischenstopps am „Split Apple Rock“
und zum Seehunde gucken an der Adele Island, erreichen wir nach einer Stunde die Bark Bay. Hier steigen wir übers Heck ins flache Wasser und waten an den Strand. Dort gibt es einen kleinen Campingplatz, auf dem wir uns den Sand von den Füßen spülen und die Schuhe wieder anziehen können. Danach erkunden wir das gerade trocken gefallene Inlet – der Tidenhub beträgt hier fünf Meter – und amüsieren uns über die Segler, die ihre Campingmöbel ins Watt gestellt haben. Nach einem Picknick am Strand machen wir noch eine kurze Wanderung auf dem Abel Tasman Coast Track.
Dann ist es auch schon Zeit wieder an den Strand zurückzugehen, da unser water taxi um 14.15 Uhr zurück fährt. Als alle eingestiegen sind, werden noch zwei Kanus quer auf’s Heck gebunden und los geht die rasante Rückfahrt. Zuerst werden die beiden Kanus samt Kanuten in eine andere Bucht zurückgebracht, dann düsen wir zurück. Der Skipper fährt das Boot wieder auf den Trailer und wir werden an Land gezogen, wo bereits unser Bus auf uns wartet. Alles perfekt organisiert. Den Tag lassen wir dann gemütlich ausklingen – natürlich wieder mit einem „Barbie“ zum Dinner.
Freitag, 02.01. Go West
Da wir unseren letzten Großeinkauf noch auf der Nordinsel gemacht haben, brauchen unsere Vorräte mal wieder eine Aufstockung, also fahren wir über die Küstenstraße nach Motueka zurück und arbeiten unseren Einkaufszettel bei New World ab. Danach gehen wir noch in den örtlichen Outdoorladen und kaufen einen stabileren Campingtisch. Unser Notkauf in Australien ist uns zu wackelig und zeigt auch schon die ersten Verschleißerscheinungen. Nun kann es weitergehen Richtung Westküste. Zunächst fahren wir durch Obst- und Hopfenanbaugebiete, dann werden die Berge höher und sind bewaldet. Wir fahren am Buller River entlang
und landen für die heutige Nacht auf dem Lyell Campsite, wo wir unseren neuen Tisch beim Grillen einweihen. Den restlichen Abend verbringen wir heute lieber drinnen, um nicht von den Sandflies „aufgefressen“ zu werden. So viele haben wir hier noch nicht erlebt!
Samstag 3.1. Pancake und andere Rocks
Wir starten nach dem Frühstück (wegen der Fliegen drinnen) weiter den Buller River entlang zur Westküste. Zwischendurch ist der Highway einspurig in den Fels gehauen,
der entgegen kommende Verkehr hat hier Vorfahrt. Westport lassen wir rechts liegen und fahren lieber die Great Coastal Road an der Westküste Richtung Süden.
In Greymouth angekommen suchen wir uns einen „richtigen“ Campground mit Waschmaschine, und viel wichtiger mit Jumping Pillow!
Sonntag 4.1. Arthur’s Pass und Keas
Unsere Reiseliteratur preist den mittleren der drei Alpenpässe, den Arthur’s Pass, als den schönsten. Das wollen wir uns natürlich ansehen. Die Straße war bis Ende in die 90er Jahre hinein wegen Lawinen und Erdrutschen sehr unsicher, bis 1999 die schlimmsten Teilstücke gesichert, und an einer Stelle sogar ein Viadukt das Otira-Tal auf 440 m überspannt.
Die Passhöhe ist dann eher unspektakulär, nur einige Keas kommen uns besuchen.
Wir fahren zurück an die Küste und übernachten auf einem Naturcampground an der Okarito Lagoon. Den Blick vom Strand durch den Regenwald auf einen schneebedeckten Gipfel hat man doch eher selten.
Montag 5.1. Strand, Regenwald und Gletscher
Heute morgen auf dem Weg zum Strand fällt uns, gleich neben dem Campground, dieses Schild vor einer großen Wiese auf.
Und tatsächlich, auf der nicht abgesperrten Wiese zwischen Campern und Stand, landen wenig später zwei Flugzeuge.
Auch hier fällt uns wieder auf, dass hier wie auch schon in Australien sehr viel der Eigenverantwortung überlassen wird. Wo bei uns Absperrungen die Zufahrt verhindern würden, steht hier nur ein Hinweisschild. Gleiches übrigen auch bei überfluteten Straßen. In Deutschland wird eine überflutete Straße gesperrt, hier stehen Pegelstangen, die die Wassertiefe anzeigen. Ob man durchfahren kann hängt dann von der Wattiefe des eigenen Fahrzeugs und der Einschätzung des Fahrers ab. Wie auch immer, wir machen uns nach dem Strandspaziergang mit einigen interessanten Motiven
auf den Weg zum Franz-Josef-Glacier. Den Aufstieg von Parkplatz zum Aussichtspunkt schafft Lina locker.
Sieht so richtig kalt aus, ist es auch, und das nicht mal 10 km vom Strand entfernt. Der Rückweg führt dann wieder durch Subtropischen Regenwald mit der Nationalpflanze der Kiwis, dem Farn.
Mitten auf dem heutigen Übernachtungsplatz am Lake Paringa steht ein Schild, dass vor der Überflutung des halben Platzes durch den ansteigenden Wasserspiegel des Sees bei Starkregen warnt (Thema Eigenverantwortung s.o.).
Dienstag 6.1. wackelnde Erde, blaue Pools, rote Sonne
Moment mal, wer wackelt da früh morgens am Auto? Draußen ist niemand, nicht mal ein Ranger des DOC, der vielleicht den Beleg von der Selfregistration hinter unserer Frontscheibe übersehen hat. Später hören wir von einem Bremer Paar, dass es in der Nähe von Greymouth (ca. 250 km nördlich) ein Erdbeben der Stärke 6 gegeben hat (wackeln erklärt). Die beiden hatten am Morgen auf dem gleichen Campground das selbe Wackeln gespürt, und nicht zuordnen können. Zitat von ihm: „Erst wackelt das WoMo, dann guck ich aus dem Fenster und sehe ein deutsches Autokennzeichen…ich habe wohl Halluzinationen…was bewirken die vielen Sandflystiche bei mir eigentlich?“ Wir können ihn beruhigen, die Erde hat gewackelt und die Kennzeichen sind echt. 🙂
Kurz vor Haast überqueren wir den Haast River auf der laut Reiseführer längsten einspurigen Brücke Neuseelands.
Weiter flussaufwärts kommt seitlich ein kleiner Bach frischem (arschkaltem, Anm. d. Red.) Gletscherwasser.
