Nordamerika 2018 5. Canada

Vancouver Island

14.7 – 18.7.

Unser erster Ziel auf Vancouver Island ist die Hauptstadt der Provinz British Columbia, Victoria. Der Regierungssitz der Provinzregierung kommt uns irgendwie bekannt vor.Könnte auch die Silhouette des Rathauses von Hannover sein, oder?

Die Stadt wirkt sehr aufgeräumt und sauber. Wir schlendern ein wenig durch die Straßen und besorgen und noch eine Telefonkarte für Canada.

Am Ende des Besuchs fahren wir noch den Scenic Marine Drive an der Ostküste von Victoria und kommen an der MILE 0 des Trans Canadian Highways (TCH) vorbei. Der TCH beginnt hier auf Vancouver Island und endet nach knapp 7.400 km in Newfoundland.

Mit etwas Glück bekommen wir dann, da uns der Chef des Parks entgegen kommt, einen Platz im Overflowbereich des Bamberton Provincial Park, so ca. 30km nördlich von Victoria. 

Auf dem weiteren Weg nach Norden halten wir in Duncan, die Stadt wirbt mit 80 aufgestellten Totempoles
und in Chemainus, hier gibt es zwar keine Totempfähle aber stattdessen knapp 50 Wandmalereien (Murals) zu besichtigen.  

Verwandte gibt es scheinbar auch hier😉

Das Eis schmeckt bei 30° auf jeden Fall lecker.

Selbst das ortsansässige Schnellrestaurant ist interessant gestaltet.

Am Abend treffen wir auf dem Campground im Rathtrevor Beach Park Evi und Martin aus der Schweiz. Sie sind auch mit einem CS Kastenwagen unterwegs und wir klönen den Abend lange am Lagerfeuer, tauschen Erlebnisse aus und bekommen so einige Tipps für die Weiterfahrt. 

Im Pacific Rim National Park, an der Westküste der Insel, spazieren wir über einen Boardwalk durch ein Gebiet mit teilweise über 100 Jahre alten Bäumen, die aber durch die Bodenqualität und viel Wasser nur ein/zwei Meter hoch sind. Natürliche Bonsais. 

Dann „wandern“ wir noch ein Stück über den mit Treibholz übersäten Stand Long Beach,

und am Abend holt Lina mit dem Fahrrad Feuerholz und Clemens muss noch in die Werkstatt. Eine Schnellkupplung an unserem Wasserschlauch hat das Einklemmen in der Tür nicht überstanden. 😩 Die Ersatzkupplung von Gardena muss noch angepasst werden. 

Am nächsten Tag machen wir uns früh auf zur Fähre ab Nanaimo nach Horseshoe Bay auf dem Festland. Wir haben echt Glück, beim Ticketkauf sagt uns der freundliche Herr im Häuschen, dass das Boarding bereits begonnen hat und wir sofort mitfahren können. 😊 So verlassen wir die große Insel und freuen uns auf die Berge. In der Ferne zieht Vancouver vorbei und nach kurzem „Palaver“ beschließen wir, uns diese Stadt nicht anzusehen und lieber gleich in die Berge aufzubrechen. 

Vom „Sea to Sky Highway“ zum „Alaska Highway“

18.7. – 25.7.

Aus dem Fährhafen Horseshoe Bay gibt es nur zwei Wege, einer führt östlich nach Vancouver, der andere ist der Sea to Sky Highway nach Norden. Den zweiten nehmen wir und halten an den Shannon Falls.

Eine Fahrt mit der neuen Seilbahn ganz in der Nähe vom Stawamus Chief Provincial Park ist uns für knapp 100$ zu teuer für das gebotene. So genießen wir die Atmosphäre auf dem Campground. Hier übernachten viele Bergsteiger, die sich für den Aufstieg auf den Stawamus Chief vorbereiten. Die Stimmung ist irgendwie entspannt und gemütlich, der Abend ist warm. Zwei Autos weiter singen zwei, begleitet von einer Gitarre, vor einer Runde von einem Duzend Zuhörern Songs der letzten Jahre. So entspannt kann der Aufenthalt in dem Overflowbereich sein, die wenigen Stellplätze waren alle belegt.

