Nordamerika 2024 2. USA und Canada

Wildpferde, zwei große Parks und unglaublich viele Tiere

26.5. – 30.5.24

Heute beim Aufwachen hat sich das Wetter wieder beruhigt. Mit der ersten Tasse Kaffee in der Hand diesen Ausblick genießen zu dürfen erfüllt uns einfach nur mit Dankbarkeit.

Solche Plätze kann uns kein Hotel bieten, kostenlos und einfach unbezahlbar. Wir sind gestern soweit gefahren, bis der Weg so steil und schräg wurde, dass wir es mit Rocky besser nicht versuchen wollten. Den Platz haben wir dann als unseren Schlafplatz genommen.

Auf dem Weg zurück, runter nach Green River, sehen wir dann auch noch Wildpferde, und das alles haben wir dem Tipp des freundlichen Kassierers mit der Flaming Gorge zu verdanken! Ohne den wären wir nicht in diese Gegend gekommen.

Nun machen wir uns aber auf den Weg in die beiden nördlich liegenden Nationalparks Grand Teton und Yellowstone. Eine Zwischenübernachtung noch direkt am Green River,

an dem wir noch kleine Erdhörnchen und bunte Vögel beobachten, können.

Dann kommt aber schon die Bergkette des Grand Teton in Sicht.

Kurz noch unseren Jahrespass an der Einfahrt vorzeigen und schon sind wir im Park. Der erste Rastplatz an der Straße ist unserer, wir haben einfach Hunger. 🤤 „Was bewegt sich denn da hinter unserem Auto?“ Schnell die Kamera mit Tele ausgekramt und siehe da, kaum eine halbe Stunde im Park und schon läuft uns ein Coyote ins Bild.

Na das geht ja richtig gut los. 😀 Da wir gestern Abend noch eine Campsite im Park gebucht haben (geht mittlerweile nur noch online), brauchen wir den Park heute nicht mehr zu verlassen und können uns richtig viel Zeit lassen. Erstmal schauen wir uns im Visitor Center um.

Dann weiter in den Park hinein,

kleinere Spaziergänge machen,

und einfach diesen tollen Tag genießen! 🌞

Dieser Park ist einfach klasse, das Wetter ist top und wir haben ja Zeit. Da auf dem Campinplatz auch für die nächste Nacht noch eine Site frei ist, buchen wir heute Abend gleich noch eine zweite Nacht (geht ja online ganz einfach). 😉

Auch der zweite Tag verwöhnt uns mit Traumwetter. Als erstes fahren wir auf den Signal Hill.

Dann weiter in den Norden des Parks,

und heute Abend gibt’s, nach dem Entspannen in der Hängematte, wieder Essen am Feuer. „Eigentlich könnten wir ja nach amerikanischer Art auch mal Marshmallows rosten“, fällt uns spontan ein. Uns fehlt aber eine wichtige Zutat, die Marshmallows! 😂 Also gleich für den nächsten Einkauf mit auf den „Zettel“ (der ist ja mittlerweile auch elektronisch) schreiben.

So, heute geht’s in den nördlich gelegenen Yellowstone Park. Auch da haben wir vorgestern noch einen Platz zum Campen gebucht. Mittlerweile haben wir uns auch die App dafür installiert und müssen somit nicht immer alle Angaben mühsam einzeln eintippen. Nun noch eine Runde durch den Grand Teton und wir sehen dabei eine kleine Herde Bisons.

Der kurze Weg zwischen Grand Teton und Yellowstone ist schnell geschafft, da die beiden Parks nur durch ein Stück National Forest getrennt sind.

Da wir uns, im Gegensatz zum Grand Teton, den Yollowstone bereits 2018 ausgiebig angesehen haben, haben wir uns nun die Ecken rausgesucht, die wir noch nicht kennen. Zuerst das „West Thumb Geyser Basin“.

Die weniger berühmten Ecken im Park haben einen entscheidenden Vorteil, es sind viel weniger Leute hier unterwegs. 😀

Beim zwischendurch Wasser tanken liegt der Kollege gemütlich auf einer kleinen Lichtung nebenan.

Dann stockt uns fast der Atem, was ist das da? Ein Grizzly!

Nein, nicht einer, gleich zwei Tiere suchen da auf der Wiese nach etwas fressbarem.

Einfach unglaublich, wir sind noch keinen ganzen Tag hier und haben schon so ein Glück. Und kaum eine Stunde später steht dieser Schwarzbär direkt an der Straße.

Dann sehen wir noch Bisons in großer Zahl und wunderschöne Landschaften.

Kurz vor unserem Campinplatz finden wir noch diesen Herrn, der scheinbar nur darauf wartet, dass er arme Kirchgänger beim verlassen der Kirche erschrecken kann. 😂

Heute machen wir eine weitere Runde durch den Park und gucken bei „Steamboat Geyser“ vorbei. Kaum dass wir ausgestiegen sind und nur kurz an dem Plan, der die Wege hier zeigt, halten, kommt auch schon ein Passant und erklärt Clemens, welche Wege für Linas Rolli geeignet sind. Der Steamboat soll der höchste Geysir der Welt sein. Das zeigt er allerdings nur so alle 24 Stunden. Der letzte Ausbruch war in der vergangenen Nacht um 1:44 Uhr. Da Lina keine Lust hat bis zum nächsten Ausbruch (frühestens heute um Mitternacht) zu warten, geben wir uns mit dem, auch sehr imposantem, Dampfen und Zischen zufrieden.