An den „Blue Pools“ treffen wir die beiden Bremer wieder, aber bei den Wassertemperaturen möchte keiner von uns fünf baden gehen.
Ist echt so kalt wie es blau schimmert. Auch am einem warmen Tag wie heute schmerzt das Wasser nach kurzer Zeit auf der Haut. Abends auf dem „Kidds Bush Reserve Campground“ am Lake Háwea verabschiedet sich der Tag traumhaft.
Mittwoch 7.1. Touristen in Queenstown, auf ins Fjordland
Heute Morgen stoppen wir kurz in Wanaka entsorgen das Abwasser und versorgen uns mit Frischwasser an einer Dump-Station wie sie hier in jedem zweiten Ort zu finden ist.
Die Stationen werden zumeist von den Kommunen betrieben, bieten teilweise Trinkwasser und sind durchweg kostenlos. Dann bucht Sabine noch schnell via www für morgen eine Tour auf dem Doubtful Sound und wir fahren durch das Cardrona Valley Richtung Queenstown.
Da wir uns in den nächsten Tagen im Fjordland rumtreiben wollen, nutzen wir die Einkaufsmöglichkeiten in Queenstown nochmal zur Lebensmittelversorgung. Der Rest der Stadt ist sehr touristisch und wir fahren weiter am Lake Wakatipu entlang nach Manapouri.
Donnerstag 8.1. Unendlich viele Bilder im Kopf
Unsere kleine Kreuzfahrt startet um 10:30 am. Zuerst fahren wir von Manapouri aus auf dem gleichnamigen See (der zweittiefste in NZ) ca. 35 km nach Westen. Die Reisegeschwindigkeit des Kat’s liegt bei 26 kn, Lina ist schon beim Beschleunigen glücklich. Sie liebt Bootfahren, und ganz besonders schnell fahren. Das Lächeln verschwindet immer erst beim Aussteigen aus ihrem Gesicht.
Am Ende des West Arms angekommen sehen wir den oberirdischen Teil des Wasserkraftwerks Manapouri Power Station, das Schalthaus und das Wartengebäude. Alle anderen Teile sind in den Berg gesprengt worden. Die Maschinenhalle ist 230 m unter dem Seelevel, also unter uns. Die 7 Francis Maschinensätze haben zusammen eine Leistung von 850 MW.
Von hier aus fahren Busse über den 630 m hohen Wilmot Pass zur Deep Cove, dem östlichen Ende des Doubtful Sounds.
Nun steigen wir wieder auf einen Katamaran (Lina’s Lächeln ist wieder da) und fahren durch eine schon fast unwirklich schöne Welt. Das Fjordland gehört zu den nassesten Regionen der Welt. In der Deep Cove fallen durchschnittlich 5290 mm Regen pro Jahr (Hannover 680 mm). Davon ist heute nichts zu sehen!!!
Der Sound zeigt sich von seiner besten Seite.
Am Ausgang zur Tasman See ziehen kleine Albatrosse Runden über die Felsen,
auf denen sich Neuseeländische Pelzrobben sonnen.
Auf dem Rückweg begleiten uns dann auch noch große Delfine (Bottlenose dolphins).
Die Eindrücke lassen wir heute Abend auf dem DOC Platz am Lake Te Anau sacken und genießen die Ruhe hier im Wald.
Freitag 9.1. Noch mehr Bilder
Bei Sonnenschein fahren wir die knapp 100 km bis zum Milford Sound und buchen spontan eine zwei Stunden Schiffsrundfahrt bis zur Mündung und zurück. Kaum an Bord ist Linas Laune wieder bestens!
Die Landschaft ist schroffer, die Hänge steiler und der Sound enger als gestern im Doubtful Sound.
Auf dem Rückweg von der Tasman See in den Sound fährt ein riesiger Kreuzfahrer vor uns her. Wie klein das Schiff, immerhin gut 260 m lang und 32 m hoch, im Sound wirkt.
Kurz vor dem Ende der Tour sehen wir noch die Bowen Falls.
Und kommen mit den kleinen Boot gaaaaanz dicht dran (drunter):-)
Heute übernachten wir, wiedermal auf einem DOC Platz im Wald, am Cascade Creek.
Samstag 10.1. Der Weg zur Südküste
Auf unserem heutigen Weg nach Süden halten wir uns parallel zum Waiau River am Ostrand des Fjordlandes. In Clifden stoppen wir an der Limestone Cave, eine Höhe die auf eigene Faust erkundet werden kann. Am Eingang weist ein Schild darauf hin, dass bei starkem Regen der Wasserstand in der Höhle schnell steigt.
Da kein Regen in Sicht ist, Stirnlampe aufgesetzt und in die Unterwelt abtauchen. Hier und da sind Reflektoren an den Wänden und teilweise erlaubt die Deckenhöhe nur die Hockstellung.br />
Wenn die Taschenlampen ausgeschaltet sind, erkennt man an der Decke sogar einige Glühwürmchen. Das Alles ohne Führung und ganz allein in der Höhle. 2 km weiter steht eine alte Hängebrücke von 1899, nach einer Komplettrenovierung in 2003, heute nur noch für Fußgänger und Radfahrer geöffnet.

An der Südküste angekommen geht der Blick nochmal, fast wehmütig, rüber ins Fjordland.
Sonntag 11.1. Regnerisch und windig
Der Sommer hier fühlt sich so ähnlich an wie bei uns zuhause. Bei so einem Wetter gehen wir in Invercargill ins Spaßbad, und haben viel Spaß… Die Nacht verbringen wir in Bluff, auf der Bluff Homestead, mit Familienanschluss.
Montag 12.11.
Heute gucken wir noch in der i-Side in Invercargill rein, war gestern nach dem Baden bereits geschlossen, und besuchen das Zuchtprogramm für die vom Aussterben bedrohten Tuatara. Wer nicht weiß, wie die Tiere aussehen, siehe unten:
Dann fahren wir weiter an der Südküste entlang durch sanfte Hügel und Schafweiden,
stoppen an einer Bucht, wo bei Niedrigwasser versteinerte Bäume zu sehen sind.

Sieht aus wie Holz – die Kettensäge hätte aber arge Schwierigkeiten.
Wir beschließen den Tag auf einem kostenlosen kommunalen Stellplatz mit Aussicht.
Dienstag 13.1. New Zealand = Wasserfälle und Schafe
Die erste Wanderung machen wir heute zu den McLean Falls. Schon der Weg dahin macht Spaß.
Und die Fälle sind auch sehenswert.