In Squamish, dem nächsten Ort, kaufen wir erstmal alles nötige ein. Auf dem Parkplatz von Canadian Tire (so eine Art Mischung aus Hornbach und ATU) steht ein Sprinter mit spanischem Kennzeichen. Wir parken daneben. Mit den Besitzern Inés und Javier klönen wir eine ganze Weile. Die beiden sind bereits seit einem Jahr unterwegs und waren vorher in Afrika. Inés ist Argentinierin, in Karlsruhe geboren, Javier ist Spanier. Wir tauschen Erlebnisse aus, geben uns gegenseitig Tipps, bauen eine Antenne an und nehmen ihren CB-Funk in Betrieb. Ein echt nettes Gespräch auf dem Parkplatz. Wir wünschen euch viel Glück auf eurer weiteren Reise and „travel save“!

Der nächste Wasserfall sind die Brandywine Falls

die Bären sind hier auch nicht weit, gestern wurde einer gesichtet. 

Mal gucken, wann wir unseren ersten canadischen Bären sehen.

Den Stellplatz im Marbel Canyon finden wir durch Zufall, umso schöner ist der „Blick aus dem Fenster“.

Inzwischen wird der Wunsch immer stärker, ab Prince George nicht nach Osten Richtung Jasper zu fahren, sondern eine „Nordrunde“ über den Alaska Highway, Watson Lake und den Cassiar Highway zurück nach Prince George einzuschieben. Die Zeit hätten wir, und mit einem Abstecher nach Stewart und Hyder können wir, mit etwas Glück, auch Bären beim Lachsfang zusehen. – Also in Prince George die Vorräte auffüllen und dann auf in den einsamen Norden von BC. Dafür lassen wir die Museumsstadt Barkerville, für die am Highway kräftig geworben wird, rechts liegen. 

Bevor wir den Alaska Highway erreichen, muss Clemens unbedingt noch beim W.A.C. Bennett Dam und dem zugehörigen Kraftwerk vorbeigucken (Berufskrankheit). Der Damm staut den Peace River zum 300km! langen Wilson Lake auf. Der Stausee hat eine Größe von über 1700 qkm, das Wasser fällt am Damm aus ca. 150m Höhe auf zehn Turbinensätze, die eine Gesamtleistung von 2730 MW zur Verfügung stellen. Die angebotene Führung ist auch rolligeeignet, also gucken wir mal rein. 

Das eigentliche Kraftwerk ist im Fels verborgen, nur das Umspannwerk und die 500kV Leitungen sind hinter dem Damm, und die 10 Einläufe davor zu sehen. 

Mit einem Abstecher über Fort St. John fahren wir nun auf dem Alaska Highway nordwärts. Zuerst noch durch landwirtschaftlich genutzte Flächen, später nur noch durch Wälder. Der Highway, mit seinen 2230km Länge, wurde 1942 von der US-Army zur Verteidigung von Alaska gegen eine vermutete Invasion der Japaner im nur acht Monaten gebaut. (In der gleichen Zeit schaffen deutsche Autobahnbauer gefühlt nicht mal 5 kmDie Straße ist sehr gut ausgebaut und durch die breiten Ränder ist Wild gut zu erkennen.

Wie der Zufall so spielt:
Kurz hinter Fort Nelson halten wir auf einem Parkplatz um Fotos zu machen und treffen Conchita und Xavier, ein Pärchen aus Spanien und Argentinien, wieder. Mit den beiden hatten wir bereits im Mai am Petrified Forest in New Mexico gesprochen. Damals erzählte uns Conchita, dass sie gerade aus Mexico kommen und an der Westküste hoch bis Alaska wollen. Nun sind sie auf dem Rückweg Richtung Yellow Stone Park.

Auf der einen Seite ist da diese unendliche Weite und hundert Kilometer Wald, und dann trifft man sich auf einem kleinen Parkstreifen wieder. – unglaublich- Es sind auch diese Begegnungen, die eine solche Reise interessant und spannend machen!😀

Ein Stone Sheep, Bisons und Bären

25.7. – 29.7.

Weiter auf dem Alaska Highway Richtung Norden kommen erst die nördlichen Ausläufer der Rocky Mountains,

und dann die Tiere. Als erstes steht da ein Stone Sheep auf der Straße,

dann quert dieser stattliche Bisonbulle den Highway.

Am Liard River haben wir den Stellplatz ganz für uns, und den Sonnenuntergang auch.😉

Der junge Schwarzbär sucht sich pflanzliche Kost,

genauso wie die Herde Bisons,

oder wenig später dieser ausgewachsene Schwarzbär.

