Tequila feiern und probieren, große Städte besuchen und auch scheitern, Klassik genießen
15.3. – 19.3.25
Nach gutem Frühstück, die Reste holen sich die heimischen Hühner,


gehen wir in die Stadt um uns ein wenig durch das Getümmel treiben zu lassen. Es ist wirklich viel los in Tequila. Wir sind überrascht von der großen Fußgängerzone, den schönen alten Häusern und der tollen Atmosphäre.


Natürlich dreht sich hier alles um das berühmte Getränk und dessen Herstellung.


Bunt ist die Stadt und auch die alte Tracht.


Zurück bei unserer Desillle gibts erstmal eine Abkühlung.

Als die Sonne nicht mehr so vom Himmel brennt, beginnt die Führung über die Plantagen und durch die Destillerie.



Absolut interessant was José, der Besitzer, alles so berichtet. Die Führung ist eigentlich zu kurz, wir hätten gern noch mehr Geschichten gehört. Wir gucken uns ganz junge Agaven an, nur die blaue Agave darf für echten Tequila genutzt werden und wächst 9 Jahre bevor sie geerntet wird.

Nach einer Führung durch die Brennerei


kommt der überaus wichtige Teil, die Verkostung. 😉

Auch hier lernen wir wieder viel über Qualität, Geschmack und wie man herausfindet ob noch Ethanol im Tequila zu finden ist.

Nach so viel „Wissen“, das wir verinnerlicht haben 😇, können wir richtig gut schlafen. 😉💤
Heute fahren wir nach Guadalajara, mit über 5 Mio. Einwohnern in der Metropolregion, die zweitgrößte Stadt in México. Heute ist Sonntag, da ist die Innenstadt für den Autoverkehr gesperrt. Nur Fußgänger und nicht motorisierte Fahrzeuge haben Zutritt. Das wird auch ordentlich überwacht.


Ansonsten tobt hier heute der Bär, scheinbar wird der autofreie Sonntag von vielen zum Einkaufen und Bummeln genutzt. Es gibt hunderte von Verkaufsständen, Straßenkunst und jede Menge Trubel. So haben wir uns México vorgestellt. Wir schlendern durch die Gassen, gucken in die Kathedrale, in der gerade ein Gottesdienst mit lautem Gesang und Applaus endet, und genießen die Umgebung. Unsicher fühlen wir uns zu keinem Zeitpunkt, auch werden wir von niemandem bedrängt etwas zu kaufen oder unbedingt hier etwas zu essen. Einfach toll diese entspannte Stimmung zu erleben.





Uns fällt besonders auf, dass es scheinbar niemand eilig hat. Alle schlendern gemütlichen Schrittes durch die Straßen, klönen im Schatten oder sehen den Straßenkünstlern zu.


Der Mercado Libertad, eine große Markthalle, soll interessant sein, das gucken wir uns an…



Wir schlendern durch die engen Gänge (ab und zu müssen die Verkäuferinnen ihre Hocker zur Seite räumen, damit der Rolli durch passt). Hier gibt es alles, von Gemüse und Obst über Fleisch und Fisch bis zu Heiligen und Skeletten. 😳 Unsere bestellten Tortas sind lecker und MÄCHTIG! Satt laufen wir zu Rocky zurück, wir haben noch den Tipp bekommen uns Tlaquepaque, ein Vorort von Guadalajara anzusehen. Das machen wir nun auch. Die Einfahrt ist ja schon mal imposant.

Der Ortskern wirkt sehr aufgeräumt aber auch touristisch. Wir parken in einer Nebenstraße und finden in der Nähe einen hübschen Hoteleingang.

Nun aber der Rundgang durch das Zentrum von Tlaquepaque.

In der Kirche sind viele Bibelszenen in kleinen „Setzkästen“ dargestellt. Sowas haben wir auch noch nicht gesehen.



Die Gassen um den zentralen Platz sind reichlich voll und entsprechend mexikanisch wuselig geht es zu.



Wir beenden unseren Rundgang und gehen zurück zu unserem Zuhause.

Über Nacht bleiben wir in der Nähe von Valle de Guadalupe direkt an einem See.
Heute Morgen beim Frühstück können wir im Baum nebenan Kolibri‘s beobachten.



Das Ziel für heute ist Guanajuato, die Stadt soll eine der schönsten in ganz México sein. Lassen wir uns mal überraschen…
Auf der Fahrt dürfen wir mal wieder die unterschiedlichen Transportvarianten bewundern.