Im ganze Bereich hier dampft, zischt und brodelt es aus der Erde und auch am Ufer des Sees blubbern heiße Quellen.

Für heute Nacht suchen wir uns kurz hinter der westlichen Parkgrenze einen Platz am „Henrys Lake“ und müssen die vielen Bilder im Kopf erstmal wieder verarbeiten. Die Ruhe hier am See, wir sind ganz allein an diesem Platz, und die Aussicht machen das Entspannen leichter.

Mondlandschaft und Canyons im Camperparadies Idaho

31.5. – 4.6.24

Heute Morgen sehen wir Pelikane auf dem See und sind überrascht, diese Vögel so weit im Norden beobachten zu können.

Noch in Deutschland haben wir uns YouTube Videos anderer Reisender angesehen und da einen Tipp für das „Craters of the Moon National Monument“ bekommen. Das hörte sich so gut an, dass das unser nächstes Ziel wird.

Wie so oft kommen wir morgens nicht so zeitig in die Socken, schlafen erstmal ein wenig länger und frühstücken ausgiebig. Dann müssen unsere Vorräte noch aufgefüllt werden. Schließlich wollen wir nach den Tagen im Grand Teton und Yellowstone nun wieder einige Tage ohne Einkaufsmöglichkeiten in der Gegend um die Craters of the Moon verbringen. Walmart ist uns ja bereits vertraut,

aber es ist doch immer wieder erschreckend solche Auslagen zu sehen. Die Munition ist frei zugänglich und kann einfach in den Einkaufswagen gepackt werden.

Immerhin sind die dazu gehörigen Waffen nur mit „Beratung“ zu bekommen.

So ist die gesamte Strecke zu den Craters nicht zu schaffen, und wir machen noch einen Nightstopp auf einem nicht ganz langweiligen Trailhead Platz in der Nähe von Idaho Falls.

Von hier aus kann man die umliegenden Lavafelder erwandern. Die Trails sind aber nicht wirklich richtige Wege, sondern nur durch Pfähle gekennzeichnete Pfade über die Lava. Absolut interessant aber absolut nichts für Lina. So machen wir getrennt kurze Abstecher in die Gegend und Lina genießt zwischenzeitlich das Feuer.

Heute erreichen wir nun tatsächlich die Craters of the Moon. Der Campground liegt mitten in einem Lavafeld und bietet mal ein völlig anderes Bild.

„Irgendwie Island“ sagt Sabine. Wir stehen hier und schauen über die Lavafelder. Einfach unheimlich, mit welcher Gewalt die Lava hochgedrückt werden muss, um sowas zu erzeugen. Lava und Vulkankegel bis zum Horizont.

Die Rundstraße durch den zentralen Teil des Monuments (Parks) ist gut ausgebaut und asphaltiert. Wir stoppen an den Parkplätzen und laufen kleine Runden der Trails. Zwei davon sind Rolli geeignet und wir können etwas länger unterwegs sein.👍

Am südlichen Ende des Parks kann man direkt in einen kleinen Krater hinein sehen.

Einfach mal hoch gehen und über den Kraterrand blicken…

Die Landschaft ist einfach so berührend und gleichzeitig auch bedrückend.

Zurück auf dem Campingplatz, „guck mal da, an dem Toyota ist ein deutsches Nummernschild“. Tatsächlich, Sonja und David (er ist gebürtiger Brite) sind mit ihrem Pickup mit Kabine schon 2 Jahre in Nord- und Südamerika unterwegs. Wir verabreden uns für später (nach dem Essen) und tauschen Erfahrungen und Tipps aus, bis es zu regnen anfängt. Jetzt aber schnell zurück zu Rocky und rein ins Trockene.

Nach einer guten Nacht, wir schlafen mittlerweile in Rocky genau so gut wie in Berenbostel im Bett, machen wir uns auf, den südlichen Teil der Lavalandschaft zu erkunden. In dem Visitor Center gibt es Karten der 4 WD Tracks außerhalb des eigentlichen Parks. Wir suchen uns einen Rundweg von ca. 100 km aus und fahren los.

Bald nach diesen Bildern ist die Gegend aber nur noch Steppe und etwas langweilig. Dafür nun noch weitere 80 km fahren? Irgendwie lohnt sich das nicht wirklich, wir drehen um und fahren die ersten 20 km zurück. Dann doch lieber weiter zum Salmon River, der Empfehlung einer ebenfalls Womo-Reisenden aus der letzten Laundry folgend. Dieser hat sich hier in den Rockys angeblich die zweit tiefste Schlucht gegraben. Nein, die tiefste ist nicht der Grand Canyon, sondern der Snake River. Der Grand Canyon rangiert nur auf Platz 3. 😳 Für die Nacht biegen wir noch nach rechts in den Pass Canyon ab und finden mal wieder fast zufällig ein schönes Plätzchen am Wegesrand und sogar mit Picknickbank und Feuerstelle. 😀

Weiter geht’s heute über schöne amerikanische Straßen.

Für die nächste Nacht haben wir uns wieder über Boondockers Welcome bei „The Meadow“ angekündigt. Shannon begrüßt uns freundlich und zeigt uns einen Stellplatz auf einer Wiese direkt am Creek. In der Hütte nebenan wohnt zurzeit ein junger Mann, der im Rahmen von „Work away“ bei Shannon und ihrem Mann lebt und die beiden auf dem Hof unterstützt. Lina ist natürlich von der Schaukel besonders angetan.

Ach übrigens, heute ist Sabine gefahren.

