Nordamerika 2024 4. Canada und zurück in die USA

In BC (British Columbia) nach Süden

18.8. – 28.8.24

Wo trifft man Leute? Natürlich beim Einkaufen. Gestern in Watson Lake vor dem Supermarkt stand ein Hamburger Iveco mit Bimobil Aufbau. Wir haben kurz mit Kristin und Achim über das „woher“ und „wohin“ geklönt, und festgestellt, dass wir erstmal das gleiche Ziel haben. Beim verabschieden hieß es dann „gute Fahrt“ und „vielleicht treffen wir uns ja wieder“.

„Guck mal, da steht ein Iveco / Bimobil“ sagt Clemens als wir heute so 200 km weiter südlich vom Cassiar Hwy auf einen Stellplatz am Simmons Lake abbiegen. Und da steht auch schon Kristin und weist uns netter Weise gleich ein. 👍 Manchmal gibt es tolle Zufälle, es gibt hier in der Gegend so viele schöne Gelegenheiten die Nacht zu verbringen, uns wir finden ausgerechnet den, auf dem die beiden auch stehen. So schnell hatten wir nicht mit einem Wiedersehen gerechnet.

Wir fahren weiter auf dem Cassiar Hwy und nach knapp 100 km suchen wir uns für die Mittagspause einen Picknickplatz am Dease Lake. Wir können es kaum glauben, Kristin und Achim haben sich den selben Platz ausgesucht und so verbringen wir den Nachmittag und Abend gemeinsam am Feuer. Lina nutzt die Zeit für ausgiebige Fahrradausflüge.

Der Cassiar Highway ist uns aus 2018 in nicht so guter Erinnerung, damals war der Straßenzustand eher schlecht. Heute ist davon nichts zu bemerken, wir rollen über guten Asphalt und kommen gut voran. Damit auch unserem Ziel schnell näher.

In Meziadin Junction biegen wir rechts, auf den Hwy. 37A nach Steward, ab. Wir wollen nochmal den Salmon Glacier besuchen. Vorher halten wir am Bear Glacier und können nun mit eigenen Augen sehen, wie schnell der Gletscher an Fläche verliert.

Hier ein Bild aus 2018 und rechts von heute. Der Rückgang in nur 6 Jahren ist erschreckend.

Dann müssen wir, um zum Salmon zu kommen, wieder über die Granze nach Alaska einreisen. Zuerst gucken wir am Fish Creek in der Bärenbeobachtungsstation vorbei, aber heute sind keine Bären da.

Dann oben am Salmon Glacier (übrigens wieder auf der canadischen Seite) finden wir auch noch einen Stellplatz mit Aussicht und vielen Mosquitoes.

Der „Blick aus der Schiebetür“ am nächsten Morgen, einfach nicht (oder kaum) zu toppen.

Das Farbspiel des Eises ist faszinierend und gleichzeitig so verletzlich.

Die Natur so toll und auch hier gibt es Spuren der professionellen Goldsucher.

Auf dem Rückweg sehen wir dann auch hier noch einen Bären, der sich den Lachs schmecken lässt.😋

In Steward, und damit zurück in Canada, treffen wir uns nochmals mit Kristin und Achim auf einen Kaffee und ziehen nach einer schönen Nacht in der Nähe von Steward weiter Richtung Süden. Wieder auf dem Cassiar Hwy. stoppen wir kurz am Meziadin River, um uns springende Lachse anzusehen.

Und manchmal müssen auch Hindernisse aus dem Weg geräumt werden,

um an die schönen Recreation Sites, die es in British Columbia oft gibt, zu gelangen. Belohnt wird die Arbeit dann mit wunderschönen einsamen Plätzen:

Einsame im Wald gelegene Plätze auf denen wir offiziell campen dürfen, kostenlos und sogar mit „Sanitärbereich“.😀

Wir zuckeln weiter gen Süden, wir wollen (müssen) ja bis zum 29.August unsere gebuchte Fähre in Prince Rupert erreichen. Zwischendurch gucken wir noch bei den Totem Pfählen in Gitanyow vorbei. Das kleine Museum im Dorf hat leider geschlossen, so bleibt uns nur die zugängliche Freifläche.

In Kitwanga angekommen endet auch der Cassiar Hwy. und wir können nur links oder rechts auf den Yellowhead Hwy abbiegen. Links geht es nach Prince George und rechts nach Prince Rupert. Also nach rechts. Wir folgen dem schönen Skeena River ein Stück und finden am Exstew River einen Stellplatz für heute Nachmittag und die Nacht.

Die Nachbarskinder versuchen sich im ATV fahren. 💪

Bevor wir Prince Rupert erreichen gucken wir noch in Port Edward vorbei.