Wie üblich fahren wir direkt in die Stadt und müssen ganz schnell feststellen, dass die Straßen, besser gesagt die kleinen Gassen, nicht kompatibel mit Rocky‘s Maßen sind. Wir stecken das erste mal fest und müssen ein Stück rückwärts um dann in gefühlt 15 Zügen rechts abzubiegen. Sabine weist ein und Clemens ist froh die Untersetzung zu haben. So gelingt es ganz langsam die steilen Gassen wieder hoch zu kommen. Vor lauter Aufregung vergessen wir tatsächlich Fotos davon zu machen. 😉
Durch mehrere Tunnel erreichen wir am Stadtrand ein Hotel, dass einen Stellplatz für Womo‘s anbietet. Leider ist das Tor geschlossen. Die Einfahrt wäre eh zu niedrig gewesen. Zufällig kommt gerade ein junger Mann heraus und hilft uns weiter. Er telefoniert mit dem Manager und schickt uns dann einmal um den Block. „Auf der anderen Seite des Hotels könnt ihr euer Auto abstellen und übernachten“ sagt er und erklärt uns noch den Weg. Dabei hat er scheinbar die Höhe von Rocky unterschätzt, oder die Höhe der Leitungen über der Straße überschätzt. Nun ja, wir ziehen ein Kabel etwas lang, und Sabine muss es ein wenig abhalten. Dann rangieren wir direkt vor den Zugang zum Hotel und dürfen dort stehen bleiben. Clemens ist total glücklich einen Stellplatz gefunden zu haben und wiedermal absolut begeistert von der Hilfsbereitschaft der Mexikaner. Wir stehen mit unserem Auto im Eingang zum Hotel, der Portier hat sein Auto extra raus gefahren, damit wir einen geraden Stellplatz haben, wir dürfen die Toiletten, die Duschen und auch den Pool mit nutzen, obwohl wir gar keine Gäste sind. Einfach unglaublich!!!



Dann werden es heute nochmal versuchen, die Innenstadt zu erreichen. Erstmal wieder aus der engen Gasse am Hotel raus kommen.

Leider müssen wir feststellen, dass die Stadt mit unserem Auto nicht erreichbar ist, und mit Lina’s Rolli auch keine sichere Möglichkeit besteht, von den Parkplätzen ins Zentrum zu gelangen. So müssen wir uns leider mit dem Blick vom gegenüber liegendem Berg begnügen.

Guanajuato mag eine sehr schöne Stadt sein, ist aber mit einem Rolli leider nicht zu erreichen. 🙁 Auch die Standseilbahn, die von hier runter führt ist nur über viele Treppenstufen erreichbar. Also verabschieden wir uns und steuern San Miguel de Allende an.
Die Stadt ist eher für Rocky befahrbar. Wir finden einen Stellplatz auf einem bewachten Parkplatz, nicht schön aber sehr zentrumsnah. So können wir am heutigen Abend ganz in Ruhe und zu Fuß das Zentrum erkunden.





Am Abend findet am Zócalo ein klassisches Konzert von Studenten der Musikhochschule statt. Klassik mexikanisch interpretiert, sehr hörenswert!
Nach so vielen Städten zieht es uns nun wieder in die Natur. Wir möchten als Nächstes die Serra Gorda im Norden von Mexiko Stadt erkunden.
Sierra Gorda, herzliche Gastfreundschaft, der Keller der Schwalben und Thermalwasser satt
20.3. – 27.3.25
Ein letzter Blick auf San Miguel de Allende dann sind wir auf dem Weg in ein (hoffentlich) schönes Naturschutzgebiet, die Sierra Gorda.

Wir fahren ostwärts in Richtung des Atlantiks und kommen durch Bernal am Füße des Peña de Bernal, der mit 433 m Höhe zu den höchsten Monolithen der Welt gezählt wird. Der Felsen besitzt, laut der einheimischen Bevölkerung, magische Kräfte und soll ein langes Leben verleihen. Na dann…

Die Landschaft wird bergiger, und in der Ferne sind Wolken zu erkennen. 😳

Wir kommen näher, höher und sind plötzlich im Nebel!

Wasser auf der Scheibe, seit wann haben wir das nicht mehr gehabt?
Der Nebel war nur oben in den Bergen, sobald wir tiefer kommen ist wieder klare Sicht. So stoppen wir für die Nacht am Wasserfall El Chuveje. Zurzeit fällt fast kein Wasser runter, da es jetzt am Ende der Trockenzeit seit Monaten nicht ausgiebig geregnet hat.