Danach begleiten uns die zahlenmäßig meisten Einwanderer Neuseelands.
Auf dem Weg zum kleinen Leuchtturm am Nugget Point sind sich die Autoren einig:

Die Great Ocean Road in Australien ist toll, aber hier, beim Anblick der Felsen in Wasser, der Robben in der Sonne, der Albatrosse in der Luft und dem Regenwald im Hinterland fällt die Entscheidung über die Rangfolge eindeutig zugunsten der Südküste von NZ aus.
Auf dem Bild sind übrigens ca. 20 Pelzrobben zu sehen…
Mittwoch 14.1. Schottland in NZ
Dunedin heißt die angeblich schottischste Stadt in Neuseeland. Und sie empfängt uns mit schottisch tief hängendem Wetter – es regnet leicht. Wir gucken ein wenig in der Stadt herum, staunen über den Bahnhof,
auf dem leider nur noch touristische Sonderzüge abfahren, mit dem klasse Mosaikfußboden,
essen schottisches Haggis mit einem lecker Ale dazu und kaufen uns erstmal warme Shirts – wegen der schottischen Temperatur. Da wir morgen eine Kolonie von Königsalbatrossen auf der Otago Peninsula besuchen wollen, fahren wir heute schon mal auf diese Halbinsel und übernachten auf einem freien Stellplatz der Kommune. Nun kommt auch noch ein Security Mitarbeiter und schreibt die Nummernschilder der hier stehenden Camper auf, na wenns ihm Freude macht – dann gern.
Donnerstag 15.1. Majestäten der Lüfte
Geweckt werden wir heute von der Security, der Mann macht uns darauf aufmerksam, dass wir den Stellplatz bis 8:00 Uhr verlassen müssen. Jetzt wissen wir auch, warum gestern die Autonummern notiert wurden. Also machen wir uns gleich auf den Weg und halten ein Stück weiter noch einmal an. Hier können wir in Ruhe frühstücken und fahren danach auf der echt engen, und zur See nicht gesicherten Küstenstraße zum Taiaroa Head, dem Kap der Halbinsel.
Die dortige Albatrosskolonie besteht aus 30 bis 40 Paaren und kann in einer Führung aus der Ferne besichtigt werden. Da uns das für Lina ungeeignet erscheint, schauen wir uns erst im Infocenter um und beobachten dann die Flüge der eleganten Vögel.

Die Tiere haben Spannweiten über drei Meter, wiegen bis zu 7 kg und gehören damit zu den größten flugfähigen Vögeln.
Weiter nördlich „murmeln“ wir dann noch am Strand mit bis zu 2 m großen Steinen, die Moeraki Boulders. Bei Niedrigwasser tauchen die kugelrunden Steine aus dem Pazifik auf, und man kann drauf rumturnen.

Nun stehen wir, ganz in der Nähe auf einem DOC Platz an der Trotters Gorge – diese Schlucht sehen wir uns morgen an.
Freitag 16.1. Heute scheint wieder die Sonne
Die komplette Wanderung durch die Schlucht zu den Höhlen wäre für Lina dann doch zu weit. Also begnügen wir uns mit einem Teil des Weges durch dichten Wald.
Das Licht- Schattenspiel ist faszinierend. Dann biegen wir in Oamaru von der Küstenstraße Richtung Mt Cook ab. Am Lake Aviemore übernachten wir heute direkt unterhalb der Benmore Power Station. Der Anblick der Schaltanlage neben dem Wasserkraftwerk (6 x 90 MW) weckt bei Clemens gleich großes Interesse. Da steht doch eine HGÜ (Gleichstromübertragung)! Das Besucherzentrum hat heute schon geschlossen, dann müssen die Fragen bis morgen warten.
Samstag 17.1. Steile Felsen und blauer See
Gleich nach dem Start, stoppen wir erst mal am Kraftwerk. Und tatsächlich: hier beginnt, oder endet, die Gleichstromübertragung zwischen der Süd- und der Nordinsel. Mit 370 kV Spannung werden hier bis zu 1200 MW über zwei 570 km lange Freileitungen und zwei 40 km lange Seekabel übertragen. Nun genug der Zahlen. Unser nächstes Ziel sind die Clay Cliffs, eine Felsformation zum staunen.
Durch Erosion entstanden hier viele kantige und spitze Felstürme. Zwischen die Felsen führt ein steiler Weg durch eine Spalte.
Der Blick an den min 100 m hohen Felsen senkrecht nach oben.
Weiter geht’s am windigen Lake Pukaki entlang
nein, das ist keine Fotomontage, der ist wirklich so blau (der See!!!), zum DOC Campground am Fuße des Mt Cook. Als wir hier ankommen schlägt das Wetter um und es regnet kräftig. Na dann warten wir mal auf morgen früh.
Sonntag 18.1. Ganz hohe Berge
Puh, wat ne stürmische Nacht. Es hat die ganze Nacht durch geregnet und so kräftig geblasen, dass Henri sich mächtig geschüttelt hat. Auf einer Yacht im Hafen ist es auch nicht doller. Dafür scheint heute Morgen wieder die Sonne, und ein freundlicher Ranger klopft um 8:00 am an die Schiebetür. Der erste Gedanke, er hat den Beleg vom „self registration“ nicht gesehen. Aber nein, das ist alles OK. Er macht uns darauf aufmerksam, dass wir Wasser verlieren. Die Ursache ist schnell gefunden, das Abwasserventil war vom letzten Ablassen noch offen und das Duschwasser läuft nun raus – Mist, sorry und sofort schließen. Dann machen wir einen Gang (ca. eine Stunde) zum Hooker Glacier Lookout.
Im Vordergrund der Gletschersee und im Hintergrund der Aoraki/Mt. Cook, der höchste Berg in NZ. Der Aoraki, Maori für „Wolkendurchbrecher“, steckt leider in den Wolken. Wir wandern erst mal weiter zur Brücke über der Hooker River.
Die schwankt bei der steifen Brise schon recht stark. Lina findet das toll und möchte gar nicht mehr runter von der Brücke.
Auf der Weiterfahrt macht der „Wolkendurchbrecher“ im Rückspiegel seinem Namen alle Ehre.
Hier ist irgendwie alles in Bewegung und nichts für immer. Die Berge wachsen noch und werden gleichzeitig durch Gletscher und Erosion wieder abgetragen. So ein Berg mit knapp 4 km Höhe ist nicht statisch, sondern vergänglich – alles eine Frage des Zeitraumes.