In Prince Rupert angekommen essen wir erstmal die allseits empfohlenen Fish and Chips in einer urigen Hafenkneipe,

beobachten einen Weißkopf Seeadler life und bestaunen die netten Murals.

Morgen fahren wir dann ganz früh mit der Fähre nach Vancouver Island. So können wir heute schon einchecken und dürfen (gegen Gebühr) im Wartebereich übernachten. So sind wir morgen zum Bording um 0530 Uhr wenigstens pünktlich da und müssen nicht mitten in der Nacht aufstehen.

Vancouver Island und Natur pur

29.8. – 10.9.24

Ganz früh morgens fahren wir an Bord unserer Fähre von Prince Rupert nach Port Hardy auf Vancouver Island. Ein wenig fühlt es sich nach Abschied an, obwohl wir ja in Canada, ja selbst in BC bleiben. Wir verlassen halt nur das Festland und wollen danach direkt per Fähre auf die Olympic Halbinsel in die USA übersetzen.

Nun geht’s los, und auf dem Fahrzeugdeck angekommen, erzählt uns der Lademeister, dass das Schiff in Flensburg gebaut wurde und er es aus Deutschland mit abgeholt hat.

Die Kabine ist groß und hat auch eine rolligerechte Dusche. So genießen wir die Zeit der Überfahrt an- und unter-Deck.

Auf VI angekommen ist es schon dunkel und wir wollen im Ort bleiben. Leider lässt sich nicht das richtige finden und irgendwie fühlen wir uns in Port Hardy nicht richtig wohl. So fahren wir im Dunklen raus zum Georgie Lake und finden einen Stellplatz am See.

Wie schön der eigentlich ist, stellen wir erst am nächsten Morgen fest und beschließen heute hier zu bleiben und erstmal durchzuschnaufen.

Die „Pause“ hat gut getan, aber auch bei Licht betrachtet haut uns Port Hardy nicht wirklich um.

Wir gucken einmal rund und wollen uns gleich Richtung Port McNeill verabschieden, da fällt uns noch die Visitorinfo auf. Wir fragen mal nach einer Möglichkeit mit einem Wasserflugzeug einen Rundflug zu machen. Die nette Dame sucht uns einen Postflieger raus, der auch Passagiere auf seinen Flügen mitnimmt. Ab Golden fliegt die kleine Gesellschaft „ Air Nootka“ regelmäßig kleine Ortschaften an der Westküste an, um sie mit Post und dringenden Medikamenten zu versorgen. Da es dort keine Straßen gibt, ist das, neben der langsamen Schiffsverbindung, die einzige Versorgungsmöglichkeit. Wir buchen gleich einen Mitflug für nächsten Mittwoch (4.9.).

In Port McNeill angekommen lockt das schöne Wetter zum Picknick im Freien, in der Nähe des Fähranlegers.

Die nächsten Tage verbringen wir auf der Nordhälfte der Insel und genießen die Landschaft und die wunderschönen Stellplätze auf den Recreation Areas.

Heute besuchen wir den „Elk Falls Provincial Park“ mit Hängebrücke und toller Aussicht auf den Wasserfall.

Lina muss ganz schön ackern, hat aber richtig Spaß dabei.

Der Wald hier auf der Insel unterscheidet sich deutlich zu dem im Yukon. Hier ist er grüner, dichter und teilweise mystisch. Wissenschaftlich betrachtet ist es einfach nur ein „gemäßigter Regenwald“ so wie er noch in ganz wenigen Regionen der Erde vorkommt.

Wir genießen einfach die Zeit, erkunden die verstecken Ecken der Insel, entdecken abgelegene Recreation Areas und einsame Seen.

Heute starten wir unseren Flug mit dem Postflugzeug. Unser erster Flug mit einem Wasserflugzeug. Einfach aufregend und spannend. Der Pilot lädt noch die Post und heute auch Medikamente ein, macht noch ein Foto von seinen heutigen Passagieren und dann geht es auch schon los.

Der Blick von oben auf die Küste und das Wasser ist schon toll, das Kribbeln im Bauch bei den Starts und Landungen auf den heute recht ruhigem Wasser ist einzig.

Bewaldete Berge
Einsame Stände
Fracht ein- und ausladen gehört hier zum Pilotenjob
Copilotin bei der „Arbeit“
Als Passagier darf man einfach den Flug genießen.

Nach dem ereignisreichem Tag gestern entspannen wir heute einfach beim Spaziergang in Campbell River. So ein Hafen hat überall auf der Welt immer etwas Heimeliges.

Die Nacht verbringen wir ganz in der Nähe.

