Nicaragua, Land der Gegensätze

10.2. – 15.2.2026

Die Grenze nach Nicaragua macht uns ehrlich ein wenig Sorgen. Haben wir an alles gedacht? Wird das Auto gescannt und durchsucht? Was passiert mit den Funkgeräten wenn sie gefunden werden? Und so weiter… „Aber hilft nichts, wenn wir weiter durch Mittelamerika reisen wollen, müssen wir da durch“. Die Drohne haben wir ja bereits nach Costa Rica geschickt und so machen wir uns auf den Weg.

Die Formalitäten in Honduras, TIP canclen, Ausreise Stempel holen, gehen recht flott.

Schickes Grenzgebäude von Honduras

Dann zur Migration in Nicaragua, die Einreise war recht fix erledigt. Nach ein paar Fragen zum Zweck der Reise und der Bezahlung der Gebühr (natürlich in US $) haben wir die Einreisestempel im Pass. Danach können wir das Auto anmelden.

Clemens muss durch den Scanner fahren und nach einer halben Stunde sind dann auch die Ausdrucke da. Erkennen können wir darauf einfach nichts, aber die Polizistin und der Zöllner interessieren sich für unseren Grill. Also auspacken und zeigen. Danach ist alles gut. Keine Inspektion des Innenraums, keine Durchsuchung von den Staufächern. Wir bekommen das TIP für Rocky und dürfen einfach so einreisen!

Kurz nach der Grenze hat Sabine auf iOverlander einen Platz zum entspannen gefunden.

Den steuern wir an und spazieren noch zum Fluß runter. Die Furt wird von den Einheimischen viel genutzt und führt durch die Somoto Schlucht. Eine Wanderung durch eine Engstelle der Schlucht würde einen ganzen Tag dauern und ist leider mit Lina nicht zu machen.

Unser nächstes Ziel ist León mit der Weißen Kathedrale. Sie gilt als größte Kathedrale Zentralamerikas und ist ein UNESCO-Weltkulturerbe. Das wollen wir uns ansehen, aber wie so oft kommen wir heute Morgen nicht so richtig in gang. Der Tag vergeht mit Frühstück, Aufräumen, Abwaschen, Abschied von den Gastgebern nehmen und Fahren. Immerhin liegen einige Vulkane rechts und links der Straße.

Trotz guter Straßen kommen wir nicht so schnell voran wie gedacht. Heute erreichen wir León nicht mehr. „Ein Stück weiter können wir, laut iOverlander, bei den Bomberos übernachten“ sagt die Navigatorin vom Beifahrersitz. Und 10 km weiter fragen wir tatsächlich an der Feuerwache nach, ob wir die Nacht auf ihrem Hof stehen dürfen. Ja wir dürfen! Also parken wir so, dass die Ausfahrt frei bleibt und genießen die Gesellschaft der „Pumpenmänner“, wie die Übersetzung von Bomberos lautet.

Da der Weg heute nicht mehr weit ist, erreichen wir León schon am Vormittag und stehen vor der mächtigen Kathedrale.

Vom Dach, das wir getrennt besuchen, hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt und die umliegenden Vulkane.

Hier rauf darf man nur Barfuß oder in Socken…wenn man vorher den Schalter für die Tickets gefunden hat, der ist nämlich in einem unscheinbaren Büro auf der anderen Seite der Kirche. Echt Planwirtschaft🙄.

Wir schlendern noch ein wenig durch die Straßen von León,

an der Schule fällt uns die Traube Eltern auf, die auf ihre Kinder warten. Es dürfen scheinbar nur die Kinder die Schule verlassen, die auch abgeholt werden.

Nun wollen wir aber weiter, wir haben für heute Abend noch etwas ganz besonderes vor. Wir verlassen León Richtung Managua, der Hauptstadt von Nicaragua. Auf dem Weg sehen wir immer wieder die zum Taxi umgebauten Moped‘s,

und Pferdekutschen zum Transport von Lasten.