Weiter führt die Strecke vom Lake Pukaki am Lake Tekapo vorbei (der sieht durch die Schwebstoffe im Wasser genauso türkis aus) zum DOC-Campground Pioneer Park bei Fairlie.
Montag 19.1. Fahrtag
Die Wanderung am Morgen brechen wir nach einer viertel Stunde ab, da der Weg für Lina nicht geeignet ist. So sind wir nach einer halben Stunde wieder am Auto und rollen Richtung Christchurch. Zum Einkaufen stoppen wir an einem großen Countdown Supermarkt. Nebenan steht ein Baumarkt mit „Drive thru“. Dinge die man unbedingt braucht…
Heute Abend sind wir auf einem Recreation Reserve bei Leeston am Eingang zur Banks Halbinsel gelandet.
Dienstag, 20.01. Banks Peninsula
Heute steht die Banks Halbinsel auf dem Programm, wir fahren nach Akaroa und machen einen Lunch-Stopp am Akaroa Head Lighthouse. Der hübsch restaurierte kleine Leuchtturm steht nicht mehr an seinem originalen Platz, ist aber ein nettes Fotomotiv.
Das schöne Wetter lädt zu einem Spaziergang ein, den machen wir am Harbour entlang und die Hauptstraße hoch. Sabine wirft in der Rue Balguerie einen Blick in die anglikanische St. Peter’s Church von 1863,
danach gehen wir zurück und fahren über die kurvenreiche Summit Road, von der aus man phantastische Ausblicke auf die Akaroa-Bucht hat
bis zu unserem heutigen Übernachtungsplatz Catons Bay, an dem wir diesen Anblick genießen dürfen:
Donnerstag 22.1. Eine Stadt im Wiederaufbau
Zunächst noch ein Nachtrag, gestern sind wir über Lyttelton (die schlechtesten Fish and Chips bisher) auf den Top10 Caravanpark in Christchurch gefahren und dann war mal wieder „Maintenanceday“.
Heute schauen wir uns die Innenstadt von Christchurch an. An der Kathedrale angekommen sind wir erst mal überrascht wie viele Häuser nach dem Erdbeben vom Februar 2011 noch kaputt dastehen, abgerissen werden oder wo einfach der Platz eines bereits abgerissenen Hauses als Parkplatz genutzt wird. An der Kathedrale selbst ist der Schutt beiseite geräumt, und der Bau gesichert worden.
Im Vordergrund links stand der Turm. Der weitere Rundgang in der Innenstadt bietet keine besseren Eindrücke.
Baustellen wohin man auch blickt. Da bietet das Canterbury Museum, dessen Haus weitgehend verschont geblieben ist, wohltuende Abwechslung. Hier ist neben der Geschichte der Region Canterbury, angefangen mit den Maori, und natürlich die Erläuterung der Erdbeben auch die „Christchurch Street“, eine Einkaufsstraße des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu sehen.
Danach spazieren wir noch durch die grünen Oasen des Botanischen Gartens.
Auch hier werden die Rasenflächen ausgiebig zum Spazieren, Picknicken in der Mittagspause oder einfach zum Faulenzen genutzt. Wir verabschieden uns, mit einem etwas flauen Gefühl im Bauch, wieder aus der Stadt. Mehr als zuvor ist uns klargeworden, dass nichts ewig währt, die Landschaft, die wir sehen nur eine Momentaufnahme ist und auch Berge wachsen und wieder abgetragen werden. Beim Blick in den weiten, unglaublichen Sternenhimmel hier über dem Campground außerhalb der Stadt, müssen wir die Bilder von heute erstmal verarbeiten.
Freitag 23.1. UPS das Datum sagt uns was…
Der Tag fängt ganz ruhig an, das Frühstück dauert länger, der kommunale Platz hat glücklicherweise keine Check Out Zeit, so ist es fast Mittag, als wir losfahren. Über den Highway 1 gelangen wir dann, nach 80 km Inlandsstraße, bei Oaro wieder an die Küste, genießen die Ausblicke und stoppen recht früh wieder bei Hapuku (15 km hinter Kaikoura) am Strand. Der freie Platz bietet sich als Übernachtungsplatz förmlich an.
So, nun wird sich der Schreiber noch ein wenig den Wind um die Nase wehen lassen, dann 10 m vom Pazifik entfernt die Spinat Quiche schmecken lassen und, nach einem Geburtstagsanruf, noch dem Rauschen der Brandung lauschen…
Samstag 24.1. Robben ganz nah
Heute fahren wir ein Stück zurück und schauen uns Kaikoura an – sehr touristisch – die Kernstadt macht den Eindruck eines Schickimicki Skidorfes – nichts wie weg hier! Die vorgelagerte Halbinsel gefällt da schon besser.
Danach sind wir mehr zufällig und recht früh auf einem freien Übernachtungsplatz gelandet, der auf einer kleinen Landzunge mitten in einer Pelzrobbenkolonie liegt.
Abends liegen die Tiere keine 10 m von der Schiebetür entfernt.
Sonntag 25.1.
Was für eine Aussicht beim Frühstück, und die Robben tummeln sich zwischen und auf den Felsen.
Da uns heute nicht so nach Fahren und Sightseeing ist beziehen wir nach drei Stunden einen DOC Platz wieder direkt am Pazifik.
Und genießen Kaffee, Kakao, Kuchen, Wetter, Aussicht, Strand, Wasser, Zeit, Urlaub, Meeresrauschen, Sonnenuntergang, Wein….
Ach ja, und Clemens darf das Schreiben nicht vergessen.
Montag 26.1.
Spät aufgestanden, ausgiebig frühstücken und dann schauen wir uns Blenheim an. Mal ein wenig bummeln, Lina bekommt neue Schuhe, beim Optiker vorbeischauen u.s.w. Der Tag geht schneller um als gedacht. Da wir für morgen die Fähre zurück nach Wellington gebucht haben, übernachten wir heute auf dem DOC Platz Whatamango Bay 10 km östlich von Picton an den Marlborough Sounds.
Dienstag 27.1. Tschüss Südinsel
Das kurze Stück bis zur Fähre geht heute Vormittag ganz flott. Zwischendurch stoppen wir noch beim Yachtausrüster um Chemie zu kaufen und steuern dann das Fährterminal von Bluebridge Ferries an. Das Experiment, die Fährlinie zu wechseln geht leider schief. Im Gegensatz zur Hinfahrt mit einer Interislander Fähre ist diese nun eher ein umgebautes Frachtschiff. Komfort oder Panoramafenster sind hier leider nicht vorhanden. Ein letzter wehmütiger Blick zurück auf die Südinsel mit ihren schönen Sounds.