Nur 9 l Diesel im Schnitt, das schafft Clemens nie. 🙄

„Ihr solltet unbedingt den Salmon Canyon besuchen und die Gravel Road ganz bis zum Ende durchfahren, auch wenn die Straße zum Schluss immer schlechter wird“ hören wir von Shannon, als wir im SB Schrank unter ihrem Carport noch ein wenig einkaufen, bevor wir uns auf den Weg machen. Wenn uns mehrere Leute den selben Ort empfehlen, dann MÜSSEN wir da wohl hin. 😉

Am General Store in North Fork ergänzen wir unsere Vorräte für die nächsten Tage und Rocky wird auch noch gefüttert und der Luftdruck angepasst.

Hier gibt’s vom Diesel über Angelhaken bis zur Butter alles was man so brauchen kann. Dann geht‘s los, die ersten Meilen sind eher unspektakulär aber trotzdem schön.

„Achtung“ schallt es vom Beifahrersitz, Wildwechsel. Nicht so schnell aber eher selten…

Wir haben sie nicht überfahren, sondern nur Fotos „geschossen“.

Der Weg wechselt die Seite des Canyons und wird zusehends schlechter. Wie waren da noch Shannon‘s Worte: „Durchfahren bis zum Schluss“, also weiter!

Am Schluss landen wir auf einem „überfüllten“ Campground (wir sind die einzigen Gäste) und werden von den beiden Rangerinnen herzlich begrüßt. Der Platz ist einer unserer Top Plätze und hat sogar „Potable Water“ und Plumsklos! Was will man mehr. Die Lage direkt am Fluss und die Einsamkeit sind einfach nicht zu topen. Wir bleiben gleich zwei Nächte und Sally (die Rangerin) gibt uns den Tipp: „Nehmt No. 5, das ist mein Lieblingsplatz“. Auch den Tipp nehmen wir an.😉

Abends gibt‘s dann zum ersten mal „roasted Marshmallows“, lecker🔥😋 Manchmal ist es eben gut, wenn man einfach eine Einkaufsliste schreibt und auch danach einkauft. 😉

Heute ist hier schon öfter ein Jetboot vorbei gefahren, sieht spektakulär aus in den Stromschnellen. Vielleicht können wir morgen ja eine Fahrt auf dem Salmon River machen. 😳

Schnelle Boote, wilde Stromschnellen, alte Petroglyphen, wilde Tiere und hohe Berge

5.6. – 10.6.2024

„Ich fahre kurz hoch zum Funkgerät und will mal sehen, was ich für euch machen kann“. Die Rangerin verschwand mit diesen Worten hinter den Bäumen. Sabine hatte sie gefragt, ob sie einen Kontakt zu dem Jetboot herstellen kann, wir würden gern eine Runde fahren. Das war vor 45 Minuten, und nun machen wir uns schon auf den Weg zur Slipbahn, da soll das Boot in Kürze ankommen und uns abholen. Linas Rolli wollen wir dort stehen lassen und nachher wieder mitnehmen. Wir sind noch auf dem Weg, da hören wir auch schon das Boot ankommen. Der Salmon River ist bis hierher über eine Piste am Fluss befahrbar. Ab hier sind die nächsten 90 Meilen flussabwärts Schutzgebiet und nicht mit Motorfahrzeugen befahrbar. Den Fluss dürfen nur Motorboote mit Permit befahren. Davon gibt es auch nur 5 und wir sitzen auf einem von ihnen und bekommen eine exklusive Bootstour in die Wildnis des Salmon Rivers. 

Wildnis zum verlieben!
Zwischendurch eine kleine Klettertour
Petroglyphs, wohl über 1000 Jahre alt.
Rückfahrt durch Stromschnellen

Dann nochmals die Strecke zurückfahren, die wir vorgestern schon flussabwärts gefahren sind, immer am Salmon River entlang bis North Fork.

Hier gibt’s bestimmt schon länger keinen Sprit mehr, sieht trotzdem nett aus.
Nach der Schotterstrecke wieder Luft auffüllen

In Stevensville treffen wir abends bei Ed ein. Wieder ein Boondockers Welcome Gastgeber der nicht nur ein Stellplatz für die Nacht anbietet, sondern uns auch gleich zum Lagerfeuer im Garten einlädt. Wir sind einen bunte Runde mit dem Gastgeber, einem Pärchen aus Marseille, die per Anhalter unterwegs sind und uns.

Als wir heute Morgen losfahren, sind alle anderen bereits aufgebrochen. Ed‘s Carport neben unserem Stellplatz ist voller Werkzeug, vom Steckschlüssel-Satz, einem Kompressor bis zum Drehmoment Schlüssel liegt alles offen da und sein Motorrad steht auch einfach so dabei. Echt viel Vertrauen in so Unbekannte wie wir es nun mal sind. So, nun aber die Lichterkette über der Einfahrt nochmal abhängen, durchfahren und wieder aufhängen. Dann sind wir auch schon auf dem Weg zur Bison Range, einem Schutzgebiet der First Nations. Hier kann man auf einem Trail durch die Berge fahren (Aussteigen ist nur an zwei Stellen erlaubt!) und Bisons beobachten.

Locker in der Sonne liegend
Das Suhlen dient nicht nur der Fellpflege, sondern markiert auch den Rang in der Herde.
Auch Klapperschlangen kriechen durchs hohe Gras.

Im Finley Point State Park sind alle Plätze belegt. Klar, heute ist Freitag und da sind die Amerikaner zum Campen unterwegs. Wir haben natürlich nichts reserviert, aber mal den Campground Host ansprechen schadet ja nie.