Dann kommt die Grenze zum Yukon und hier mal ein paar Zahlen zum Vergleich: Der Yukon ist etwa so groß wie Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen, es leben aber nur knapp 37000 Menschen hier und es gibt 11 Überlandstraßenverbindungen, wovon 4 durchgehend asphaltiert sind. 

Die kleine Ortschaft Watson Lake ist mit 800 Einwohnern immerhin die drittgrößte Stadt im Yukon. Hier gibt es zwei! Tankstellen,

einen General Store, eine Laundry (wird sofort genutzt) und den Sign Post Forest. Beim Bau des Alaska Highway hatte der US-Soldat Carl Lindley Heimweh und nagelte ein Schild seiner Heimatstadt, Danville Illinois, an einen Meilenpfosten. Daraus entstand ein ganzer Schilderwald mit, nach offizieller Zählung im letzten September, über 77.000 Schildern. 

Und täglich kommen neue hinzu…

Wir verlassen den Alaska Highway kurz hinter Watson Lake und fahren über den Cassiar Highway wieder südwärts. Dabei gibt es immer wieder Traumlandschaften wie hier am Boya Lake, wo wir auch übernachten,

oder eine Pause machen, wie hier am Dease Lake

In Meziadin Junction verlassen wir für einen kurzen Abstecher den Cassiar Highway, um auf dem Stewart Highway 70 km nach Westen zu fahren. Unser Ziel ist Hyder in Alaska. Dort wollen wir uns einen Gletscher aus der Nähe ansehen und Bären beim Lachsfang beobachten.

Gletscher, Lachse und Alaska

29.7. – 1.8.

So traumhafte Seen liegen am Cassiar Highway 

Im Bell 2, das ist Tankstelle, Lodge und Restaurant in einem, tanken wir nochmal Diesel und Wasser. 

Dann biegen wir ab auf den Stewart Highway und die ersten Gletscher lassen nicht lange auf sich warten. 

Dann kommt die Grenze zu den USA und — keine Kontrollen! Hier ist niemand, der uns bei der Einreise kontrolliert. Das liegt wohl daran, dass nach dem ersten Dorf hinter der Grenze nur noch eine Sackgasse kommt. Man muss wieder zurückkommen. 

Wir fahren noch bis zum Salmon Gletscher. 

Leider hat der linke Hinterreifen die 35 km Schotter nicht überstanden. Nun hat er einen Schnitt und Clemens muss mal wieder in der Sonne Räder wechseln. 😩 Nicht nur 30° im Schatten, sondern auch noch Mücken und tausend Fliegen.

Dafür kühlt es Abends merklich ab und wir werden mit einem einmaligen Blick auf den Gletscher belohnt. 

Da bleiben wir doch gleich über Nacht hier. Der Sonnenaufgang ist auch nicht schlecht, diesmal das Bild ohne störende Figur im Vordergrund. 😜

Auf dem Rückweg halten die Reifen und wir wollen in der Fish Creek Wildlife Site Bären beobachten. Hier kommen ab Mitte Juli bis Ende August die Lachse zum Laichen. Die Bären und Wölfe haben hier leichtes Spiel beim Fischfang. Wir sehen von der Aussichtsplattform aus viele Lachse, aber leider haben die Bären heute keinen Hunger, oder es ist ihnen einfach zu warm. Wir klönen ein wenig mit Jana und Jens. Die beiden sind seit 10 Monaten in Australien und Nordamerika unterwegs und haben so etwa die gleiche Strecke in Australien zurückgelegt wie wir vor vier Jahren. So gibt es viel über die beiden Kontinente zu erzählen. 

Wir fahren erstmal zurück über die Grenze, um in Stewart einen Reifenservice zu suchen. Apropos Grenze, bei der Einreise nach Canada wird richtig kontrolliert. Die Beamtin scannt die Pässe, fragt nach Waffen, Bärenspray und Alkohol und wünscht uns dann eine gute Fahrt. Clemens fragt, ob sie einen Reifenservice in Stewart kennt. Sie sagt, dass Bill kaputte Reifen repariert und sucht gleich seine Telefonnummer raus. Bill sei um diese Zeit meistens in der Hafenkneipe, sie ruft ihn gleich noch auf dem Cellphone an und kündigt uns an. Und so wartet Bill dann auch in der Werstatt auf uns. Der Reifen ist leider nicht reparabel. Bill überlegt kurz, ob er einen passenden Reifen da hat, geht dann durch den Vorgarten, wo geschätzt 100 alte Reifen verstreut rumliegen, und greift gezielt einen heraus. Die Größe stimmt und als er das Wasser ausgekippt, und den Reifen abgewischt hat, sieht das Ding auch ganz passabel aus. Das wird nun unser neuer Hinterreifen. 