Eine Insel voller toller Landschaften, unvergesslicher Bilder und toller Menschen, ach ja und voller Schafe.;-)
Dann kommt Wellington trotzdem pünktlich in Sicht.
Nun ist es nur noch ein kurzes Stück (durch den Verkehr der Rushhour in der Hauptstadt) zum Stellplatz am Yachthafen.
Mittwoch 28.1.
Gestern Abend sind wir am Campingtisch unserer Nachbarn etwas versackt. (Danke nochmal! Der Rote war trotz Kühlung echt lecker.) So startet der Tag später und ruiger. Der heutige Weg führt uns erstmal um den Lake Waiarapa, laut Reisführer ein beliebtes Naherholungsgebiet der Wellingtonians. Von den beschriebenen B&B’s, Motels und Campgrounds am See sehen wir nichts. Da muss wohl ein Druckfehler vorliegen. Die Landschaft ist intensiv landwirtschaftlich genutzt. So müssen wir kurz stoppen, weil uns eine Herde Rinder begegnet. Interessant, die Hunde bei der Arbeit zu beobachten. Dann schauen wir uns noch ein restauriertes Versammlungshaus der Maori in Greytown an.
Von außen echt toll, innen sieht es eher aus wie die Schützenhalle von Wanne-Eickel. (ups -Entschuldigung, ich weiß nicht mal ob Wanne-Eickel eine Schützenhalle hat)
Bei der Bewachung kann die Womotür ruhig aufbleiben.
Nach sooo viel Kultur ziehen wir uns, auf den Holdsworht Campground, in die Berge zurück.
Donnerstag 29.1. Alles Schaf
Vormittags gucken wir im Wool Shed in Masterton vorbei. Hier gibt es viel Infos zu Schafen und Schafscheren, das Spinnen (der Wolle!!) können wir sogar live beobachten. Die verschiedenen Wollsorten werden gezeigt und wie alles früher aussah.
Die zwei Scherschuppen sind Originale aus der Region, die hierher transportiert wurden. Daher fehlt im Innern nicht mal der Geruch.
Alles echt nett gemacht und für 15$ Familien-Eintritt auch noch sehr günstig. Dann wieder ein kurzer Abstecher in die Berge und wir übernachten auf dem „überfüllten“ Campground Kiriwhakapapa (der heißt wirklich so und wir sind heute die einzigen Gäste hier). Das gegrillte Steak schmeckt heute mal wieder lecker am Campfire.
Freitag 30.1.Vögel und Landschaft
Das Pukaha Mt. Bruce National Wildlife Center ist heute unser erster Stopp. Hier gibt es neben vielen vom Aussterben bedrohten Vogelarten Neuseelands auch Geckos und Tuataras.
Natürlich gibts hier auch Kiwis, die Lichtverhältnisse erlauben aber leider kein Foto der ganz seltenen weißen Exemplare dieser Vögel.
Die Abholzung der umliegenden Landschaft, durch die wir auf Nebenstrecken zwischen SH2 und Küste fahren, schafft Weideland, ist allerdings für einheimische Tierarten überlebensbedrohlich und, da derzeit durch die Sommersonne vertrocknet, kein schöner Anblick.
Samstag 31.1. Regen und Kreuzfahrttouristen 😦
Der Tag beginnt unfreundlich mit Regenschauern. Sabine hat die Idee, das schlechte Wetter im Schwimmbad abzuwettern. In Napier finden wir das Aquaric Center und verbringen den Vormittag dort. Dann klart es auf und wir besuchen die Innenstadt.
Die Häuser der Innenstadt sind nach einem schweren Erdbeben im Jahre 1931 vielfach restauriert oder im Art Déco Stil neu gebaut worden. Zu unserem Unglück hat im Hafen ein riesiger Kreuzfahrer festgemacht und die gesamten Gäste werden nun mit unzähligen Bussen in die kleine Stadt gekarrt. Großgruppen Japaner mit Schirmen, Hüten und Feinstaubmasken vorm Gesicht (wovor sollen die nur schützen? Die Luft hier ist vermutlich um ein vielfaches sauberer als in Tokyo) stürmen die kleine Fußgängerzone und die Souvenirläden. Nach einem kleinen Blick über die Strandpromenade flüchten wir vor den Massen von Touristen und fahren weiter Richtung Rotorua. Dort wollen wir uns die Geothermalfelder ansehen. Nun stehen wir auf dem Glenfalls DOC Campground und haben viel Platz und Ruhe, die Aussiburger, die Sabine mittlerweile perfekt zubereitet, mit einem Glas Wasser dabei 😉 zu genießen.
Sonntag 1.2.
Heute lassen wir uns beim Frühstück etwas mehr Zeit und genießen unseren „Auenland“-Campground. Auf der Fahrt zurück zum Highway werfen wir noch einen Blick zurück:

Auf dem Weg machen wir noch einen kurzen Stopp an den Wapunga-Falls

und fahren dann bis zum Lake Taupo, wo wir neben dem Yachthafen auf der Picknickwiese direkt am Seeufer parken – bei uns wäre das undenkbar! Nach unserem dortigen Lunch schauen wir noch kurz in den netten Ort und fahren dann zu den Craters of the Moon. Der Rundgang dort dauert 45 Minuten, da es aber angefangen hat zu regnen entschließen wir uns, die Besichtigung auf morgen zu verschieben und übernachten wieder auf dem Reids Farm Reserve.
Montag 2.2.
Regen am Morgen, die Besichtigung des Mondes 😉 s.o. fällt leider ins Wasser. Stattdessen fahren wir zurück nach Taupo und erledigen wichtige Dinge bei der Post. Dann versuchen wir das Geothermiekraftwerk zu besichtigen, aber das im Reiseführer beschriebene Besucherzentrum gibt es nicht (mehr). Nun dann – weiter mit Stopp zum Lunch am Thermalgebiet Wai-o-Tapu. Da sich das Wetter, nach zwischenzeitlicher Besserung, nun doch wieder für Regen bis Starkregen entscheidet, und der Geysir bereits um 10:15 Uhr sprudelte, fällt auch hier der Rundgang für uns aus und wir fahren wieder zum Top 10 Campground in Rotorua. Hier ist dann ein ruhiger Nachmittag angesagt.