„We are complete full, but i have a deal for you“ hören wir von der netten Dame. Da wäre der Platz 7, der ist gebucht aber die Gäste mussten früher abreisen und meinten, wenn jemand Bedarf hat, kann er der Platz gern übernehmen. „I think you need it“. So bekommen wir den schönsten Stellplatz auf dem Campground und brauchen noch nicht einmal etwas zu bezahlen. „It‘s payed already, enjoy it“, und das machen wir!!!😀 Es ist ein toller Abend mit Grill, Feuer und Sonnenuntergang über dem See. 😍

Nach der Abreise heute fällt uns noch eine Grundstückseinfahrt am Weg auf.

Toll, was man so aus Baumstümpfen zaubern kann. 😍

„Stopp mal eben“ kommt es vom Beifahrersitz, wir sind auf dem Weg zum Glacer National Park und müssen unbedingt diesem Herrn beim Fressen zugucken.

Gras abrupfen
Wasser ausspucken
Genüsslich kauen

Der Tag kann nicht besser beginnen und die ersten Aussichten auf die Berge des Parks versprechen noch mehr.

Aber Moment mal – können wir tatsächlich mehr erwarten als der Moment mit den Elch uns heute schon geboten hat? Wir müssen uns ab und an mal kneifen um zu realisieren, was wir hier alles sehen und erleben dürfen.

Der Park liegt in den Rocky‘s auf einer Höhe, da sind noch nicht alle Straßen auf. So auch die „Going to the sun road“, die quer durch den Park führt. Der Logan Pass ist leider noch gesperrt, also fahren wir „unten rum“ (südlich) und dann von Osten in den Park hinein.

Der Saint Mary Campground am Osteingang ist reservierbar. Wir haben natürlich mal wieder keine Reservierung. 🫣 Aber weiter oben gibt es noch den „Rising Sun Campground“ und der ist „First come first serve“. Da gibt es noch genügend freie Plätze, wir suchen uns einen schönen aus und „belegen“ ihn mit unserer Tischdecke auf dem Picknicktable.

Dann wollen wir aber los, um den Park zu erkunden. Bei unserer Tour in 2018 konnten wir die Panoramastraße zwar durchfahren, haben aber, wegen der vielen Buschfeuer in der Gegend, nur dichten Rauch gesehen. Das ist heute ganz anders. Schönes Wetter, klare Luft und

HALT!!!! 😳

Keinen Kilometer vom Campground entfernt…

Ein Bär!
Eine Bärin
Mit einem Jungen…
nein, mit zwei Jungen!

Nach Vollbremsung und Fototermin wollen wir nun weiter auf der Going to the sun road bis zur Sperrung am Jackson Glacier Viewpoint.

Hier geht’s nicht weiter, oben liegt noch zu viel Schnee.
Der Gletscher in der Ferne

Die Rückfahrt zum Campingplatz mit viel Landschaft aber ohne Tiere. Hier und da sind noch die Folgen der Brände zu sehen, aber das frische Grün kommt überall durch.

In der Dämmerung schaut dann doch noch „Besuch“ auf der Campsite vorbei.

Die Verlängerung des Glacier NP nach Norden ist der Waterton Lakes NP, der liegt aber schon in Canada. Also auf nach Canada und damit zu unserem ersten Grenzübertritt dieser Reise (es folgen hoffentlich noch viele weitere).

Grenze ohne Probleme in 10 min geschafft

An der Einfahrt zum NP kaufen wir uns wieder einen Jahrespass, diesmal für die canadischen Nationalparks. Neuer Jahrespass, gleiche schöne Landschaft.

In erhöhter Lage das „Prince of Wales“ Hotel. (Nicht unsere Preisklasse)
Tolle Wege in Waterton Lakes Town
Ab zum Eisessen 😋

Auf dem Campground werden die Nachbarn am Abend aktiv.

Der zweite Tag im Waterton beginnt erstmal mit dem „Briefing“ von Clemens durch die beiden Frauen in der Nachbarschaft.

So mit neuesten Infos ausgestattet machen wir uns auf den Weg tiefer in den Park hinein.

Weite Teile des Parks (35.000 Hektar oder fast 40%) sind bei einem verheerenden Feuer 2017 verbrannt. Heute, 7 Jahre später sind die Flächen deutlich zu erkennen. Man erkennt aber auch, wie sich wieder neuer Wald bildet, und das ganz ohne Einfluss des Menschen.

Junge Bäume zwischen den 2017 verbrannten

Am Ende der Straße erreichen wir den Red Rock Canyon und können eine kleine Wanderung machen. Hier treffen wir Esther und Walter aus Liechtenstein wieder. Wir hatten uns schon vorher Cameron Lake gesprochen.

Wir folgen nun dem Ratschlag der beiden älteren Damen vom Morgen und fahren den „Cowboy Trail“, wie der Highway 22 auch genannt wird, weiter nach Norden. Unser nächstes Ziel ist der Sheep River Provincial Park südwestlich von Calgary.

Canada pur, Großstadt in grün und Dinos in life

11.6. – 14.6.2024

Den Sheep River Park erreicht man vom Hwy. 22 über eine 40 km lange Stichstraße. Das Panorama der Rockys vor Augen fahren wir hoch und finden die Landschaft, die Clemens als „echtes Canada“ bezeichnet.