Zurück in Hyder USA (ohne Grenzkontrolle) tapst kurz vor dem Parkplatz am Fish Creek ein junger Schwarzbär über die Straße. „Tapsi“ verschwindet im Gebüsch und wir hoffen ihn gleich beim Fischen zu sehen. Die Lachse sind auch immer noch da, Bären haben sich zwischenzeitlich nicht sehen lassen, und auch „Tapsi“ sehen wir nicht wieder. Stattdessen klönen wir wieder mit den beiden Weltreisenden aus Hof. 

Nach einer Nacht ganz in der Nähe im National Forest (wir sind ja in den USA) reisen wir wieder nach Canada ein. Grenzkontrolle wie am Vortag mit Pässen und Fragen… Kurz vor der Grenze steht in Hyder diese Tankstelle,

und an der Grenze hat ein Scherzbold dieses Schild angenagelt. 

Beim Bäcker treffen wir zum Frühstück zufällig Jana und Jens wieder. Nach dem netten Essen kommt das Erinnerungfoto.

Hallo ihr beiden, es war wirklich schön, euch kennengelernt zu haben. Kommt gut durch Canada und zurück nach Deutschland!

Jasper NP

1.8. – 6.8.

Die 60 km Stewart Highway müssen wir leider doppelt fahren, so ist das eben mit Sackgassen. 😜 Die Perspektive ist aber eine andere, und so rücken neue Dinge ins Blickfeld. 

Beim Einkaufen in Smithers fällt und dann dieser „Kleinwagen“ auf. Länger und breiter als unser rollendes Zuhause…

Der Yellowhead Highway Richtung Prince George bietet viel landwirtschaftlich genutzte Flächen und keine landschaftlichen Höhepunkte. Auf dem Alaska Highway hatten wir vor ein paar Tagen Petra und Karl aus Prince George gesprochen. Sie besitzen eine Bäckerei in der 380 George Street mit „European Pastries & Breads“ im Angebot. Wir haben versprochen, auf dem Rückweg mal rein zu schauen. Kaum sind wir im Laden, begrüßt uns Petra auch schon mit Namen. Nach kurzem Plausch verlassen wir, mit Brot, Brötchen, Kuchen und einer Menge Tipps zu den Jasper und Banff National Parks, den Laden wieder. Das Wetter wird schlechter und so fahren wir bis in den Mount Robson Provincial Park. 

Auch heute hängen die Wolken tief, so lässt sich heute kein Berg sehen und wir fahren bis Jasper, gucken in der Touriinfo vorbei und reservieren uns für morgen (das Wetter soll besser werden) einen Trailrider für Lina. Es ist langes Wochenende in Canada (Montag ist Feiertag) so sind die Campingplätze alle ausgebucht. Wir bekommen noch einen Platz im Overflowbereich des Snaring River Campground. Schönes Panorama, aber die Eisenbahn ist sehr nahe. Die superlangen Güterzüge fahren gefühlt im Viertelstundentakt. Der längste, den wir gezählt haben hat 175! Wagons. 

Am Maligne Lake probieren wir den Trailrider aus,

und es funktioniert. Lina ist begeistert und die Großen können auch mal wieder etwas Wandern und die Landschaft genießen. Meistens kann Papa das Ding allein schieben, wenn es steiler wird muss Mama mithelfen und vorn ziehen.

Abends bringen wir das Gerät wieder zurück nach Jasper und gehen gleich gegenüber auf ein BBQ-Fest mit Wettstreit. Das scheint es in Nordamerika öfter zu geben, die ausgestellten Pokale vor den professionell aussehenden Ständen zeugen davon. Wir hatten Ähnliches bereits in Geralton TX gesehen. Das Pulled Pork ist übrigens sehr lecker!