Die Landschaft ist geprägt von den vielen Vulkanen, die teilweise noch richtig aktiv sind.

Durch Managua fahren wir nur durch, die vielen „Árboles de la Vida“ („Bäume des Lebens“) fallen uns aber immer wieder auf.

Aufgestellt von der Ortega-Regierung sehen viele sie als politisches Symbol an. Deshalb wurden während der Proteste 2018 einige davon zerstört. 

Apropos aktive Vulkane, wir wollen heute mal ganz nah dran an einen aktiven Krater. Am Masaya kann man mit dem Auto bis an den Kraterrand fahren und muss keine lange Wanderung machen. Das geht auch mit Lina gut. Nachts leuchtet die Lava richtig dunkelrot. Ein mystischer Moment und so besonders, die Glut der Erde so “hautnah“ zu spüren. Wir sind fast alleine hier oben, aber wegen der giftigen Gase ist die Zeit begrenzt.

Wir dürfen direkt am Eingang zum Nationalpark übernachten und fahren heute nochmal mit Tageslicht hoch. Gestern haben wir zwar das rote Leuchten gut sehen können, aber nichts von der Landschaft gesehen.

Teilweise erinnert uns das an Island, nur dass die Natur hier schneller wieder wächst.

„Wenn ihr durch Nicaragua fahrt, besucht unbedingt Granada! Das ist die schönste Stadt in Nicaragua.“ haben wir von anderen Reisenden gehört. Also auf nach Granada!

Die Stadt empfängt uns tatsächlich mit schönen Ecken und Gassen.

Besonders sind die Mosaike im Straßenpflaster, abgesperrt und gesichert.

Der zentrale Platz ist bunt und die Leute entspannt. Wir beobachten Männer beim Mühle spielen, kleine Grüppchen einfach beim Quatschen oder gemütlich einen Kaffee trinken.

Apropos trinken, hier soll s ein Kakao-, und Schokoladenmuseum geben. Das muss sich Clemens natürlich ansehen. 😋 Die Maya haben schon Kakao zu Schokolade verarbeitet und getrunken.

Wir probieren Brownie und kalte Trinkschokolade.

Lecker, aber danach ist unser Zuckerbedarf für die nächsten Tage gedeckt. Anschließend schlendern wir noch ein wenig durch die Stadt, bestaunen den doch recht modernen Nebenaltar in der Kathedrale,

und laufen zurück zu unserem Parkplatz auf dem Hof vom „Blauen Kreuz“. Warum es hier nicht „Rotes Kreuz“ heißen darf ist uns nicht so ganz klar, irgendwas politisches steckt wohl dahinter. Aber egal, wir dürfen hier sicher parken und sogar noch Wasser nehmen.

Wir machen noch einen kleinen Abstecher zur Strandpromenade, Granada liegt schließlich am riesigen Nicaraguasee.

Versorgt mit Wasser und vielen Eindrücken aus der hübschen Stadt starten wir zur Laguna de Apoyo, am Paradiso Hostel finden wir nicht nur einen sicheren Übernachtungsplatz, sondern auch noch einen hübschen Nachbarn.

Das Hostel selbst liegt echt hübsch am Apoyo Kratersee und ist tatsächlich von einigen deutschen Gästen besucht.

Heute ist der 14. Februar und wir haben beschlossen Nicaragua wieder zu verlassen. Auf dem Weg zur Grenze fällt uns noch dieses Gefährt auf.

Windenergie und Vulkane, so verabschiedet uns Nicaragua.

Nicaragua wird uns als ein Land der Gegensätze in Erinnerung bleiben. Da sind die sehr traditionell wirkenden ländlichen Gegenden mit Esel und Ochsenkarren, die Städte mit hübschen Plätzen und entspannten Menschen, die uns aber im Gegensatz zu Honduras eher distanziert betrachten, und die überhaupt nicht dazu passenden luxuriösen Einkaufstempel für die – ja für wen eigentlich?

Unser nächstes Land verspricht sicherlich ganz anders zu sein. Wir sind gespannt auf Costa Rica!

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