Ja, das alles bei echt tollem Wetter!😀

Nach so viel Nationalparks, Provicialparks und Landschaft der letzten Tage zieht es uns, mal ganz untypisch, in die Stadt. Calgary ist nicht weit und ist schließlich „die Stadt“ in Alberta. Vorher suchen wir uns noch einen Übernachtungsplatz am Sheep River. Die Anfahrt ist schon abenteuerlich. Der entgegenkommende Fahrer eines Defenders fragt besorgt: „Is this a 4 WD?“. Auf unsere Antwort „Ja“ meintet er das müsste gehen. Es ging, bis zu einem Punkt, dann war der Untergrund zu weich für Rocky. Da nun auch noch ein Gewitter aufzieht, brechen wir ab und suchen uns einen Boondockers Stellplatz bei einer Brauerei. Bier probiert, Abendbrot genossen und ab ins Bett…

Morgens treffen wir nochmal Esther und Walter.

Calgary kommt dann echt plötzlich. Eben waren wir doch noch auf dem „platten Land“ mit Feldern und Viehweiden und nun mitten in einem Wohngebiet. Die Stadt gefällt uns echt gut, so viel Grün, überall entspannte Leute und das in einer Großstadt. Immerhin hat der Großraum über eine Million Einwohner.

Das Zentrum hat sogar einen Garten unter Glas im oberen Geschoss eines Einkaufszentrums.

Die Eiskasse von Oma wird natürlich auch geplündert😋

Überraschend landen wir in einer Flaniermeile mitten in der Stadt.

Wann gibt es Nachtisch?

Mit einen letzten Blick auf die Skyline mit dem Saddledome im Vordergrund verlassen wir mit gutem Gefühl diese doch positiv überraschende Stadt.

Apropos fahren, die Kühlbox geht während der Fahrt schon wieder auf 🙄. Clemens wollte schon längst den zusätzlichen Riegel anbringen. Nun gut, nach 4 Wochen im Handschuhfach hat er es verdient angeschraubt zu werden. 😉

Das ist hier kein Spaß! Purer Stress und Arbeit!

Unser nächstes Ziel sind die Dinos. Ja richtig wir wollen die Urzeitwesen besuchen, oder das, was von ihnen übrig ist. Nachdem der Dinosaur Park in den USA auf unserer Route lag ist es diesmal Drumheller in Alberta. DAS Dinozentrum in Canada. Auf dem Weg halten wir noch am Horseshoe Canyon und wandern ein wenig durch die Karstlandschaft.

Mal wieder eine Landschaft, die wir mehr oder weniger durch Zufall gefunden haben. Das steht in keinem uns bekannten Reiseführer.

Anders sieht es mit unserem nächsten Ziel aus, das Museum ist wohl die Ausstellung der Urzeit in Nordamerika. Wir sind ganz gespannt.

Vorher übernachten wir aber noch hinter einer „großen“ Kirche ganz in der Nähe des Museums.

Heute Morgen werden hier auch Hochzeitsfotos gemacht. 😉 Nun aber los, die Dinos warten.

Alles echt, auch das Tier im Hintergrund.
Blick in die Werkstatt. Hier werden die Funde aufbereitet.

Einfach nur toll gemacht, hier könnten wir noch Stunden verbringen.

Weiter am Red Deer River entlang führt uns der Weg zum Canyon der Pferdediebe. Der Name „Horse Thief Canyon“ entstand der Legende nach zur Zeit der ersten Siedler, als Pferde, die in diesen Canyon ausgebüxt waren, nach ihrer Rückkehr andere Brandzeichen trugen. Hier wurden auch viele der Fossilien gefunden, die nun im Museum ausgestellt werden.

Dann geht es nur noch per kleiner Fähre über den Red Deer River.

Als Nächstes möchten wir Edmonton erkunden, auf dem Highway 2 überholt uns plötzlich der Tagesausflug der „Rebels“. Der Chief vorne mit der Chapter Flagge und so ca. 30 Harley-Davidson hinterher.

Eine Hauptstadt, ein Fort, und ein Ölwechsel

15.6. – 20.6.2024

Anders als wir es in Calgary erlebt haben, kündigt sich Edmonton lange mit den typischen Gewerbeansiedlungen an der Einfallstraße an. Endlich im Zentrum angekommen finden wir die Innenstadt irgendwie verlassen vor. Klar heute ist Samstag, aber so einsam haben wir uns bisher in keiner anderen Stadt gefühlt.

Anfahrt
Zum Zentrum
Rathaus

Nach einem Rundgang durch verlassene Straßen und Einkaufscenter kommen wir am Stadion der Eishockey Mannschaft, den Edmonton Oilers, vorbei. Vorbei ist es hier auch mit der Einsamkeit und der Stille. Heute ist ein Spiel des „best of seven“ Finales um den Stanley Cup und die Eulers liegen 0:3 Spiele zurück. Heute muss ein Sieg her, und das wollen viele, viele Fans unterstützen. Hier ist nun richtig was los.

Fanmeile vor dem Stadion
Na dann mal Prost

Der Fort Edmonton Park zeigt das Leben in früheren Zeiten und eine Rekonstruktion nach den originalen Plänen des alten Forts. Das klingt interessant. 😀

Vom Eingang aus sind erstmal typische Straßenzüge verschiedener Zeiten aufgebaut. Die Häuser sind größtenteils Originale, die hierhin versetzt wurden. Dazu gibt es Kutschen, eine alte Straßenbahn und einen Dampfzug, der heute leider nicht fährt.

Der Herrenausstatter ist voll mit guten Sachen

Dann das Fort

Im Fort sind alle Gebäude offen und eingerichtet.

Der trading Post ist besonders interessant für Lina.

Einige Details sind besonders sehenswert😉 und auch die Belegschaft.