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass Häfen was heimeliges haben? Das trifft ganz besonders am Abend zu. Heute der Hafen von Port McNeill, von wo aus wir für morgen die Fähre nach Malcom Island gebucht haben.

Vor Malcom Island soll sich eine Schule Orcas aufhalten und teilweise Robben auf den Strand jagen. Wir sehen leider keine Wale, haben aber trotzdem viel Spaß in den zwei Tagen auf der kleinen Insel.

Viele Dinge auf dem Campingplatz sind aus Strandgut gebaut.

Wieder auf der „großen“ Insel Vancouver Island gucken wir uns noch die großen Douglasien Bäume im McMillan Park an. Regenwald pur! Wir treffen auch Andrea und Martin aus Langenhagen wieder und klönen noch eine Weile.

Nun wird es Zeit die Insel zu verlassen. Morgen geht unsere Fähre auf‘s Festland. Wir haben auch noch eine Verabredung, in Vancouver, auf die wir uns schon sehr freuen.

Eine große Stadt, ein Wiedersehen, die Grenze zur USA und ein Nationalpark der uns absolut flashed!

11.9. – 30.9.24

Heute müssen wir uns von der echt schönen Insel „Vancouver Island“ verabschieden. Von Nanaimo aus fährt unsere Fähre auf‘s Festland.

Zwischendurch öffnet sich schon mal ein Blick auf unser heutiges Ziel. Vancouver zeigt sich zwischen den Felsen, die ein wenig an die Schären in Schweden erinnern.

Dann begleitet uns für kurze Zeit ein Wal.

Am Festland angekommen müssen wir erstmal die LKW‘s vorlassen und kämpfen uns dann durch völlig ungewohnten Großstadt-Verkehr.

Am Burnaby Cariboo RV Park angekommen werden wir von Silvia und Ralf mit einem tollen Burgeressen empfangen. Tolle Überraschung, lecker Essen und ein schöner Abend mit den beiden. Wieder einmal haben wir das Gefühl, dass wir bereits viel länger befreundet sind.

Burgerbuffet vom Feinsten

Heute trennen sich unsere Wege wieder, die beiden wollen Vancouver Island besuchen, wir werden uns erstmal Vancouver ansehen und dann weiter in die USA reisen. Nicht ohne ein Wiedersehen zu vereinbaren verabschieden wir uns und fahren in die große Stadt. Fühlt sich komisch an, nach so langer Zeit im dünn besiedelten Norden Canadas und Alaskas, nun wieder mehrspurige Straßen zu befahren.

Erstmal besuchen wir den berühmten Stanley Park und spazieren bei Traumwetter um die Landzunge.

Ob sie hier in Kopenhagen abgeguckt haben? Natürlich ist die Dame hier züchtig bekleidet. Im prüden Nordamerika ist oben ohne undenkbar.

Hier im Hafen gibt es sogar eine schwimmende Tankstelle, ob für die Wasserflugzeuge oder nur für Boote können wir leider nicht erkennen.

So ein Spaziergang macht hungrig. Zum Glück gibt es hier viele Möglichkeiten für eine Pause.

Die „Nine o’clock gun“ wird noch täglich abgefeuert.

In „North Vancouver“ finden wir einen ruhigen Übernachtungsplatz.

Noch eine Runde durch die Stadt, die mit einer gelungenen Mischung aus „Alt“ und „Neu“ besticht. Natürlich darf die berühmte „alte“ Dampfuhr nicht fehlen. Vorher kaufen wir noch Lebensmittel für die nächsten Tage ein. Das Angebot an looser Ware (Bulk Food) ist beeindruckend.

Nun aber eine Runde durch die Stadt…

So, nun verabschieden wir uns erstmal aus Canada. Wir wollen, nicht ohne Wehmut, die Grenze nach Süden überqueren. Am 9.Juni sind wir beim Waterton Lakes NP nach Canada eingereist. Haben so viele schöne Erlebnisse genießen dürfen, nun werden wir nicht so bald zurück kommen. Ein wirklich toller Abschnitt unserer Reise geht heute zu Ende, und ein neuer beginnt sogleich. Was wird uns in den „lower 48“ erwarten?

Erstmal erwartet und ein Grenzbeamter mit kritischen Fragen. Wir haben, in gutem Glauben, dass alles wie immer an der Grenze abläuft, ja noch eingekauft. Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Eier… Alles das dürfen wir nicht in die USA mitnehmen, sagt der Zettel, den wir an der Grenze bekommen.

