1.2.26 – 10.2.2026
„Die Grenze geht heute sehr einfach“ ist das Fazit nach der Ausreise aus aus El Salvador. Nun nur noch die Einreise nach Honduras und das TIP. Das letzte dauert eine geschlagene Stunde. Wohlgemerkt, wir sind die einzigen, die ein TIP für ihr Auto benötigen. Clemens ist kurz davor den Kerl hinter der Scheibe über den Tresen zu ziehen 😡, nachdem er gefühlt das zehnte mal scheinbar eingeschlafen ist. Er hört einfach auf sich zu bewegen, sitzt regungslos auf seinem Ar… und glotzt minutenlang auf den Bildschirm. 😡😡😡 Clemens steht, natürlich „angemessen“ bekleidet draußen in der Wärme.

Irgendwann ist er dann doch wieder aufgewacht und händigt uns die Papiere aus. Hurra! Wir dürfen unser Auto nach Honduras mitnehmen! 🙏🙏🙏
Wir wollen etwas höher in die Berge und haben uns für heute Santa Rosa de Copán als Ziel ausgesucht. Zuerst ist die Landschaft wirklich schön und zum genießen.

Schlechte Straßen, mysteriöse Transporte und Nebel mit 6°C!!! erschweren den Weg dann doch. Trotz der Umstände erreichen wir die echt steilen Straßen von Santa Rosa noch im Hellen.





Hier bleiben wir erstmal zwei Nächte an einem Park in der Stadt. Wasser tanken, Geld tauschen und im Supermarkt La Colonia ordentlich Lebensmittel einkaufen. Da wir ja gestern über die Grenze gekommen sind, ist unsere Vorratskiste ziemlich leer, der Einkaufswagen entsprechend voll. An der Kasse wird Clemens Kreditkarte, aus welchem Grund auch immer, nicht akzeptiert. Bevor Sabine ihre raus gekramt hat, reicht der Herr hinter uns seine Karte an die Kassierterin und meint „Ziehen sie das bitte hiervon ab“! Der hat tatsächlich unseren gesamten Einkauf bezahlt!!!😳😳😳 Einfach so, ohne zu fragen!! Wir sind einfach nur sprachlos und können uns auch nur kurz bedanken, bevor er mit seinen drei Kleinigkeiten verschwunden ist. Sowas ist uns noch nie passiert!
„Wenn ihr in der Nähe von Santa Rosa de Copán seid, müsst ihr unbedingt das Café „Seis Valles“ besuchen. Die machen aus eigener Ernte einen sehr guten Kaffee“ haben wir einen Tipp bekommen. So schlängeln wir uns durch enge Gassen raus und kurven den Berg hoch.

Und tatsächlich ist der Kaffee sehr gut und auch die Quesadillas sind absolut lecker.


Das Café macht von außen nicht so viel her, aber ist liebevoll eingerichtet, sogar das „Stille Örtchen“ ist nett gestaltet.


Weiter auf der CA-11A nach Gracias…

Durch schöne Landschaft und immer wieder Kaffeefarmen,


kommen wir in Gracias an. Direkt in der Stadt finden wir im Garten des Hotel Finca Bavaria einen Stellplatz und gucken uns erstmal die Stadt an.




Auf den Parque Central steht ein schicker Pavillon in dem es auch lecker Kaffee gibt. Hier in Gracias ist es nett und wir fühlen uns wohl. So bleiben wir noch eine weitere Nacht hier und probieren heute Abend mal das Restaurant am Stellplatz aus.



Außerdem gibt der Antrieb von Linas Rolli merkwürdige Geräusche von sich. Ja dieses mal ist es ausnahmsweise nicht das Auto was Probleme macht. So hat Clemens mal nen anderen Motor vor sich. Man glaubt es kaum, es ist der Keilrippenriemen! der falsch läuft und schleift. Nach einer Stunde ist alles wieder neu justiert und der Motor summt wieder als wenn nichts gewesen wäre. 💪
Der Stellplatz ist recht nett, aber „Los gallos cantan por la mañana.“ und das wirklich früh am Morgen. So machen wir uns nach zwei Nächten auf und fahren nach Comayagua.

Die Straße ist manchmal gut und dann kommt ohne Vorwarnung eine absolute Gurkenstrecke.


In manchen Städten gibt es tolle Wandmalereien, und dann wieder der nun schon gewohnte Anblick der Blechhütten.


Die Landschaft ist aber immer toll

Trotz einiger Verzögerungen durch sehr langsame LKW, die in den Bergen kaum schneller als 20 km/h fahren und anderer Verkehrsteilmehmer😉

kommen wir am Nachmittag noch in der ehemaligen Kolonialhauptstadt Comayagua an und dürfen auf dem gesicherten Gelände des Golfclubs übernachten. Die Toiletten und Duschen stehen uns auch zur Verfügung und bezahlen dürfen wir nichts dafür. Einfach nur nett!!! Die Wachleute am Tor bekommen natürlich ein gutes Trinkgeld dafür, dass wir beruhigt schlafen können.


Comayagua hat neben den Häusern aus der Kolonialzeit eine Kathedrale mit einer besonderen Uhr. Die stammt vermutlich aus der Zeit um das Jahr 1100 und wurde in Al-Andalus (Spanien) gebaut. Sie gild als älteste Uhr Amerikas und wird oft sogar als älteste noch funktionierende Zahnrad-Uhr der Welt bezeichnet. 🤷♂️

Wir fragen nach und dürfen tatsächlich die steile Treppe zum Uhrwerk hinauf steigen. Für Lina ist das nichts, sie wartet abwechselnd mit Clemens oder Sabine unten auf dem Platz und freut sich über die vielen Tauben, die sie umkreisen.