Es ist spät geworden, und wir fahren einfach wieder auf den Overflow Campground. Klönen noch nett mit unseren heutigen Nachbarn, vier Holländer aus Enschede, und zählen heute keine Wagons.😜💤💤💤

Nach dem Geburtstagsfrühstück kaufen wir noch ein wenig in Jasper ein, laufen einen asphaltierten Trail um den Lake Annette,

stoppen noch für einen kurzen Spaziergang an den Athabasca Falls,

dann stehen noch drei Goats am Weg,

und finden einen Übernachtungsplatz am Icefield Centre direkt gegenüber dem Columbia Icefield mit direktem Blick aus dem Womofenster auf den Athabasca Glacier.

Auch bei Sonnenaufgang toll

Bevor es uns weiter zieht, schlendern wir noch in das Icefield Centre, und Lina freundet sich auf dem Weg mit einem Grizzly an.

Die vielen Menschen und das Gewusel im Centre sind irgendwie ungewohnt und im Erdgeschoss fahren die Busse im 10 min Abstand zum Athabasca Glacier und zum Glacier Skywalk. Daher gucken wir im Untergeschoss noch kurz einen gut gemachten Film und suchen dann das Weite.

Das Panorama am Icefields Parkway gefällt uns da schon besser. Da muss man sich schon ab und an selber kneifen um zu erfassen, dass das hier Realität ist.😎

Das lange Wochenende geht nun zu Ende, es wird wieder leerer und wir können uns die Campsite auf dem Rampart Creek Campground aussuchen.😊

Banff NP, ein Abstecher in den Revelstoke NP und dann zurück in die USA

7.8. – 11.8. 

Heute Morgen beobachten wir beim Frühstücken ein Red Spuirrel beim Umzug. Es schleppt sechs Kleine nacheinander am WoMo vorbei. Ein tolles Erlebnis auf einem einsamen Campground…

Auf dem Weg zum Pyto Lake stehen drei Bighorn Sheeps am Wegesrand, danach ein schöner Ausbilck über den Waterfowl Lake.

Vom Overlook in der Höhe erscheint der Pyto Lake unwirklich, ein See hellblauer Tinte in den Rocky’s.Die Färbung kommt von Sedimenten, die das Gletscherwasser mitbringt.

Der Bow Lake fordert den vollen Einsatz der Fotografin.😀

Dann folgt ein „kleiner“ Abstecher über den Glacier NP in den Mount Revelstoke NP. Kurze Spazierwege, die auch rolligeeignet sind, gibt es hier oben auch. Schade, dass die Fernsicht heute durch Rauch von nahen Buschfeuern eingeschränkt ist. 😟

Leider wird der Rauch immer dichter, und die „93“ ist südlich von Radium Hot Springs gesperrt. So bleibt nur die „1“ um weiter zum Waterton NP zu kommen. Lake Louise lassen wir rechts liegen und nutzen die alte Staße „1a“ Richtung Banff Town. Heute sieht die Sonne bereits am Nachmittag beängstigend rot aus. Der Rauch wird immer dichter und hinterlässt einen Brandgeschmack auf der Zunge und ein bedrückendes Gefühl im Bauch.

Banff Town kommt sehr touristisch daher. Hotels, Restaurants und Gift Shops reihen sich in der „Main Street“ aneinander.Das Panorama der Rockys verschwindet im Rauch. 

Der Besuch des canadischen Teils des Waterton-Glacier International Peace Park fällt eher kurz aus, hier hat es im letzten Jahr gebrannt und große Teile sind für den Autoverkehr gesperrt. Die Berge kann man, aufgrund der aktuellen Brände, nur schemenhaft erkennen und auch der ansonsten wohl schöne Ausblick auf das Prince of Wales Hotel über dem Waterton Lake ist eher diffus.

Dann kommt die Grenze zu den USA. Der Officer ist locker drauf, scannt die Pässe, fragt kurz nach der Aufenthaltsdauer in Canada, möchte dann aber auch wissen, wie teuer die Überführung eines WoMo’s von Deutschland in die USA ist. Zum Schluss noch die Frage nach Obst und Gemüse und dann – gute Reise -. Echt easy die Einreise, hat so ca. 2 min gedauert. 

Der tote Wald an der „Going-to-the-Sun Road“ im Glacier NP vor rauchiger Luft könnte auch aus einem Apokalypse-Thriller stammen, ist aber real.

In größerer Höhe am Logan Pass wird die Luft besser, aber der Blick ins Tal erschrickt den Schreiber ziemlich. Und wir sind mittlerweile 150 km Luftlinie von den Hauptbrandorten in British Columbia entfernt!