So steht und eine „Agricultur Inspection“ bevor. Schon ein komisches Gefühl, wenn man gesagt bekommt: „…unlock all doors, put the key at the dashboard, leave the car and go into the building over there“. Wir befolgen die Anweisung und ein Officer durchsucht unser Zuhause nach verbotenen Früchten, Pflanzen und Ähnlichem. Gefunden hat er zwar nicht alles, aber das was er meint, was illegal ist, hat er ausgeräumt und zeigt es uns nun im Gebäude, wo wir warten müssen. Die Eier könnten wir noch kochen und gekocht mitnehmen, meint er. Wir verzichten darauf und verlassen diesen (un-)gastlichen Ort so schnell wie möglich.

So sind wir nun wieder in den „lower 48“ und suchen erstmal, um die Aufregung zu verdauen, einen Schlafplatz im Birch Bay State Park.

Heute gucken wir erstmal Oak Harbor an, staunen über das viele Treibholz und nehmen die neue Starlink Antenne in Betrieb.

Abends wollen wir, blauäugig wie wir sind, die Fähre von Couperville auf die Olympic Halbinsel nehmen. Leider geht das nur mit Reservierung oder mit Wartezeit auf Abruf. Der Motorradfahrer und sein „Beifahrer“ hatten wohl eine. 😉

Wir haben mal wieder Glück und können als letzte auch noch an Bord. Da hat wohl jemand seine Reservierung nicht wahrgenommen. 😀

Belohnt werden wir zusätzlich mit einem tollen Sonnenuntergang .

Wir kommen im Dunklen in Port Townsend an und bleiben gleich über Nacht hier.

Die Stadt überrascht uns mit leckerem frischen Baguette vom Bäcker und hübschen Gassen rund um den Hafen.

Auch der Hafen ist irgendwie „gemütlich“

Die Mainstreet lädt zum bummeln ein.

Unser nächstes Ziel ist der Olympic Nationalpark, der soll ganz verschiedene Zonen haben. Als erstes wollen wir ins Hochgebirge. Wir „beziehen“ bei Port Angeles den Campground im Nationalpark mit ganz eigenwilliger Registrierung.

In das entsprechende Fach unserer Campsite stecken wir den Abschnitt des Registrierumschlags, der Umschlag mit dem Geld kommt in der „Iron Ranger“, einer Art Tresor. Fertig ist die Buchung. Und nun gute Nacht 😴.

Heute Morgen starten wir zur Hurricane Ridge, gucken uns an der provisorischen Ranger Station erstmal Felle vom Cougar, Black Bear und Grizzly an und wandern dann ein paar km Bergauf zum Aussichtspunkt.

Pause muss sein

Vom 1750 m hohen Hurricane Hill sieht man weit in den Nationalpark hinein und sogar der Mt. Olympus ist mit seinen gut 2420 m fast wolkenfrei.

Der Weg hier hoch war anstrengend, hat sich aber wirklich gelohnt. Nun noch zurück zum Auto und dann runter auf den Campingplatz.

Nachdem wir gestern das Hochgebirge erkundet haben ist heute der Regenwald dran. Der Nationalpark beherbergt ein großes Stück alten gemäßigten Regenwald, der ist in Gegensatz zum tropischen Regenwald weniger bekannt, aber genauso gefährdet.

Auf dem Weg fällt noch eine richtige Reiseenduro auf. Ob das wohl als „Dreirad“ durchgeht?

Zuerst besuchen wir die Madison Falls,

um dann in den mystischen Wald einzutauchen.

Ab und an wird‘s anstrengend
Einfach nur „grün“
Lake Crescent

Natur pur und ein wenig Kletterei.

Salmon Cascades

Der dritte Bereich des Parks ist die Küste, hier fahren wir als erstes zum Rialto Beach.

Am Ruby Beach ist es heute nebelig. Macht die Sache auch ein genug gespenstisch.

Nebenbei kommen kleine Tiere manchmal ganz groß raus…

Ende September wird es auch hier schon Herbst.

Der Olympic NP hat uns echt überrascht und wir sind total begeistert von der Vielfalt dieses Parks. Ihn haben wir im Vorfeld sicher absolut unterschätzt und nun ist der Kopf voll von Bildern, die verarbeitet und verdaut werden wollen. Außerdem braucht Rocky hier und da ein wenig Zuwendung. So mieten wir uns ein Häuschen und wollen die nächsten 3 Tage ausruhen, Eindrücke verarbeiten, waschen und Rocky pflegen.

„Etwas“ großzügiger als in Rocky
Besuch im Garten

Heute erreichen uns beunruhigende Nachrichten von zu Hause. So beschließen wir umzuplanen und kurzfristig nach Hause zu fliegen. Rocky stellen wir so lange es dauern mag in Portland bei Viet unter.

Dann treten wir den Rückflug an.

In LA steigen wir in einen A380
Da unten liegt Berenbostel