Dann kommt noch das Infocenter der First Nation. Toll gemacht und mit vielen Infos zur Geschichte und den Traditionen. Hier werden endlich auch mal die Ureinwohner beachtet und wir erfahren mehr über deren Lebensweisen.

Nun gut, der Tag war anstrengend und morgen ist ein Ölwechsel bei Rocky geplant. In Edmonton gibt es glücklicherweise Gastgeber von Boondockers Welcome die uns für die Nächte aufnehmen. Wir haben uns sowohl bei Monique und Ron, als auch bei Kim und Gilles sehr wohl gefühlt und mal wieder gute Tipps für unsere weitere Reise in den Norden bekommen.

Der Ölwechsel hat heute gut geklappt und wir haben sogar von VW zugelassenes Öl bekommen. Nun geht es weiter über Grande Prairie (nochmal Lebensmittel einkaufen) Richtung Dawson Creek. Ab da wollen wir die 1422 mi (ca 2275 km) des Alaska Highway bis zum Ende in Delta Junction fahren. Soweit der Plan, mal sehen was draus wird…

Der Alaska Highway und die Planänderung

20.6. – 27.6.2024

Hier beginnt ER, der Alaska Highway. Von Dawson Creek sind damals die Bauleute nach Norden gestartet um eine Straßenverbindung nach Alaska zu schaffen. Das war während des 2 Weltkrieges und sollte die Verteidigung Alaskas gegen eine japanische Invasion sichern. Wie wir heute wissen, ist diese nie erfolgt. Strategen glauben heute, dass die Straße keinen oder nur einen sehr geringen Teil zur Verteidigung beigetragen hätte, da Alaska auf dem Landweg nur sehr eingeschränkt erschlossen war und auch bis heute nicht weiter erschlossen ist. Nun ja, die USA hatten einen Vorwand um die bereits seit langem gewünschte Verbindung endlich bauen zu können. Canada hatte sich bis dahin stets geweigert, konnte sich aber einem solchen Argument nicht verschließen. Nun gut, der Highway ist gebaut und wir nutzen ihn nun.

Heute haben wir Sylvia und Ralf mit ihrem MAN „Freddy“ getroffen. Auch sie wollen nordwärts und so vereinbaren wir losen Kontakt zu halten.

So starten wir um erstmal die 1400 km nach Whitehorse zu fahren. Nach den ersten 30 km stoppen wir aber für heute an der letzten verbliebenen Holzbrücke des alten Alaska Hwy. Leider ist sie für Autos gesperrt, kann aber noch begangen werden.

Den Übernachtungsplatz finden wir direkt an der Brücke, etwas steile Anfahrt, aber wir haben so unsere Ruhe.😉

Wie wir so fahren, entdecken wir die verschiedensten Tiere.

Mal versteckt im Wald,

dann direkt an der Straße.

Schwarzbären lieben Löwenzahn, stellen wir fest.

Auch eine Herde Waldbisons (sie haben kleinere Köpfe als ihre Artgenossen in der Prairie) ist da,

Stattliche „Große“

und auch Kleine die sich ausruhen.

Oder ACHTUNG, auch Kleine die ihrer Mama hinterher laufen! 😳

Alles gut gegangen, der oder die Kleine ist sicher auf die andere Staßenseite gekommen. Sabine hat rechtzeitig die Bremse gefunden.😅

Auch wir machen Pause, mal abseits des Highway gemeinsam mit Sylvia und Ralf,

mal auch im warmen Wasser der Thermalquellen von Liard Springs.

Nach 950 km auf dem Alaska Hwy. verlassen wir British Columbia und erreichen den

Wenig später sind wir in Watson Lake, den Zwischenstopp nutzen wir zum Wäsche waschen, einkaufen und um eine Runde durch den Sign Post Forest zu drehen.

Seit unserem letzten Besuch 2018 hat sich hier einiges verändert. Allein das Eingangsportal sah, wie im Bild aus 2018 zu sehen, anders aus.

Portal ohne viele Schilder im Jahr 2018

Hinter Watson Lake stoppen wir noch an den Rancheria Falls, wenig Leute hier, dafür schöne Wasserfälle und gut mit Rolli zu erreichen.

Immer wieder stoppen wir für schöne Aussichten.

Oder um einfach auf einem gemütlichen Campground im State Park am Teslin Lake zu entspannen.

Weiter geht’s über breite und auch manchmal schmale Brücken,

Bei Johnson‘s Crossing wirbt die Lodge mit „World Famous Cinnamon Buns“, die müssen wir probieren! Sabine geht einkaufen und Clemens nutzt die freie Zapfstelle für „Potable Water“.

Und tatsächlich, die Zimtschnecken sind mächtig und noch viel leckerer. 😋

Bis wir schließlich Whitehorse erreichen. In den letzten Tagen ist eine Idee immer mehr gewachsen, und mit jedem Gespräch darüber konkreter geworden. „Sollten wir nicht doch den Dempster Hwy. bis ans Nordpolarmeer fahren?“ Wir überlegen hin und her, wägen die Risiken (1800 km Schotterstrecke in absoluter Einsamkeit) gegen den Reiz (wir sind schließlich nur einmal im Leben hier) ab und entscheiden.

JA! Wir fahren hoch!

Kaum ist die Entscheidung gefallen kommen neue Herausforderungen auf. Wir müssten dazu den Alaska Highway kurz hinter Whitehorse verlassen und den Klondike Hwy. Richtung der alten Goldgräber-Stadt Dawson City am Zusammenfluss von Klondike und Yukon River fahren. Schwierigkeit: der Klondike Hwy. ist wegen eines Buschfeuers teilweise gesperrt. Die Stelle zu umfahren würde nochmals 400 km mehr bedeuten.