Heute machen wir Stopp in Jalpan de Serra,

gucken uns das Zentrum mit der riesigen Missionskirche an, essen lecker am Marktplatz und gönnen uns zum Abschluss noch ein Eis. 🍦



Wir fahren weiter, und kommen durch eine typisch mexikanische Baustellenumleitung

und kommen nach ein wenig suchen nach einem Stellplatz für die Nacht schließlich in einem kleinen Dorf namens Tancoyol an. Am zentralen Platz stehen ein paar Leute und Clemens fragt einfach mal nach, ob wir hier irgendwo übernachten dürfen. „sí, claro“ war die Antwort, „überall wo ihr möchtet“.

Gleich darauf werden wir zum Tamales Essen eingeladen und der zufällig angesproche Bürgermeister bietet und auch noch an, die Toiletten im Gemeindebüro über Nacht offen zu lassen „Si los necesitas“. Sie freuen sich einfach darüber, dass Deutsche den weiten Weg gemacht haben um ihre Gemeinde zu besuchen. 😀 Die Tamales sind ein traditionelles Gericht aus der Maya-Küche das aus Maisteig besteht, der mit Fleisch und Käse gefüllt und in Pflanzenblätter eingehüllt gedämpft wird. Ist übrigens sehr lecker, leider für Sabine ein wenig zu scharf. 🥵
Die Missionskirche ist fast die gleiche wie in Jalpan, nur leider durch Erdbeben beschädigt. Der Gemeinde fehlt einfach das Geld zur Erhaltung, trotzdem ist das Innere festlich zur Fastenzeit geschmückt.


Wir erleben wieder ehrliche und herzliche Gastfreundschaft und fühlen uns sofort wohl und sicher.
Die Nacht haben wir in einer ruhigen Seitenstraße verbracht und heute Morgen kaufen wir natürlich hier in einem kleinen Laden ein, um ein kleines Danke an die Menschen hier zurück zu geben. Dann kurven wir weiter durch die grüne Sierra Gorda



und besuchen die Sotano de las Golondrinas (frei übersetzt: der Keller der Schwalben). Hierbei handelt es sich um eine über 500 Meter tiefe Höhle, aus der am Morgen tausende von Schwalben in Kreisen aufsteigen und am Abend zum Schlafen im Sturzflug wieder hinunterfliegen.
Leider eignet sich der Parkplatz nicht für eine Übernachtung, so müssen wir in einer kleinen abenteuerlichen Fahrt im Dunkeln die echt steilen Serpentinen runter fahren 🥵.
Nun geht es wieder Richtung Süden, auf unser nächstes Ziel freuen wir uns ganz besonders. Die Grutas Tolantongo sind Thermalquellen, die einen ganzen Fluss speisen. Vorher kurven wir noch ein wenig durch die Sierra Gorda und genießen die Landschaft, die und hier und da an die Schweiz erinnert.

Manchmal geht‘s dann auch ein wenig langsamer. 😉


„Das ist ja wirklich ein richtiger Fluss mit Thermalwasser!“ An den Grutas Tolantongo angekommen sind wir echt überrascht über die Menge an Wasser.

Also Rocky am Fluss parken, Badeklamotten anziehen und rein in‘s warme Wasser. „Herrlich, hier könnte ich stundenlang bleiben“.

Wir nächtigen direkt am Fluss und nutzen die Möglichkeit ausgiebig. Clemens guckt dann noch hoch zur Grotte, in der das Wasser an die Oberfläche kommt. Die Grotte ist eher langgestreckt wie ein Tunnel sehr warm, halb mit Wasser gefüllt und echt feuchte Luft. Da wir keine wasserfeste Kamera haben gibt‘s leider keine Fotos. 🙁 Dafür sind die Wasserfälle gleich nach der Grotte sehenswert.




Auf unserem weiteren Weg gen Süden lassen wir wieder die Reifen „rotieren“.



Und machen einen Abstecher nach Teotihuacán. Auf dem dortigen Stellplatz wollen wir Rocky im Juni abstellen um unseren Heimaturlaub zu machen.

Die berühmten Ruinen der Stadt gucken wir uns dann, wenn wir wieder kommen, im Mai an.
Weiter in Mexico’s Süden