Dienstag 3.2. heiße Erde, pfiffige Hunde und ein armes Schaf
Vorgestern wurde Clemens beim Telefonat mit der Heimat gefragt: „Wird euch nicht langweilig?“. Nun haben wir lange überlegt, was Langeweile eigentlich ist. Schließlich die Erkenntnis und die Antwort: „Gib uns noch zwei Jahre Zeit in diesem Land, und frag dann nochmal nach.“ Vielleicht lautet die Antwort dann: „Ja.“ Um der Langeweile vorzubeugen fahren wir erstmal in’s Maori-Dorf Whakarewarewa (ist kein Schreibfehler, ist nur ne Abkürzung). Hier brodelt die Erde, und das ist wörtlich gemeint. Aber erstmal gucken wir beim Maori dance vorbei. Lina fand den Haka (Kriegstanz) am besten.
Dann ein Rundgang durchs Dorf, das in einem Geothermalfeld liegt. Die Geysire sprudeln heftig.
Und überall im Dorf blubbert es.
Oder es steigt Dampf aus kleinen Höhlen und Löchern. In einem kleinen See sammelt sich heißes klares Wasser, in dem dann Maiskolben gegart werden. Der Ablauf des Sees führt über kleine Kanäle zu Pools mit dann nun noch warmen Wasser. Ideal zum Baden. Zum Schluss gibt’s im kleinen Café noch einen lecker, im Erdofen gegarten, hangi pie zum Lunch.
Frisch gestärkt machen wir uns dann auf den Weg zum Agrodome, hier schauen wir uns die Farm Show an, in der humorvoll die verschiedenen Schafrassen vorgestellt werden.
Die Tiere sind so entspannt, dass ein paar während der Show sogar einschlafen. Dann wird der Showmaster zum Schafscherer, er schnappt sich das nervös auf die Bühne gelassene Schaf, bugsiert es in eine Sitzposition und wir sind überrascht, dass sich das Tier sofort entspannt und ohne größere Gegenwehr scheren lässt.
Das seiner Wolle beraubte Schaf darf dann die Bühne verlassen, nach weiteren Vorführungen (auch der von Leuten aus dem Publikum) kommen die Hunde auf Bühne und zeigen einen Teil ihres Könnens. Zum Schluss laufen sie sogar noch über bzw. setzen sich auf die Schafe!
Mit vielen Eindrücken machen wir uns auf den Weg zum Hora Hora Domain Campground direkt am Lake Karapiro in der Nähe von „Hobbiton“ (in Deutschland unter „Hobbingen“ bekannt). Da wollen wir morgen hin.
Mittwoch 4.2. Ausflug nach Hobbiton
Auf der Alexander Farm wurde ab 1999 Hobbiton für die Trilogie The Lord of the Rings (Herr der Ringe) gebaut und ab 2009, in zweijähriger Bauzeit, für die Hobbit Trilogie erneuert und erweitert. Eine Besichtigung der Drehorte ist im Rahmen einer zweistündigen Tour möglich. Unser Guide erzählt sehr locker und lustig die Geschichte des Drehortes und die eine oder andere Anekdote dazu. Bei Frodo und Bilbo steht die Tür offen.
Es schaut aber niemand raus…
Interessant ist allerdings, wie die Romanvorlage umgesetzt wurde. Zu Hause werden wir uns wohl alle Filme ansehen, um auch die anderen Landschaftsaufnahmen mit unseren Eindrücken zu vergleichen. So wie die Watermill mit double arch Bridge.
Oder der Überblick über das Dorf.
Zurück in der richtigen Welt fahren wir nach Tauranga und übernachten im Waitui Reserve an der Harbour Bay.
Freitag 6.2.
Nachtrag: Gestern sind wir nur ein kurzes Stück gefahren und haben dann an den Bowentown Heads gestoppt, am Stand die Beine und die Seele baumeln lassen…Und abends die Lichtspiele der untergehenden Sonne auf dem Wasser bewundert, das war’s dann für den Tag.
Heute machen wir einen Strandtag in Waihi Beach.
Die Gegend drumrum sieht irgendwie nach Touri-Ecke aus, die Häuser in Strandnähe wirken teuer und die Vorgärten sind auffallend gepflegt. Nachmittags, als wir beim Supermarkt vom Parkplatz rollen, macht uns ein freundlicher Kiwi darauf aufmerksam, dass der linke Vorderreifen zu wenig Luft hat. An der nächsten Tankstelle guckt Clemens nach und findet tatsächlich einen Nagel, der in der Lauffläche steckt. Also erst mal das Rad wechseln. Da heute Waitangi Day (Nationalfeiertag) ist, vertagen wir die Reparatur auf morgen. Heute übernachten wir mal wieder auf einem DOC Campground (Broken Hill) mitten im Wald.
Bei dem Schild kommt man schon mal kurz ins Überlegen, ob man weiter fahren soll…aber nur ganz kurz! 🙂
Samstag 7.2. Langes Waitangi Wochenende, die Großen buddeln im Sand wie die Kleinen und noch ’ne grandiose Küste
Wenn hier Freitag ein Feiertag ist, dann ist das auch nicht anders als bei uns auch. Es ist langes WE und ein Monteur für unseren Reifen ist nicht aufzutreiben. Na dann muss das bis Montag warten. Wir nutzen derweil das Wetter und gehen nochmal an den Strand. Diesmal an den „Hot Water Beach“. Hier kommt an einer Stelle Thermalwasser mit über 60 Grad aus dem Sand, der bei Niedrigwasser frei liegt. So ca. 150 Leute buddeln sich dann kleine Pools und suhlen sich dann im warmen Sandwasser. Clemens fällt bei dem Anblick ein Vergleich ein, den er aber nicht öffentlich schreiben möchte. 😉 Wir suchen uns einen ruhigeren Strandabschnitt und haben viel Spaß in der Brandung. Nachmittags begucken wir noch die Cathedral Cove. Der Ausblick macht dann doch Lust auf einen Spaziergang runter in die Bucht. Da es schon spät ist, bleiben wir einfach über Nacht hier, verschieben das auf morgen und schauen am Abend noch den Seglern zu, die unten vor Anker gehen.
Sonntag 8.2.
Nach genauerem Ansehen des Weges entscheiden wir dann doch, dass die Strecke zu Fuß für Lina nicht machbar ist und für den Buggy ist die Steigung einfach zu steil. Wir lassen lieber unser WoMo nach Cooks Beach laufen und schauen vom Stand aus drei Kunstfliegern zu, die über der Bucht ihre Figuren fliegen. In Whitianga bummeln wir durch den Yachthafen, diskutieren über den Pflegezustand einiger Boote und parken dann an der Uferpromenade auf einem Freedom Campground, um beim vorzüglichen Dinner dem Rauschen des Pazifik zu lauschen.