Also erstmal noch eine Nacht drüber schlafen. In einer FaceBook Gruppe hat Clemens gelesen, dass die größte Overlander Dichte im Yukon auf dem Parkplatz vom „Real Canadian Superstore“ in Whitehorse besteht. Da wir „zufällig“ in der Nähe sind, übernachten wir auch dort, vielleicht treffen wir ja Leute, die gerade von Norden kommen und den Klondike Hwy. gefahren sind. Tatsächlich stehen hier heute Nacht gut 20 Overlander.

Am nächsten Tag sind wir nochmal bei der Visitor Info und erkundigen uns nach den Buschfeuern am Klondike Hwy.

„Ihr könnt fahren aber auf den 70 km zwischen Pelly Crossing und Steward Crossing werdet ihr von einem Pilot Car geführt“ ist die Aussage der netten Mirarbeiterin in der Info. Wir sollen mit Wartezeit rechnen, vielleicht auch über Nacht…

Das macht die Entscheidung nicht wirklich einfacher – aber Moment, wir hatten doch eine Entscheidung getroffen. Wir wollen hoch fahren, also versorgen wir uns noch mit Wasser, Lebensmitteln und Diesel und fahren los.

Der Dempster, Zweifel, das Nordmeer und ein neuer Startpunkt

27.6. – 2.7.24

Kurz hinter Whitehorse zweigt der Klondike Hwy. nach rechts vom Alaska Hwy. ab. So setzen wir den Blinker nach rechts und starten in ein weiteres Abenteuer. Die legendäre Goldgräberstadt Dawson City und davor der Dempster Hwy. bis an‘s Nordpolarmeer wollen von uns entdeckt werden.

Den ersten Stopp legen wir bei Carmacks an den „Five Finger Rapids“ des Yukon Rivers ein. Hier war, zu Zeiten des Goldrauschs, eine gefährliche Stelle für die Schaufelrad Dampfer auf der Fahrt von Whitehorse nach Dawson. Die Stromschnelle konnte nur an einer Durchfahrt passiert werden, da die anderen zu flach für die Schiffe waren.

Dann kommen wir zum gesperrten Teil des Highway. Die Feuer sind noch nicht unter Kontrolle. Da es aber auf canadischer Seite keine Möglichkeit gibt die Städte zu erreichen (ansonsten gibt es westlich nur die Möglichkeit über Alaska zu fahren) hat man für die 70 km Strecke im Feuerbereich einen Pilot Car Service eingerichtet. Immer wenn es unproblematisch erscheint, startet ein Konvoi Autos, der vom Pilot Car angeführt wird, und durchfährt den kritischen Bereich. So müssen wir erstmal warten.

Doch wir brauchen nicht lange zu warten, nach einer guten halben Stunde geht es los. Das Pilot Car fährt los und alle die gewartet haben schließen sich an. Mit jedem Kilometer wächst das Unbehagen im Bauch. Jetzt bloß keine Panne, keinen Reifenschaden oder was ähnliches, was uns stoppen wird. Ist schon ein bedrückendes Gefühl, wenn es rechts und links neben der Straße brennt, Einsatzkräfte haben wir aber keine gesehen.

Teilweise ist der Rauch ziemlich dicht und die Sonne wird am Mittag rot wie beim Sonnenuntergang.

Wir kommen ohne Probleme durch und erreichen nach 480 km auf dem Klondike Hwy. den Abzweig des Dempster Hwy.

Nun wird es ernst, wir müssen uns endgültig entscheiden, ob wir nun den Dempster über 890 km nur auf Schotter hoch zum Polarmeer, und dieselbe Strecke auch wieder zurück fahren wollen, oder aber gleich nach Dawson durchstarten sollten? Wir wägen Risiken ab, überlegen ob wir Lina das zumuten können, ob wir es uns selbst zumuten wollen und ob unser Auto das ohne Schaden übersteht? Andererseits reizt die Herausforderung, Lina fährt gern Auto und „wir sind schließlich nur einmal im Leben hier“. Auch das Schild ermutigt nicht gerade…

Schwere Entscheidung , wir tanken voll und fahren erstmal vorsichtig „Drive with Care“ los. Wenn es zu krass wird können wir ja immer noch umkehren.

Automaten Tankstelle 24/7 „geöffnet“
Am Werkstattdach sind die Schwalben eingezogen

Zuerst kreuzen wir den Klondike River.

Die ersten 70 km bis zum Tompstone Territorial Park sind gut gepflegt. So können wir, mit vermindertem Luftdruck in den Reifen, so gut 60 bis 70 km/h fahren. Die Geschwindigkeit hat sich für Rocky als gut fahrbar und einigermaßen ruhig auf Waschbrettpisten herausgestellt.

Der Campground im Tompstone ist zur Hälfte online reservierbar, die verbleibenden Plätze sind „First come, first serve“ so finden auch wir , die wir natürlich keine Reservierung haben, noch einen Platz und bleiben gleich zwei Nächte hier. Durch die nahen Buschfeuer ist die Fernsicht etwas getrübt, trotzdem machen die kleinen Wanderungen Spaß und das Trix muss natürlich auch wieder bewegt werden.

Am zweiten Abend gesellen sich Sylvia und Ralf wieder zu uns und wir haben erneut einen schönen Abend am Lagerfeuer.