Wir schlendern noch ein wenig durch die Gassen, suchen für die Pause immer schattige Plätze und entdecken viele moderne Mural‘s an den Häusern.


Natürlich darf der Markt nicht fehlen, wir müssen ja auch noch einkaufen.

So versorgt fahren wir heute noch zum Parque Aurora. Da wir jetzt schon abschätzen können, dass wir mal wieder spät ankommen werden, fragt Sabine per WhatsApp an bis wann der Park offen hat. Die Antwort überrascht uns dann doch wieder: „Wann seid ihr bei uns? Ein Wachmann wird am Tor auf euch warten.“. UNGLAUBLICH, das sollte man sich mal in Deutschland vorstellen…
So wie zugesagt ist es dann auch, wir kommen an und werden bereits erwartet. Im Park fahren wir dann eine große Schleife und finden einen absolut tollen Platz mit Palapa und Feuerstelle. Clemens macht sich auf die Suche nach Holz, sägt und spaltet und Lina ist glücklich am Feuer. Die Nacht ist absolut ruhig, wir haben das Gefühl, dass wir allein in diesem riesigen Gelände übernachten.


Zum Frühstück, Sabine mahlt gerade den Frühstückskaffee, kommt tatsächlich noch ein Ranger auf einem Moped vorbei und kassiert.
Heute wollen wir was ganz besonderes machen. Bei Nacaome, fast am Pazifik, gibt es Thermalquellen. Die sollen überhaupt nicht touristisch sein und sind sicher was für Lina. Auf der Fahrt nach Süden wandelt sich die Landschaft von sattem Grün zu vertrocknetem Braun.



Die Thermen halten was uns die Infos versprochen haben. Wir sind die einzigen Ausländer hier und für kleines Geld können wir ausgiebig im wirklich warmen Wasser 🥵 baden.

Abends werden wir noch eingeladen, direkt vor der Therme über Nacht zu stehen. Das Angebot nehmen wir gern an.
Heute wollen wir nach Choluteca, unsere Drohne darf ja nicht nach Nicaragua einreisen. So wollen wir sie dort bei DHL für den Versand abgeben. Wir werden dann ohne Drohne durch Nicaragua reisen und sie in Costa Rica wieder abholen.

Natürlich kommen wir heute zu spät an, DHL hat schon Feierabend gemacht. So parken wir am zentralen Platz vor der Kirche, schlendern noch ein wenig durch den kleinen Park, hören den Trommlern der gegenüber liegenden Musikschule zu und freuen uns über die etwas kühler werdenden Temperaturen. „Herzlich willkommen in Honduras“ hören wir auf einmal auf deutsch. Don Erick, ein Honduraner der in Deutschland lebt, hat unser Auto gesehen und erstmal angehalten. Er ist zeitweise hier, hat hier ein Haus und eine kleine Kaffeeplantage. Wir klönen eine Weile und später kommt er noch mal mit Süßigkeiten für Lina und einer Tüte seines Kaffees vorbei.


DHL hat wieder auf, und Clemens geht mit der Drohne und den ausgebauten Funkgeräten rüber ins Geschäft. Gut verpackt landet alles im Karton und wird an die DHL Station in Liberia / Costa Rica adressiert. Cesar, der nette Mitarbeiter bei DHL kennt das Ganze schon und bietet auch gleich an, „Wenn ich es später losschicken soll, kannst du mir einfach eine WhatsApp schicken. Dann behalte ich das Paket noch hier im Laden“. So liegt die Drohne nicht unnötig lange in Costa Rica rum.

Irgendwie sind wir eine kleine Attraktion und die Schulkinder probieren ihr gerade gelerntes Englisch gleich mal bei uns aus.

So nun wollen wir mal zur Grenze aufbrechen. Ja, wir wollen, Rocky will nicht! Aus dem Motorraum steigt, kurz nach dem Starten, schwarzer Rauch auf „SCHEI…“ und stopp. Ein kurzer Blick genügt um festzustellen, dass unser bester Freund, der Keilrippenriemen, wiedermal Auflösungserscheinungen zeigt. Das blöde Ding rutscht am Generator durch und schmeißt schwarze Brösel von sich. „Wie geht denn das, ist die Spannrolle wieder kaputt?“ Wir kontaktieren „Don Erick“ und er besorgt uns einen Mechaniker.

Nach Beratung und mehreren Versuchen später scheint der Generator auch wieder mit zu drehen. Erick fährt mit dem Motorrad voraus und bringt uns in die Werkstatt.

Der Mechaniker hat in der Zwischenzeit einen neuen Riemen besorgt und der Schaden ist schnell erledigt. Da es mittlerweile schon nach 5 Uhr ist, bleiben wir noch eine Nacht an „unserer“ Kirche stehen und werden morgen Honduras verlassen.
HONDURAS, ein Land voller Gegensätze. Hier die Menschen, die in Blechhütten am Straßenrand leben und dort die hochmodernen Einkaufszentren. Wir haben die tolle Natur, die abwechslungsreiche Landschaft und die herzliche Gastfreundschaft genossen. Wir haben keine schlechten Erfahrungen mit Polizei, Militär oder sonstwem machen müssen. Wir verlassen das Land etwas wehmütig, auch weil nun mit Nicaragua ein politisch isoliertes Land folgt, auf das wir mit gemischten Gefühlen blicken. Wir werden sehen…