Montag 9.2. Reifentag
Den Reifenhändler in Whitianga besuchen wir gleich am Morgen. Clemens erläutert kurz das Problem und sofort kommt jemand mit zum Auto, um den kaputten Reifen in Empfang zu nehmen. Beim Flicken fragt der Monteur, ob er das Rad gleich wieder montieren soll und als Clemens dann das demontierte Reserverad unter dem WoMo wieder in die Halterung packen will kommt ein anderer Monteur legt sich unter das WoMo-Heck und hilft. Soviel Hilfsbereitschaft und die spontane Reparatur machen uns immer noch sprachlos. Natürlich darf dabei der Smalltalk über woher, wohin, wie lange seit ihr schon in NZ, wie gefällt es euch hier…. nicht fehlen. Über Arbeitseinheiten oder Ähnliches macht sich hier scheinbar niemand Gedanken, hier zählt der persönliche Kontakt und die Zeit für ein kurzen Schnack ist immer da!!!
Mit dem guten Gefühl wieder ein Reserverad zu haben machen wir uns auf den Weg an die Nordspitze. Kurzer Zwischenstopp zu Fish and Chips essen in Coromandel Town (nicht schlecht, aber die gehören nicht zur Spitzengruppe) erreichen wir zur besten Kaffeezeit den DOC Campground am Port Jackson. Die letzten 20 km enger Küstenstraße als Schotterpiste haben nun den rechten Hinterreifen geschafft. Wir haben den zweiten Platten in vier Tagen, aber glücklicherweise ein heiles Ersatzrad. Das Kaffeetrinken fällt nun dem Radwechsel zum Opfer, aber auch dabei wird Clemens drei mal gefragt, ob er eine helfende Hand braucht. Der Reifen hat einen Riss oder Schnitt, mal sehen ob das auch geflickt werden kann.
Dienstag 10.2. Die Polizei, dein Freund und Helfer
Den Vormittag verbringen wir am Strand von Port Jackson, das nur aus einem DOC Campground besteht. Sonne, klares Wasser und viel Platz, was will man mehr. Dann auf dem Rückweg, mit Blick zurück auf Port Jackson,

über viel schmalen, kurvenreichen Schotter
und unter Pohutukawa Bäumen durch
zur White Star Farm. Zuvor halten wir noch mal kurz in Colville am General Store, da gibt es vom Liter Milch über Wollläufer bis zur Tankfüllung Diesel einfach alles was man zum Leben in dieser Einsamkeit braucht. Natürlich gehört auch ein freundlicher Schnack dazu.
Bei der White Star Farm haben wir gestern eine Reitstunde für Lina abgesprochen. Pünktlich um 2:00 pm sind wir da, aber leider ist, außer den Tieren auf den Weiden, niemand zu sehen. Auch klingeln nützt nichts. Vielleicht hat Clemens gestern was falsch verstanden. Schade, dass das nicht geklappt hat. Dann fahren wir eben weiter zurück nach Coromandel. Nach nur 5 km zieht das Auto ständig nach rechts und von vorn rechts kommen merkwürdige Geräusche. Wir stoppen am Straßenrand und siehe da, der vordere rechte Reifen ist platt, und wir sind erst mal sprachlos. Das Ersatzrad ist seit gestern an der Hinterachse und ein zweites haben wir nicht. Der Anruf beim AA scheitert wegen schlechtem Mobilfunkempfang. Clemens will gerade die Straße rauflaufen, um es von der Kuppe nochmals zu versuchen, da halten drei!!! Polizeiwagen mit Festbeleuchtung vor und hinter unserem WoMo. Die Leute sehen aus wie vom „SEK“, kurze Hosen, Springerstiefel und T-Shirts in neongelb. Nach kurzer Erklärung, was passiert ist nehmen sie Clemens den kaputter Reifen ab, werfen ihn auf die Ladefläche eines ihrer Pickup’s (den Reifen, nicht Clemens) und verschwinden mit den Worten: „Der Reifenhändler wird den flicken und zurückbringen“. Na dann hoffen wir mal, dass das kein Überfall war… Tatsächlich kommt nach so ca. eineinhalb Stunden, und unzähligen Fragen Vorbeifahrender ob sie uns helfen können, wieder ein Polizeiwagen, offensichtlich der örtliche Polizist und nicht das „SEK“, und berichtet, dass unser Reifen nicht zu reparieren sei. Er ruft für uns dann einen Abschlepper. Auf der Ladefläche des LKW werden wir nach Coromandel gebracht und sehen auf dem Werkstatthof auch das kaputte Rad wieder. Clemens bestellt zwei neue Reifen, die kommen aber erst morgen zur Luchzeit, also werden wir die heutige Nacht hier auf dem Hof verbringen. Inzwischen hat Sabine am WoMo Besuch von einem hannoverschen Paar bekommen. Wir klönen eine ganze Weile und verabreden uns dann für heut‘ Abend auf ein Bier. Statt dem Bier gibt’s dann zwar australischen Rotwein in unserem WoMo, aber der Abend wird trotzdem gemütlich und lang…
Mittwoch 11.2.
Nach dem Frühstück nutzen wir die Zeit zum Wäsche waschen in der örtlichen Laundry, spielen und Übungen machen mit Lina und ’ner extra Tasse lecker Kaffee. 🙂 Die Hannoveraner kommen noch mal vorbei, verabschieden sich und wir verabreden ein Treffen im Biergarten am Lindener Berg. Dann gibts noch ein Foto vom kaputten Reifen, vom Profifotografen mit ’nem iPhone gemacht, tststs, und dann verschwinden die beiden Richtung Port Jackson. Wir wünschen euch mehr Glück mit euren Reifen! Apropos Reifen, die kommen um 2:00 Uhr an, werden gleich montiert und wir können gegen 2:30 Uhr den nicht ganz so schönen Werkstatthof verlassen. Die Küste bis Thames ist schroff und mit den vorgelagerten Inseln echt schön.

Nach einer leckeren Pizza in Thames übernachten wir wieder im Wald auf dem DOC Shag Stream Campground.
Donnerstag 12.2.