Gemeinsam weiter fahren können wir heute leider nicht, da der MAN „Freddy“ Probleme mit der Kupplung hat. Ralf will erstmal mit dem Motorrad zurück nach Dawson City und Bremsflüssigkeit für die Kupplung holen.

Für uns geht’s weiter nach Norden, zunächst über den „North Fork Pass“ und dann am „Blackstone River“ entlang. Die Landschaft ist einfach unglaublich.

Der Engineer Creek zeigt sich farbenfroh.

Bei dem seltenen Gegenverkehr bleiben wir besser stehen

Die Straße wird immer schlechter und wir steuern für heute einen Schlafplatz abseits des Highway an.

Beim Frühstück diskutieren wir über den schlechten Straßenzustand, wir haben noch nicht einmal die halbe Strecke bis Inuvik hinter uns, und wir müssen alles wieder zurück fahren! Sollen wir abbrechen und umkehren oder weiter nach Norden fahren???

Wir kommen zu keinem rechten Entschluss – Sabine fährt heute den ersten Teil und biegt nach links auf den Dempster ab. Also fahren wir weiter nach Norden und peilen Tuktoyaktuk (die Gemeinde am Arcitc Ocean) an. 💪

Kleiner Snack zur Stärkung😋
Scheinbar unendliche Weite

Wir fahren hunderte Kilometer durch menschenleere Landschaft. Keine Straße, kein Haus, Natur wie sie sich seit Tausenden von Jahren entwickelt hat. Apropos Natur, trotz sommerlicher Temperaturen herrscht tief unter uns Dauerfrost. Der Boden hier taut in den kurzen Sommern in den oberen Schichten auf, bleibt aber darunter gefroren. „Permafrost Boden“. Da das Wasser so nicht versickern kann, bilden sich an der Oberfläche häufig Seen, obwohl es nicht viel regnet.

Wir überqueren den Polarkreis hier geht zurzeit die Sonne nicht mehr unter.
Dann erreichen wir die Grenze zu den „Northwest Territories“

Nur noch gut 400 km bis zum Ziel! Zeitgrenze, haben wir seit der Ostküste die Uhren bisher immer zurück gedreht, müssen wir hier die Uhr wieder um eine Stunde vor stellen. 🙄

Stellenweise wird der Highway als Landebahn genutzt.
Die Fähranleger am Peel River sind auch etwas robuster, gute Bodenfreiheit beruhigt hier sehr. 😉
Vorräte auffüllen im „Supermarkt“ von Fort McPherson

Nach dem überqueren des Mackenzie Rivers, ebenfalls per kostenloser Fähre, erreichen wir 150 km später Inuvik.

Begrüßungskunstwerk
Iglu-Kirche

In Inuvik haben wir das Ende des Dempster Hwy. erreicht. Seit 2017 gibt es nun eine Straße, die weiter bis an den Arktischen Ozean nach Tuktoyaktuk führt. Da für die nächsten Tage Regen vorhergesagt ist, fahren wir nach kurzem Tankstopp ohne langen Aufenthalt in Inuvik gleich weiter.

Auf dem Motorrad ist der Dempster sicher keine Spazierfahrt.

Durch Inuvik kommen wir ja auf dem Rückweg eh wieder, dann können wir uns den Ort ja immer noch genauer ansehen. Nun nutzen wir die „Mitternachtssonne“ und fahren weiter Richtung Norden, der Sonne entgegen.

Die Flecken sind Mücken, die es hier leider zahlreich gibt. 😟
Der „Inuvik to Tuktoyaktuk Highway“ besteht zum großen Teil nicht aus Schotter, sondern aus rundem Kies. Fahren wie auf einer Schneedecke.

Dann kommt Tuktoyaktuk in Sicht, „eine Ansammlung häßlicher Blechhütten„ könnte man etwas respektlos sagen. – tun wir aber nicht – Aber ein schönes Dorf sieht in unseren Augen irgendwie anders aus.

Dabei haben wir die Müllkippe, die man als erstes sieht, gar nicht fotografiert. Nun ja, kurz gesagt, „TOLLE LANDSCHAFT und nicht so tolle menschliche „Bauwerke“ und Hinterlassenschaften.

Das Navi meldet auf einmal „Angekommen“!!!

Und tatsächlich, wir haben es geschafft!

Zweifel, Diskussionen, Schwierigkeiten, tagelange Rüttelstrecke… alles vergessen! Der nördlichste Punkt unserer Reise ist erreicht. Es fühlt sich richtig an, hier zu stehen und auf das Nordpolarmeer, den Arctic Ocean zu blicken, oder die Wassertemperatur zu testen.

Nun ist ein Abschnitt unserer Reise zu Ende. Der nördlichste Punkt ist erreicht. Ab hier wenden wir uns nach Süden. Wo wir wohl ankommen werden? Viele, auch die, die wir auf unserer bisherigen Reise getroffen haben, haben uns gefragt „was ist euer Ziel?“, oder „wie geht es weiter?“.

Hier zu stehen ist erstmal gut und richtig, wie es weiter geht wird die Zeit mit sich bringen. Pläne zu haben ist sicher gut, aber wie sich bisher gezeigt hat, werden auch die besten Pläne, durch uns oder andere Umstände, umgeschmissen.

So nun erstmal durchatmen und dringend einen Schlafplatz suchen. Es ist zwar noch taghell aber bereits kurz vor 11 Uhr und der Stellplatz hier im Dorf ist voll belegt. So fahren wir noch ein Stück raus und finden, etwas abseits der Straße, einen Platz zum schlafen.