Noch ein wenig Küstenstraße genießen. Von Thames aus umrunden wir den Firth of Thames südlich und genießen hier und da die tolle Aussicht. Da uns das Bargeld ausgeht und wir heute Nacht in einem Regional Park, der bar bezahlt werden muss, übernachten wollen, fragt Clemens in einem kleinen Laden mit Tankstelle nach, wo der nächste ATM (Geldautomat) ist. Wie zu erwarten war, gibt es hier in der Nähe keinen. Der nächste ATM ist in Auckland. Aber so hilfsbereit wir die Kiwis nunmal sind, wird ihm sofort eine Barauszahlung aus der Ladenkasse angeboten. Mit 50 $ Barem kommen wir dann am Campground an. Hier hat man vor zwei Wochen, wie der Campground Host später berichtet, auf Kartenzahlung am Telefon umgestellt. Nach langer und umständlicher Prozedur mit persönlichem Gesprächspartner, Zahlungsautomat und zum Schluss wieder einer richtigen Person am Telefon bekommen wir den Code für das Zahlenschloss am Tor und können uns dann auf der weitläufigen Wiese einen Platz aussuchen. Die 50$ haben wir nun immer noch in der Tasche… 🙂
Sabines Kommentar dazu: Ganz schön schrierig, auf einem kommerziellen Campground bekommst du eine Campsite zugewiesen und basta…“ 😉 Nun ja, wir haben uns noch entscheiden können und nun gibt es erst mal Dinner.
Freitag, 13.02. Der Kreis schließt sich
Unser erster Weg heute führt uns zum Spediteur nach Auckland, um das Carnet de Passage abzugeben. Danach fahren wir zum Flughafen um bei der Airline nachzufragen, wann wir am Montag unser Gepäck frühestens einchecken können. Prima, das geht ab 4 Uhr morgens (nein, so früh werden wir noch nicht auf den Beinen sein!), wir können es also abgeben, bevor wir Henri zum Hafen bringen. Da unsere Vorräte schon ziemlich aufgebraucht sind, machen wir noch schnell einen Speiseplan für unsere letzten Tage und kaufen das Fehlende ein. Für den Rücktransport dürfen keine Lebensmittel im Fahrzeug sein, es ist also nur ein kleiner Einkauf – mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch…. Dann fahren wir zu „unserem“ (hier haben wir unsere erste Nacht in NZ verbracht) Albury Regionalpark Campground, machen noch einen Spaziergang zur Küste, genießen die Stimmung
und beschließen den Tag mit einem gegrillten Lamm-Rumpsteak mit Kumarapüree.
Samstag 14.2. Endlich Auckland
Da wir bei unserer Ankunft in Neuseeland irgendwie keine Gelegenheit hatten, Auckland zu besichtigen wollen wir das heute nachholen. Der Spaziergang führt am Rathaus vorbei,
durch die Innenstadt zum Skytower, der sich hier in der Glasfassade spiegelt.

Von oben betrachtet sieht die Stadt tatsächlich aus, wie die Wellingtonians immer spotten, wie eine Ansammlung von Dörfern.
Wieder unten angekommen schlendern wir noch ein wenig durch die größte Stadt Neuseelands, fahren zurück auf „unseren“ Campground. Der Tag verabschiedet sich, oder wir werden von Neuseeland verabschiedet, nochmal mit einem fantastischen Sonnenuntergang…
Sonntag 15.2. Packen
Uns ist ein wenig so, als wenn wir verreisen wollen und unser Zuhause aus und aufräumen… wie Koffer packen. Zwischendurch fahren wir Henri noch in eine Waschbox und spülen den gröbsten Schmutz ab. Dann ist unser letzter Abend in NZ gekommen…
Montag 16.2. Tag der Abschiede
Zuerst fahren wir heute zum Spediteur und holen das Carnet de Passage wieder ab. Der Zoll hat die Ausfuhr unseres Autos bereits bestätigt, obwohl wir noch drin sitzen und fröhlich durch Auckland kutschen. Na ja war in AUS ja auch nicht anders. Dann zum Flughafen, einchecken und die Reisetaschen aufgeben. So haben wir jetzt nur noch leichtes Gepäck und Linas Buggy. Den können wir nachher bis zum Flugzeug mitnehmen. So nun wartet auch schon ein Mitarbeiter vom Porthandling am Hafen auf uns. Wir schrauben noch schnell die Trennwand zwischen Fahrerhaus und Wohnraum wieder rein, lassen das restliche Frischwasser noch ab und dann wird unser Heim der letzten gut fünf Monate ins Hafengelände gefahren. Am 21.2. fährt dann das Schiff Richtung Deutschland. Tschüss Henri. 😦
Wir schlendern noch ein wenig durch Aucklands CBD und nehmen dann den Airportlink Bus zum Flughafen. Unsere 777-300 der Air New Zealand wartet da bereits, natürlich mit Hobbitbemalung. Na dann fliegen wir heute mal mit Smaug. 😉
Um 7:15pm hebt der Flieger dann auch pünktlich ab. Good by New Zealand and see you later…
Montag 16.2. Der Tag, den wir zweimal erleben
Nach echt entspanntem Flug landen wir am Vormittag des gleichen Tages, an dem wir abends in Auckland abgeflogen sind, in Los Angeles. Der Flughafen ist eine einzige Baustelle, das Wetter um einiges kühler, der Grenzbeamte sehr formal, naja wir sind nicht mehr in Ozeanien. Bei der Übernahme des Mietwagens fällt uns extrem auf, wie freundlich das Miteinander in Australien und besonders auch in Neuseeland ist. Hier, in den USA, wird bei der Ausfahrt nur der Barcode gescannt und wortlos die Schränke geöffnet. Umgewöhnen muss sich Clemens auch bei der Straßenseite! Drive right!!! Aber auch das klappt so einigermaßen. Wir fahren erst mal ins Hotel, checken ein und laufen dann zum Santa Monica Pier. Das mit dem Sonnenuntergang können die hier auch.
Dienstag 17.2. Riesige Stadt
Wir kurven ein wenig durch Beverly Hills, Hollywood und landen irgendwie am „Walk of Fame“.
Hier ist viel wegen dem Aufbau für die „Oscarverleiung“ gesperrt. Nun ja, abends in einer gemütlichen Kneipe in der Main Street von Santa Monica beschließen wir, dass große Städte nicht so das sind, was uns begeistert.
Mittwoch 18.2. Zurück nach Deutschland
Das Hotel kann, im Gegensatz zur Stadt, sehr begeistern. Komfortable Zimmer, guter Service… Wir frühstücken ausgiebig, geben den Mietwagen ab und checken dann am Flughafen Richtung Deutschland ein.
Im Flugzeug werden wir dann auf deutsch begrüßt, Clemens ist so überrascht, dass er auf englisch antwortet. Noch eine Unstellung, die uns ereilt. Es wird sicher nicht die Einzige bleiben.
Donnerstag 18.2. Ende der Traumzeit
Was bleibt? Tausend Eindrücke, viele, viele nette Menschen, tausend Bilder im Kopf und noch ganz klein im Hintergrund der Wunsch…lass uns sowas noch mal machen…




















